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Bitte geht wählen!

Letzten Sonntag waren Wahlen in Hessen. Dass die AfD dabei so gut abgeschnitten hat, liegt unter anderem auch an der megamiesen Wahlbeteilung.

48 % Wahlbeteilung. Achtundvierzig! Das geht gar nicht! (Kann man da überhaupt noch von Wahlbeteiligung sprechen?) Über die Hälfte der hessischen Wahlberechtigten haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht.

Geht gar nicht! Echt jetzt!

Ok, ich kann die Wahlmüdigkeit nachvollziehen. – Pest oder Cholera? Es ist doch eh alles dieselbe Suppe, die uns eingebrockt wird. Egal, welche Farbe das Tellerchen hat. Und unterm Strich isses eh längst die Wirtschaft, die uns regiert, die uns unsere Gesetze diktiert. – So fühlt es sich mehr und mehr an, auch wenn da auf Länderebene vielleicht noch ein bisschen mehr „Substanz“ vorhanden ist als in Berlin oder Brüssel.

Ich begreif z.B. den ganzen TTIP-Bohei nicht. Wenn irgendwelche Firmen aus Land A ihre Produkte in Land B verkaufen wollen, spricht doch absolut nix dagegen. Selbstverständlich müssen sie sich dabei an sämtliche Gesetze, Richtlinien und Grenzwerte, die in Land B gelten, halten. So wie das jede Firma in Land B ja auch machen muss. Punkt.

Unser Markt, unsere Regeln. Und wem die nicht passen, baut hier keinen Stand auf. Fertig. TTIP abgehakt. Kann sich die Politik wieder den wichtigen Dingen zuwenden.

So. Was ich hier aber eigentlich loswerden will:

Liebe Baden-WürttembergerInnen,
liebe Rheinland-PfälzerInnen,
liebe Sachsen-AnhalterInnen!

Bitte geht am Sonntag wählen! Bitte macht von eurem Wahlrecht Gebrauch!

Ich geh mal davon aus, dass auch bei euch die Wahlzettel wesentlich mehr als fünfsechs Parteien aufweisen – das is ja sogar in Bayern schon lange so! 😉 Also findet ganz sicher jede und jeder irgendwas zum Ankreuzen. Fangt halt einfach mal von hinten bzw. unten an zu lesen und macht euer Kreuzchen lieber irgendwo im letzten Drittel als pauschal gar keins!

Das Vertrauen in die Berufsgruppe „PolitikerInnen“ steht momentan in der Gegend um null, hab ich die Tage erst im Radio gehört. Das zeigt sich u.a. in der geringen Wahlbeteilung.

Trotzdem bitte ich euch: Gönnt euch den kleinen Spaziergang am Sonntag zum nächsten Wahllokal. Wenn ihr eh wisst, wen ihr wählen wollt, dann tuts bitte auch! Und wenn ihr euch unschlüssig seit – Selbst „Ene mene muh“ ist besser als gar nicht zu wählen.

Ich erwarte am Sonntag eine Wahlbeteilung von jeweils (jeweils, nicht insgesamt!) allermindestens 75 Prozent, in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt.

Bitte enttäuscht mich nicht! Es ist immer leicht zu motzen und zu meckern, wenn „die da oben wieder Mist machen“. Aber dann versucht doch zumindest, „da oben“ die Leute zu postieren, denen ihr den Job noch am ehesten zutraut!

Wer nicht wählen geht, hat auch nicht das Recht, sich über eine schlechte Regierung aufzuregen. 🙂

Geht wählen!

Ich wollte sowieso noch einen Wahlaufruf starten, da kam mir die Mail von campact gerade recht – die ich hiermit weiterleite, sozusagen:

Das gab es noch nie bei einer Europawahl: Auf dem Spiel stehen Demokratie und Rechtsstaat, Umwelt- und Verbraucherschutz, soziale Standards und kulturelle Vielfalt. Alles nur, weil EU und USA das Handels- und Investitionsabkommen TTIP abschließen wollen. Das jetzt zu wählende Europaparlament kann das Abkommen noch stoppen.

Deshalb meine Bitte an Sie: Gehen Sie am Sonntag wählen und helfen Sie, diese Europawahl zur Volksabstimmung gegen TTIP zu machen. Wir haben einen Parteiencheck zusammengestellt, der zeigt, welche Parteien TTIP wollen und welche das Abkommen ablehnen. Auch vage Versprechen und Ungereimtheiten nehmen wir kritisch unter die Lupe.

Kommt das TTIP-Abkommen durch, würden Schutzstandards für Verbraucher/innen und Umwelt sinken – und Konzerne hätten die Möglichkeit, gegen missliebige Gesetze vor geheimen Schiedsgerichten auf milliardenschwere „Entschädigung“ zu klagen. Ob das EU-Parlament diesen Deal stoppt, hängt stark von den deutschen Abgeordneten ab. Sie stellen mit 96 Mitgliedern die größte Gruppe im Parlament.

Morgen, am Tag vor der Wahl, verteilen mehr als 24.000 Campact-Aktive bundesweit 6,5 Millionen Türhänger, die über TTIP informieren und zur Wahl aufrufen. Doch selbst mit dieser riesigen „Denkzettel“-Aktion erreichen wir nur einen Teil der Wahlberechtigten.

Helfen Sie daher bitte mit, die Aufklärungswelle so breit wie möglich zu machen: Zeigen Sie Freund/innen und Bekannten, dass Sie den Konzernen ein Kreuz durch die Rechnung machen können. Wir haben eine satirische Kurz-Anleitung dafür vorbereitet, die sie ganz leicht im Internet verbreiten können:

Zur Kurz-Anleitung: Konzerne ärgern leicht gemacht…

PS Die EU-Kommission will TTIP so gestalten, dass der Bundestag und andere Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten nicht darüber abstimmen dürfen. Das heißt: Die künftigen EU-Abgeordneten wären die einzigen Volksvertreter, die TTIP stoppen können. Falls sie dem Deal zustimmen, wird dieser kaum noch aufzuhalten sein. Jetzt kommt es auf jede Stimme an…

Soweit Campact – und ich mag mich dem nur anschließen: Bitte geht wählen, macht einen netten kleinen Sonntagsspaziergang und gebt eure Stimme ab.  Danke!

Mehr zum Thema übrigens auch nochmals bei Ursula Ortmann.