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Nähgewichte? Nähgewichte!

Kennt ihr das, wenn man einfach auf der Leitung steht? So gings mir mit Nähgewichten. Vor vielleicht zwei Jahren begann der Begriff mich zu verfolgen. Plötzlich wurden überall Nähgewichte gebastelt, gehäkelt, gestrickt – und natürlich auch genäht. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum auf einmal überall Beiträge dazu auftauchten. Auf Blogs, YouTube, Pinterest – egal, wo im Netz ich mich gerade bewegte, haben die Dinger mich verfolgt.

Das Seltsame an der Sache: Ich habe mich immer gefragt, wozu zur Hel man sowas braucht? War das wieder so ein „Musste-unbedingt-haben-wennste-in-sein-willst“-Ding? Ich habs nicht kapiert. Und irgendwann ließ die Nähgewichte-Schwemme wieder nach und ich habs völlig vergessen.

Monate später war ich wieder mal am Nähen. Wie das so ist, beginnt das mit Bügeln des zuzuschneidenden Stoffes, auf diesen wird der Schnitt aufgelegt und übertragen. Ich leg mir dazu immer ein paar Bücher auf den Schnitt, damit beim Anzeichnen nichts verrutscht. Das funktioniert prima, nur diesmal wars ein bisschen fummliger, da waren die Bücher fast ein bisschen unhandlich. Da müsste man mal irgendwas erfinden… – und in dem Moment hats endlich „klick“ gemacht! *gg*

Nun wusste ich endlich, wozu Nähgewichte – aka Schnittbeschwerer, Zuschneidegewichte, Fixiergewichte – gut sind. Wobei ich Schnittbeschwerer – analog zu „Briefbeschwerer“ – passender als „Nähgewichte“ finde. Weil zum Nähen brauch ich das Gewicht ja nicht!

Jedenfalls hat mich nun die Schnittbeschwerer/Nähgewichte-Herstellungs-Muse geküsst und ich hab einfach mal frei Schnauze losgelegt:

2019_01naehgewichte02kl

Die dreieckigen gefallen mir am Besten und sind einfach herzustellen:

  • Ein rechteckiges Stück Stoffrest auf die Hälfte legen (schöne Seite nach innen), so dass ungefähr ein Quadrat entsteht.
  • Zwei Seiten absteppen.
  • Bei der noch offenen Seite die Kanten aufeinander legen, so dass diese nun in der Mitte liegen. Etwa zur Hälfte absteppen.
  • Wenden und durch die Öffnung (mit einem Trichter) befüllen. Kleine Dekosteine (ggf. vorher waschen und trocknen lassen) eignen sich gut als Füllmaterial – s. auch unten.
  • Nicht ganz randvoll machen, in die Öffnung ein Band (Schlaufe) legen, feststecken und verschließen. Die Schlaufe kann auch weggelassen werden.

Erinnert dich an Osterhühner? Stimmt – das ist genau dieselbe Vorgehensweise, nur eben ohne Schnabel, Kamm und Füße. Falls du eine ausführlichere und bebilderte Anleitung haben möchtest, findest du z.B. bei Olivia Twist eine solche, sogar mit Video.

Für die flachen Fixiergewichte einfach zwei Stoffreste aufeinander legen (schöne Seite nach innen), bis auf eine Wendeöffnung absteppen. Wenden. Befüllen. Öffnung schließen (ggf. mit Bändel).

Ist eine gute Stoffreste-Verwertungsmöglichkeit und wenn du ein bisschen auf die Suche gehst, findest du bestimmt auch geeignetes Füllmaterial, das auf diese Weise recycelt werden kann. Hier sind Nicht-Lebensmittel meiner Meinung nach vorzuziehen. Zumal Reis z.B. anfällig für Feuchtigkeit ist, also schon deshalb nicht unbedingt empfehlenswert. Getreidekörner o.ä. wären da schon eher geeignet und finden sich vielleicht in einem ausgedienten Dinkel- oder Kirschkernkissen? Am besten sind die Dinge, die man irgendwo rumliegen hat und nicht mehr braucht, die klein und schwer genug sind für ein zweites Leben als Nähgewichte-Füllmaterial.

Größenangaben für Schnittbeschwerer gibt es (zumindest bei mir) nicht, da einfach locker drauflos nähen, verschiedene Größen probieren und wenn du irgendwann zu viel von den Dingern gemacht hast, lautet dein nächstes Vorhaben eben: Tasche für Schnittbeschwerer nähen. :)

Vielleicht hab ich dir Lust aufs Nachmachen gemacht, zumal es ein schönes Schnell-&-einfach-Projekt ist. Oder du hast dir längst deine Nähgewichte gemacht? Dann würd ich mich sehr über einen Kommentar – gerne mit Link – freuen, um meine Neugier zu stillen :)

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Mondkissen-Bezug

Für das Mondkissen wollte ich noch einen Bezug nähen. Baumwolle am liebsten, weil die gut gewaschen werden kann. Was brauche ich alles?

Der Schnitt

Für die Schnitterstellung nehme ich immer Zeitungen. Die gibts frei Haus, haben bereits ein großes Format und lassen sich notfalls gut zusammenkleben zum Vergrößern.

Ich hab das Kissen auf die Zeitung gelegt, einmal rundum gefahren. Sicherheitshalber den Umfang an der dicksten Stelle gemessen – der Mond-Zuschnitt sollte an der breitesten Stelle die Hälfte davon haben. Wenn der Bezug nicht ganz engangliegend sein soll, darfs auch ein halber Zentimeter mehr sein. Hier habe ich die Rundung noch etwas angepasst. Ausgeschnitten.

Da ich es gerne symmetrisch mag, hab ich den Zuschnitt probehalber auf Hälfte zusammengelegt, hier und da ein bisschen nachgeschnibbelt. Außerdem hab ich die Mitte oben und unten markiert. Diese Markierung wird auf den Stoff übertragen, das erleichtert das Zusammenstecken später zusätzlich.

Der Stoff

Ein gutes Recycling-Projekt nicht nur für das Kissen-Innenleben,  sondern auch für die Hülle. Ich hatte einen ausgedienten Pyjama, dessen Oberteil genau richtig war dafür. Angedacht war ein Hotelverschluss, aber ich konnte eine passende Stelle finden, die es mir erlaubte, die Knöpfung als Verschluss gleich mit einzuarbeiten. Das nenn ich Upcycling total :)

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Bügeleisen und Stecknadeln

Diese Werkzeuge nenn ich extra, weil eine gute Vorbereitung erstens das Nähen selber sehr erleichtert und zweitens ein gutes Endergebnis ermöglicht.

Zuerst wird der Stoff also gebügelt – dabei lässt sich nochmal ein scharfer Blick auf etwaige Löcher oder sonstige Problemstellen werfen, die ggf. vorher noch in Ordnung gebracht werden müssen. Hier war das die Knopfleiste bzw. der Besatz nach innen. Den habe ich jeweils festgesteppt, so dass hier nix verrutschen kann.

Nun das Schnittmuster auf der linken Seite übertragen – incl. der Markierungen. Mit Nahtzugabe jeweils ausschneiden. Zweimal brauchts das. Rechts auf rechts aufeinanderlegen und mit vielen Stecknadeln (oder Klammern) ordentlich zusammenstecken. Darauf achten, dass kein Knopf auf der Naht zu liegen kommt, den notfalls vorher entfernen :)

Zusammennähen

Nun kanns losgehen: Einmal rundum nähen. Wenden und den Bezug schon mal aufziehen: passt alles? Nichts zu eng oder zu weit? Bezug wieder abziehen und auf links wenden. Wenn alles gepasst hat, die Nahtzugaben ggf. noch etwas zurückschneiden, verzackeln. Und jetzt ist es fertig!

Ein kleines Zwischendurch-Projekt, das sich auch gut als Mitbringsel macht oder – wie hier – dem ehemaligen Lieblingsschlafanzug ein zweites Leben verschafft:

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Dieser Beitrag ist meinem fünften wp-Bloggeburtstag gewidmet. :)

kleines Frühlingsupdate

Es gibt nicht wirklich viel Neues von meiner Seite zu berichten. Ich bin nach wie vor am Räumen und Sortieren. Die Faltmethode nach Marie Kondo hat sich für meinen Kleiderschrank bewährt, so dass ich den Karton-„Schubladen“ inzwischen ein schönes Kleid gegönnt habe. Dafür kam ein altes Button-Poster aus meiner Jugend zu neuen Ehren:

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Für die oberen „Schubläden“ habe ich festeres Geschenkpapier genommen. Übrigens habe ich gemogelt und nicht die kompletten Kartons bezogen sondern nur ca. das erste Drittel – das ist völlig ausreichend. Die dicken Packen in der Mitte sind Bettwäsche-Sets: komplett mit mehreren Kopfkissen und Bettlaken im Paket, so dass auf einen Griff alles zur Hand ist. Auch das hat sich bereits bewährt.

In diesem Stil geht es bei mir weiter, Zeit für Hobbys um des Hobbys willen (und nicht zum reinen Zweck) habe ich kaum. Dafür konnte ich gestern Nachmittag den Frühling ein bisschen genießen; eine Stunde auf der Terrasse mit einem Krimi – auch etwas, das ich seit Monaten nicht gemacht habe: Einfach mal nur lesen und nix tun!

Dabei habe ich bei Ivana eine wundervolle Wachstums-Meditation gesehen, die ich unbedingt noch durchführen will – wenn ich es denn mal schaffe, ein bisschen runterzukommen.

Eine Idee für Wollreste habe ich bei Wenigreichtauch gefunden: eine Strickjacke im Perlmuster. Gefällt mir sehr gut – vor allem auch in diesem Muster und bunt ist ja sowieso immer richtig. :)

Skurriles Recycling gibts bei Howtorecycle: alte Spielsachen werden hier zu Köpfen zusammengesetzt. Wirkt zum Teil echt gruselig (vielleicht als Halloween-Deko?), aber vor allem faszinierend-inspirierend: Was man alles machen kann…

Einen Lichtblick im Plastikrecycling gibts bei scinexx – Mottenlarven fressen sich durch! Klingt vielversprechend.

Als letztes habe ich noch Karins Bärlauchsalz für euch. Das klingt sehr lecker und ist sicher eine gute Alternative für Menschen mit niedrigem Blutdruck, denen der Genuss von Bärlauch-Pesto und Co. schon mal den Boden unter den Füßen wegziehen kann, buchstäblich.

Habt eine schöne Zeit und lasst es euch gut gehen!

Upcycling im Haushalt

Marias Spüllappen wollte ich längst ausprobieren und im Zuge meiner andauernden Räumaktion bin ich unter anderem auch dazu endlich gekommen:

spuellappen

Vorher hatte ich ein kleineres Format genäht, das war mir zu unhandlich. Die hier haben genau die richtige Größe für mich: Ein altes Geschirrtuch wird zu zwei Spültüchern.

Das Geschirrtuch halbieren, auf die Hälfte zusammenlegen (schöne Seite nach innen) und zusammennähen. Ich habe dabei eine Ecke offen gelassen – das geht leichter zum Wenden als eine gerade Kante und ich nähe an dieser Stelle anschließend den Aufhänger dran. Megastylish! *gg*

Vorm Wenden die gesäumten Kanten abschneiden. Daraus wird der Aufhänger gefertigt. Bei der nächsten Upcycling-Aktion werde ich die verzackeln, das habe ich mir hier gespart und fängt natürlich schon zum Ausfransen an. Zum Verzackeln nehme ich statt des einfachen Zick-Zack-Stiches lieber den ZickZick-ZackZack-Stich, der hält besser.

Wenn alles  gewendet und gebügelt ist, wird der Aufhänger im Eck festgesteckt und noch einmal  komplett nah am Rand drübergesteppt, dann sieht das ordentlich aus und hält auch gut.

Maria hats viel besser und ausführlicher beschrieben, guggt euch das bei ihr nochmal an. Es ist eine einfache und sinnvolle Upcycling-Idee; ich habe die Spüllappen inzwischen ausgiebig in Gebrauch und bin total begeistert – bitte nachmachen! :)

Da ich viel am Rumräumen bin, habe ich weder Zeit noch Nerven, mich (auch noch) um Dinge zu kümmern, die nicht damit im Zusammenhang stehen. So trenne ich Pullis auf, anstatt welche zu stricken (ich lese im Internet fast überall „aufribbeln“ – bei uns heißt das „auftrennen“), ich häkle Glaskleidchen für meine Kochlöffel und bastel mir Schubladen aus alten Kartons. Dazu habe auf zauberweib.de schon etwas geschrieben.

Ein Utensilo für meine ebenfalls angewachsene Sammlung an Stricknadeln*) habe ich noch genäht. Ebenfalls Upcycling, funktionell und sieht schön aus. Mit Stefanies Nadelrollen-Variante von gehtnichtgibtsnicht kann meins aber nicht anstinken – das ist wirklich das Modell DeLuxe!

Jedenfalls ist die Räumerei der Grund, warum es hier selbst für meine Verhältnisse sehr ruhig ist. Bei euch lese ich ziemlich regelmäßig mit und so weiß ich, dass ich nicht die einzige bin, die derzeit arg im echten Leben aktiv ist und somit weniger Zeit fürs virtuelle bleibt.

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Frühling, habt Spaß am Frühjahrsputz oder womit auch immer ihr beschäftigt seit. Allen Bikerinnen und Bikern wünsche ich eine unfall- und blitzfreie Saison: Kommt gut an und gut wieder heim.

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*) Ich habe einen ganzen Abend lang nur Stricknadeln sortiert. Verbogene, unvollständige oder sonst nicht mehr funktionelle Sets und Nadeln habe ich aussortiert. Doppelte, bzw. dreivierfünffache Sorten habe ich gespendet. Alles zusammen gefühlte fünf Kilo, die das Haus wieder verlassen haben. Und trotzdem ist meine Sammlung sehr deutlich gewachsen. Ich glaube nicht, dass ich in diesem Leben nochmal Strick- oder Häkelnadeln kaufen werden muss.

Nicht der beste Start ins Jahr

Das neue Jahr fängt für uns ziemlich besch…eiden an, zu viele Menschen aus nächster Familie sind im Krankenhaus, da haben Blogbeiträge nicht die erste Priorität. Dennoch wollte ich zumindest vermelden, dass ich im neuen Jahr angekommen bin und eine kleine Hand voll Links bringe ich auch mit:

Alessa hat eine wundervolle Idee gepostet, wie sie aus Kronkorken ganz zauberhafte Smiley-Magneten gezaubert hat – die machen sich sowohl am eigenen Kühlschrank als auch als Geschenkidee richtig gut. Und das ganze sogar noch Upcycling – besser gehts ja kaum noch!

LilaWundersterne betreibt auch Upcycling: aus Jeansresten näht sie traumhafte Patchkissen. Durch die verschiedenen Farbnuancen kommt das Muster noch besser zur Geltung. Das will ich unbedingt nachmachen.

Ninamanie hat ein wundervolles Rezept parat, in welchem die letzten Plätzchen- und Glühweinreste zu einem winterlichen Dessert verarbeitet werden.

Bei Kaufdiät gehts nicht direkt um Upcycling aber auch um Wieder- bzw. Weiterverwendung: Nutzen statt ausmisten zeigt, dass u.a. die Campingblechschüsseln weder verstauben noch entsorgt werden müssen, sondern im ganz normalen Alltag prima Dienste leisten. Man muss nur drauf kommen – sehr lesenswerter Artikel!

Was ich immerhin geschafft habe, ist die Schnurgelsgalerie auf zauberweib.de zu erneuern.

Ich hoffe, euer 2017 hat besser angefangen und wünsche euch und euren Familien Gesundheit, Glück und Liebe.