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Designer-Jogginghose

Mein Liebster hat eine alte Jogginghose, die an den Oberschenkeln sehr dünn bis löchrig ist und etliche Farbflecken aufweist. Das ganze relativ großflächig verteilt: Zum Flicken zu viel – aber zum Wegwerfen irgendwie auch zu schade.

Nun hat er auch seine alten Tshirts aussortiert. Die gehen direkt an mich: Der Großteil wird nach und nach zu Garn geschnitten und zu Vorlegern verhäkelt. Einige heb ich natürlich auf – da ist schon das eine oder andere Kleidchen für mich dabei rausgesprungen.

Blöd ist bei den Tshirts nur, wenn sie diesen Plastikaufdruck haben. Der lässt sich als „Garn“ gar nicht gut händeln und wäre eigentlich Abfall. Wenn da nicht genannte Jogginghose wäre!

Zwei Tshirts ausgewählt, die Aufdrucke ausgeschnitten. Bei der Jogginghose hab ich die Seitennähte aufgetrennt, das macht das Nähen etwas einfacher. Die Ausschnitte aufgesteckt, mit je zwei Quernähten fixiert, rumverzackelt. Die Seitennähte wieder geschlossen – fertig ist die Designer-Jogginghose:

designjogginghose

Die Hose sieht wirklich megaklasse aus und es ist gleich ein doppeltes Recycling: Jogginghose gerettet und die Plastikaufdrucke der Tshirts ebenfalls sinnvoll verwendet!

Überwurf: Schachtel-Upcycling

Aus einer einfachen Schachtel lässt sich ganz leicht ein Hingugger zaubern:

ueberwurf

So ein Überwurf ist schnell genäht; entstanden ist die Idee beim Nähen der Doseninnenkleidchen. Das ist nicht viel anders, nur dass die Höhe doppelt gemessen und nach außen etwas verbreitert wird, damit sich die Hülle gut umschlagen lässt. In der Schema-Zeichnung sieht das so aus:

schema-ueberwurf2

Wichtig ist bei dieser Darstellung, dass „Umschlag außen“ genauso hoch ist wie die „Höhe“ und nach außen beidseitig breiter wird. Dazu auf jeder Kantenseite einzwei Zentimeter draufschlagen, je nach Größe der Schachtel.

Der Stoff kann aus einem Stück zugeschnitten werden; Nahtzugaben für die Seitennähte (grüne Linien) und dem äußeren Saum (gelbe Linien) müssen noch draufgeschlagen werden.

Die vier Seiten jeweils zusammennähen und versäubern, den Umschlag versäumen und schon ist der Überwurf fertig. Natürlich können auch Einzelteile genäht werden, wenn z.B. der Boden andersfarbig als die Wände werden soll. Dann natürlich weitere Nahtzugaben einberechnen.

Im Bild ganz oben hab ich den Überwurf aus Fitzelpatch genäht; dazu gibt es bereits einen Beitrag. Viel Spaß beim Nachnähen!

 

Dosenkleid nähen

Was ist jetzt schon wieder ein Dosenkleid? Genauer gesagt: Ein Doseninnenkleid! Das kommt in eine Keksdose und dorthinein dann erst die Kekse. Warum? Zum Einen muss die Dose nach Gebrauch nur kurz abgewischt werden (gut trocknen lassen!). Zum Anderen gibts vielleicht die eine oder andere Dose, die schon ein paar Roststellen hat, da ist das einfach angenehmer, hygienischer, wenn die Kekse nicht direkt damit in Kontakt kommen. Klar, man kann auch einfach eine Serviette o.ä. reinlegen – man kann es aber auch passend machen:

dosenkleid01

Hier ist eins für eine kleinere Dose, da lassen sich gut Stoffreste verwenden. Wichtig ist, dass Baumwollstoffe genommen werden, da die auf 60 Grad gewaschen werden können.

Für den Zuschnitt mache ich mir eine Schablone aus Karton in der Größe des Bodens incl. 1-1,5 cm Nahtzugabe. Den Durchmesser notier ich drauf, ebenso, für welche Dose er passt. Alle weiteren Angaben schreib ich ebenfalls drauf, dann hab ich alles zusammen.

Die Höhe messe ich, indem ich ein Lineal von außen an die Dose ranstelle. Somit ist die untere Nahtzugabe gleich einberechnet. Oben messe ich bis knapp unter die Kante + 1,5 cm für die obere Nahtzugabe. Das wird auf der Schablone notiert.

Der Umfang bemisst sich aus dem Dosendurchmesser mal Pi (3,14) – Nahtzugabe kommt dann noch dazu (2 x 1-1,5 cm). Wird auch notiert!

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Hier also der fertige Kreis und der angezeichnete Umfang. Das zugeschnittene Rechteck wird an einer langen Seite auf 1,5 cm umgebügelt und mit Zickzick-Zackzack-Stich umgenäht. Das ist die obere Kante. Wer mag, kann auch einen „schönen“ Saum machen (dann ggf. Nahtzugabe entsprechend erhöhen), mir taugts so. Bitte immer dran denken, dass die schöne Seite hier die fertige Innenseite wird!

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Anschließend noch zum Ring schließen und die Enden versäubern (oder direkt mit Zickzack zusammen- und mit einem Geradestich drübernähen).

Jetzt wird es etwas fummelig – bei größeren Dosen weniger als bei kleinen. Der Boden wird am Rand festgesteckt – je sauberer das gemacht wird, desto leichter wirds beim Rumnähen. Auch hier nehm ich wieder den Zickzick-Zackzack-Stich.

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Anschließend steppe ich mit einem Geradestich nochmal drüber, so dass die Nahtzugabe schön flach liegt. Hier hatte ich zu großzügig abgesteppt und die NZG auf der Unterseite nicht richtig mitgefasst. Deshalb die Doppelnaht. (Normal reicht einmal drübernähen) Auf dem Bild ist die schöne Innenseite nach außen gestülpt, damit man es besser sieht:

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Und das war es dann auch schon. Für eine eckige Dose gilt die Anleitung entsprechend mit dem Unterschied, dass die Umfangberechnung etwas leichter ist :) Bei einer viereckigen Dose kann man auch ein Stoffteil nehmen, bei dem lediglich die Ecken abgesteppt werden und der obere Rand versäubert wird.

Wenn das Kleidchen trotz Maschinenwäsche mal etwas unansehnlich wird, was bei fetthaltigen Kekse gerne mal passiert: In heißem Spüli-Wasser etwas einweichen, ggf. noch ein bisschen mit der Hand auswaschen und anschließend wie gewohnt zur Wäsche geben. Dann sollte es wieder sauber sein.

Notizbüchlein

Es wird ja alles digitalisiert und immer mehr das papierlose Büro präferiert – aber seltsamerweise gibt es nach wie vor haufenweise Papiermüll. Auch wenn man sich, wie wir, auf der Robinsonliste gegen den Werbemüll eingetragen hat und ein gut sichtbarer Aufkleber „Bitte keine Werbung“ am Briefkasten klebt: Irgendwas kommt immer.

Am einfachsten ist es, das Papier (i.d.R. handelt es sich um einseitig bedruckte A4-Seiten) auf ein handliches Format zuzuschneiden, den Stapel an einer Seite zusammenkleben und z.B. als Einkaufszettel-Block verwenden. Oder sich nebens Bett legen, für die Gedankenblitze mitten in der Nacht. :)

Schöner ist es, sich ein Notizbüchlein zu basteln. Das geht ziemlich fix und sehr einfach. Überflüssig zu sagen, dass bei der Schmierpapierverwertung natürlich darauf geachtet werden sollte, dass keinerlei persönlichen Daten drauf sind. Also Adressfeld usw. schreddern und entsorgen, der Rest der Seite kann verwendet werden. Kontoauszüge oder ähnlich sensible Daten sollte man lieber auch schreddern…

Ich mags gern handlich klein, also schneide ich ein Din-A4-Blatt zweimal durch (einmal längs, einmal quer) und erhalte so vier Blätter im Postkartenformat. (Das fertige Büchlein hat dann halbes Postkartenformat.) Das Ganze so oft wiederholen, bis man die gewünschte Menge an Blättern hat.

Jedes Blatt zur Hälfte falten, drei davon in eine Lage zusammenstecken, alle Lagen aufeinanderstapeln und zwei Blätter für den Vorsatz zur Seite legen. Dort, wo die Falze aufeinander liegen, mit einem scharfen Messer vier Kerben einritzen. Damit wird das anschließende Zusammennähen der Lagen erleichtert:

Dafür reichen Zwirnsfaden und eine ganz normale Nähnadel. Die erste Lage hernehmen, von außen nach innen in die Mitte stechen, beim nächsten Loch wieder nach außen, drittes Loch nach innen, dann wieder nach außen. Zweite Lage drauflegen, von außen nach innen wieder nach unten nähen, dabei in der Mitte den Faden mit der vorigen Lage verkreuzen, das gibt ein bisschen mehr Zusammenhalt. Die Enden schön fest verknoten. Auf die Art alle Lagen miteinander vernähen.

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So sieht das dann in etwa aus. Kann man jetzt so lassen, mir wars jedoch beim letzten Büchlein ein bisschen zu instabil. Deshalb hab ich den Rücken mit einer Mischung aus Kleister und Weißleim bepinselt, dabei die beiden Blätter für vorne und hinten gleich mit angeklebt. Den gesamten Buchblock zwischen Zeitungspapier legen, mit Büchern o.ä. beschweren und am besten über Nacht trocknen lassen. Wenn möglich, zwischendurch die Zeitungslagen mal auswechseln, die saugen nämlich ganz schön Feuchtigkeit auf.

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Der Umschlag kommt als nächstes dran. Dazu Karton (z.B. von einer Verpackung) etwas größer zuschneiden, als der Buchblock misst und mit Papier (oder Stoff) nach Wunsch bekleben. Wenn man kleine Größen bevorzugt, ist das eine gute Möglichkeit, Reste von Geschenkpapier zu verwenden. Auch hier zwischen Zeitungen legen, über Nacht beschweren und wenn möglich, zwischendurch mal die Zeitungslagen auswechseln.

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Als nächstes werden die beiden Teile – Block und Umschlag – zusammengeklebt. Das geht denkbar einfach: Den Umschlag einmal grob rumfalten, damit er etwas vorgeformt ist. Die eine Seite des Vorsatzblattes mit Kleber einstreichen, Umschlag draufkleben. Umdrehen und die andere Seite ebenso festkleben. Ich leg dann immer nochmal Zeitung in die Vorsatzblätter, um Zusammenkleben dort zu vermeiden, wo es eben nicht kleben soll. Wieder Zeitung drauf und drunter, über Nacht beschweren, wenn möglich, die Zeitungsschichten zwischendurch auswechseln.

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Und so sieht es aus, wenn es fertig ist. Natürlich ist immer eine Seite bereits bedruckt, weil ja Schmierpapier verwendet wurde. Aber dann wird halt auf der nächsten Seite weitergeschrieben.

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Hier ist gut zu sehen, dass es alles andere als genau gearbeitet ist. War auch gar nicht die Absicht, etwas besonders schön zu machen, sondern einfach nur ein Schmierzettel-Büchlein zu gestalten, das besser hält als nur ein Stapel zusammengeleimter Zettel.

Ich hab mir noch einen Gummiring um die vordere Umschlagseite gespannt. Dort werden nun die beschriebenen bzw. erledigten/abgearbeiteten Seiten druntergespannt, so dass ich beim Aufschlagen sofort auf der aktuellen Seite bin und nicht lange rumblättern muss. Wenn das ganze Büchlein voll ist, kann es komplett entsorgt werden. Auf den Datenschutz will ich an dieser Stelle nochmal hinweisen. In meinem Fall kann ich die allerdings wirklich bedenkenlos wegwerfen, weil ich erstens keine intimen Geheimnisse da reinschreib und zweitens meine Sauklaue besser als jede Verschlüsselungstechnik ist. ;)

Natürlich kann man solche Büchlein auch aus „frischem“ Papier und sehr sorgfältig in schön arbeiten und hat somit ein ganz persönliches Geschenk für einen lieben Menschen. Meine Intension war hier in erster Linie, einen Schmierzettelblock zum Einstecken zu haben, der nicht nach zweimal aufschlagen auseinander fällt.

Fitzelpatch

Ich bin derzeit wieder voll angefixt auf Fitzelpatch! Eine wunderbare Resteverwertung für kleine Stofffitzelchen, die immer anfallen. Ganz minikleine Stücke kommen ins Kissen, die etwas größeren können für Patchwork-Muster verwendet werden. Und die, die selbst dafür zu klein sind, werden eben zu Fitzelpatch.

Dazu werden die kleinen Teilchen überlappend im Zickzick-Zackzack-Stich (oder einem ähnlich haltbaren Stich) zusammengenäht:

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Natürlich können größere Stücke auch „normal“ zusammengenäht werden (unten rechts bei dem gelben Teil zu sehen). Dazu lege ich die beiden Teile rechts auf rechts aneinander, schaffe mir mit dem Rollschneider eine gerade Kante, an der entlang ich die Stücke mit dem Zickzick-Zackzack-Stich zusammennähe. Versäuberung ist damit gleich miterledigt. Anschließend die Naht auf eine Seite bügeln und von der schönen Seite einmal mit dem Geradstich drübernähen. Damit wird verhindert, dass sich später zu viel „verschöbbelt“.

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Hier ist die Rückseite, da ist ebenfalls erkennbar, dass die Überstände ziemlich knapp abgeschnitten werden. Schließlich lässt sich bei dieser Technik nie sagen, wo die nächsten Ecken und Kanten aufeinandertreffen.

Wichtig ist: Bügeln, bügeln, bügeln! Ich sag es nicht gern, aber nirgends ist bügeln so wichtig wie beim Patchwork – das gilt umso mehr bei dieser kleinstteiligen Arbeit. Also spätestens nach zwei-drei Stücken, die aneinandergenäht wurden, wird drübergebügelt. Auf die Art können sich eventuelle Ungenauigkeiten gar nicht weiter ausbreiten und werden beim nächsten Stück einfach mit „plattgenäht“.

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Abschnitte, die sich aus zurückgeschnittenen Überständen ergeben, werden ebenfalls verwendet. Es empfiehlt sich, an mehreren Stücken gleichzeitig zu arbeiten und diese, wenn sie etwas gewachsen sind, anschließend zusammenzunähen. So ergibt sich ein stimmigeres Bild.

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Hier lässt sich gut sehen, dass neben sehr kleinen Teilen auch mal ein größeres Stück gut mit rein passt. Unten links im Bild ist der Rest eines ausgedienten Geschirrtuchs zu sehen, oben rechts der Abschnitt einer Tischdecke, die zu einer Schürze verarbeitet wurde. Überhaupt mag ich die Erinnerungen, die beim Patchwork allgemein mit eingearbeitet werden. :)

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Und was macht man dann daraus? Zum Beispiel einen Überwurf für die Eckbank – hier im Bild das Eckstück zu sehen. Ich hab es einfach nur passend zurechtgeschnitten und mit dem Zickzick-Zackzack-Stich die Borte direkt draufgenäht.

Ebenfalls gut vorstellbar ist die Verwendung als Tischset oder Tischdecke; ich hab es auch schon für einen Rucksack verwendet. Dazu hab ich den Fitzelpatch als Oberstoff genommen, eine Vlieseinlage dazwischen und einen festen Unterstoff, alles zusammengesteppt und dann verarbeitet. Auf die Art wurde das Gefitzel genauso strapazierfähig wie jeder andere feste Stoff, wenn auch die Verarbeitung durch die Dicke etwas… strapaziös war :)

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Auf dem Bild ist der Rucksack noch im Neuzustand und seit mittlerweile knapp sechs Jahren im Gebrauch!

Übrigens: Fitzelpatch ist nicht nur eine gute Resteverwertung für Stoffteilchen sondern auch für Nähgarn. Grellgrünes Garn, das du nie für irgendwas brauchen kannst? Hier taugt es bestens, weil hier ist eh alles bunt in bunt! Nur noch wenig Faden auf der Spule? Auf ne Unterfadenspule umspulen und für Fitzelpatch verwenden. Der Unterfaden lässt sich in der Regel schnell und einfach wechseln und bei dieser Technik stört es überhaupt nicht, wenn mitten in der Naht „angestückelt“ wird.

Probiert es aus, es macht Spaß, ist ein bisschen wie puzzeln. Aber Vorsicht: Hoher Suchtfaktor! Andererseits: Momentan hat mensch ja Zeit für sowas…

Haltet durch und bleibt gesund!

 

Gewerkelungen 2019

Was bei meiner Neustrukturierung ein bisschen untergegangen ist, sind meine Gewerkelungen. Hier hab ich zwar das eine oder andere Projekt vorgestellt, aber so ein Rundumschlag, den gabs bislang noch nicht. Das will ich hiermit nachholen.

Ich beginne mit den „Baddschgerli“ – Häkelsöckchen, die in der feinen Baumwollausführung sehr gute Dienste leisten bei Riemchensandalen. Da hatte ich mir nämlich beidseitig heftige Blasen gelaufen, weil die Riemen auf der Haut gescheuert hatten. Die Baddschgerli haben Abhilfe geschafft. Und in der Variante aus dicker Wolle gehen sie sehr gut als Haussocken durch. Eine Anleitung (pdf, 2,1 MB) dafür hab ich vor Jahren schon mal geschrieben.

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Ich bleib beim Häkeln, und zwar hab ich nochmal „Becherschühchen“ für die Katzenbecherchen gemacht, damit die nicht davonrutschen. Daneben ein Kleidchen für das Glas mit dem Waschpulver, ein Zwickersäckle, schöne Untersetzer und ganz außen ein Häkelmandala. Da hab ich eine Zeit dafür gebraucht, bis das fertig war, aber das Ergebnis war alle Mühe wert!

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Was natürlich dieses Jahr auch nicht fehlen durfte, war meine Einkoch-Saison. Wie immer gab es Erdbeermarmelade ausm Garten, außerdem Heidelbeere (von meinem Liebsten selbstgezupft), Stachelbeer-Apfel-Honigmelone und – noch ganz frisch – Hagebutte-Kürbis. In der mittleren Reihe Kirsche, Brombeer und Himbeere (die beiden letzteren ausm Garten). Unten das obligatorische Zucchini-Relish, außerdem die eingelegte Variante zusammen mit Paprika und Zwiebeln (seeehr legga!). Als letztes Schoggipudding, über den ich bereits berichtet habe.

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Ich bleib in der Küche: Da gabs einen Rosenkuchen, in dem neben Nüssen auch alle möglichen Lebkuchenreste verschwanden. Daneben Kekse, die back ich regelmäßig. Es folgt ein Kürbis-Schoggi-Kuchen zu meinem Geburtstag und ganz außen der Plätzchenteller meines diesjährigen Baggwahns.

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Abdeckhäubchen hab ich ohne Ende genäht heuer, die gehen ja immer mal fix zwischendurch. Außerdem noch zwei Innenkleidchen für die große Keksdose:

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Ebenfalls inflationär hab ich Nähgewichte und Gemüsesäckchen angefertig. Dazwischen ein paar Bodentücher aus einem alten Handtuch und ein Kästchen hat ein Patchwork-Kleid bekommen. In der unteren Reihe ist die Laptop-Tasche zu sehen, eine Buch-Tasche, mein Pinguin, eine Hülle für einen USB-Stick und eine Kissenhülle.

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Einige kurze Höschen gabs noch, eine enger genähte Jeans, ein Sommerkleid und bei einer Strickjacke hab ich neue Ärmel drangestrickt. Die originalen waren zu eng und zu lang (hatte ich gekauft-geschenkt bekommen). Jetzt passt alles und sie ist so schön flauschig-warm.  Daneben ein gepimptes Shirt. Da hats mich genervt, dass der Ärmelausschnitt so weit war, dass ich kurzerhand ein bisschen Spitze reingenäht habe. Es folgt noch eine Schlafanzughose und eine Schürze aus einer Tischdecke. – In dieser Reihe war alles komplett upgecycelt bzw. repariert.

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Und natürlich hab ich wieder jede Menge Socken gestrickt, hier eine kleine Auswahl:

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Ebenfalls gestrickt ist die Decke links und der Schal rechts – auffallend ähnliches Design :) In der Mitte meine Auswahl an Kerzen, die ich aus den gesammelten Resten gegossen habe. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, das Herstellungsdatum einzuritzen (Monat und Jahr), weil sie tatsächlich besser brennen, wenn sie mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr ruhen durften.

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Somit ist heuer doch einiges zusammengekommen. Dabei war hier aber längst noch nicht alles dabei. Ich bin schon drauf gespannt, was mir das neue Jahr alles an Ideen und Projekte bringen wird!

Das Ding: Stofftaschentücher

Es ist wieder Schnupfenzeit und wo ich hinblicke, alle Welt benutzt Papiertaschentücher. Leute, echt jetzt?

Ich nutze mein Leben lang bereits Stofftaschentücher. Die netten kleinen Damentaschentücher sogar mit Spitzenrand, größtenteils von meiner Patentante selbstgehäkelt. Ich hab mich ebenfalls mal daran versucht und weiß, was für eine Arbeit das ist! Umso mehr halte ich die Taschentücher meiner Tante in Ehren.

Unterm Kopfkissen liegt ein großes Männertaschentuch, auch Schnupftuch genannt. Falls ich mal des Nächtens eins brauch, bin ich somit versorgt.

Die gebrauchten Taschentücher kommen regelmäßig in die Waschmaschine und nehmen da nicht wesentlich viel Platz weg. Außer, wenn ich mal eine richtige Erkältung habe und entsprechend mehr Bedarf habe. Aber das ist eh die Ausnahme. Und bevor jetzt die Kommentare kommen von wegen „immer wieder neu anstecken“: Das ist Blödsinn, erfunden von der Werbung für Papiertaschentücher und das bereits in den… 1960ern so rum. 

Tatsache ist: Mit einer Erkältung, die ich bereits habe, kann ich mich nicht immer wieder neu anstecken. Schon deshalb nicht, weil ich, sobald diese Erkältung überstanden ist, gegen genau diesen Erreger immun bin. Jeder Mensch bekommt jede Erkältung nur einmal.

Papiertaschentücher sind so überflüssig wie ein Kropf, sowohl im normalen Alltag, wenn man sich mal die Nase putzt, als auch bei einer richtigen Erkältung – dann braucht man halt einfach ein paar mehr Stofftaschentücher.

Fragt doch einfach mal bei Muttern oder den Großeltern, ob die ein paar ihrer Stofftaschentücher entbehren können und euch vererben würden – ich bin mir sicher, sie freuen sich darüber, dass diese schöne Tradition weitergeführt werden soll. Und vielleicht gibts ja bei euch auch das eine oder andere gute Stück mit Spitzenrand, das eine Geschichte erzählt?

Notfalls lassen sich Taschentücher auch selber nähen aus einem ausgedienten Baumwollhemd, Bettbezug oder sonstigen Stoffresten. Der Saum kann dabei entweder mit einem schmalen Zickzack-Stick versäubert werden, oder – eleganter – wie ein normaler Saum doppelt eingeschlagen, das Ganze nur sehr sehr schmal. Somit auch eine gute Resteverwertung und prima Übung auch für NähanfängerInnen. Besonders schön müssen die Läppchen ja nicht unbedingt werden – so genau werden Taschentücher ja eher nicht begutachtet werden. :)

Ich hoffe, ich kann mit diesem Appell die eine oder andere bzw. den einen oder anderen hier davon überzeugen, ebenfalls auf Stofftaschentücher umzusteigen. Wer noch ein paar Argumente braucht, wir bei utopia.de fündig.

Nichtsdestotrotz wünsche ich euch und uns allen eine hoffentlich schnupfenfreie Winter-Zeit :)

Laptop-Tasche

Zu unserem alten Laptop gab es bislang keine Tasche. Ich wollte den aber nicht schutzlos im Schrank liegen lassen; außerdem war es mir wichtig, dass alles zusammen ist: Kabel, USB-Stick und mein Spickzettel. Seit ich dort ein Linux (MX, 32bit) draufgebrezelt habe, funktioniert der nämlich wieder und wenn wir mal ein togo-Laptop brauchen, haben wir nun eins. Der Stick ist für alle Notfälle und der Spickzettel – naja, da wir den Laptop nicht oft brauchen werden, ist es nützlich, die eine oder andere Information griffbereit zu haben.

Ich hab echt lange überlegt, Ideen skizziert, wieder verworfen. Das Projekt ging mir viele Wochen im Kopf rum. Bis ich meine alte Jeans in meinem Fundus entdeckte und dann wars klar, dass das ein prima Upcycling-Projekt wird. (Kennt ihr das, wenn ihr so eine Grundidee eewig mit euch rumtragt und plötzlich machts „pling“? *gg*)

Zunächst hab ich die Hosenbeine säuberlich aufgetrennt (was eine Sauarbeit war!) und dann die Jeans „gedreht“, so dass der Reißverschluss seitlich ist und die Ober- und Unterseite der Tasche aus je einem Vorder- und Hinterteil der Jeans besteht. Nebeneffekt dieser Drehung: Die dünnen Stellen im Schritt sind durch die Begradigung der Seitennähte rausgefallen.

Die Drehung war der Clou an der Sache, weil die Jeans im Bund einen Tick zu eng fürs Laptop war. So konnte ich nun den Reißverschluss in die Öffnung integrieren. Sobald das Laptop drinnen liegt, hat es genug Platz.

Für den Innenstoff und den Trageriemen hab ich ein Stück eines alten Bettbezuges verwendet und für die „Fütterung“ hab ich einen Rest Volumenvlies in exakt der benötigten Größe gefunden.

Oben habe ich einen langen Reißverschluss eingenäht (der hab ich auch in meinem Vorrat gefunden); als allererstes hat aber eine der Gesäßtaschen einen Reißverschluss bekommen. Da wohnen jetzt Stick und Spickzettel drin, damit die sich nicht irgendwo verschlupfen können.

Das Annähen des Innenstoffes an den Jeansreißverschluss war das einzig Fummelige an der ganzen Sache, alles andere ging locker-flockig von der Hand. Den Trageriemen hab ich einfach durch die Gürtelschlaufen gezogen und die Jeanstaschen haben die perfekte Größe für Netzteil und Kabel.

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„Oaschtasche“ mit Reißverschluss für sichere Verwahrung von Stick und Spickzettel

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Vordere Jeanstasche beherbergt das Kabel. Die Gürtelschlaufen bieten genügend Halt für den Trageriemen

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Zwei Reißverschlüsse geben die Weite für die Öffnung – innen ist der Platz ausreichend.

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, euch selber so eine Tasche zu nähen – gerade mit den Hosentaschen ist das sowas von praktisch! – es gibt bei Youtube jede Menge Anleitungen, auch mit genauen Hinweisen, wie Maß genommen werden muss usw.

Und ich freu mich auf Verlinkungen in den Kommentaren, dass ich eure Ergebnisse auch sehen kann. Oder habt ich was anderes aus ner alten Jeans genäht? Eine Laptop-Tasche aus einem anderen Material geupcycelt? Her damit – interessiert mich alles! :)

Nähgewichte? Nähgewichte!

Kennt ihr das, wenn man einfach auf der Leitung steht? So gings mir mit Nähgewichten. Vor vielleicht zwei Jahren begann der Begriff mich zu verfolgen. Plötzlich wurden überall Nähgewichte gebastelt, gehäkelt, gestrickt – und natürlich auch genäht. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum auf einmal überall Beiträge dazu auftauchten. Auf Blogs, YouTube, Pinterest – egal, wo im Netz ich mich gerade bewegte, haben die Dinger mich verfolgt.

Das Seltsame an der Sache: Ich habe mich immer gefragt, wozu zur Hel man sowas braucht? War das wieder so ein „Musste-unbedingt-haben-wennste-in-sein-willst“-Ding? Ich habs nicht kapiert. Und irgendwann ließ die Nähgewichte-Schwemme wieder nach und ich habs völlig vergessen.

Monate später war ich wieder mal am Nähen. Wie das so ist, beginnt das mit Bügeln des zuzuschneidenden Stoffes, auf diesen wird der Schnitt aufgelegt und übertragen. Ich leg mir dazu immer ein paar Bücher auf den Schnitt, damit beim Anzeichnen nichts verrutscht. Das funktioniert prima, nur diesmal wars ein bisschen fummliger, da waren die Bücher fast ein bisschen unhandlich. Da müsste man mal irgendwas erfinden… – und in dem Moment hats endlich „klick“ gemacht! *gg*

Nun wusste ich endlich, wozu Nähgewichte – aka Schnittbeschwerer, Zuschneidegewichte, Fixiergewichte – gut sind. Wobei ich Schnittbeschwerer – analog zu „Briefbeschwerer“ – passender als „Nähgewichte“ finde. Weil zum Nähen brauch ich das Gewicht ja nicht!

Jedenfalls hat mich nun die Schnittbeschwerer/Nähgewichte-Herstellungs-Muse geküsst und ich hab einfach mal frei Schnauze losgelegt:

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Die dreieckigen gefallen mir am Besten und sind einfach herzustellen:

  • Ein rechteckiges Stück Stoffrest auf die Hälfte legen (schöne Seite nach innen), so dass ungefähr ein Quadrat entsteht.
  • Zwei Seiten absteppen.
  • Bei der noch offenen Seite die Kanten aufeinander legen, so dass diese nun in der Mitte liegen. Etwa zur Hälfte absteppen.
  • Wenden und durch die Öffnung (mit einem Trichter) befüllen. Kleine Dekosteine (ggf. vorher waschen und trocknen lassen) eignen sich gut als Füllmaterial – s. auch unten.
  • Nicht ganz randvoll machen, in die Öffnung ein Band (Schlaufe) legen, feststecken und verschließen. Die Schlaufe kann auch weggelassen werden.

Erinnert dich an Osterhühner? Stimmt – das ist genau dieselbe Vorgehensweise, nur eben ohne Schnabel, Kamm und Füße. Falls du eine ausführlichere und bebilderte Anleitung haben möchtest, findest du z.B. bei Olivia Twist eine solche, sogar mit Video.

Für die flachen Fixiergewichte einfach zwei Stoffreste aufeinander legen (schöne Seite nach innen), bis auf eine Wendeöffnung absteppen. Wenden. Befüllen. Öffnung schließen (ggf. mit Bändel).

Ist eine gute Stoffreste-Verwertungsmöglichkeit und wenn du ein bisschen auf die Suche gehst, findest du bestimmt auch geeignetes Füllmaterial, das auf diese Weise recycelt werden kann. Hier sind Nicht-Lebensmittel meiner Meinung nach vorzuziehen. Zumal Reis z.B. anfällig für Feuchtigkeit ist, also schon deshalb nicht unbedingt empfehlenswert. Getreidekörner o.ä. wären da schon eher geeignet und finden sich vielleicht in einem ausgedienten Dinkel- oder Kirschkernkissen? Am besten sind die Dinge, die man irgendwo rumliegen hat und nicht mehr braucht, die klein und schwer genug sind für ein zweites Leben als Nähgewichte-Füllmaterial.

Größenangaben für Schnittbeschwerer gibt es (zumindest bei mir) nicht, da einfach locker drauflos nähen, verschiedene Größen probieren und wenn du irgendwann zu viel von den Dingern gemacht hast, lautet dein nächstes Vorhaben eben: Tasche für Schnittbeschwerer nähen. :)

Vielleicht hab ich dir Lust aufs Nachmachen gemacht, zumal es ein schönes Schnell-&-einfach-Projekt ist. Oder du hast dir längst deine Nähgewichte gemacht? Dann würd ich mich sehr über einen Kommentar – gerne mit Link – freuen, um meine Neugier zu stillen :)

Mondkissen-Bezug

Für das Mondkissen wollte ich noch einen Bezug nähen. Baumwolle am liebsten, weil die gut gewaschen werden kann. Was brauche ich alles?

Der Schnitt

Für die Schnitterstellung nehme ich immer Zeitungen. Die gibts frei Haus, haben bereits ein großes Format und lassen sich notfalls gut zusammenkleben zum Vergrößern.

Ich hab das Kissen auf die Zeitung gelegt, einmal rundum gefahren. Sicherheitshalber den Umfang an der dicksten Stelle gemessen – der Mond-Zuschnitt sollte an der breitesten Stelle die Hälfte davon haben. Wenn der Bezug nicht ganz engangliegend sein soll, darfs auch ein halber Zentimeter mehr sein. Hier habe ich die Rundung noch etwas angepasst. Ausgeschnitten.

Da ich es gerne symmetrisch mag, hab ich den Zuschnitt probehalber auf Hälfte zusammengelegt, hier und da ein bisschen nachgeschnibbelt. Außerdem hab ich die Mitte oben und unten markiert. Diese Markierung wird auf den Stoff übertragen, das erleichtert das Zusammenstecken später zusätzlich.

Der Stoff

Ein gutes Recycling-Projekt nicht nur für das Kissen-Innenleben,  sondern auch für die Hülle. Ich hatte einen ausgedienten Pyjama, dessen Oberteil genau richtig war dafür. Angedacht war ein Hotelverschluss, aber ich konnte eine passende Stelle finden, die es mir erlaubte, die Knöpfung als Verschluss gleich mit einzuarbeiten. Das nenn ich Upcycling total :)

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Bügeleisen und Stecknadeln

Diese Werkzeuge nenn ich extra, weil eine gute Vorbereitung erstens das Nähen selber sehr erleichtert und zweitens ein gutes Endergebnis ermöglicht.

Zuerst wird der Stoff also gebügelt – dabei lässt sich nochmal ein scharfer Blick auf etwaige Löcher oder sonstige Problemstellen werfen, die ggf. vorher noch in Ordnung gebracht werden müssen. Hier war das die Knopfleiste bzw. der Besatz nach innen. Den habe ich jeweils festgesteppt, so dass hier nix verrutschen kann.

Nun das Schnittmuster auf der linken Seite übertragen – incl. der Markierungen. Mit Nahtzugabe jeweils ausschneiden. Zweimal brauchts das. Rechts auf rechts aufeinanderlegen und mit vielen Stecknadeln (oder Klammern) ordentlich zusammenstecken. Darauf achten, dass kein Knopf auf der Naht zu liegen kommt, den notfalls vorher entfernen :)

Zusammennähen

Nun kanns losgehen: Einmal rundum nähen. Wenden und den Bezug schon mal aufziehen: passt alles? Nichts zu eng oder zu weit? Bezug wieder abziehen und auf links wenden. Wenn alles gepasst hat, die Nahtzugaben ggf. noch etwas zurückschneiden, verzackeln. Und jetzt ist es fertig!

Ein kleines Zwischendurch-Projekt, das sich auch gut als Mitbringsel macht oder – wie hier – dem ehemaligen Lieblingsschlafanzug ein zweites Leben verschafft:

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Dieser Beitrag ist meinem fünften wp-Bloggeburtstag gewidmet. :)