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Steuer zum Wohl der Tiere?

Ich komm immer noch nicht drüber weg, dass bei der Diskussion neulich zum Thema „bessere Bedingungen für Nutztiere“ die Einführung einer neuen Steuer als die Antwort auf alle Probleme gehyped wurde. (z.B. via spiegel.de)

Offenbar kam niemand auf die Idee, dass es doch viel sinnvoller – und vor allem naheliegender! – wäre, die bestehenden Gesetze entsprechend nachzubessern. Im Sinne einer „Tierwohl“-Haltung, die diesen Namen auch tatsächlich verdient. Ich denke dabei an Demeter-Standard oder vergleichbarer Vorgaben. Daraus ergäbe sich eine Win-Win-Win-Kettenreaktion:

  • Weniger Tiere im Stall -> mehr Platz für die Tiere, weniger Stress (max. 50 Tiere im Stall)
  • Milchaufzucht: Wenn die Kälber bei der Mutter bleiben dürfen, werden diese gesünder und kräftiger. Verluste durch die „fehlende“ Milch werden durch Reduzierung von Tierarztkosten/Medikamenten wettgemacht. Von den gesünderen Tieren profitieren am Ende auch wir Verbraucher/innen
  • Weniger Tiere brauchen weniger Futter -> Ackerflächen stehen anderweitig zur Verfügung zum Direktkonsum von Getreide und Gemüse
  • Weniger Tiere machen weniger Mist -> keine Überdüngung mehr, Böden können sich langsam erholen, Grundwasser ist nicht mehr in Gefahr
  • Weniger Tiere bedeutet auch, dass der Preis für tierische Produkte steigen muss – dies ist dann aber durch erheblich bessere Tierhaltung bedingt, und diesen Preis will sicher jede/r gerne bezahlen. Anders als bei der Einführung einer neuen Steuer, die für das Tier erst mal gar nichts bringt.

Das Argument, die Verbraucher wollen billig, zieht nicht. Es muss ein Mindestmaß an einigermaßen anständiger Tierhaltung gewährleistet sein – und die fängt mE frühestens beim derzeitigen „Tierwohl“-Label drei an. Nummer eins und zwei gehen absolut nicht. Leider sind viel zu oft nur diese erhältlich. Wenn es jedoch nur ab drei aufwärts gibt, werden die auch gekauft.

Ich glaube nicht, dass weniger Tiere einen Versorgungsengpass bedeuten. Es würde einfach nur weniger Fleisch bzw. Tiererzeugnisse gegessen (Schnitzel am Dienstag, Gulasch am Mittwoch und Fleischküchle am Freitag entfallen, der Sonntagsbraten kommt zu neuen Ehren) und vielleicht sogar weniger weggeworfen werden – dafür wird mit mehr Hirn, also bewusster, eingekauft. Fürs Abendbrot gibt es bereits sehr viele Aufstrich-Alternativen zu Leberwurst & Co. An Käse-Alternativen wird sich sicher auch noch was erfinden lassen. z.B. gibt es ja schon Soja-Joghurt, das mir persönlich sogar besser schmeckt als das aus Kuhmilch. Soja-Camembert oder Soja-Emmentaler wird es bestimmt auch bald geben. Die Anbauflächen wären auf jeden Fall da, nachdem nicht mehr so viel Futtermittel für Kühe angepflanzt werden muss.

Soja ist hier übrigens nur als Beispiel genannt – es gibt auch andere Möglichkeiten, klar. Und natürlich wird ein Soja-Käse nicht wie Kuhmilch-Käse schmecken. So wie Ziegen-Käse ja auch seinen eigenen Geschmack hat. Es soll einfach eine Alternative sein, die etwa die gleiche Konsistenz aufweist wie herkömmlicher Weich- oder Hartkäse.

Wir sind es den Tieren einfach schuldig, dass wir uns ihnen gegenüber  anständig benehmen und ihnen ein gutes Leben bieten. Sie danken es uns schließlich dann auch mit wirklich guter Nahrung.

So mal in aller Kürze meine Gedanken dazu ein bisschen sortiert und gesammelt. Ich bin fassungslos, dass auf die Frage „Was können wir tun, dass es den Nutztieren besser geht?“ die Antwort lauten soll „Wir führen eine neue Steuer ein!“ Im Gegenzug dazu der aktuelle Vorschlag zur Einführung einer Reichen-Steuer auf totale Ablehnung stößt, weil das ja „gar nichts bringen“ würde und total „der falsche Weg“ wäre.

Echt jetzt…?

Kann man mal machen

Ich hab mal wieder ein paar schöne Seiten entdeckt. Diesmal geht es um alles, was man – außer Bloggen :) – noch so machen kann.

Häkelmützen liegen ja voll im Trend und wundersamer Weise entdecken diesen Zeitvertreib immer mehr Männer. So auch die Häkelhelden, zwei Polizisten, die für den Weißen Ring häkeln. Mittlerweile hat sich ihr Engagement herumgesprochen und sie haben Hilfe von Häftlingen bekommen – die jetzt zugunsten von Gewaltopfern an der Häkelnadel hängen. :)

Dass eine Umarmung gut tut, wissen wir alle. Wenn sie zwanzig Sekunden und länger dauert, wird damit sogar ein therapeutischer Effekt erzeugt. Das erzählen die Newslichter.

Vom Umarmen auf Kazisknüscheln zu kommen, ist nicht schwer :) Wesentlich schwerer ist es, die Fellnasen raus zu lassen. Hoffentlich passiert ihnen nichts. Hoffentlich kommen sie bald wieder nach Hause. Das Rezept gegen diese Ängste und Sorgen verrät Ivana auf Mit Hirn und Herz.

Tief durchatmen – dieser Ratschlag hilft in ziemlich allen Situationen. Eine kurze Anleitung zur Atemmeditation gibt es ebenfalls bei Ivana.

Und weil ich ja grad selber erst beim Wünschen war, hab ich hier noch 13 Tipps zum richtigen Wünschen gefunden. :)

Vielleicht wünschst du dir ja, dass du richtig gut zeichnen kannst? Da hat Martina Wald auf ihrem Blog richtig gute Tipps parat.

Und wenn du einfach mal nur richtig schön rumsauen willst – erinnerst du dich an „Slime„? Das giftgrüne Glibberzeug? Dessen einziger Zweck ist/war, einfach nur rumzusauen? Und das einfach nur Spaß gemacht hat? Sarah von mommymade hat da das passende Rezept zum Selbermachen!

Ich hoffe, es ist was für dich dabei zum Nachmachen und Ausprobieren. Oder was fällt euch bei diesem verkühlten Augustwetter ein?

Vegetarier vs. Fleischesser

Sicher werden einige die ZDF-Sendung diese Woche gesehen haben. Arg informativ war es zwar nicht, aber die Resultate der beiden Test-Gruppen waren doch sehr aussagekräftig!

Ich gebe zu, ich esse gern Fleisch. Grad jetzt zur Grillsaison! Allerdings brauche ich wirklich nicht jeden Tag Fleisch und ich liebe Gemüse und Salate aller Art.

Was mich ärgert, dass man selbst bei Bio-Erzeugnissen nicht sicher sein kann, dass wirklich alle Auflagen erfüllt worden sind. Zu groß der Preisdruck. Und das verstehe ich nicht. Bio-Fleisch ist natürlich teurer – aus dem einfachen Grund, dass Fleisch aus Massentierhaltung unzumutbar billig ist. *)

Hinzu kommt, dass selbst wenn alle Auflagen eingehalten werden – also das absolute Mininum – noch immer keine anständige Tierhaltung gegeben ist. Ich schreibe bewusst „anständig“ – was wir den Tieren antun, ist unanständig! Wie kann es sein, dass riesige Lagerstätten mit zigtausend Tieren (!) überhaupt rechtens sind? Mir fehlen dazu die Worte… zumindest die anständigen…

Passend zum Thema Massentierhaltung gibt es jetzt eine Online-Petition vom Deutschen Bundestag. Diese Petition gab es letztes Jahr bereits von der Albert-Schweitzer-Stiftung; leider wurden die gesammelten Stimmen nicht anerkannt. Nun also auf der offiziellen Plattform – zum Unterschreiben gehts da lang!

*) Es ist doch so einfach: Wenns teurer ist, wird weniger gekauft, es muss also weniger „produziert“ werden und somit lässt sich mit halb so viel Tieren derselbe Gewinn erwirtschaften. Also win-win-win. Weil weniger weggeworfen wird dadurch natürlich auch! Mag nach Milchmädchenrechnung klingen, aber warum nicht einfach mal probieren? :) Wir werden nie erfahren, zu was wir alles fähig sind, wenn wir nicht aufstehen und es einfach versuchen! -Dave- :)

gequälte Schafe :(

zum Kotzen!.

Hier hat Kalinumbra einen Artikel mit Film über die tierquälerische Schafshaltung bzw. -Schur in Australien gepostet. Ich stimme ihr zu:

Natürlich ist das nur ein ganz kleiner Teil der Wollproduktion, die in die Hand von Handarbeiterinnen fällt. Aber es ist ein Teil.

Mich ärgert es schon seit langem, bei (Fertig-)Wolle kaum etwas über die Herkunft zu erfahren ist. Auf der Banderole steht manchmal, wo die Wolle „hergestellt“ wurde. Aber das bezieht sich meist aufs Spinnen und Färben. Auf welchem Schaf die gewachsen ist und wie das Schaf lebt/leben darf, ist leider nicht zu erfahren.

Bei Rohwolle ist es anders, da habe ich von Anfang an auf Regionalität geachtet. Mag ja sein, dass Australisches Merino weicher ist als Coburger Schaf – da Australien aber so weit weg ist, hab ich das schlicht noch nicht ausprobiert und kann so auch nichts vermissen. ;)

Ebenso gibt es mE noch viel zu wenig Bio-Baum-Wolle. Hier gibt es zwar die ersten kleinen Angebote, aber das Ökogewissen von uns Strickerinnen findet noch zu wenig Beachtung.

Ich hoffe und wünsche mir, dass sich das ändert. Hierzulande wird die Wolle oft weggeworfen und in Australien diese Massenhaltung. Ich finde das ziemlich krank und pervers, ehrlich. Warum hängen die Schäfer nicht in Wolle-Läden Anzeige-Zettel aus? Spricht ja auch nichts dagegen, wenn der Wolle-Laden noch ein bisschen dran verdienen will.

Oder die Einrichtung einer Woll-Wasch-Party. Da kommt alle Wolle auf einen Haufen und alle zusammen waschen und kardieren. Und am Schluss wird alles schwesterlich aufgeteilt. Is ja doch ne ziemlich Arbeit.

Ideen gäb’s sicher genug…