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Rasierhobel: Langzeitbericht („Werbung“)

Seit vier Jahren nutze ich einen Rasierhobel – für die Beine, Achseln und auch im Intimbereich. Im August 2015 habe über die Vor- und Nachteile einen  Beitrag  verfasst – nicht, dass es wirklich Nachteile geben würde!

Ich komme noch immer mit den mitgelieferten Rasierklingen aus; eine reicht mehr als ein Jahr. Nach wie vor schreibe ich die lange Lebensdauer auch der sehr guten Reinigungsmöglichkeit zu: Rasierer aufschrauben, Einzelteile abspülen, trocknen lassen und vor Gebrauch wieder zusammenschrauben. Er sieht noch immer wie neu aus – ein Plastikrasierer würde inzwischen schon sehr versifft aussehen!

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Längst geht das Rasieren ratzfatz wie eh und je, etwaige Verletzungen sind im Vergleich zu Hinter-Gitter-Plastik-Klingen nicht mehr geworden  – ehrlich gesagt, sogar weniger. Einfach, weil ich halt doch ein bisschen vorsichtiger bin. Bei einer frisch eingesetzten Klinge gibts vielleicht mal den einen oder anderen Kratzer – aber auch das ist völlig normal. ;)

Nach wie vor nutze ich normale Seife, schön aufgeschäumt und noch immer brauche ich keinerlei „Wässerchen“ hinterher. Ich creme mich wie sonst auch nach dem Duschen ein und gut ist. Keine Hautirritatitionen, nichts.

Meine Empfehlung gilt also nach wie vor: Wenn du gerade einen neuen Rasierer brauchst – kauf bitte kein Plastikzeug mit (sauteuren) Plastikklingen in der XXXL-Plastikverpackung sondern nehm einen Rasierhobel mit einfachen Rasierklingen, beides völlig plastikfrei und in der Verpackung zumindest plastikarm. Achja, so nebenbei schont diese Anschaffung auch noch den Geldbeutel.

Ich bekomme weder Geld noch sonstige Zuwendungen von Hobel- oder Klingenhersteller und mich hat niemand beauftragt, diesen Beitrag (oder den vor vier Jahren) zu veröffentlichen. Ich mach das einfach nur, weil ich von meinem Rasierhobel nach wie vor begeistert bin und es mich immer wieder fassungslos macht, wenn ich im Drogeriemarkt vor den langen Regalreihen stehe voller „unterschiedlichster“ Plastikrasierern für Männlein und Weiblein nebst jeweils inkompatibler Extra-Wechselklingen, ebenfalls mit ganz viel Plastik. :(

Es geht auch ohne Plastik und das mindestens genauso gut. Also falls ihr gerade auf der Suche nach einem neuen Rasierer seit: Ein stinkeinfacher Rasierhobel sollte eure erste Wahl sein – meine uneingeschränkte Empfehlung gilt nach wie vor!

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Radieschen im Winter?

In den letzten Wochen ist es mir verstärkt aufgefallen, dass überall Radieschen angeboten werden. Nun sind gerade die – genauso wie Erdbeeren – für mich absolutes Saisongemüse. Sprich: Um diese Jahreszeit einfach nicht erhältlich. 

Leider werden sie wohl auch gekauft, obwohl sie nicht wirklich schmackhaft sind, wie ich mir anhören durfte (warum kauft ihr die dann überhaupt und unterstützt dieses unsinnige Geschäftsgebahren noch???). Noch schlimmer ist es meistens so im März, dass bereits jetzt schon wieder „Erdbeeren“ aus irgendwo in Europa (bestenfalls) angeboten werden, riesengroß, knallrot – und absolut geschmacksfrei. Dass diese Zuchtbollern nicht schmecken können, ist denen doch schon von weitem anzusehen, finde ich. Erdbeeren werden vom Feld gepflückt, wenn schon nicht aus dem eigenen Garten. 

Was ich mich frage: Wieso können Birnen aus Chile und/oder Tomaten im Winter „bio“ sein? Was gerade keine Saison hat bzw. von weit her angeliefert werden muss, kann durch den massiven Energieverbrauch von Lagerung/Transport doch gar nicht mehr bio sein? Zumindest nicht „öko“. Vermutlich ist das mein Denkfehler. Dass ich öko und bio verwechsle bzw. gleichsetze. Aus ökonomischer Sicht natürlich völlig absurd… ;(

Die Klima-Bilanz unserer Lebensmittel – in diesem Artikel vom Abendblatt wird das Thema gut aufgegriffen und beleuchtet: Es ist nicht so einfach mit der Öko-Bio-Bilanz. So wird bei Bioprodukten an Chemie gespart, dafür muss aber öfter rausgefahren und gebiodüngt werden. Also zusätzliche Belastung durch den Treibstoff des Traktors. Auch ist der Ertrag pro Fläche bei Bioprodukten naturgemäß (!) weniger als bei der konventionellen Landwirtschaft. 

Dennoch ist bio auf jeden Fall vorzuziehen, da wir auf den Erhalt des fruchtbaren Bodens angewiesen sind. Sonst wächst irgendwann nämlich gar nichts mehr. Dazu gehört auch, den Fleischkonsum zu reduzieren, da zu viel Gülle ebenfalls ein Problem für den Boden ist. 

Hier verstehe ich nicht, weshalb riesige Mastbetriebe genehmigt werden (warum das überhaupt möglich ist, dass der Mensch so dermaßen frei von Anstand und Respekt den Tieren gegenüber ist), ohne dass der Betreiber auch über die entsprechende Fläche zur Ausbringung der Gülle verfügt. Sollte das nicht Bedingung sein? Mal einfach so logisch vor mich hingedacht? 

Was mich in dem o.g. Artikel auch verwundert hat: Es gibt ökologischen Landbau unterm Folientunnel? Sogar wenn dieser beheizt ist (oder im beheizten Treibhaus)? Wie kann das dann noch öko sein? 

Ich esse an sich gerne Fleisch, nur auf Geflügel verzichte ich schon seit Jahren, wegen der unzumutbaren Lebensbedingungen. Das kann ich nicht unterstützen. Und ich brauche keinesfalls jeden Tag Fleisch – es lebe der Sonntagsbraten! 

Blöd nur, dass ich für Käse noch keinen wirklich guten Ersatz gefunden habe. Hier bin ich schon lange auf der Suche und auch am Selber-Experimentieren. Weil weitgehend auf Fleisch verzichten, aber Käse essen, ist irgendwie ja auch scheinheilig…

Nun bin ich von meinem Anfangsthema ziemlich abgeschweift und doch hängt alles zusammen. Es geht darum, genau hinzusehen, was man isst, wo die Nahrung herkommt, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben, wie viel Gift, wie viel Wasser verbraucht wurde – und irgendwie in dem ganzen Label-Dschungel noch durchzublicken. 

Mein Tipp: Gehts nacheinander an. Alles auf einmal komplett umzukrempeln wird nicht funktionieren. Sich für die Problematik zu sensibilisieren, zu informieren und einfach dran zu bleiben, ganz bewusst einzukaufen und ebenso bewusst auf das eine oder andere vielleicht ganz zu verzichten – das ist für mich ein praktikabler Weg. Und ein ständig andauernder Prozess. 

In diesem Sinne: Bleibt dran!