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Schönes smartes Haus?

Mein Lieblingsradiosender bindet momentan massiv einen „Hausspionierer“ in die Interaktionsspiele mit den ZuhörerInnen ein. Offenbar wollen die Spionierdienste mit aller Gewalt in unsere Häuser eindringen. Ich nenn sie mal „Andrea“ oder „Miri“ – passend wäre auch der Name „Swala“ für „spioniert wirklich alle Lebensbereiche aus“.

Klar, auf der Voyager ist das schon irgendwie praktisch, wenn Captain Janeway einfach nur „Computer“ sagen und eine Frage stellen muss. Genau das machen ja die Swalas auch. Aber ernsthaft: Wer stellt sich freiwillig einen Spion ins Wohnzimmer?

Alles wird mitgehört

Es wird zwar behauptet, dass Swala nur mithört, wenn sie direkt angesprochen wird. (Irgendwie klingt das so nach „Ja, aber ich hab nicht inhaliert!“) Wie soll sie hören, ob sie angesprochen wird, wenn sie nicht mithört? Und sie hört ja wirklich alles, also nicht nur Unterhaltungen, sondern auch, welche Musik läuft, welche TV-Programme gesehen werden, wie oft die Toilettenspülung benutzt oder geduscht wird. Und es macht mir niemand weis, dass all diese Daten nicht gespeichert werden! Die Meldungen in dieser Woche dazu haben mich nicht überrascht.

Wirklich nützlich?

Ich frage mich, welchen Sinn das SmartHome überhaupt hat. Zunächst mag es ganz praktisch klingen, wenn ich die Heizung tagsüber absenken und so einstellen kann, dass sie rechtzeitig wieder hochfährt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Für den Fall, dass ich früher Feierabend habe, kann ich via App meiner Heizung mitteilen, sie möchte doch bitte gleich einschüren, weil ich bereits auf dem Heimweg bin.

Nun, das mit dem Programmieren kann unsere ganz normale Heizung auch – vielleicht nicht ganz so ausgefeilt und detailliert, aber für uns absolut ausreichend. Und wenns tatsächlich mal passiert, dass mein Liebster oder ich schon mittags nach Hause kommen, wird halt die Heizung hochgedreht und dann ist es auch schnell warm.

Dafür muss unsere Heizung nicht ständig online sein, sprich: Wenn niemand Zuhause ist, ist unser Router ausgeschaltet; er verbraucht also in dieser Zeit weder Strom noch werden Strahlen produziert.

Strahlende Zukunft?

Das ist nämlich das nächste Problem – nicht nur der erhöhte Strombedarf, wenn ständig alles mit allem vernetzt sein muss – sondern auch das Kommunizieren aller möglichen Geräte untereinander. Diese unsichtbaren Datennetze werden somit immer dichter und komplexer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das sonderlich gesund ist. Da sollte es uns doch ein Anliegen sein, zumindest die eigenen vier Wände einigermaßen strahlungsarm zu halten.

„Ich weiß (besser), was du willst“

Mich nervt das schon beim Textverarbeitungsprogramm, wenn es ungefragt korrigiert. Manchmal zurecht, aber oft halt auch nicht. Hard- und Software sollte uns unterstützen, aber nicht bevormunden. Auch Suchmaschinen sollten das nicht tun („Meinten Sie…?“).

Wenn aber mein Haus so „schlau“ ist, dass es morgens automatisch die Rollläden hochfährt, sobald ich das Wohnzimmer betrete – sorry, aber das ist wirklich eine Horrorvorstellung! Und den Sinn dahinter verstehe ich auch nicht wirklich. Die Vorstellung, dass mein Haus ständig „mitdenkt“, mir bestenfalls Vorschläge unterbreitet, schlimmstenfalls einfach macht, von dem es „denkt“, dass ich es will, ist einfach nur gruselig! Ich möchte auch nicht von meinem Kühlschrank angerufen und gefragt werden, ob ich Milch mitbringe, oder ob er welche online bestellen soll.

Orientierungslos

Hinter unserem Haus befindet sich eine Sackgasse, die inzwischen ziemlich stark befahren ist. Auf irgendeiner „Map“ ist da nämlich mal ein Fehler unterlaufen und offenbar haben alle möglichen Navis von dieser Karte abgekupfert, die unsere Sackgasse als Durchgangsstraße eingezeichnet hat. Befremdlich finde ich, dass sich niemand an der Beschilderung „Sackgasse“ stört: Wenn das Navi sagt, ich muss da abbiegen, dann bieg ich da ab. Echt jetzt: Wir vertrauen irgendwelchen Computerstimmen und -Anzeigen mehr als unseren eigenen fünf Sinnen und wachem Verstand?

Ich habe keinen sonderlich guten Orientierungssinn und genau deshalb plane ich eine Reise sehr sorgfältig. Ich präge mir die Reiseroute auf der Straßenkarte (so richtig aus Papier!) genaue ein, notiere mir die Auf- und Abfahrten, wann ich wo abbiegen muss usw. Außerdem werfe ich einen Blick auf die nächsten größeren Ortschaften, schaue also auch, in welcher Umgebung ich mich bewege. Das hat den Vorteil, wenn ich mich irgendwo verfahre, bin ich nicht gleich völlig verloren. Weil mir das nächste Hinweisschild Orientierung bietet: Aha, wenn es da nach X-Stadt geht, muss ich mich links halten, damit ich wieder in die richtige Richtung komme. Würde mich ein Navi in die Irre führen, wäre ich wirklich hoffnungslos verirrt!

Nein danke!

Ok, ich bin ziemlich begeistert davon, dass ich die Waschmaschine über Nacht programmieren kann: „Starte in vier Stunden“. Bei einer Waschdauer von drei Stunden schaff ich es auf die Art, notfalls mal zwei Ladungen voll an einem Tag laufen zu lassen. Dass unser Drucker ein Netzwerkdrucker ist, der sich auch mal übers Handy ansteuern lässt (sofern er eingeschaltet ist), ist ebenfalls nicht unpraktisch. Aber darüber hinaus sehe ich im SmartHome keinen echten Nutzen. Dafür viele Nachteile:

  • Wer hört (und sieht?) mit? Welche Daten werden wo wie lange gespeichert und an wen verkauft?
  • Zusätzliche Strahlungsbelastung durch die Kommunikation der verschiedenen Geräte untereinander
  • erhöhter Stromverbrauch, weil alle Geräte ständig zumindest im Standby-Modus laufen müssen
  • Gefahren für Tiere durch „freilaufende“ Mähroboter (siehe z.B. in der FAZ)

Ein computergesteuerter Haus-„Schlüssel“ ist für mich alles andere als vertrauenserweckend und auch die Möglichkeit, via Smartphone im Vorbeilaufen zu bezahlen, ruft in mir keinerlei Begeisterungsstürme hervor – ganz im Gegenteil.

Ich halte es für sehr bedenklich, was alles in unserem Privatleben Einzug hält oder nach dem Willen der Wirtschaft Einzug halten soll. Mein Tipp: Überlegt euch gut, ob das neueste schicke Gadget wirklich Sinn macht und ob dieser Sinn die massiven Einschnitte und Nachteile rechtfertigt. Je mehr wir smarte Tools unser Leben regeln lassen, umso weniger kümmern wir uns selber darum. Und ich bin der Meinung, dass selber denken doch eigentlich das ist, was den Menschen ausmacht. Oder wie seht ihr das?

Hier noch ein paar Links zum Weiterlesen: 

Gerne noch selber die Suchmaschine eures Vertrauens bemühen und z.B. nach „smart home datenschutz“ suchen.

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Verursacht DSGVO Bloggersterben?

Wie sich inzwischen sicher herumgesprochen hat, tritt am 25. Mai 2018 die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Das bedeutet, dass auch alle Blogger/innen einen entsprechenden Hinweis auf ihrer Homepage/ihrem Blog einfügen müssen, in dem detailliert dargelegt wird, welche Daten gespeichert werden.

Bei meiner privaten Homepage ist das nicht soo schwierig; ich hatte z.B. sowieso nie  Facebook, Twitter oder andere SM-Plattformen eingebunden. Und auch sonst gibts kein Blinkiblinki – so weit so gut.

(SM – die Abkürzung passt schon recht gut, wenn ich mir überlege, welcher Ton in den „Sozialen“ Medien oft herrscht… )

Bei meinem WordPress-Blog hier sieht die Sache anders aus, zumal ich nur das Free-Angebot nutze und auf viele Dinge gar keinen Einfluss habe.  Eine wirklich gut gelungene Übersicht – wie ich finde – gibt es auf meinlesezeichenblog. Manche Probleme lassen sich durch einfaches Deaktivieren lösen, anderes kann nicht abgestellt werden und z.B. die Kommentarfunktion will auch gar nicht abgeschaltet werden, da genau dies ja einen Teil des Bloggens ausmacht!

Ich habe mich ein bisschen kundig gemacht und größtenteils lautet die „Lösung“ für Freeblogger/innen (das betrifft ja nicht nur WP) „Dann lösche ich meinen Blog halt Ende Mai!“

Das ruft einige – durchaus widersprüchliche – Gedanken und Emotionen in mir hervor. Zuerst: Durch den „blöden Bürokratiemist“ stirbt die Blogosphäre aus, das individuelle Internet wird es nicht mehr geben, hingegen Riesen wie Facebook & Co., für die Userdaten harte Währung ist, werden weiter gefestigt. Alles schön im Gleichklang, einfarbig, fad. Bäh.

Dann: Ok, auf manche Blogs lässt sich eh gut verzichten. Gerade die, denen gar nicht mehr anzusehen ist, ob ein Beitrag nun wirklich ein privater Beitrag ist oder doch einfach nur WerbungInfluenza heißt das wohl oder so… ;-)

Überhaupt: Es geht immer mehr um Suchmaschinen-Ranking, Kommentare, Likes, Followers – fast scheint der Inhalt, das Mit(einander)teilen von Gedanken und Ideen in den Hintergrund getreten zu sein. In diesem Zusammenhang möchte ich dringend auf die Folge des ZDF-Krimis „Der Alte“ In voller Absicht verweisen. Bitte unbedingt anschauen! Da geht es um eben diese Influencer, die für Klicks und Likes wirklich alles tun und gar nicht begreifen, dass es z.B. Menschen gibt, die nicht möchten, dass Bilder von ihnen im Netz auftauchen. Wirklich wirklich sehenswert!

Nun hab ich den Faden verloren. Datenschutz. Das wars. Genau. Also klar: Ich bin absolut für Datenschutz. Mich widert die überhandnehmende Kontrolle allerortens so dermaßen an. Überall gibt es Videoüberwachung – wie kann also z.B. das Recht aufs Bild überhaupt noch durchgesetzt werden, wenn ich gar nicht weiß, wo ich überall gefilmt und fotografiert werde? Tankstelle und Bank ist klar. Aber der Nachbar? Der Juwelier in der Fußgängerzone? Die Webcam eines Computerladens? Und das ist nur ein kleiner winziger Aspekt der ganzen Themenpakets…

Dennoch muss ich kleine Bloggerin nun schon fast ein Studium absolvieren, um mich durch den ganzen Gesetzes-Dschungel durchzukämpfen, um hinterher festzustellen, dass ich die Anforderungen eben nicht alle erfüllen kann (zumindest nicht hier, auf WordPress) und deshalb in einem Monat dann vermutlich auch schließen werde. Ein bisschen Zeit ist noch bis dahin, vielleicht tut sich vonseiten WP noch etwas dazu. Wäre ganz nett.

Vielleicht ist es für die aber genau die Gelegenheit, sich von uns Free-Zecken auf galante Weise zu entledigen? Wer weiß…

Wie geht ihr mit dem Thema um? Hier und andernorts? Verlinkt gerne auch eure eigenen Beiträge und Gedanken dazu in den Kommentaren – noch machen wir uns damit nicht strafbar… höhö ;-/