Nähgewichte? Nähgewichte!

Kennt ihr das, wenn man einfach auf der Leitung steht? So gings mir mit Nähgewichten. Vor vielleicht zwei Jahren begann der Begriff mich zu verfolgen. Plötzlich wurden überall Nähgewichte gebastelt, gehäkelt, gestrickt – und natürlich auch genäht. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum auf einmal überall Beiträge dazu auftauchten. Auf Blogs, YouTube, Pinterest – egal, wo im Netz ich mich gerade bewegte, haben die Dinger mich verfolgt.

Das Seltsame an der Sache: Ich habe mich immer gefragt, wozu zur Hel man sowas braucht? War das wieder so ein „Musste-unbedingt-haben-wennste-in-sein-willst“-Ding? Ich habs nicht kapiert. Und irgendwann ließ die Nähgewichte-Schwemme wieder nach und ich habs völlig vergessen.

Monate später war ich wieder mal am Nähen. Wie das so ist, beginnt das mit Bügeln des zuzuschneidenden Stoffes, auf diesen wird der Schnitt aufgelegt und übertragen. Ich leg mir dazu immer ein paar Bücher auf den Schnitt, damit beim Anzeichnen nichts verrutscht. Das funktioniert prima, nur diesmal wars ein bisschen fummliger, da waren die Bücher fast ein bisschen unhandlich. Da müsste man mal irgendwas erfinden… – und in dem Moment hats endlich „klick“ gemacht! *gg*

Nun wusste ich endlich, wozu Nähgewichte – aka Schnittbeschwerer, Zuschneidegewichte, Fixiergewichte – gut sind. Wobei ich Schnittbeschwerer – analog zu „Briefbeschwerer“ – passender als „Nähgewichte“ finde. Weil zum Nähen brauch ich das Gewicht ja nicht!

Jedenfalls hat mich nun die Schnittbeschwerer/Nähgewichte-Herstellungs-Muse geküsst und ich hab einfach mal frei Schnauze losgelegt:

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Die dreieckigen gefallen mir am Besten und sind einfach herzustellen:

  • Ein rechteckiges Stück Stoffrest auf die Hälfte legen (schöne Seite nach innen), so dass ungefähr ein Quadrat entsteht.
  • Zwei Seiten absteppen.
  • Bei der noch offenen Seite die Kanten aufeinander legen, so dass diese nun in der Mitte liegen. Etwa zur Hälfte absteppen.
  • Wenden und durch die Öffnung (mit einem Trichter) befüllen. Kleine Dekosteine (ggf. vorher waschen und trocknen lassen) eignen sich gut als Füllmaterial – s. auch unten.
  • Nicht ganz randvoll machen, in die Öffnung ein Band (Schlaufe) legen, feststecken und verschließen. Die Schlaufe kann auch weggelassen werden.

Erinnert dich an Osterhühner? Stimmt – das ist genau dieselbe Vorgehensweise, nur eben ohne Schnabel, Kamm und Füße. Falls du eine ausführlichere und bebilderte Anleitung haben möchtest, findest du z.B. bei Olivia Twist eine solche, sogar mit Video.

Für die flachen Fixiergewichte einfach zwei Stoffreste aufeinander legen (schöne Seite nach innen), bis auf eine Wendeöffnung absteppen. Wenden. Befüllen. Öffnung schließen (ggf. mit Bändel).

Ist eine gute Stoffreste-Verwertungsmöglichkeit und wenn du ein bisschen auf die Suche gehst, findest du bestimmt auch geeignetes Füllmaterial, das auf diese Weise recycelt werden kann. Hier sind Nicht-Lebensmittel meiner Meinung nach vorzuziehen. Zumal Reis z.B. anfällig für Feuchtigkeit ist, also schon deshalb nicht unbedingt empfehlenswert. Getreidekörner o.ä. wären da schon eher geeignet und finden sich vielleicht in einem ausgedienten Dinkel- oder Kirschkernkissen? Am besten sind die Dinge, die man irgendwo rumliegen hat und nicht mehr braucht, die klein und schwer genug sind für ein zweites Leben als Nähgewichte-Füllmaterial.

Größenangaben für Schnittbeschwerer gibt es (zumindest bei mir) nicht, da einfach locker drauflos nähen, verschiedene Größen probieren und wenn du irgendwann zu viel von den Dingern gemacht hast, lautet dein nächstes Vorhaben eben: Tasche für Schnittbeschwerer nähen. :)

Vielleicht hab ich dir Lust aufs Nachmachen gemacht, zumal es ein schönes Schnell-&-einfach-Projekt ist. Oder du hast dir längst deine Nähgewichte gemacht? Dann würd ich mich sehr über einen Kommentar – gerne mit Link – freuen, um meine Neugier zu stillen :)

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Jedes Feuerwerk ein Fest?!

Ich hoffe, ihr seit alle gut im neuen Jahr angekommen. Wie haltet ihr es denn an Silvester? Gibts ein großes Feuerwerk? Raketen oder Böller? Oder nur Wunderkerzen? Oder seit ihr am liebsten auf der ganz großen Party mit professionellem Feuerwerk?

Seit Jahren schon machen wir selber kein Feuerwerk mehr. Allerdings gehören die bunten Raketen für mich zum Jahreswechsel dazu. Also mit „aaah“ und „ooohhh“ in den Himmel guggen machen wir nach wie vor sehr gerne. Ein paar Minuten, dann isses auch wieder gut und wir kümmern uns lieber um die Kazis, die den Lärm und die grellen Lichter, die sich leider nicht komplett ausschließen lassen (nicht vor jedem Fenster gibt es ein Rollo), ziemlich blöd finden.

Heuer waren es erfreulich wenig Böller, insgesamt ging das Geballere und Gepfeife bis ca. 0.45 Uhr und dann war ziemlich schlagartig Ruhe. Wie wenn sich das ganze Dorf abgesprochen hätte. Das war in den Jahren zuvor schon ganz anders. Da gings auch mal bis zwei oder drei Uhr. Und es gab erheblich mehr Böller-Explosionen. Das Gekrache kann man nicht anders nennen.

Dennoch: An Silvester soll und darf es Feuerwerk geben. Das gehört dazu – wenn da gar nix wäre, wärs kein Silvester, sondern eine Nacht wie jede andere. Wie viel mensch verballert,  muss jedeR für sich selber entscheiden. Wenns weniger BUMM ist, freu ich mich drüber. :)

Natürlich ist es eine gigantische Umweltverschmutzung, da muss man nix schönreden. Die Luft ist verpestet, die Straßen und Plätze sind hinterher zugemüllt und für die Tiere ist es eine extreme Stresssituation. Daher kann ich die Diskussionen, die alle Jahre wieder aufs Neue auftauchen, sachlich absolut nachvollziehen. Nur leider finden die zur falschen Zeit statt. Finde ich.

Jedes Feuerwerk ein Fest! habe ich den Beitrag hier betitelt. Der Untertitel lautet: Jedes Fest ein Feuerwerk? Dort liegt meines Erachtens das eigentliche Problem.  Wir leben hier in einer Landschaft, die sich mehr und mehr zum Touri-Magnet mausert und gerade im Sommer eine Menge an Events zu bieten hat. Und da isses inzwischen so, dass gefühlt jede Woche auch ein Feuerwerk stattfindet.

Unsere Gegend ist ländlich strukturiert, mit vielen Dörfern und jedes einzelne hat natürlich eine Kirche und die meisten haben z.B. eine Freiwillige Feuerwehr und/oder einen Sportverein. Das wiederum bedeutet, es gibt in jedem Dorf jedes Jahr eine Kirchweih und mindestens ein weiteres Fest.

Einschub: Sowohl Freiwillige Feuerwehr als auch Sport- oder sonstige Vereine halte ich für geradezu existentielle Einrichtungen, ohne die ein Dorf praktisch gar nicht leben könnte! Wer noch Kapazitäten für gute Vorsätze frei hat: Meldet euch an, macht mit, seit dabei! Engagiert euch im Verein, in der Freiwilligen Feuerwehr oder was es bei euch entsprechendes gibt. Das meine ich völlig ernst und aufrichtig! Die nachfolgende Kritik richtet sich ausschließlich gegen das Überhandnehmen der Feuerwerke zwischen Januar und Dezember!

Da natürlich alle was vom großen Tourismus-Kuchen abhaben wollen, fühlt sich mittlerweile praktisch jedes Dorf gezwungen, aus der gemütlichen „Dorfkirba“ ein „Event“ zu machen. Nun ist der Platz mit Bierzelt, Kinderkarussell und Losbude vom Roten Kreuz aber meistens voll – nicht mal Autoscooter gibt es überall. Nix mit Achterbahn oder andern tollen Fahrgeschäften. Aber irgendwas muss man ja tun, um die Touris anzulocken. Und so ein Feuerwerk macht halt immer was her.

Genau hier wäre meiner Meinung nach die Diskussion wegen Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung von Mensch und Tier an der richtige(re)n Stelle: Muss wirklich jede Ortschaft mit drei Häusern, Wirtshaus und Kirche mit einen Feuerwerk aufwarten? Bei größeren Städten lass ichs mir ja noch eingehen, wenn es einmal im Sommer ein zusätzliches (zu Silvester) Feuerwerk gibt. Aber eben auch nur eines. Und  nicht eines jede Woche. In jedem Dorf. An jedem Strand. In jedem Wirtshaus. An jedem Anleger. In jedem Verein. Und bei der einen oder anderen Hochzeit auch noch.

Vielleicht wäre es ein Anfang, wenn man sich innerhalb eines Dorfes besser abstimmen und auf ein Feuerwerk einigen könnte. Heuer bei der Kirchweih, nächstes Jahr beim Feuerwehrfest. Die Angler, Radler, Camper und der Sportverein tun sich zusammen und schmeißen alle drei Jahre eine richtig große Party – ein Mega-Event, von dem dann alle etwas haben dürften. So wären reihum alle mal dran mit Feuerwerk und die Vereine können sich Kosten teilen. Dass diese dennoch jährlich ein kleines, traditionelles Fest veranstalten, da spricht ja nichts dagegen. Ganz im Gegenteil! So wäre die Brauchtumspflege schließlich gesichert, die bei all der Event-Heischerei  auszusterben droht.

Damit hätten am Ende alle gewonnen, allen voran die Natur, von der wir alle leben und wegen der ja auch die Touris kommen! Und wenn es in der Hochsaison gefühlt alle paar Tage ein Feuerwerk gibt, isses ja auch nix Besonderes mehr.

Vielleicht ergibt sich der eine oder andere Denkanstoß. Möglicherweise schließen sich auch ein paar benachbarte Dörfer zusammen zu einem „Event-Verbund“. Ich würde mich freuen, wenn das Feuerwerk wieder zu dem werden dürfte, was es doch eigentlich sein sollte: Etwas ganz außergewöhnliches, das es allerhöchstens (!) zweimal im Jahr zu bestaunen gibt. Inklusive Silvester.

Meine zwei Cents zum Thema. Und was meint ihr?

 

Frohe Feiertage

Ich wünsch euch allen da draußen fröhliche Feiertage im Kreis eurer Lieben. Macht euch keinen Stress, sondern genießt die Zeit, die ihr gemeinsam verbringt.

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Die Schnurgels warten nicht unbedingt aufs Christkind, aber natürlich gibts für sie an den Feiertagen ein extraleckeres Essen. Wir machen das immer so, dass es das „Festmahl“ am 24. und am 26. gibt. Zwei Tage am Stück – geschweige denn drei – würden nur dazu führen, dass sie das immer erwarten ;)

Das nächste Festmahl für die beiden gibts an Neujahr, als Entschädigung für die Ballerei in der Nacht davor. Und bevor das missverstanden wird: Wir ballern überhaupt nicht,  das Feuerwerk ringsum ist völlig ausreichend. Unser Job ist es, den Schnurgels zu versichern, dass es keinen Grund zur Sorge gibt.

Habt eine schöne Zeit zusammen und ich wünsche euch fürs neue Jahr Glück, Gesundheit, Liebe, Freude, Lachen – die wichtigen Dinge des Lebens eben ;)

Winter-Marmelade: Glühzwetschge

Was tun, wenn man Zwetschgen eingefroren hat und außerdem noch Glühwein da ist? Richtig, man bringt beides zusammen und macht prima Winter-Marmelade daraus. Die schmeckt aufs Brot (wahlweise mit Butter oder Frischkäse/Ricotta), zwischen zwei Plätzchen „geklemmt“, auf einen Tortenboden gestrichen und/oder in der Tortenfüllung – oder wo und wie auch immer ihr Marmelade mögt. Aber Achtung: Die hier ist „mit Schuss“.

Ich hab erst ein bisschen rumexperimentiert, bis das Rezept perfekt war. Das richtige Verhältnis Zwetschgen : Glühwein sollte 3:2 sein. Normalerweise verwende ich beim Gelierzucker 2:1 – hier hatte ich besonders süße Zwetschgen, da ist Gelierzucker 3:1 besser. Alternativ weniger Zucker und dafür noch etwas AgarAgar nehmen. Und dann noch die Gewürze dazu:

Wintermarmelade

600 g Zwetschgen
400 ml Glühwein
1 gestr. TL Spekulatius-Gewürz
1-2 TL Zimt
340 g Gelierzucker 1:3

Die entsteinten Zwetschgen im Mixer zerkleinern, zusammen mit allen anderen Zutaten in einen großen Topf geben und fünf Minuten kochen lassen. Unbedingt dabei bleiben und immer wieder rühren.

Anschließend in sterilisierte Schraubgläser füllen (ich übergieße die vorher immer mit kochendem Wasser) und fest verschließen.

Lasst euch die Wintermarmelade schmecken! Und wer keinen Alkohol mag, nimmt Kinderpunsch oder Orangensaft oder Birnensaft.

Ach, und was die Plätzchen angeht – da lohnt sich vielleicht ein Blick aufs zauberweib.de :)

 

Die letzten bunten Blätter

Es hat zwar etwas länger gedauert, aber ich komme noch rechtzeitig für die Herbstdekoration (für Weihnachtsdeko ist es noch etwas früh, finde ich). Bei Herbys habe ich eine wunderbare, kostenlose Häkel-Anleitung für ein Herbst-/Ahornblatt gefunden, die man einfach so runterladen kann. Wie gesagt, ist das kostenlos, aber es handelt sich bei der Site um eine gewerbliches Angebot – wollte ich hiermit drauf hingewiesen haben, falls mir das als Werbung ausgelegt wird.

Das Muster ist sehr einfach, so dass ich gleich dem Blätterrausch(en) verfallen bin. Ich hab noch ein bisschen rumprobiert, dabei ist z.B. das hier entstanden:

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Hier hab ich erst einmal ein paar Runden Stäbchen gehäkelt, damit das Blatt insgesamt etwas größer wird. Und als Abschluss habe ich einen Zackenrand zugefügt, ganz einfach: * fM, fM, 2 LM, KM in die 1. LM* Es gibt ja die unterschiedlichsten Ahornarten, aber der bei meinen Eltern im Garten hatte halt außenrum noch Zacken an den Blättern, deshalb find ich das hier auch schöner. :)

Für alle, die wie ich noch ein paar Zwetschgen eingefroren haben, habe ich bei der Giftigen Blonden ein super Rezept für eine Tarte mit Streuseln gefunden. Die wird aus einem Quarkblätterteig gemacht, der nicht nur schnell und einfach zubereitet ist, sondern auch für Süßes und Herzhaftes verwendet werden kann. Also vielseitig verwendbar und somit ein Geheimtipp für die Herbstsaison!

Wer sich für Batik – genauer: Wachsbatik – interessiert, wird bei Gabi von Made with Blümchen fündig. Sie hat in ihrem Beitrag nicht nur eine Anleitung geschrieben, sondern auch von ihren Fehlern und Fehlschlägen berichtet. Also: Lesen und gleich fehlerfrei loslegen!

Und wer jetzt noch ein bisschen Zeit und Lust hat, die Welt zu retten – da hat die Verbraucherzentrale Bayern einige nützliche Tipps und Tools zum Thema Müllvermeidung zusammengetragen – einfach mal vorbeischauen.

Ich wünsch allen ein frohes Rumwerkeln, wo wieder die „Drinnenzeit“ angebrochen ist. Machts euch gemütlich und knüschlig!

OrganspenderIn / OrganempfängerIn

Das Thema Organspende bzw. SpenderIn werden ist aktuell wieder in aller Munde und ich bin für mich immer noch auf keinen grünen Zweig gekommen. Was ich definitiv weiß: Die Sache rumzudrehen und pauschal den Mensch als „Ersatzteillager“ zu betrachten – es sei denn, er/sie widerspricht dem aktiv – geht gar nicht. Da sträubt sich in mir alles! Eine Spende ist etwas, das von sich aus und freiwillig gegeben wird und eben nicht andersrum! Niemand hat das Recht, nach meinem Ableben meinen Körper bzw. Teile davon irgendwie weiterzuverwenden, wenn ich dem nicht vorher ausdrücklich zugestimmt habe. 

Und hier beginnt mein Problem – ein beidseitiges Problem, wenn man so will. Will ich, dass Teile meines Körpers irgendwo anders weiterleben? Kann ich „in Frieden ruhen“ wenn mein Herz andernorts weiterschlägt? Und wer weiß, die Leber in einem zweiten Körper, die Netzhaut in einem dritten … – ehrlich und ernsthaft: Für mich ist das eine sehr gruselige Vorstellung. Atheisten mögen das lächerlich finden – gut so, damit seit ihr ja prädestiniert als Organspender ;-) – ich allerdings finde auf diese Frage keine Antwort.

Das gilt selbstverständlich auch für die andere Seite: Bislang wird ja offenbar davon ausgegangen, dass jedeR automatisch auch OrganempfängerIn sein will. Will ich das? Will ich mit einem Stück eines fremden Körpers in mir leben? Was macht das mit mir? Und was bedeutet „leben“ in dem Zusammenhang überhaupt? Wieviel Qualität hat das Leben dann noch? Diese Frage kann vermutlich kaum beantwortet werden, weil das auf den konkreten Einzelfall ankommt. Welches Organ – Herz bedeutet z.B. Leben oder Tod. Niere bedeutet ggf. jeden zweiten Tag mehrere Stunden Dialyse oder eben keine Dialyse. Lebenszeit, die ich besser/anders verbringen kann.

Was heißt „Leben“, wenn man ein Spenderorgan erhalten hat? – Ein „genau wie vorher, als das eigene Organ noch gesund war“ ja wohl mit Sicherheit nicht. Zumeist müssen Medikamente genommen werden, die nicht ohne sind. So muss oftmals das Immunsystem „heruntergeschraubt“ werden, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird. Heißt, buchstäblich überall lauert ein erhöhtes Infektionsrisiko, womit sich die Katze am Ende irgendwie selber in den Schwanz beißt – und  dabei geht es nicht um die Frage, ob man fortan vier- statt bislang zweimal im Jahr einen Schnupfen hat. Von den sonstigen Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, etc. ganz zu schweigen. Wie viel Lebensqualität tauscht man ein gegen Lebensquantität? Wenn einem das Essen nicht mehr schmeckt bzw. bestimmte Lebensmittel gar nicht mehr gegessen werden dürfen?

Und wie lange „hält“ so ein Organ? Die besten Chancen hat man wohl noch beim Herzen – wenn es das erste Jahr überstanden hat, kann man optimistisch in die Zukunft blicken. Bei anderen Organen ist das zweite Leben nicht sehr dauerhaft.

Die psychischen Auswirkungen kommen noch obendrauf. Das „alte“ Leben ist definitiv Vergangenheit, wenn man durch ein Spenderorgan ein „neues“ Leben geschenkt bekommt. Ich will hier keinerlei Pro- oder Contra-Stimmung vermitteln, sondern teile meine Gedanken mit euch, eben weil ich selber nicht sagen kann, wie ich zu dem Thema stehe: Ich weiß es nicht!

Aus diesem Grund gibt es auch keine weiterführenden Links von mir, nur der Hinweis, doch mal nach „Leben mit Spenderorgan“ zu suchen und jene zu Wort kommen lassen, die wissen, was das bedeutet. Was man gewinnt, was man verliert. Trotz aller Nachteile, die das „neue“ Leben vermutlich mit sich bringt, werden die wenigsten OrganempfängerInnen diesen Schritt bereuen. Oder?

Um das Problem von Angebot und Nachfrage zu verringern, wäre es eine gute Möglichkeit, aus dem OrganSPENDEausweis einen OrganEMPFÄNGER*INausweis zu machen. Sprich: Nur wer OrganspenderIn ist, darf auch selber eins bekommen. Wer also kein fremdes Organ erhalten möchte, könnte mit dieser Regelung ganz entspannt sein. Die Wartelisten werden automatisch kürzer. Als Faustregel kann gelten, dass man mindestens ein Jahr lang gemeldet sein muss, bevor man selber EmpfängerIn werden kann – im Krankenhaus noch schnell den Antrag stellen, wäre ja witzlos. Es geht immerhin – finde ich! – ja auch darum, sich vorher mit dem Thema auseinander zu setzen, heraus zu finden, wie man dazu steht. Und dann halt auch ggf. den Ausweis zu beantragen.

Für Kinder sollten das die Eltern machen, am besten gleich im Zusammenhang mit den Nachuntersuchungen (innerhalb des ersten Lebensjahres oder so sind die, richtig?). Und/oder wenn das Kind in den Kindergarten und/oder in die Schule kommt. Es spricht ja gar nichts dagegen, wenn man immer wieder auf das Thema angesprochen wird!

Wenn das „Kind“ dann seinen eigenen Personalausweis beantragt und/oder wenn es den Führerschein macht und/oder zum 18. Geburtstag wird es selber gefragt, ob es diesen Ausweis haben will oder nicht. Spätestens mit der Volljährigkeit wird der „Kinderausweis“ ungültig und der/die junge Erwachsene muss aktiv werden, wenn er oder sie Organ-EmpfängerIn und somit auch Organ-SpenderIn werden will.

Das fände ich eine gute Lösung. Das Problem, dass jemand „versehentlich“ ein Fremdorgan erhält, der oder die das gar nicht möchte, ist eher ein theoretisches, da dies ja keine Operation ist, die „mal schnell“ in der Notaufnahme vonstatten geht. Trotzdem halte ich es für wichtig, dass jeder Mensch für sich entscheiden muss: Will ich im Fall des Falles ein Fremdorgan erhalten? Wer diese Frage mit „ja“ beantwortet, ist damit automatisch auch OrganspenderIn – fair ist fair.

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr ein Organ erhalten und wollt davon erzählen? Ich betone nochmals: Ich mache mir hier meine (wirren) Gedanken, weil ich noch immer nicht weiß, wie ich dazu stehe. Viel zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Daher freue ich mich über jeden Kommentar. Und ich hoffe, dass ich dich – genau dich! – anstupsen konnte, dich mit dem Thema zu beschäftigten. Was es für dich bedeutet. Dann habe ich immerhin etwas erreicht! :)

ReRecycling: Wischmop

Wie hier schon angemerkt, wurde es durch den neuen Bodenbelag in unserem Wohnzimmer notwendig, ein Reinigungsgerät zu erfinden, das schnell und einfach sauber macht. Eine komplette Neuerfindung war nicht nötig – einen Wischer mit Gelenk hatte ich. Nur der zugehörige Mop hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe – zumindest nicht auf dem Trocknen. Ein einfacher Besen wirbelt mehr Staub auf, als dass er ihn zusammenkehrt, der kam von Anfang an nicht infrage.

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Die Lösung ist nun eine Fläche, gehäkelt aus Tshirt-Garn. Hierfür habe ich Reste verwendet, weil für einen Wischmop die Farbgestaltung keine Priorität hat. Die Enden habe ich ganz bewusst nicht mit verhäkelt, weil es sollen ja sowieso Fransen dran. Da dürfen es also gerne ein paar mehr werden.

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In diese Fläche aus halben Stäbchen habe ich ganz ganz dünn geschnittenes Tshirt-Garn eingeknüpft. Das stammt aus meinen ersten Versuchen mit diesem supergenialen Recycling-Material. Damals habe ich ein bisschen zu dünn geschnitten, so dass die daraus entstandenen Vorleger nun die ersten Löcher aufweisen. Aber genau diese dünnen Spaghetti kann ich jetzt gut brauchen!

Im Foto ist – hoffe ich – gut zu sehen, dass ich den Faden mehrfach genommen habe. Die Schlaufen blieben Schlaufen. Und ich habe nicht in jede Masche Fransen geknüpft, damit es nicht „hubbelig“ wird:

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Das Einknüpfen hat einige Zeit gedauert, meditative Arbeit, in der ich mir so meine Gedanken ums Rumwerkeln gemacht habe. Abschließend noch die beiden „Schuhe“ für den Wischer häkeln und fertig ist das High-Tech-Teil:

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In der Mitte hab ichs einfach nochmal festgebunden, damit der Wischer nicht durchhängt. Vielleicht beim nächsten ein bisschen mehr auf Spannung achten. Andererseits dehnt sich das Gehäkelte sowieso noch, da ist festbinden die einfachste Lösung.

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Und so sieht mein neuer Besenwischer/Wischerbesen von der Gebrauchsseite aus. Mittlerweile war er schon viele viele Male im Einsatz und das Ding funktioniert perfekt! Sämtlicher Staub und Dreck wird zusammengekehrt und gehalten, bis ich den Wischer hochnehme und kurz schüttle. Damit fallen Staub und Flusen raus und ich muss an dieser Stelle alles nur noch mit dem Kehrbeselchen aufnehmen – fertig.

Falls ihr auf der Suche nach einem Zwischending zwischen Besen und Wischmop seit, mit dem ihr einfach nur Parkett (Laminat, Fliesen) schnell und einfach rauskehren könnt, probiert das aus! Die dünnen Tshirt-Fäden sind perfekt geeignet und waschbar ist der Mop natürlich auch.

Das Gestänge ist von der Firma, die so ähnlich wie Gummibärchen heißt, gibts aber in vergleichbarer Ausführung in jedem Wohn- oder Baumarkt zu kaufen, falls ihr so etwas nicht sowieso schon besitzt. Nur den zugehörigen Wischer könnt ihr euch sparen, den macht ihr besser – auf jeden Fall besser – selber! :)

Dattel-Schoggi-Aufstrich

Manchmal springt mich ein Rezept regelrecht an, so dass ich es unbedingt sofort nachmachen muss. Die „vegane Nutella“ von kraft-futter.de war so eins. Allerdings hab ich es ein bisschen modifizert und auch nur die halbe Menge gemacht, wie immer, wenn ich ein neues Rezept ausprobiere.

Boah ich sags euch: Das müsst ihr auch testen! Sowas von megahammerlegga! Zum Reinlegen, wirklich! Ich schreib hier mal meine Rezept-Variante:

  • 40g Margarine
  • 20g Schokolade nach Geschmack (das entspricht 4 Schogetten oder 1 Rippe)
  • 125g Datteln (soft, entsteint – spart das Einweichen)
  • 25g Kakaopulver
  • ca. 1-2 TL Vanilleextrakt
  • 50ml Wasser (oder Pflanzenmilch)
  • 2 TL Erythrit, gemahlen (oder anderes Süßungsmittel)
  • 2 TL Kürbiskerne, gemahlen (oder Sonnenblumenkerne, Nüsse, Mandeln, …)

Vorab die Margarine mit der Schoggi schmelzen (40 Sek. in der Mikrowelle), gut verrühren und wieder abkühlen lassen. Soll aber flüssig bleiben. (Ab und zu umrühren)

Schoggi-Margarine, Datteln, Kakaopulver, Vanille und die Hälfte des Wassers im Multimixer auf niedriger Stufe (oder mit dem Pürierstab) gut zermixern. Dann die restlichen Zutaten dazu, weiter vermixen (ggf. hochschalten), bis eine homogene Masse ensteht. In ein Schraubglas umfüllen, anschließend die Reste aus dem Mixer mit Genuss auskratzen und direkt vernaschen. :)

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Was mich am meisten überrascht hat (außer dem phänomenalen Geschmack), ist die Konsistenz. Obwohl die Masse Wasser und Fett enthält, hat sich eine perfekte Emulsion ergeben – ein Traum!

Im Original wird Öl statt Margarine verwendet – ist also noch schneller und einfacher zubereitet. Das mit der Schokolade war so eine spontane Idee von mir für die individuelle Note – hier war es „Latte Macchiato“-Geschmack. Die Extra-Süße ist ebenfalls meine Modifikation. Die Nüsse bzw. Nussmus ist im Original als Option mit angegeben – bei mir warns halt Kürbiskerne.

Falls ichs noch nicht gesagt habe: Probiert das unbedingt aus. Ihr mögt keine Datteln? Egal – das hier werdet ihr lieben! Ich schwör!

Cashew-Joghurt

Lust auf Joghurt ohne Milch? Und ohne Soja? Geht mit Cashews ganz einfach. Im Originalrezept wird dazu Brottrunk verwendet. Ich hab mir überlegt, dass das mit Hefewasser doch eigentlich auch funktionieren müsste – und das tut es! Hier also mein Rezept:

100 g Cashews
100 ml Hefewasser
50 ml Wasser

Die Zubereitung ist denkbar einfach, benötigt nur ein wenig Zeit:

  1. Cashews für vier Stunden (oder über Nacht) in Wasser einweichen.
  2. Cashews  abgießen, dann zusammen mit den anderen Zutaten in den Mixer geben und ordentlich Stoff geben.
  3. Die cremige Masse in ein Schraubglas füllen und für ein bis maximal zwei Tage bei Zimmertemperatur reifen lassen.

Anschließend ist es im Kühlschrank für ca. eine Woche haltbar. Schmeckt pur oder mit Marmelade. Wer es ein bisschen milder im Geschmack mag, nimmt 75 ml Hefewasser und 75 ml Wasser.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich die Cashews mit kochendem Wasser zum Einweichen übergossen, den Rest des Wassers in eine Flasche gefüllt und verschlossen. Davon habe ich die benötigten 50 ml genommen. Und das Schraubglas samt Deckel habe ich vor der Verwendung natürlich ebenfalls ausgekocht.

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Wie man vielleicht erkennen kann, ist mir gerade noch rechtzeitig eingefallen, dass ich eigentlich ein Foto machen wollte… :)

Probierts einfach mal aus – es ist eine gute Gelegenheit, das im Kühlschrank schlummernde Hefewasser zu „wecken“. Bzw. falls ihr Brottrunk im Haus habt, könnt ihr natürlich auch den verwenden.

Verursacht DSGVO Bloggersterben?

Wie sich inzwischen sicher herumgesprochen hat, tritt am 25. Mai 2018 die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Das bedeutet, dass auch alle Blogger/innen einen entsprechenden Hinweis auf ihrer Homepage/ihrem Blog einfügen müssen, in dem detailliert dargelegt wird, welche Daten gespeichert werden.

Bei meiner privaten Homepage ist das nicht soo schwierig; ich hatte z.B. sowieso nie  Facebook, Twitter oder andere SM-Plattformen eingebunden. Und auch sonst gibts kein Blinkiblinki – so weit so gut.

(SM – die Abkürzung passt schon recht gut, wenn ich mir überlege, welcher Ton in den „Sozialen“ Medien oft herrscht… )

Bei meinem WordPress-Blog hier sieht die Sache anders aus, zumal ich nur das Free-Angebot nutze und auf viele Dinge gar keinen Einfluss habe.  Eine wirklich gut gelungene Übersicht – wie ich finde – gibt es auf meinlesezeichenblog. Manche Probleme lassen sich durch einfaches Deaktivieren lösen, anderes kann nicht abgestellt werden und z.B. die Kommentarfunktion will auch gar nicht abgeschaltet werden, da genau dies ja einen Teil des Bloggens ausmacht!

Ich habe mich ein bisschen kundig gemacht und größtenteils lautet die „Lösung“ für Freeblogger/innen (das betrifft ja nicht nur WP) „Dann lösche ich meinen Blog halt Ende Mai!“

Das ruft einige – durchaus widersprüchliche – Gedanken und Emotionen in mir hervor. Zuerst: Durch den „blöden Bürokratiemist“ stirbt die Blogosphäre aus, das individuelle Internet wird es nicht mehr geben, hingegen Riesen wie Facebook & Co., für die Userdaten harte Währung ist, werden weiter gefestigt. Alles schön im Gleichklang, einfarbig, fad. Bäh.

Dann: Ok, auf manche Blogs lässt sich eh gut verzichten. Gerade die, denen gar nicht mehr anzusehen ist, ob ein Beitrag nun wirklich ein privater Beitrag ist oder doch einfach nur WerbungInfluenza heißt das wohl oder so… ;-)

Überhaupt: Es geht immer mehr um Suchmaschinen-Ranking, Kommentare, Likes, Followers – fast scheint der Inhalt, das Mit(einander)teilen von Gedanken und Ideen in den Hintergrund getreten zu sein. In diesem Zusammenhang möchte ich dringend auf die Folge des ZDF-Krimis „Der Alte“ In voller Absicht verweisen. Bitte unbedingt anschauen! Da geht es um eben diese Influencer, die für Klicks und Likes wirklich alles tun und gar nicht begreifen, dass es z.B. Menschen gibt, die nicht möchten, dass Bilder von ihnen im Netz auftauchen. Wirklich wirklich sehenswert!

Nun hab ich den Faden verloren. Datenschutz. Das wars. Genau. Also klar: Ich bin absolut für Datenschutz. Mich widert die überhandnehmende Kontrolle allerortens so dermaßen an. Überall gibt es Videoüberwachung – wie kann also z.B. das Recht aufs Bild überhaupt noch durchgesetzt werden, wenn ich gar nicht weiß, wo ich überall gefilmt und fotografiert werde? Tankstelle und Bank ist klar. Aber der Nachbar? Der Juwelier in der Fußgängerzone? Die Webcam eines Computerladens? Und das ist nur ein kleiner winziger Aspekt der ganzen Themenpakets…

Dennoch muss ich kleine Bloggerin nun schon fast ein Studium absolvieren, um mich durch den ganzen Gesetzes-Dschungel durchzukämpfen, um hinterher festzustellen, dass ich die Anforderungen eben nicht alle erfüllen kann (zumindest nicht hier, auf WordPress) und deshalb in einem Monat dann vermutlich auch schließen werde. Ein bisschen Zeit ist noch bis dahin, vielleicht tut sich vonseiten WP noch etwas dazu. Wäre ganz nett.

Vielleicht ist es für die aber genau die Gelegenheit, sich von uns Free-Zecken auf galante Weise zu entledigen? Wer weiß…

Wie geht ihr mit dem Thema um? Hier und andernorts? Verlinkt gerne auch eure eigenen Beiträge und Gedanken dazu in den Kommentaren – noch machen wir uns damit nicht strafbar… höhö ;-/