Verkaufsoffener Sonntag?!

In meiner Kindheit war in der nächstgrößeren Stadt zweimal im Jahr an einem Sonntag Markt. Da hatten auch ein paar normale Ladengeschäfte geöffnet. Marktsonntag war etwas ganz besonderes, weil es dort Sachen gab, die es sonst nirgends gab. Von dem riesigen Süßigkeitenstand mal ganz abgesehen :)

Heute ist das ganz anders. Gefühlt würde ich sagen, ist mindestens alle zwei Monate ein verkaufsoffener Sonntag. Entweder, weil die Stadt einen besonderen „Event“ hat. Oder einzelne Geschäfte haben verkaufsoffen weil… gerade Firmenjubiläum ist. Oder die hundertste Filiale eröffnet wurde, oder was auch immer.

Geht es euch auch so? Dass – gefühlt zumindest – irgendwie ständig irgendwo verkaufsoffener Sonntag ist? Ich find das furchtbar. Muss am Sonntag auch noch konsumiert werden? Muss man den Menschen, die im Einzelhandel eh schon familienfeindliche Arbeitszeiten haben, auch noch den Sonntag nehmen?

Im Sommer bekommen wir das gut mit, wenn gerade mal wieder verkaufsoffener Sonntag ist, wie die Menschen in die benachbarten Geschäfte stürmen. Gerade so, als wenn es in den letzten drei Wochen nirgends irgendwas zu kaufen gegeben hätte. Dabei sind die Geschäfte mittlerweile sogar samstags bis zum Abend geöffnet. Und dann muss man am Sonntag schon wieder einkaufen? Einfach, weil offen ist? Ich verstehs nicht, wirklich nicht!

Es ist egal, ob die Menschen den Sonntag nutzen möchten, um in die Kirche zu gehen oder in die Moschee. Ob sie Verwandte besuchen oder einen Ausflug mit der Familie machen wollen. Zuhause die Fenster putzen oder sich einfach mit einem Buch in den Liegestuhl legen wollen. Das wichtigste am Sonntag ist: Dass es einzige Tag in der Woche ist, der fürs Privatleben zur Verfügung steht. Naja: stehen sollte! Weil für viele ist es eben längst nicht mehr der Fall.

Klar betrifft das die Gastronomie, Krankenhäuser, Pflegedienste usw. schon immer, dass da auch der Sonntag ein Dienst-Tag ist. Dafür hat man aber an anderen Tagen frei. Im normalen Einzelhandel sollte aber der Sonntag frei sein und auch bleiben. Und wer unbedingt meint, am Sonntag auch noch shoppen zu müssen, solls halt dann von der Couch aus machen. Aber mal einen Tag in der Woche nix kaufen soll ja den Charakter bilden.

Was haltet ihr vom Einkaufen am Sonntag? Muss das wirklich sein, dass auch am Sonntag frische Semmeln verkauft werden? Sollte man  ausgerechnet in einem Laden kaufen, der seinen Angestellten auch noch den Sonntag klaut? Oder seit ihr gerade vielleicht sowieso gerade beim Fasten – was Einkaufen mit einschließt?

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Der Pinguin ist gelandet

Ich liebäugle schon sehr sehr lange mit Linux, konnte bislang meinen Liebsten aber nie davon überzeugen – is ja alles so umständlich und alles ganz anders und überhaupt. Letzteres trifft inzwischen aber eher auf Win10 zu und zusammen mit dessen Schnüffelverhalten wars dann doch klar, dass das nächste Laptop unter Linux laufen wird.

Die Odyssee, bis das Gerät da war, erspar ich uns allen an dieser Stelle. Endlich also ein Gerät „ohne“ Betriebssystem. Dafür mit gefühlten tausend Partitionen?! Die Erstinstallation hat das nicht vereinfacht!

Mein Tipp #1 an dieser Stelle: Wenn bei der Installation irgendwie gar nichts mehr geht, wähle die „Hau alles wech und mach Linux drauf“-Option (davon ausgehend, dass am Ende sowieso nur Linux auf der Platte drauf sein soll; ein evtl. bereits vorhandenes Windows also entfernt werden darf!) Wenn dann alles soweit läuft, kann über Gparted (ggf. nachinstallieren) die eine vorhandene Partition verkleinert und so Platz für zusätzliche Wunschpartitionen freigeschaufelt werden.

Somit habe ich nun ein erstes „Testlinux“ (LinuxMint 19 Mate) in der All-in-Version. Auf einer weiteren Partition wohnt LinuxMint 19.1 mit home-Verzeichnis auf einer eigenen Partition plus noch eine Partition für die Timeshift-Sicherungen, sowie eine Swap-Partition.

So weit, so gut. Nur dass der Rechner beim Runterfahren immer so lang gebraucht hat und dann auch nicht ganz ausgeschaltet, war nervig. Außerdem ist mir das Gerät immer mal wieder eingefroren. Das bringt mich zu Tipp #2: Wenn in der Treiberverwaltung ein Treiber, der nicht der aktuell ausgewählte ist, „empfohlen“ wird, dann nutze den! Alle Probleme beseitigt, wow!

Nun hab ich also den Rest des Wochenendes – Tage und Nächte – damit zugebracht, mich weiter vertraut zu machen, Programme auzusuchen, zu testen – die meisten hatte ich bislang eh schon genutzt, wie z.B. Gimp, Firefox, Thunderbird. Der Unterschied von OpenOffice zu LibreOffice ist auch nicht soo groß. Aber für einige Programme/Anforderungen brauch(t)e ich Alternativen. Dazu werde ich sicher noch den einen oder anderen Beitrag schreiben in der nächsten Zeit.

Hier gehts mir mehr darum, dass ich lange Zeit an der Kiste verbracht habe. Und da mag ich allen unbedingt als Tipp #3 Redshift dringend ans Herz legen – um nicht zu sagen aufs Auge zu drücken :) Das nette Tool (erkennbar an der Glühbirne im Tray-Bereich) sorgt für abendliches Abdunkeln. Dabei wird nicht nur die Bildschirmhelligkeit reduziert, sondern der Blau-Anteil rausgefiltert bzw. Rot erhöht. Und das tut den Augen wirklich gut! Gönnt euch das – evtl. gibts ein vergleichbares Tool ja auch für Windows.

Soweit mal an dieser Stelle. Traut euch, den Umstieg zu wagen. Hilfe findet ihr z.B. bei linuxmintusers.de, einem Forum mit kompetenten Menschen. Und schaut auch bei wiki.ubuntuusers.de vorbei – da LinuxMint auf Ubuntu basiert, können die Einträge dort meistens 1:1 übernommen werden.

Überhaupt mein Tipp (der Extra-Tipp): Vorab informieren. Einfach mal einen LifeStick erstellen und ausprobieren (und nicht abschrecken lassen, dass der natürlich grottenlangsam läuft!) und dann bei nächster Gelegenheit loslegen!

Wer von euch ist denn schon unter Linux unterwegs? Welches? Seit wann? Wart ihr vorher auf Windows? Warum der Umstieg? Würde mich alles interessieren! Entweder als Kommentar oder ihr schreibt einen eigenen Beitrag dazu und verlinkt den in den Kommentaren, damit ich vorbeischauen kann!

Straßenverkehr – Stress oder die Ruhe weg?

Bei uns auf dem Land ist es meist ziemlich schwierig, wenn man überholen möchte. Entweder ist der Straßenverlauf kurvig und unübersichtlich – oder man hat Gegenverkehr. Früher hat es mich schier wahnsinnig gemacht, wenn ich hinter einem LKW herzuckeln musste. Inzwischen hab ich da die Ruhe weg.

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass es zeitlich kaum einen Unterschied macht, ob ich mit 80 oder 100 Stundenkilometern unterwegs bin. Dazu ist die Strecke – bzw. der Streckenabschnitt Landstraße – zu kurz. Also wozu sich aufregen?

Es hat gedauert, bis ich das begriffen habe, muss ich leider zugeben. Dabei ist das Fahren so viel entspannter, wenn ich mich nicht aufrege! Und wenn wieder mal ein ganz wichtiger SUV wild hupend von hinten rauszieht, kostet mich das ein müdes Lächeln. Wenns schee macht.

Mein Motto ist: Lieber fünf Minuten später ankommen, als eine halbe Stunde später im Krankenhaus liegen. Und damit fahr ich ganz gut. Wörtlich sogar :)  Wie ist das bei dir im Straßenverkehr? Hast du die Ruhe weg oder gehörst du eher zu denen, die sich schnell aufregen? Schimpfst du dann vor dich hin oder äußert sich das auch im riskanten Fahrstil?

Wobei das vermutlich blöde Fragen sind – wer würde das schon zugeben? Außer das Vor-sich-hinschimpfen vielleicht. Und das passiert mir auch ab und zu. Das ist auch völlig ok, wenn z.B. mal wieder ein Schulbus (!) genau vor meiner Nase auf die Hauptstraße einbiegt. Da frag ich mich schon: Sollten nicht gerade Schulbusse durch eine eher vorsichtig-defensive Fahrweise auffallen?

Wenn meine Grummelei im Straßenverkehr allerdings öfter vorkommt, dann ist das für mich mittlerweile ein Grund innezuhalten: Wo hakts denn? Gibts irgendwo Ärger? Stress? Liegt irgendwo etwas im Argen? Meistens komm ich recht schnell der eigentlichen Ursache auf die Spur. Und kann somit deren Bereinigung angehen. So gesehen ist mir vermehrtes Schimpfen im Straßenverkehr inzwischen ein guter Anzeiger geworden, wenn meine innere Balance gestört ist.

Vielleicht ist das bei dir ja ähnlich? Schon mal darauf aufgepasst? Oder hast du deine eigenen „Anzeiger“, die dich auf mangelndes Gleichgewicht aufmerksam machen?

Ich bin neugierig, welche „Alarmglocken“ bei euch installiert sind und freu mich über Kommentare!

Radieschen im Winter?

In den letzten Wochen ist es mir verstärkt aufgefallen, dass überall Radieschen angeboten werden. Nun sind gerade die – genauso wie Erdbeeren – für mich absolutes Saisongemüse. Sprich: Um diese Jahreszeit einfach nicht erhältlich. 

Leider werden sie wohl auch gekauft, obwohl sie nicht wirklich schmackhaft sind, wie ich mir anhören durfte (warum kauft ihr die dann überhaupt und unterstützt dieses unsinnige Geschäftsgebahren noch???). Noch schlimmer ist es meistens so im März, dass bereits jetzt schon wieder „Erdbeeren“ aus irgendwo in Europa (bestenfalls) angeboten werden, riesengroß, knallrot – und absolut geschmacksfrei. Dass diese Zuchtbollern nicht schmecken können, ist denen doch schon von weitem anzusehen, finde ich. Erdbeeren werden vom Feld gepflückt, wenn schon nicht aus dem eigenen Garten. 

Was ich mich frage: Wieso können Birnen aus Chile und/oder Tomaten im Winter „bio“ sein? Was gerade keine Saison hat bzw. von weit her angeliefert werden muss, kann durch den massiven Energieverbrauch von Lagerung/Transport doch gar nicht mehr bio sein? Zumindest nicht „öko“. Vermutlich ist das mein Denkfehler. Dass ich öko und bio verwechsle bzw. gleichsetze. Aus ökonomischer Sicht natürlich völlig absurd… ;(

Die Klima-Bilanz unserer Lebensmittel – in diesem Artikel vom Abendblatt wird das Thema gut aufgegriffen und beleuchtet: Es ist nicht so einfach mit der Öko-Bio-Bilanz. So wird bei Bioprodukten an Chemie gespart, dafür muss aber öfter rausgefahren und gebiodüngt werden. Also zusätzliche Belastung durch den Treibstoff des Traktors. Auch ist der Ertrag pro Fläche bei Bioprodukten naturgemäß (!) weniger als bei der konventionellen Landwirtschaft. 

Dennoch ist bio auf jeden Fall vorzuziehen, da wir auf den Erhalt des fruchtbaren Bodens angewiesen sind. Sonst wächst irgendwann nämlich gar nichts mehr. Dazu gehört auch, den Fleischkonsum zu reduzieren, da zu viel Gülle ebenfalls ein Problem für den Boden ist. 

Hier verstehe ich nicht, weshalb riesige Mastbetriebe genehmigt werden (warum das überhaupt möglich ist, dass der Mensch so dermaßen frei von Anstand und Respekt den Tieren gegenüber ist), ohne dass der Betreiber auch über die entsprechende Fläche zur Ausbringung der Gülle verfügt. Sollte das nicht Bedingung sein? Mal einfach so logisch vor mich hingedacht? 

Was mich in dem o.g. Artikel auch verwundert hat: Es gibt ökologischen Landbau unterm Folientunnel? Sogar wenn dieser beheizt ist (oder im beheizten Treibhaus)? Wie kann das dann noch öko sein? 

Ich esse an sich gerne Fleisch, nur auf Geflügel verzichte ich schon seit Jahren, wegen der unzumutbaren Lebensbedingungen. Das kann ich nicht unterstützen. Und ich brauche keinesfalls jeden Tag Fleisch – es lebe der Sonntagsbraten! 

Blöd nur, dass ich für Käse noch keinen wirklich guten Ersatz gefunden habe. Hier bin ich schon lange auf der Suche und auch am Selber-Experimentieren. Weil weitgehend auf Fleisch verzichten, aber Käse essen, ist irgendwie ja auch scheinheilig…

Nun bin ich von meinem Anfangsthema ziemlich abgeschweift und doch hängt alles zusammen. Es geht darum, genau hinzusehen, was man isst, wo die Nahrung herkommt, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben, wie viel Gift, wie viel Wasser verbraucht wurde – und irgendwie in dem ganzen Label-Dschungel noch durchzublicken. 

Mein Tipp: Gehts nacheinander an. Alles auf einmal komplett umzukrempeln wird nicht funktionieren. Sich für die Problematik zu sensibilisieren, zu informieren und einfach dran zu bleiben, ganz bewusst einzukaufen und ebenso bewusst auf das eine oder andere vielleicht ganz zu verzichten – das ist für mich ein praktikabler Weg. Und ein ständig andauernder Prozess. 

In diesem Sinne: Bleibt dran!

Gebäckresteverwertung

Wie siehts bei euch aus? Alle Plätzchen aufgegessen, oder gibt es noch ein paar wenige, die gar nicht weg wollen? Und die letzten Lebkuchen schmecken auch nicht mehr wirklich? Oder ist einfach Kuchen übrig, der trocken geworden ist?

Nicht wegwerfen! Sondern zu superlegga Pralines verarbeiten!

Alles, was sich so an trockenen Gebäckresten findet, in den Mixer werfen und schön fein mahlen.  Nach Wunsch und Geschmack können noch Nüsse, Kerne, etc. dazu.

Jetzt braucht es noch eine feuchte Komponente, da gibt es mehrere Variationen zur Auswahl:

  • Marmelade oder
  • Likör oder
  • Frischkäse oder
  • Nussnougatcreme oder
  • geschmolzene Kuvertüre oder Nougat

Eine davon aussuchen und nur Löffel- bzw. Schluckweise den Bröseln zufügen, mit dem Handrührgerät vermengen. Die Masse sollte dabei gerade so pappig werden, also keinesfalls zu feucht! Notfalls noch etwas gemahlene Nüsse, Hirse-, Haferflocken oder Gries zufügen, ggf. für eine halbe Stunde ziehen lassen.

Mit den Händen aus der Masse kleine Kugeln drehen. Wenn die Hände zu klebrig werden, mit einem Löffel o.ä. „abschaben“, dann kann die Dreherei weitergehen. Kugeln für ca. eine Stunde im Kühlschrank parken, damit sie schön fest werden.

Kuvertüre nach Wunsch schmelzen (wenn die Mischung recht süß geworden ist, macht sich Zartbitter besonders gut, finde ich). Die Kugeln damit umhüllen und auf einem Kuchengitter festwerden/trocknen  lassen. Ich lagere sie anschließend im Kühlschrank – wo sie aber nicht wirklich lange verweilen :)

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Probierts aus, es ist eine sehr leckere und edle Möglichkeit der Resteverwertung – eigentlich schon „upcycling“ ;)

Wers weniger edel, genauso lecker aber dafür noch einfacher haben will, macht Scheiterhäufchen:

Dazu die Reste nicht zermahlen, sondern nur ganz grob zerkrümeln. Gehackte Nüsse/Kerne,  Müslireste passen da gut mit rein.

Kuvertüre und/oder Schoggireste schmelzen, mit den Krümeln vermengen (geht mit einem Löffel sehr gut) und kleine Häufchen auf eine Dauerbackfolie/Backpapier setzen. Trocknen lassen. Genießen.

Diese Methode der Resteverwertung funktioniert vor allem auch umgekehrt: Wenn geschmolzene Kuvertüre übrig ist, einfach reinschmeißen, was an Nüssen, Kernen, Haferflocken, Müsli, etc. vorhanden ist und Häufchen machen ;)

Sowohl die Pralines- als auch die Häufchen-Methode hat ihre Vorteile: Mit selbstgemachten Pralinen kann man schon mal angeben.  Die Häufchen sind dafür wirklich superschnell und supersimpelst hergestellt. Richtig lecker sind beide. Die Qual der Wahl liegt also ganz bei euch – viel Spaß beim Ausprobieren!

 

 

#friday4future

Morgen ist wieder Freitag und damit #friday4future-Tag. Ich finde die Aktion großartig und dank der weltweiten Vernetzung ist es möglich, dass daraus eine globale Bewegung wird, die die PolitikerInnen weltweit dazu bringen kann, ihren glorreichen Worten endlich Taten folgen zu lassen.

Was die Aktion der SchülerInnen tatsächlich bringen wird, muss sich zeigen. Meine Erfahrungswerte machen mir zwar wenig Hoffnung, doch das kleine Mädchen aus den frühen 1980ern in mir feuert die Kids weltweit an, dran zu bleiben und die Verweise, die sie dafür kassieren, einzurahmen! ;)

Allerdings muss ein bisschen Kritik auch sein. Denn die Rettung der Zukunft fängt immer bei dir selber an. Daher von mir noch ein paar ausgewählte Stichpunkte:

  • Kaffeetasse/Thermobecher statt Coffee to go
  • Brotzeitdose statt Currywurst und Hamburger
  • Stop! Nicht gleich neu kaufen, sondern erst mal guggen, was der heimische Haushalt an Verwendbaren bereits zu bieten hat!
  • Wiederaufladbare Akkus statt Batterien verwenden (gibts auch für Knopfzellen)
  • mit dem Bus/Öffis in die Schule fahren und sich nicht von Mama mit dem SUV bringen lassen
  • sich nicht jedes Jahr das neueste Handy zum Geburtstag wünschen, sondern das vorhandene so lange wie irgend möglich nutzen

Der letzte Punkt wäre ein guter Ansatz für eure Forderungen. So sollten die Betriebssystem-Hersteller verpflichtet sein, pro Version wenigstens fünf Jahre Laufzeit zu garantieren und für jedes Gerät (Handy, Tablet, was auch immer) Upgrades auf die nächsten zwei Versionen für die jeweils komplette Laufzeit zuzusichern. Somit wäre eine Handynutzung von bis zu 15 Jahren garantiert. Das gilt natürlich auch für PC-/Notebook-Betriebssysteme, sofern diese nicht eh OpenSource sind.

In dem Zusammenhang sind ebenso die Handyhersteller (und der gesamten Unterhaltungselektronik) gefordert, ihre Auf-den-Markt-schmeiß-Mentalität grundlegend zu ändern. Analog zu den BS gibts ebenfalls nur alle fünf Jahre ein neues Gerät – und dann auch nur eins und keine fünf. Das dann aber wenigstens ausgereift ist.

Zum Thema SUV mag ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen, weil da könnt ich nur noch … nein. SUV, Coffee-to-go im Wegwerfbecher, Kapselkaffee – das sind Dinge, die einfach nicht existieren dürften und ich staune jeden Tag aufs Neue, wie viele Menschen all das tagtäglich nutzen, obwohl sie wissen, wie sehr sie damit unseren Planeten zumüllen und vergiften…

In diesem Sinne: bleibt dran und ich würde mich freuen, wenn das Jahr 2019 als DAS Jahr der Kehrtwende in die Geschichte eingehen würde!

 

Nähgewichte? Nähgewichte!

Kennt ihr das, wenn man einfach auf der Leitung steht? So gings mir mit Nähgewichten. Vor vielleicht zwei Jahren begann der Begriff mich zu verfolgen. Plötzlich wurden überall Nähgewichte gebastelt, gehäkelt, gestrickt – und natürlich auch genäht. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum auf einmal überall Beiträge dazu auftauchten. Auf Blogs, YouTube, Pinterest – egal, wo im Netz ich mich gerade bewegte, haben die Dinger mich verfolgt.

Das Seltsame an der Sache: Ich habe mich immer gefragt, wozu zur Hel man sowas braucht? War das wieder so ein „Musste-unbedingt-haben-wennste-in-sein-willst“-Ding? Ich habs nicht kapiert. Und irgendwann ließ die Nähgewichte-Schwemme wieder nach und ich habs völlig vergessen.

Monate später war ich wieder mal am Nähen. Wie das so ist, beginnt das mit Bügeln des zuzuschneidenden Stoffes, auf diesen wird der Schnitt aufgelegt und übertragen. Ich leg mir dazu immer ein paar Bücher auf den Schnitt, damit beim Anzeichnen nichts verrutscht. Das funktioniert prima, nur diesmal wars ein bisschen fummliger, da waren die Bücher fast ein bisschen unhandlich. Da müsste man mal irgendwas erfinden… – und in dem Moment hats endlich „klick“ gemacht! *gg*

Nun wusste ich endlich, wozu Nähgewichte – aka Schnittbeschwerer, Zuschneidegewichte, Fixiergewichte – gut sind. Wobei ich Schnittbeschwerer – analog zu „Briefbeschwerer“ – passender als „Nähgewichte“ finde. Weil zum Nähen brauch ich das Gewicht ja nicht!

Jedenfalls hat mich nun die Schnittbeschwerer/Nähgewichte-Herstellungs-Muse geküsst und ich hab einfach mal frei Schnauze losgelegt:

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Die dreieckigen gefallen mir am Besten und sind einfach herzustellen:

  • Ein rechteckiges Stück Stoffrest auf die Hälfte legen (schöne Seite nach innen), so dass ungefähr ein Quadrat entsteht.
  • Zwei Seiten absteppen.
  • Bei der noch offenen Seite die Kanten aufeinander legen, so dass diese nun in der Mitte liegen. Etwa zur Hälfte absteppen.
  • Wenden und durch die Öffnung (mit einem Trichter) befüllen. Kleine Dekosteine (ggf. vorher waschen und trocknen lassen) eignen sich gut als Füllmaterial – s. auch unten.
  • Nicht ganz randvoll machen, in die Öffnung ein Band (Schlaufe) legen, feststecken und verschließen. Die Schlaufe kann auch weggelassen werden.

Erinnert dich an Osterhühner? Stimmt – das ist genau dieselbe Vorgehensweise, nur eben ohne Schnabel, Kamm und Füße. Falls du eine ausführlichere und bebilderte Anleitung haben möchtest, findest du z.B. bei Olivia Twist eine solche, sogar mit Video.

Für die flachen Fixiergewichte einfach zwei Stoffreste aufeinander legen (schöne Seite nach innen), bis auf eine Wendeöffnung absteppen. Wenden. Befüllen. Öffnung schließen (ggf. mit Bändel).

Ist eine gute Stoffreste-Verwertungsmöglichkeit und wenn du ein bisschen auf die Suche gehst, findest du bestimmt auch geeignetes Füllmaterial, das auf diese Weise recycelt werden kann. Hier sind Nicht-Lebensmittel meiner Meinung nach vorzuziehen. Zumal Reis z.B. anfällig für Feuchtigkeit ist, also schon deshalb nicht unbedingt empfehlenswert. Getreidekörner o.ä. wären da schon eher geeignet und finden sich vielleicht in einem ausgedienten Dinkel- oder Kirschkernkissen? Am besten sind die Dinge, die man irgendwo rumliegen hat und nicht mehr braucht, die klein und schwer genug sind für ein zweites Leben als Nähgewichte-Füllmaterial.

Größenangaben für Schnittbeschwerer gibt es (zumindest bei mir) nicht, da einfach locker drauflos nähen, verschiedene Größen probieren und wenn du irgendwann zu viel von den Dingern gemacht hast, lautet dein nächstes Vorhaben eben: Tasche für Schnittbeschwerer nähen. :)

Vielleicht hab ich dir Lust aufs Nachmachen gemacht, zumal es ein schönes Schnell-&-einfach-Projekt ist. Oder du hast dir längst deine Nähgewichte gemacht? Dann würd ich mich sehr über einen Kommentar – gerne mit Link – freuen, um meine Neugier zu stillen :)

Jedes Feuerwerk ein Fest?!

Ich hoffe, ihr seit alle gut im neuen Jahr angekommen. Wie haltet ihr es denn an Silvester? Gibts ein großes Feuerwerk? Raketen oder Böller? Oder nur Wunderkerzen? Oder seit ihr am liebsten auf der ganz großen Party mit professionellem Feuerwerk?

Seit Jahren schon machen wir selber kein Feuerwerk mehr. Allerdings gehören die bunten Raketen für mich zum Jahreswechsel dazu. Also mit „aaah“ und „ooohhh“ in den Himmel guggen machen wir nach wie vor sehr gerne. Ein paar Minuten, dann isses auch wieder gut und wir kümmern uns lieber um die Kazis, die den Lärm und die grellen Lichter, die sich leider nicht komplett ausschließen lassen (nicht vor jedem Fenster gibt es ein Rollo), ziemlich blöd finden.

Heuer waren es erfreulich wenig Böller, insgesamt ging das Geballere und Gepfeife bis ca. 0.45 Uhr und dann war ziemlich schlagartig Ruhe. Wie wenn sich das ganze Dorf abgesprochen hätte. Das war in den Jahren zuvor schon ganz anders. Da gings auch mal bis zwei oder drei Uhr. Und es gab erheblich mehr Böller-Explosionen. Das Gekrache kann man nicht anders nennen.

Dennoch: An Silvester soll und darf es Feuerwerk geben. Das gehört dazu – wenn da gar nix wäre, wärs kein Silvester, sondern eine Nacht wie jede andere. Wie viel mensch verballert,  muss jedeR für sich selber entscheiden. Wenns weniger BUMM ist, freu ich mich drüber. :)

Natürlich ist es eine gigantische Umweltverschmutzung, da muss man nix schönreden. Die Luft ist verpestet, die Straßen und Plätze sind hinterher zugemüllt und für die Tiere ist es eine extreme Stresssituation. Daher kann ich die Diskussionen, die alle Jahre wieder aufs Neue auftauchen, sachlich absolut nachvollziehen. Nur leider finden die zur falschen Zeit statt. Finde ich.

Jedes Feuerwerk ein Fest! habe ich den Beitrag hier betitelt. Der Untertitel lautet: Jedes Fest ein Feuerwerk? Dort liegt meines Erachtens das eigentliche Problem.  Wir leben hier in einer Landschaft, die sich mehr und mehr zum Touri-Magnet mausert und gerade im Sommer eine Menge an Events zu bieten hat. Und da isses inzwischen so, dass gefühlt jede Woche auch ein Feuerwerk stattfindet.

Unsere Gegend ist ländlich strukturiert, mit vielen Dörfern und jedes einzelne hat natürlich eine Kirche und die meisten haben z.B. eine Freiwillige Feuerwehr und/oder einen Sportverein. Das wiederum bedeutet, es gibt in jedem Dorf jedes Jahr eine Kirchweih und mindestens ein weiteres Fest.

Einschub: Sowohl Freiwillige Feuerwehr als auch Sport- oder sonstige Vereine halte ich für geradezu existentielle Einrichtungen, ohne die ein Dorf praktisch gar nicht leben könnte! Wer noch Kapazitäten für gute Vorsätze frei hat: Meldet euch an, macht mit, seit dabei! Engagiert euch im Verein, in der Freiwilligen Feuerwehr oder was es bei euch entsprechendes gibt. Das meine ich völlig ernst und aufrichtig! Die nachfolgende Kritik richtet sich ausschließlich gegen das Überhandnehmen der Feuerwerke zwischen Januar und Dezember!

Da natürlich alle was vom großen Tourismus-Kuchen abhaben wollen, fühlt sich mittlerweile praktisch jedes Dorf gezwungen, aus der gemütlichen „Dorfkirba“ ein „Event“ zu machen. Nun ist der Platz mit Bierzelt, Kinderkarussell und Losbude vom Roten Kreuz aber meistens voll – nicht mal Autoscooter gibt es überall. Nix mit Achterbahn oder andern tollen Fahrgeschäften. Aber irgendwas muss man ja tun, um die Touris anzulocken. Und so ein Feuerwerk macht halt immer was her.

Genau hier wäre meiner Meinung nach die Diskussion wegen Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung von Mensch und Tier an der richtige(re)n Stelle: Muss wirklich jede Ortschaft mit drei Häusern, Wirtshaus und Kirche mit einen Feuerwerk aufwarten? Bei größeren Städten lass ichs mir ja noch eingehen, wenn es einmal im Sommer ein zusätzliches (zu Silvester) Feuerwerk gibt. Aber eben auch nur eines. Und  nicht eines jede Woche. In jedem Dorf. An jedem Strand. In jedem Wirtshaus. An jedem Anleger. In jedem Verein. Und bei der einen oder anderen Hochzeit auch noch.

Vielleicht wäre es ein Anfang, wenn man sich innerhalb eines Dorfes besser abstimmen und auf ein Feuerwerk einigen könnte. Heuer bei der Kirchweih, nächstes Jahr beim Feuerwehrfest. Die Angler, Radler, Camper und der Sportverein tun sich zusammen und schmeißen alle drei Jahre eine richtig große Party – ein Mega-Event, von dem dann alle etwas haben dürften. So wären reihum alle mal dran mit Feuerwerk und die Vereine können sich Kosten teilen. Dass diese dennoch jährlich ein kleines, traditionelles Fest veranstalten, da spricht ja nichts dagegen. Ganz im Gegenteil! So wäre die Brauchtumspflege schließlich gesichert, die bei all der Event-Heischerei  auszusterben droht.

Damit hätten am Ende alle gewonnen, allen voran die Natur, von der wir alle leben und wegen der ja auch die Touris kommen! Und wenn es in der Hochsaison gefühlt alle paar Tage ein Feuerwerk gibt, isses ja auch nix Besonderes mehr.

Vielleicht ergibt sich der eine oder andere Denkanstoß. Möglicherweise schließen sich auch ein paar benachbarte Dörfer zusammen zu einem „Event-Verbund“. Ich würde mich freuen, wenn das Feuerwerk wieder zu dem werden dürfte, was es doch eigentlich sein sollte: Etwas ganz außergewöhnliches, das es allerhöchstens (!) zweimal im Jahr zu bestaunen gibt. Inklusive Silvester.

Meine zwei Cents zum Thema. Und was meint ihr?

 

Frohe Feiertage

Ich wünsch euch allen da draußen fröhliche Feiertage im Kreis eurer Lieben. Macht euch keinen Stress, sondern genießt die Zeit, die ihr gemeinsam verbringt.

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Die Schnurgels warten nicht unbedingt aufs Christkind, aber natürlich gibts für sie an den Feiertagen ein extraleckeres Essen. Wir machen das immer so, dass es das „Festmahl“ am 24. und am 26. gibt. Zwei Tage am Stück – geschweige denn drei – würden nur dazu führen, dass sie das immer erwarten ;)

Das nächste Festmahl für die beiden gibts an Neujahr, als Entschädigung für die Ballerei in der Nacht davor. Und bevor das missverstanden wird: Wir ballern überhaupt nicht,  das Feuerwerk ringsum ist völlig ausreichend. Unser Job ist es, den Schnurgels zu versichern, dass es keinen Grund zur Sorge gibt.

Habt eine schöne Zeit zusammen und ich wünsche euch fürs neue Jahr Glück, Gesundheit, Liebe, Freude, Lachen – die wichtigen Dinge des Lebens eben ;)

Winter-Marmelade: Glühzwetschge

Was tun, wenn man Zwetschgen eingefroren hat und außerdem noch Glühwein da ist? Richtig, man bringt beides zusammen und macht prima Winter-Marmelade daraus. Die schmeckt aufs Brot (wahlweise mit Butter oder Frischkäse/Ricotta), zwischen zwei Plätzchen „geklemmt“, auf einen Tortenboden gestrichen und/oder in der Tortenfüllung – oder wo und wie auch immer ihr Marmelade mögt. Aber Achtung: Die hier ist „mit Schuss“.

Ich hab erst ein bisschen rumexperimentiert, bis das Rezept perfekt war. Das richtige Verhältnis Zwetschgen : Glühwein sollte 3:2 sein. Normalerweise verwende ich beim Gelierzucker 2:1 – hier hatte ich besonders süße Zwetschgen, da ist Gelierzucker 3:1 besser. Alternativ weniger Zucker und dafür noch etwas AgarAgar nehmen. Und dann noch die Gewürze dazu:

Wintermarmelade

600 g Zwetschgen
400 ml Glühwein
1 gestr. TL Spekulatius-Gewürz
1-2 TL Zimt
340 g Gelierzucker 1:3

Die entsteinten Zwetschgen im Mixer zerkleinern, zusammen mit allen anderen Zutaten in einen großen Topf geben und fünf Minuten kochen lassen. Unbedingt dabei bleiben und immer wieder rühren.

Anschließend in sterilisierte Schraubgläser füllen (ich übergieße die vorher immer mit kochendem Wasser) und fest verschließen.

Lasst euch die Wintermarmelade schmecken! Und wer keinen Alkohol mag, nimmt Kinderpunsch oder Orangensaft oder Birnensaft.

Ach, und was die Plätzchen angeht – da lohnt sich vielleicht ein Blick aufs zauberweib.de :)