gehäkelte Becherchenschühchen

Ein Wort mit gleich vier mal „ch“ gibt es nicht oft – und was sind Becherchenschühchen überhaupt?

Gemeint sind Fressnäpfe, ganz konkret die aus Metall, die beim Kauf einen sehr praktischen Gummirand haben. Der erfüllt den Zweck, dass das Becherchen nicht durch die halbe Wohnung geschoben wird und sorgt dafür, dass auch nix klappert. Leider hält der Gummirand nicht wirklich lange und hungrige Katzentiere haben sehr schnell den Dreh raus, wie man am nervtötensten mit dem Becherchen klappert…

Einen Überzug zu häkeln hat sich als die Lösung entpuppt, die schnell und einfach herzustellen ist. Prima Verwertung von Wollresten ist es auch noch, nehmt einfach, was an Wolle da ist und die dazu passende Häkelnadel. Bei dicker Wolle müsst ihr einzwei Runden weniger, bei dünner etwas mehr häkeln.

Anleitung:

Vier Luftmaschen zu einem Ring schließen (oder einen MagicRing machen), acht feste Maschen (fM) reinhäkeln. Jede Runde mit einer Kettmasche schließen und einer Luftmasche beginnen.

zweite Runde: In jede fM zwei halbe Stäbchen (hSt) arbeiten.

dritte Runde: *2hSt, hSt* – also zwei hSt in eine Masche häkeln, in die nächste Masche ein hSt. Und dies wiederholen, bis die Runde voll ist. Pro Runde werden acht Maschen zugenommen.

vierte Runde: *2hSt, hSt, hSt*
füfte Runde: *2hSt, hSt, hSt, hSt*
sechste Runde: *2hSt, hSt, hSt, hSt, hSt*

In dem Schema weitermachen, bis der erarbeitete Kreis den Durchmesser des Becherchens erreicht hat. In der nun folgenden letzten Runde in jede Masche ein (ganzes) Stäbchen häkeln. Runde schließen, Fäden vernähen.

Aus dem selben Garn oder einer Kontrastfarbe eine Kordel drehen bzw. eine feste Luftmaschenkette häkeln. Diese Kordel/Kette sollte knapp den doppelten Umfang des Becherchens messen. Durch die Stäbchen der letzten Reihe fädeln.

Becherchen auf das Schühchen stellen, mit der Kordel festziehen und Schleife binden. Fertig.

2017_10becherschuehchen

Bei uns stehen die Becherchen auf einem (Stoff-)Deckchen und sind dank der Schühchen nun wieder rutschfest und vor allem auch ruhig gestellt. Natürlich gibt es die Schühchen in mehrfacher Ausführung, so dass sie regelmäßig ausgetauscht und gewaschen werden können.

Die Schühchen haben sich sehr bewährt. Wer von klappernden Metallbecherchen genervt ist, muss nicht auf die Plastikvariante zurückgreifen, sondern kann einfach nach der Anleitung einen Rutsch- und Lärmschutz häkeln.

Viel Spaß dabei!

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Gesegnete Feiertage euch allen

Ich wünsche euch allen da draußen fröhliche und gesegnete Feiertag – welches Fest auch immer ihr feiert. Letztlich geht es doch in allen Religionen, Traditionen und Glaubensgemeinschaften in der dunklen Jahreszeit darum, einander zu wärmen und zu halten. Miteinander zu teilen und zu trösten. Füreinander zu sorgen und einfach da zu sein.

Und wenn man das an den übrigen Tagen, die so ein Jahr hat, auch ab und zu schafft, wär das nicht das schlechteste…

Eine gute Zeit euch allen und ein glückliches, gesundes Jahr 2018.

Rezeptverwaltungs-Software

Seit vielen Jahren bereits nutze ich Daniel Lüdeckes Zettelkasten. Darin speichere ich alle Ideen aus allen Gewerkel-Bereichen ab: Bastel- und Dekoideen, Häkelmuster, Anleitungen für Pullis oder Tücher. Färberezepte, irgendwelche kreative Ideen, die ich irgendwo mal gesehen habe, die ich irgendwie vielleicht mal umsetzen will – alles wird in diesem Programm gesammelt. Bilder können eingefügt werden, selbstverständlich gibts die Möglichkeit, Quellen anzugeben und die umfangreiche Schlagwortverwaltung sorgt dafür, dass wirklich alles auch wiedergefunden wird. Die kostenlose Software kann noch viel mehr, als ich tatsächlich nutze – einen Blick darauf zu werfen, ist sicher lohnenswert.

Nun bilde ich mir aber unbedingt ein, dass das Layout eines Rezeptes links die Zutaten auflisten soll, rechts daneben ein Bild und darunter die Anleitung zur Zubereitung. Das mit dem „rechts daneben“ kann der Zettelkasten leider nicht. Außerdem hätte ich alles gerne in schönem html (Exportfunktion) und zum Ausdrucken.

Ich hab mich also auf die Suche gemacht und war zunächst schier erschlagen von der Fülle an Rezeptverwaltungsprogrammen, die es gibt! In die engere Auswahl kamen letztlich aber nur zwei – beide Freeware, beide auch als portable Version verfügbar.

Das kleine Rezeptbuch gibt es aktuell in der Version 3.0. Kategorien können nach eigenen Bedürfnissen angelegt, aber es kann nur eine je Rezept vergeben werden. Die Maske gibt Eingabefelder für Zutaten, Zubereitung, Quelle und Bild an, sowie div. Nährwert- und Portionsangaben und natürlich die Kategorie.

Sehr gut sind die umfangreichen Suchmöglichkeiten sowie die Option, mehrere Kochbücher anzulegen.

Es gibt diverse Exportfunktionen: Neben txt, rtf und pdf natürlich die Formate rezkonv und mcb. Außerdem odt, jpg und html. Die Formatierungen können etwas angepasst werden, mehrere Vorlagen sind vorhanden. So gefällt mir der Export als pdf hier recht gut – leider ist das generierte html dafür vorsintflutlich grottenschlecht. Sorry, kann nicht anders bezeichnet werden. Die Darstellung in Einzelseiten zum Durchblättern sieht optisch durchaus ansprechend aus. Doch der Quellcode dahinter – geht gar nicht. :(

So komme ich zu Floses Kochbuch, aktuell in der Version 2.6.8.0. Auch hier gibt es eine Eingabemöglichkeit nach Zutaten, Zubereitung, Quelle und Bild. Außerdem weitere Angaben für Zubereitungszeit, Portionsgrößen, Nährwerte, usw.

Kategorien können auch hier frei nach Belieben angelegt werden, mit einem zusätzlichen Erklärungsfeld sowie der Möglichkeit, jedem Rezept mehrere Kategorien zuzuordnen. Dafür lassen sich nicht mehrere Kochbücher anlegen.

Die Suchfunktion ist auf den ersten Blick eher unscheinbar, entpuppt sich aber als leistungsstarkes Hilfsmittel.

Die Exportmöglichkeiten sind hier nicht ganz so zahlreich, aber ausreichend: reze, rtf, zip, html, tex – und natürlich gibt es eine Druckfunktion, mittels der auch die Ausgabe als pdf ermöglicht ist.

Der Nachteil beim html-Format ist hier, dass alles in einer Datei exportiert wird – dafür aber incl. Inhaltsverzeichnis, wenn gewollt. Und es handelt sich um vorbildliches, wunderschönes html mit eigener css-Datei, die bei der Formatierung keinerlei Wünsche offen lässt. Der html-Quellcode ist mit divs und classes so gestaltet, dass mit wenigen Handgriffen praktisch jedes Layout möglich ist. Die css-Datei muss man sich dann nur noch in Reichweite sichern und kann bei jedem neuerlichen Export (z.B. getrennt nach Kategorien) im Anschluss rüberkopiert werden – fertig ist das Wunsch-Rezeptbuch!

Somit ist mein Favorit ganz klar das Kochbuch von Flose – wobei das kleine Rezeptbuch nur einen Tick andere Schwerpunkte setzt.

Wer gerade auf der Suche nach so etwas ist, sollte sich also ruhig alle drei genannten Programme etwas näher anschauen. Und auch wenn es sich dabei um Freeware handelt – bzw. genau deswegen merkt man bei solcher Software oft, dass da Herzblut drinsteckt. Daher mein Apell: Wenn ihr euer Wunschprogramm gefunden habt und zufrieden damit seit, dürft ihr gerne einen Beitrag spenden und so die Programmierer motivieren, weiter zu machen.

Und wenn ihr schon dabei seit – wir alle nutzen sie fast täglich, also darfs auch hier ein kleiner Beitrag sein: Danke, Wikipedia und alle, die dahinter stehen!

Kastanien-Waschmittel: update

Letztes Jahr habe ich von meinem Kastanien-Waschmittel-Test berichtet – heute kann ich dazu ein bisschen was ergänzen:

Ich war in diesem Jahr schlauer und habe die Kastanien sofort geschält und grob zerkleinert. Bzw. erst geviertelt, diese Stückchen von der Schale befreit und je nach Größe diese nochmals halbiert.

Die Kastanienbröckelchen wollte ich nun fein zermahlen. Dazu hab ich mir ein Herz gefasst und eine gute Hand voll in meinen Standmixer gefüllt. Was soll ich sagen? Das hat funktioniert, der Standmixer hat anstandslos getan, was er sollte, und die gesamte Prozedur ohne mucken durchgehalten. Allerdings hab ich portionsweise gearbeitet, immer wieder etwas pausiert und in einem zweiten Durchgang erst feinvermahlen. Ich hätte nicht gedacht, dass der Standmixer diese Leistung bringt – umso mehr hats mich gefreut, dass es funktioniert hat :)

Das Kastanienmehl habe ich auf einem Geschirrtuch ausgebreitet und gut – mehrere Tage – durchtrocknen lassen.

An der Anmischung hat sich im Prinzip nichts geändert: Am Vorabend einen gut gehäuften Esslöffel Kastanienmehl ins Beutelchen füllen, das stell ich in einen Kaffeebecher und gieße mit heißem Wasser auf. Durchrühren bzw. stochere ich mit einem Löffel im Beutel, damit es keine Klümpchen gibt. Über Nacht durchziehen lassen.

Am nächsten Tag den Kastanien-Sud ins Waschmittelfach geben (das Beutelchen auch gut ausdrücken) und die 60-Grad-Wäsche damit waschen. Den Inhalt des Beutelchens zum Trocknen ausbreiten. Das Kastanienmehl kann nämlich ein zweites Mal verwendet werden, allerdings nehme ich dann etwas mehr – also ca. zwei Esslöffel voll.

Was ich inzwischen auch ausprobiert habe: Die Verwendung von kochendem Wasser zum Aufgießen muss nicht sein. Das Ergebnis ist dadurch nicht besser als bei der Verwendung von heißem Wasser aus dem Hahn. Außerdem klumpt das Mehl weniger und lässt sich hinterher auch besser trocknen. Daher einfach nur heißes Wasser aufgießen.

Ich bin mit dem Waschergebnis super zufrieden und dank meiner lieben Kollegin habe ich einen Vorrat, der vermutlich das ganze Jahr reichen wird!

P.S.: WordPress teilt mir gerade mit, dass das mein 100. Beitrag ist :)

Brot backen mit Hefewasser

Vor einiger Zeit bin ich über den Begriff „Hefewasser“ gestolpert. Zufällig hat meine Lieblings-Youtuberin Sally ebenfalls ein Video dazu hochgeladen, gefolgt von Videos zum Brotbacken mit Hefewasser. Da wars dann um mich geschehen: Ich musste das ausprobieren!

Brot selber backen – klingt aufwändig. Wenn man rein die Zeitspanne betrachtet, ist es das auch. Der Vorgang bzw. die jeweiligen Schritte sind allerdings wirklich kinderleicht und dauern immer nur wenige Minuten. Tatsächlich benötigt man nur ein bisschen Geduld, wenn man superleckeres Brot haben will!

Der Erstansatz des Hefewassers braucht ca. acht Tage, bis es einsatzbereit ist. Dazu einfach zwei Datteln (oder ein gut gehäufter EL Rosinen) mit 50 g Zucker (oder Honig) und einen Liter lauwarmen Wasser in eine Glasflasche mit Schraubverschluss füllen, gut durchschütteln, bis sich alles aufgelöst hat und dann stehen lassen (nicht im Kühlschrank!). Morgens und abends kurz schütteln und die Luft rauslassen: Nach dreivier Tagen fängt der Inhalt nämlich an zu gären, wodurch sich Druck aufbaut, der regelmäßig entweichen muss.

Nach ca. acht Tagen die Flüssigkeit durchsieben, benötigte Menge abmessen; der Rest kann in einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn das Hefewasser kaltgestellt ist, kann nichts passieren. Für den nächsten Einsatz einfach wieder ins Warme stellen, Wasser und Zucker nachfüllen und wieder einige Tage Geduld haben – diesmal gehts auch ein bisschen schneller.

Ich habe als erstes das Roggen-Dinkel-Vollkornbrot ausprobiert, allerdings mit fertig gekauftem Vollkornmehl, nicht frisch gemahlen. Lest euch das Rezept genau durch – auch hier müsst ihr zweidrei Tage einplanen, bis das Brot endlich fertig ist. Und guggt euch auch das Video dazu an – da seht ihr am besten, welche Konsistenz die beiden Teige haben sollen. Das hatte mich nämlich etwas verunsichert, dass die so flüssig/weich waren. Aber: muss so :)

Das einzige, was bei mir nicht so geklappt hat, war das Brot aus der (Kasten-)Form rauszubringen. Beim nächsten Mal werde ich sie nach dem Einfetten noch mit Bröseln/gemahlenen Kernen o.ä. einstauben. Und vielleicht eine Springform nehmen – da bekomme ich das Brot sicher wieder raus.

Probiert es unbedingt aus – es ist schon ein kleines Wunder, dem Hefewasser beim Werden zuzusehen und wie das Brot im Ofen aufgegangen ist: Wahnsinn! Ich hab selber noch einige Ideen im Hinterkopf, was ich alles experimentieren will.

Die Ausrede, dass das alles so zeitintensiv ist,  kann ich auch nicht wirklich gelten lassen. Der konkrete Arbeitsaufwand beträgt jeweils maximal zehn Minuten, der Rest ist immer nur abwarten – und genau diese Zeit, die dem Teig zum Werden gewährt wird, ist es, die das fertige Brot so locker und lecker werden lässt!

Und wenn ihr zum Brotback-Fan geworden seit, macht ihr beim nächsten Mal einfach die doppelte Menge, dafür kleinere Brote backen (bzw. die fertigen halbieren) und einfrieren. So habt ihr immer wieder frisches Brot parat und spätestens, wenn die letzte Reserve zum Auftauen bereit liegt, wirds Zeit, das Hefewasser zu „reanimieren“.

Oder habt ihr schon mit Hefewasser gebacken? Experimentiert? Erzählt doch mal, ich bin neugierig!

Mondkissen-Bezug

Für das Mondkissen wollte ich noch einen Bezug nähen. Baumwolle am liebsten, weil die gut gewaschen werden kann. Was brauche ich alles?

Der Schnitt

Für die Schnitterstellung nehme ich immer Zeitungen. Die gibts frei Haus, haben bereits ein großes Format und lassen sich notfalls gut zusammenkleben zum Vergrößern.

Ich hab das Kissen auf die Zeitung gelegt, einmal rundum gefahren. Sicherheitshalber den Umfang an der dicksten Stelle gemessen – der Mond-Zuschnitt sollte an der breitesten Stelle die Hälfte davon haben. Wenn der Bezug nicht ganz engangliegend sein soll, darfs auch ein halber Zentimeter mehr sein. Hier habe ich die Rundung noch etwas angepasst. Ausgeschnitten.

Da ich es gerne symmetrisch mag, hab ich den Zuschnitt probehalber auf Hälfte zusammengelegt, hier und da ein bisschen nachgeschnibbelt. Außerdem hab ich die Mitte oben und unten markiert. Diese Markierung wird auf den Stoff übertragen, das erleichtert das Zusammenstecken später zusätzlich.

Der Stoff

Ein gutes Recycling-Projekt nicht nur für das Kissen-Innenleben,  sondern auch für die Hülle. Ich hatte einen ausgedienten Pyjama, dessen Oberteil genau richtig war dafür. Angedacht war ein Hotelverschluss, aber ich konnte eine passende Stelle finden, die es mir erlaubte, die Knöpfung als Verschluss gleich mit einzuarbeiten. Das nenn ich Upcycling total :)

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Bügeleisen und Stecknadeln

Diese Werkzeuge nenn ich extra, weil eine gute Vorbereitung erstens das Nähen selber sehr erleichtert und zweitens ein gutes Endergebnis ermöglicht.

Zuerst wird der Stoff also gebügelt – dabei lässt sich nochmal ein scharfer Blick auf etwaige Löcher oder sonstige Problemstellen werfen, die ggf. vorher noch in Ordnung gebracht werden müssen. Hier war das die Knopfleiste bzw. der Besatz nach innen. Den habe ich jeweils festgesteppt, so dass hier nix verrutschen kann.

Nun das Schnittmuster auf der linken Seite übertragen – incl. der Markierungen. Mit Nahtzugabe jeweils ausschneiden. Zweimal brauchts das. Rechts auf rechts aufeinanderlegen und mit vielen Stecknadeln (oder Klammern) ordentlich zusammenstecken. Darauf achten, dass kein Knopf auf der Naht zu liegen kommt, den notfalls vorher entfernen :)

Zusammennähen

Nun kanns losgehen: Einmal rundum nähen. Wenden und den Bezug schon mal aufziehen: passt alles? Nichts zu eng oder zu weit? Bezug wieder abziehen und auf links wenden. Wenn alles gepasst hat, die Nahtzugaben ggf. noch etwas zurückschneiden, verzackeln. Und jetzt ist es fertig!

Ein kleines Zwischendurch-Projekt, das sich auch gut als Mitbringsel macht oder – wie hier – dem ehemaligen Lieblingsschlafanzug ein zweites Leben verschafft:

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Dieser Beitrag ist meinem fünften wp-Bloggeburtstag gewidmet. :)

Mondkissen

Irgendwie bin ich auf den Gedanken gekommen, ob man Glückskekse häkeln kann. Ausprobiert und festgestellt: Babyeinfach! Es wird praktisch ein Kreis gehäkelt, aber nicht an acht, sondern zwölf Stellen gleichmäßig pro Runde zugenommen. Das ist das ganze Geheimnis.

Dabei ist mir aufgefallen, dass so ein Glückskeks auch was mondförmiges hat und wenn man den groß genug macht und befüllt, hat man ein wunderbares Nackenkissen!

Ein schönes Projekt auch für Wollreste. Ich hab eine 4er Häkelnadel genommen – notfalls die Wolle doppelt nehmen. Außerdem brauchts noch Füllwatte o.ä. – Vliesreste können hier ebenfalls gut verwendet werden.

Damits der Hals bequem hat, wird die Mitte zunächst gerade gehäkelt, bevor die Rundungen anfangen. Es beginnt mit einem Luftmaschenring, in den acht feste Maschen gehäkelt werden. Runde mit einer Kettmasche schließen (gilt für alle Runden).  Ab jetzt weiter mit halben Stäbchen:

2. Runde:  2hSt. in jede fM.
3. Runde: * 2hSt., hSt.* – wiederholen
4. Runde: * 2hSt., hSt., hSt * – wiederholen

Somit wird in jeder Runde gleichmäßig an acht Stellen zugenommen und es ergibt sich ein flacher Kreis bzw. Achteck. Weitermachen, bis 48 Maschen erreicht sind. Dies ist der Mittelteil, wo der Kopf sich später schön reinschmiegen kann.

Ab jetzt werden zwölf Maschen je Reihe zugenommen:
* 2hSt., hSt., hSt., hSt. * – wiederholen. usw. Wie vorher auch, nur dass es zwölf Zunahmen sind – daraus ergibt sich die Wölbung.

Nach ein paar Reihen guggen: Das Gebilde auf Hälfte legen und schauen, wie viel von dem Mond schon erkennbar ist. Sobald die Kissengröße ausreichend ist – bei mir waren das von der Mitte aus gemessen gute 20 cm –  kann mit zusammenhäkeln begonnen werden. Ich hab das mit festen Maschen gemacht.

Wenn ca. zwei Drittel zusammengehäkelt sind, mit Befüllen beginnen. Es muss gar nicht soo festgestopft werden, trotzdem geht einiges rein. Weiter zusammenhäkeln, befüllen, schließen. Nochmal probeliegen, dass auch genug/nicht zu viel Füllung vorhanden ist. Faden abschneiden und verstechen.

Und so siehts dann aus:

2017_08mondkissen01

Mir gefällt es richtig gut, trotzdem hätte ich gerne noch einen Bezug dafür. Der lässt sich halt leichter mal waschen und trocknen als ein ganzes Kissen…

Übrigens – auf zauberweib.de könnt ihr sehen, was ich im Sommer sonst noch so gewerkelt habe.

Zafu – selber machen

Ein Zafu ist ein Meditationskissen oder anders gesagt: ein rundes Bodenkissen. Außerdem ist es eine hervorragende Möglichkeit, Stoffschnippsel unterzubringen. Vor neun Jahren habe ich mein erstes Zafu gemacht, völlig frei Schnauze: Kreis, Kreis, dazwischen ein eingekräuselter Rand mit überlappenden Enden (Hotelverschluss), so dass immer wieder Stoffrestchen nachgefüllt werden können.

Es kam, wie es kommen musste: Inzwischen ist mein Zafu kurz vom Platzen:

2017_07pfuki_altohne

Höchste Zeit, ein neues, etwas größeres zu nähen und da ich im Internet nur wenige, sehr unterschiedliche und fast ausnahmslos englischsprachige Anleitungen gefunden habe, werd ich hier ein bisschen ausführlicher.

Der (Zu-)Schnitt

Wie schon erwähnt, besteht (m)ein Zafu aus zwei Kreisen (Durchmesser je 40 cm) und einem Rand drumrum (Höhe: 34 cm). Der Clou bei dem Rand ist jedoch die Faltung; die ermöglicht das Mitwachsen des Kissens – also geradezu prädestiniert für eine Füllung aus Stoffitzelchen, Wollresten, u.ä.

Die Größenangaben sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Wenn du lieber ein kleineres Kissen anfertigen willst, kannst du die Maße entsprechend anpassen. Genau deshalb gibts weiter unten auch einen Abschnitt „Mathematik“.

Die beiden Kreise mit Nahtzugabe ausschneiden. Für den Rand brauchts einen Streifen von 34 cm Höhe zzgl. Nahtzugabe. Die Länge hängt u.a. von der Faltung ab. Ich habe mich für die 6:4-Variante entschieden:

2017_07pfuki_faltschema

Das bedeutet, Stofflänge zehn Zentimeter ergibt eine fertige Länge von sechs Zentimetern.

2017_07pfuki_faltung

Ein bisschen Mathematik

Kreisumfang = 2 * pi * r. Bei einem Durchmesser von 40 cm entspricht der Radius 20 cm -> 2 * 3,14 * 20 = 125,6 cm – so lang muss der fertig gefaltete Streifen also sein, damit er einmal um den Kreis passt.

Für sechs Zentimeter fertige Länge werden durch die Faltung zehn Zentimeter Stofflänge verbraucht, das bedeutet:

     6,0 = 10
125,6 = ?

125,6 * 10 = 1256 : 6 = 210 cm Stoffverbrauch für die Faltung. Jetzt brauchts noch eine Überlappung für den Hotelverschluss von ca. 20 cm:

210 cm + 20 cm = 230 cm muss der Randstreifen lang sein. Bei einer Höhe von 34 cm zzgl. Nahtzugabe. (Auf eine Nahtzugabe für die Versäuberung der beiden kurzen Seiten kann verzichtet werden, da die erste und letzte Falte jeweils weggelassen werden).

Nähen – Teil I

Zunächst eine kurze Seite des Randstreifens schön versäumen. Das ist das Ende, das später sichtbar sein wird. Ich habs zweimal nach innen umgeklappt und zweimal drübergesteppt.

Das andere Ende habe ich nur einmal nach innen geklappt und bin mit dem Zickzick-Zackzack-Stich drüber. Das ist später innenliegend, unsichtbar, soll einfach nur versäubert sein und gut is. :)

Messen & Stecken

Jetzt kommt der langwierige Teil, das Abmessen und Feststecken der Falten. Fang an der schön versäumten Kante an und messe zehn Zentimeter ab – das wird die erste Markierung. Nach sechs Zentimetern die nächste, dann wieder nach vier Zentimetern. 6 cm – 4 cm – 6 cm – 4 cm usw. immer im Wechsel. Dies auf der anderen Kante genau so wiederholen – die Falten sollen in einer Senkrechten liegen.

Die Falte wird jeweils aus dem Vier-Zentimeter-Stück gebildet. Dazu – wie im Bild weiter oben ersichtlich – die Markierung nach den sechs Zentimetern auf die Markierung nach den vier Zentimetern legen, feststecken. Für alle Falten auf beiden Kantenseiten wiederholen. Ist ein bisschen langwierige Fleißarbeit, die sich aber lohnt. Die letzte Falte am „unschönen“ Ende kann weggelassen werden, das ist später der innenliegende Teil.

(Falls du dein Zafu kleiner machen willst, kannst du eine durchgehende Falte legen bzw. bügeln – aber bitte trotzdem auch feststecken!)

Nun die eine Längsseite mit einem Kreis zusammenstecken. Rechte Seite jeweils nach innen, beginnend am schönen Ende. Lieber ein bisschen mehr Nadeln nehmen, umso gerader wird hinterher die Naht.  Das Ende überlappt den Anfang, so soll es sein, das ist das Prinzip des Hotelverschlusses.

Jetzt darfst du dir einen Cappuccino oder Tee gönnen und dann gehts weiter mit dem zweiten Kreis und der anderen Seite, die genauso zusammengesteckt werden.

Nähen – Teil II

Wenn du alles ordentlich fest- und zusammengesteckt hast, nähst du nun einmal rundum den Kreis mit der Längsseite zusammen. Und wiederholst das mit dem anderen Kreis auf der anderen Kantenseite. Anschließend die Nähte ggf. etwas zurückschneiden und verzackeln. Auch hier verwende ich den Zickzick-Zackzack-Stich, weil der nochmal zusätzlichen Halt gibt.

Die Wende & das Ende

Alle Nadeln entfernt? Keine vergessen? Auch bei der Überlappung nicht? Prima, dann einmal das Innerste nach außen drehen und fertig ist das Zafu:

2017_07pfuki_leer

Naja, noch nicht ganz, das ist ja jetzt nur die Hülle. Klassisch wird ein Zafu mit Kapok befüllt, das sind fluffige Pflanzenfasern. Es gibt auch die Varianten mit Spreu/Spelzen – oder eben mit Stofffitzelchen, die zu klein zur Weiterverarbeitung sind, aber halt doch immer wieder anfallen. Zum Beispiel beim Versäubern von Nähten. Oder Wollrestchen, die sind genauso geeignet.

2017_07pfuki_fuellung

Nach dem „Umzug“ meiner bereits gesammelten Fitzelchen vom alten ins neue Zafu sieht es so aus:

2017_07pfuki_neuohne

Damit wäre eigentlich alles fertig. Aber natürlich kann gerne noch ein Bezug gehäkelt werden – einfach weil der dann waschbar ist. Und auch mal gewechselt werden kann.  Hierzu einen Kreis (spirialig oder achteckig) häkeln, allerdings größer als vierzig Zentimeter. Einen zweiten Kreis in der gleichen Größe häkeln, anschließend weiter in Reihen für die Höhe. Diese aber nicht ganz schließen, sondern eine Öffnung lassen. (Darf ruhig ein Viertel des Umfangs sein). Wenn die gewünschte Höhe erreicht ist, mit dem anderen Kreis zusammennähen oder -häkeln. Ggf. in der Mitte der Öffnung Bänder anbringen zum Zubinden.

2017_07pfuki_neuhuelle

Das ist aber vermutlich eher eine Beschäftigung für hoffentlich noch in weiter Ferne liegenden kalten Winterabende. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen und wer Spaß an Fummelarbeit hat, kann auch ein Mini-Zafu als Nadelkissen anfertigen.

Wenn ihr Fragen habt oder etwas unklar ist, bitte sagt mir Bescheid, dass ich die Anleitung ändern kann.

Kumihimo – ich hab den Dreh raus

Bunte Bänder auf der Scheibe knüpfen – das ist Kumihimo. Zeichnungen und Beschreibungen, die zunächst sehr verwirrend aussehen, sind eigentlich ganz einfach – wenn man das Prinzip kapiert hat. Ich erklär in diesem Beitrag:

Die Scheibe

Zuerst brauchst du eine Scheibe, die du ganz einfach selber machen kannst. Nimm dicke Pappe und schneide einen Kreis aus (meine hat einen Durchmesser von zehn Zentimeter). Rundrum brauchst du nun gleichmäßig verteilt 32 Einkerbungen. Das kannst du mühselig 11,25-Grad-weise mit dem Geodreieck abmessen, oder du machst es dir etwas leichter: Einmal horizontal und vertikal eine Linie durchziehen (90 Grad), dann nochmal bei 45 Grad. Beides geht mit dem Geodreieck sehr einfach – auf hundertprozentige Genauigkeit kommt es nicht an!

Nun solltest du acht „Tortenstücke“ auf der Scheibe eingezeichnet haben. Diese halbierst du = 16 Teile/Striche. Jetzt nochmal eine Markierung jeweils in der Hälfte und schon hast du 32 Einteilungen. Diese nun mit der Schere oder einem scharfen Messer ca. ein bis zwei Zentimeter vom Rand einschneiden.  Jetzt fehlt noch das Loch in der Mitte – eineinhalb Zentimeter Durchmesser sind völlig ausreichend.

Ich habe meine Pappscheibe noch zweimal mit Potch überzogen, damit die Einkerbungen nicht so schnell ausleiern.

2017_07kumihimoscheibe

So sollte die Scheibe nun aussehen. Im Bild ist zu sehen, dass ich an den Einkerbungen jeweils ein kleines Eckchen rausgeschnitten habe – das macht das Einhaken der Fäden leichter. Was du außerdem gut brauchen kannst, ist ein Gewicht. Aus Beilagscheiben oder dicken Muttern ist das schnell gebastelt: Auf eine Kordel fädeln, verknoten, fertig.

Das Auffädeln

Die meisten Kumihimo-Muster benötigen 16 Fäden. Diese sind paarweise und meistens durchgehend angeordnet,  deshalb kannst du i.d.R. acht lange Stränge schneiden, die du auf halber Länge verknotest. Den Knoten schiebst du durch das Loch der Scheibe und verteilst nun die einzelnen Fäden nach der Mustervorgabe, z.B.:

2017_07kumihimo_inarbeit

In die Schlinge vom Knotenende fädelst du das Gewicht ein (im Bild links zu sehen) und dann gehts schon los!

Das Knüpfen

Drehe die Scheibe so, dass ein Fadenpaar oben-unten ausgerichtet ist. Nimm den rechten oberen Faden und spanne ihn in die Einkerbung rechts vor dem unteren Fadenpaar. Als nächstes nimmst du den linken unteren Faden und spannst ihn oben in die Einkerbung links vor dem dort verbliebenen Faden. Nun sollte sich oben und unten wieder jeweils ein Fadenpaar befinden.

Drehe die Scheibe im Uhrzeigersinn (also nach rechts), bis das nächste Fadenpaar oben ist. Wiederhole den Vorgang: o-re nach u-re, u-li nach o-li. Weiterdrehen. usw.

Bei dem hier aufgespannten Muster erhälst du folgendes Ergebnis:

2017_07kumihimo_komplett

Kumihimo ist wirklich eine sehr einfache Technik, wenn man den Dreh mal raus hat. Ein Unterbrechen bzw. Wiederaufnehmen der Arbeit ist problemlos, da die Fäden eingespannt sind und nichts verrutschen kann. Der obenliegene Faden ist der, der zuletzt bearbeitet wurde, ab hier wird weitergemacht.

Es empfiehlt sich, hin und wieder die Fäden nach dem Umlegen „auszuziehen“, um einem Verheddern entgegen zu wirken. Wenn das fertige Band so weit runterhängt, dass es beim Arbeiten stört, einfach einen lockeren Knoten schlingen und ggf. das Gewicht ebenfalls mit durchfädeln.

Wenn alles verknüpft ist, die Fäden aus den Einkerbungen lösen und miteinander verknoten.  Soll es für ein Armband oder eine Kette sein, kann ein Quetschverschluss angebracht werden.

Ich bin momentan richtig süchtig nach Kumihimo und Schuld daran ist – wie könnte es auch anders sein – das Internet. Genauer gesagt: Pinterest. Suche dort nach Kumihimo und du wirst schier erschlagen von Beispielen, Vorlagen, Mustern und und und (meine Kumihimo-Sammlung). Das funktioniert natürlich auch über jede normale Suchmaschine.

Einziger Wermutstropfen bei dieser Technik: Es wird viel Garn gebraucht! Aus einer Fadenlänge von ca. 80 cm (Stranglänge ca. 160 cm) kannst du knapp 30 cm fertiges Band erknüpfen (zuzüglich der Längen für die Anfangs- und Endverknotungen). Wenn du also ein Band von einem Meter Länge haben möchtest, musst du gut drei Meter je Faden = sechs Meter je Strang bemessen. Hier empfielt es sich dringend, die Fadenenden auf Pappkärtchen aufzuwickeln, sonst gibt es Wollkotze! ;)

Ich wünsch euch viel Spaß beim Knüpfen und freu mich über Bilder und Links – gerne auch via Pinterest.

P.S.: Kumihimo ist eine wunderbare Gelegenheit, um Podcast zu hören. Wenn du an einem ebenso eindringlichen wie unterhaltsamen Plädoyer fürs Meditieren interessiert bist, lege ich dir Ivanas Podcast ans Herz!

Frisch verlinkt

Ich habe wieder ein paar Links für euch zusammengetragen.

Bei Nymphenkuss gibt es einen guten Beitrag über Altäre – in den verschiedenen Tradtionen und Praxistipps und Anregungen für den eigenen Altar.

Dem Thema Resteküche widmet sich Maria von Widerstandistzweckmäßig in einer neuen Reihe. Unbedingt reinlesen! Und ich bleib auch gleich hier, denn Resteverwertung gehört ja praktisch zum nachhaltigen Konsum. Was sonst noch alles dazu gehört, hat Maria wunderbar zusammengefasst.

Wenns mal ein bisschen mehr zu lesen sein darf, lege ich euch den Artikel über Wäschepflege ans Herz. Maria erklärt u.a., wie das mit dem Sauberwerden der Wäsche überhaupt funktioniert, dass Fleckenbehandlung sinnvoll ist und einfach mal durchlüften (die Klamotten) einen Waschgang durchaus einspart.

Bei GehäkeltesHerz erfahrt ihr,  dass Häkeln nicht nur Spaß macht, sondern auch noch gesund ist. Übrigens ist Handarbeiten auch eine gute Hilfe für alle, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen – die Hände sind zu beschäftigt, um sich eine Zigarette nach der anderen anzuzünden. :)

Kreidefarbe selber machen? Kein Problem – VonKarin erzählt, wie es geht. In einem anderen Beitrag beschreibt sie, wie sich Snappap-Label einfach herstellen lassen.  Kleiner Aufwand – große Wirkung!

Künstlerisch bleibts auch bei Lilamalerie: Eine schöne Idee für Kaffeetassenbemalung – das ideale Geschenk für Coffeinjunkies :)

Und damit habe ich meinen Beitrag zum Sommerloch geleistet. Genießt das traumhafte Wetter – am besten auf der Terrasse, mit einem Eis oder beim Sonntagsbrunch. Einfach mal die Seele baumeln lassen!