Archiv der Kategorie: Tech-Eck

Alles rund um Computer, Internet, Handy, …

Bluefish-Schnipsel

Seit ich Linux habe, verwende ich den Bluefish-Editor für HTML und CSS und PHP – und alles andere kann er natürlich auch. Das Schöne daran ist (außer der deutschsprachigen Oberfläche), dass er sehr selbsterklärend ist, also kaum Einarbeitungszeit benötigt. Die Tastaturkürzel, die ich mir in Notepad++ angeeignet hatte, musste ich natürlich neu lernen, aber das wäre bei jedem anderen Programm auch der Fall gewesen.

Einmal kurz über die Einstellungen geguggt (ich mag die Seitenleisten z.B. lieber rechts als links) und schon kann losgelegt werden. Die Highlights wollte ich in diesem Beitrag kurz vorstellen, aber schon das erste ist ziemlich ausführlich, so dass wohl noch einzwei weitere Artikel zu Bluefish folgen werden :)

Es gibt bei jedem Projekt – oder generell – diverse immer wiederkehrende Zeichenfolgen, für die man sich wünscht, dass die schnell und einfach eingefügt werden könnten. Bluefish kann das mithilfe von Schnipseln.

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Das Ding: Beitrag planen

Heute stelle ich mal ein einfaches Tool vor, das WordPress mitbringt: Die Möglichkeit, einen Beitrag zu planen. Ich hab hier die kostenlose Version von wp und da geht das, somit sollte es bei den Bezahlvarianten erst recht recht funktionieren.

Früher hab ich mir oft Stress gemacht: Huch ich hab lang nix mehr gepostet, jetzt muss aber dringend, was schreib ich nur, was schreib ich nur? – So in der Art. Oder ich hatte eine super Idee für einen Beitrag, den aber nicht gleich gepostet und dann war die Idee wieder weg.

Seit Anfang des Jahres etwa nutze ich die Tools, die die Software sowieso mitbringt, was zwei sehr angenehme Effekte hat:

  1. Ich schreibe wesentlich entspannter
  2. Ich veröffentliche regelmäßig und mehr Beiträge als früher

Entspannter heißt: Ich verfasse einen Beitrag dann, wenn ich die Idee habe, wenn mir danach ist. Neben der Beitragsplanung gibt es auch die Möglichkeit, einen Entwurf zu speichern. Ich schreib also die Idee drauflos, damit habe ich sie schon mal festgehalten und sie kann mir nicht mehr entwischen. Manchmal fehlt noch ein Bild, das vorher erst bearbeitet werden will. Kein Problem, wird halt eingefügt, nachdem ich Zeit und Ruhe genug für die Bearbeitung hatte.

Ob als Entwurf schon vorab gespeichert oder munter direkt drauflos geschrieben: Wenn ich auf „Veröffentlichen“ klicke, klicke ich ein weiteres Mal auf (irritierender Weise) „sofort veröffentlichen“, worauf hin sich der Kalender öffnet. Bereits verplante Termine sind gekennzeichnet. Ich klicke mein Wunschdatum an und gebe ggf. auch eine Wunschzeit unterhalb des Kalenders an. Dann noch ein Klick auf „Planen“ und der Beitrag wird zum festgelegten Termin automatisch veröffentlicht, ohne dass ich mir weiter Gedanken darum machen muss. Selbstverständlich kann ich bis dahin (genauso wie nach der Veröffentlichung auch) den Beitrag noch verändern, bearbeiten, Datum ändern – was auch immer.

Da ich wirklich nur aus reinem Privatvergnügen blogge, hat mir diese Vorgehensweise nur Vorteile verschafft. Ich schreibe, wenn mir danach ist, wenn ich wirklich Lust darauf habe  und noch immer kommt es vor, dass ich mich selber mit einen neuen Beitrag überrasche, weil ich die Veröffentlichung nicht auf dem Schirm hatte.

Vielleicht könnt ihr euch mit diesem netten Gimmick ebenfalls das Bloggerdasein ein bisschen vereinfachen! So gibts auch in diesem Monat pünktlich zum 24. einen neuen Beitrag – auch wenn ich den nicht an diesem Tag geschrieben habe :)

Ich nutze übrigens nach wie vor den alten Editor. Was an dem neuen „besser“ sein soll, ist mir ein Rätsel. Für mich ist der völlig unbrauchbar. Hoffentlich wird der alte noch lange angeboten!

Wie ist das bei euch? Alter oder neuer wp-Editor?

Jetzt bleibt mir nur noch, euch allen gesegnete Feiertage und ein gesundes, glückliches Jahr 2020 zu wünschen!

XNview statt IrfanView

Ich hatte ja angekündigt, dass es hier ein bisschen linuxlastig werden wird. Einige Beiträge gibt es mittlerweile auch dazu, aber lange nicht so viele, wie ich angenommen hatte, dass es werden würden. Der Grund: Linux läuft. Nachdem die kleinen Stolperfallen behoben waren, mein Datensicherungskonzept fertig war, gabs eigentlich nichts Nennenswertes mehr zu berichten. Weil: Linux läuft.

Dennoch: Nicht alle Programme, die mir unter Windows ans Herz gewachsen sind, gibt es auch für Linux. Da musste also Ersatz gefunden werden, was sich im Fall von IrfanView als ziemlich schwierig erwiesen hat. Ich hab ein Programm gefunden, das Bilder verkleinern kann. Eins, das Bilder beschneiden kann. Eins, das stapelweise umbenennen kann. Und leider keins, das Wasserzeichen bzw. Text-Einfügen kann.

Sehr zufrieden bin ich in Sachen Bilder-Importieren aus der Kamera. Das mach ich mit gThumb; das startet automatisch, sobald die Kamera dranhängt, schmeißt die Fotos in den vorher bestimmten Ordner, dreht bei Bedarf (bei Einstellungen/Erweiterungen/Import/Einstellungen den Haken entsprechend setzen) und löscht die importieren Fotos im Anschluss von der Kamera. Perfekt.

Nebenbei kann gThumb auch stapelweise umbenennen und die Größe ändern. Allerdings nicht sonderlich komfortabel. Ich wollts nur erwähnt haben.

Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass ich auf Flatpaks verzichten will. Für ein einziges Programm zweidrei GB Platz verbraten erscheint mir nicht sinnvoll. Damit waren ein paar mögliche Alternativen von vorneherein ausgeschlossen.

Irgendwann bin ich als aufmerksame LinuxMintUserForum-Beobachterin über XN-View MP gestolpert und die Möglichkeit, das als Deb-Paket runterzuladen. Und das ist nun endlich die eierlegende Wollmilchsau, die ich gesucht hatte:

  • Häufig benötigte Ordner werden als Lesezeichen gesetzt, so dass ich schnell drauf zugreifen kann.
  • Massenumbenennung wird durch die F2-Taste bei mehreren markierten Fotos automatisch angeboten, selbstverständlich mit Platzhalter-Vorgaben wie z.B. „2019_09Luna##.jpg“ – daraus werden dann „2019_09Luna01.jpg“, „2019_09Luna02.jpg“, „2019_09Luna03.jpg“ usw. Supi!
  • Bilder beschneiden schnell & einfach
  • Größe ändern genauso schnell & einfach
  • Stapelverarbeitung ist der Hit! Da können gleich mehrere Aktionen auf einen Rutsch durchgeführt werden. Also z.B. alle ausgewählten Bilder auf Größe soundso bringen und Text einfügen. Das ganze dann im Ordner xy ablegen. Wow.

Das sind jetzt die Dinge, die ich im Alltag immer wieder mal brauche, die das Programm aus dem Eff-Eff beherrscht. Gerade das mit der Stapelverarbeitung sogar noch besser als IrfanView, nach meiner Einschätzung. Allerdings kratze ich mit all diesen Werkzeugen noch immer an der Oberfläche dessen, was mit Xn-View MP sonst noch möglich ist. Ich bin echt megabegeistert. Vor allem auch die Einblendung (wenn gewünscht), wann das Foto aufgenommen bzw. bearbeitet wurde, was mir meine Arbeit beim genauen Zuordnen wesentlich erleichtert. Überhaupt kann sehr viel angepasst werden, so dass keine Wünsche zur Handhabung offen bleiben.

Theoretisch kann es auch Fotos importieren, praktisch haut das bei mir nicht hin. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass dass ich da nicht die einzige bin, die damit Probleme hat. Nachdem gThumb das aber hervorragend beherrscht, lass ich das weiterhin von diesem Programm erledigen. Das ist allerdings auch schon der einzige Nachteil, den ich bislang feststellen konnte – dank gThumb muss ich auf die zuverlässige Erledigung des Imports trotzdem nicht verzichten. Also alles gut.

Wer auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz von IrfanView für Linux ist, hat somit meine uneingeschränkte Empfehlung für Xn-View MP. Alle Daumen nach oben!

Altes Handy weiterverwenden

Ich hab noch immer mein „altes“ Smartphone rumliegen: 4,5 Zoll, Android 4 – zu alt für die meisten Apps. Der Speicher hat Platz für drei-vier Apps – das hätte mir an sich gereicht, nur ist eben leider das Betriebssystem „veraltet“ :(

Trotzdem darf das Gerät bei uns weiterleben – als Radio! Seit die Kabelanbieter die analoge Übertragung eingestellt haben, hört man bei unserer Stereoanlage (über dreißig Jahre alte Einzelmodule) nur noch Rauschen. Aber das Handy lässt sich anschließen. Sowohl WLAN als auch Browser funktionieren nach wie vor, somit lässt sich damit prima Radio hören.

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Linux-Live-Stick

Ein Linux-System zu installieren, geht am einfachsten über ein Live-System auf einem USB-Stick. Dazu braucht man nur die ISO-Datei der gewünschten Distribution, einen USB-Stick und ein passendes Programm, mit welchem aus der Datei ein bootbarer Stick erstellt werden kann. Unter Windows funktioniert das z.B. mit Linux-Live-USB-Creator oder Rufus – einfach mal die Suchmaschine deines Vertrauens befragen, die spuckt genügend Quellen dafür aus.

Normalerweise wird der Rechner beim Hochfahren mit eingestecktem Stick über diesen gebootet, notfalls das Bootmenu aufrufen und/oder die Einstellungen in BIOS/UEFI entsprechend anpassen.

Bei unserem Laptop war es so, dass ich über das Live-System keinen WLAN-Zugriff erhielt und auch das Runterfahren hat nicht richtig funktioniert. Ein Treiberproblem. Das Installieren ging trotzdem, auf dem fertig installierten Rechner konnte ich mich anschließend mit dem WLAN verbinden und nach einigen Updates und der Verwendung des empfohlenen Treibers waren sämtliche Probleme ausgeräumt.

Soweit so gut.

Nun ist es immer eine gute Idee, eine Art „Notfall-Stick“ zur Hand zu haben. Ob es sich dabei um ein ausgewiesenes Notfall-System handelt oder nur um irgend einen Live-Stick, ist eigentlich egal – er sollte nur zuverlässig funktionieren. Und genau das war bei meinem Stick ja nun leider nicht der Fall. Nicht einmal ins Internet kam ich damit – ganz schlecht, wenn ich im Fall des Falles wirklich Hilfe benötigen würde!

So habe ich also nach einer Lösung gesucht und mich auch bei anderen Distributionen umgeschaut. Das eine oder andere „Notfall-“ bzw. „Rettungs-System“ habe ich ebenfalls ausprobiert. Hat alles (aus jeweils unterschiedlichen Gründen) nicht funktioniert. Was ich gelernt habe: Beinahe jedes Linux-System empfiehlt eine andere Methode bzw. ein anderes Programm, um die ISO-Datei auf den Stick zu bringen. Ein kleine Auswahl (unter Linux):

USB-Abbilderstellung

Ich glaube, alle Linuxe haben ein solches Programm standardmäßig an Bord, um aus einer ISO-Datei einen bootbaren Stick zu erstellen. Unter LinuxMint heißt das eben „USB-Abbilderstellung“ und funktioniert denkbar einfach: Stick einstecken. Als Ziel auswählen. Die Quelle (ISO-Datei) auswählen und auf „Start“ klicken.

UNetbootin

Dieses Tool muss man per Hand installieren. Es ist zwar englisch, aber wirklich einfach und selbsterklärend. Außerdem bietet es für Ubuntu-Distributionen die Möglichkeit, eine Persistenz einzubauen. Das bedeutet, dass Änderungen im Live-System vorgenommen und gespeichert werden können. Spoileralarm: Funktioniert leider nicht immer :(

dd

Man solls nicht glauben, aber der simple „dd“-Befehl funktioniert ebenfalls für diesen Zweck. Manche Distributoren empfehlen die Methode sogar ausdrücklich:

sudo dd bs=4M if=/home/hugo/Downloads/linux-XXX.iso of=/dev/sdb status=progress && sync

Mit diesem Konsolen-Befehl wird die iso-Datei auf den Stick (als sdb eingebunden) geschrieben. Die Fortschrittsanzeige hilft dabei, dass man nicht gleich nervös wird, weil sich längere Zeit „nichts tut“ und das „sync“ am Ende sorgt dafür, dass wirklich alle Daten sicher auf dem Stick gelandet sein werden.

Meine Empfehlung:

Ganz klar: Alles und keines. Auch wenn es beim ersten Mal nicht funktioniert (der Stick gar nicht erst erkannt wird oder nicht hochfahren will), einfach nochmal und nochmal probieren: Wieder neu formatieren (FAT32) und nochmals den Live-Stick erstellen. Ich konnte feststellen, dass es beim dritten oder vierten Mal – aus welchen Gründen auch immer – dann auf einmal doch klappt. Unabhängig davon, ob es sich um einen alten oder neuen Stick handelt.

Wenn es eine ausdrückliche Empfehlung des Distributors gibt, mit welchem Programm/welcher Methode der Stick erstellt werden soll, ist es anzuraten, es auch auf diese Art zu machen. Die Erfolgschancen sind damit am besten, meine Erfahrung.

Liegt keine solche Empfehlung vor, einfach die Lieblingsmethode ausprobieren und wenn die gar nicht will, dann eben eine andere austesten. Ist alles etwas zeitaufwändig, aber es lohnt sich; irgendwann klappt eine der Methoden, ganz bestimmt.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: In den allermeisten Fällen funktionierts ja sowieso auf Anhieb: Stick einstecken, Programm starten, fertig. Läuft. Nur für die seltenen, wenige Fälle, wo es eben nicht so (einfach) funktioniert, will ich Alternativen aufzeigen.

Nun hatte/habe ich außerdem das „Zweitproblem“ mit dem Treiber. Also war es eine Sache, einen Live-Stick zu erstellen, der auch hochfährt/startet, aber noch eine andere, damit auch ein zuverlässiges System zu erhalten. Das WLAN-Problem bestand bei allen getesteten Distributionen und ein „Rettungssystem“, das sich beim Runterfahren aufhängt, finde ich nicht wirklich vertrauenserweckend!

Meine Lösung:

Irgendwann bin ich über den Pinguy-Builder gestolpert und das war dann endlich mein heiliger Gral! Mit diesem Superdupertool lässt sich aus dem laufenden System (!) eine ISO erstellen, die wiederum als Live-System auf einen Stick gezogen und genutzt werden kann. Es enthält alle Programme, die ich (inzwischen) auf meinem System installiert habe, es kann deutsch, und es hat auch den richtigen Treiber drauf, damit ich mit diesem Stick ins WLAN komme. Und er fährt am Ende sogar zuverlässig und korrekt runter!

Den Pinguy-Builder kann man sich über sourceforge.net runterladen und das deb-Paket über Rechtsklick installieren. Es ist allerdings anzuraten, sich vor Gebrauch noch ein bisschen schlau zu machen, was genau das Tool alles kann und was genau man damit machen könnte. Es gibt auch einige Youtube-Anleitungen – durch die Bank leider alles auf Englisch. Einfach mal lossuchen; oftmals landet man (noch) auf Anleitungen zu „Remastersys“, was quasi der Vorgänger war. Diese sind durchaus brauchbar, aber eben nicht 1:1 zu übernehmen. Daher verzichte ich hier auch auf konkrete Links.

Achso, wenn man den Stick dann startet, ist es nützlich zu wissen, dass der Benutzer „custom“ heißt, wenn man bei der Erstellung nichts (anderes) angegeben hat. :)

Bei mir hat der Pinguy-Builder nach langer Suche und vielem Aus- und Rumprobieren endlich zum Ziel geführt, ein zuverlässig funktionierendes Live-System für den Notfall zu haben. Sich damit quasi sein ganz eigenes Live-Linux zusammenzustellen, ist ein netter Nebeneffekt für alle BastlerInnen. Auch die simple Tatsache, dass das Ding deutsch kann, finde ich sehr hilfreich. Gerade wenn der Rechner platt ist, ist es beruhigend, wenn das Notfallsystem die eigene Sprache spricht. :)

Übrigens ist es gut möglich, dass ich den Stick niemals brauchen werde: Erstens läuft Linux normalerweise sehr zuverlässig und falls zweitens doch mal ein Problem auftauchen sollte, hilft es allermeistens schon, den Rechner im „Reparatur-Modus“ zu starten.

Aber, wie meine Mama schon immer gesagt hat: Lieber mer hat, als mer hätt!

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag dabei helfen, die eine oder andere Hürde zu überwinden. Was ich bei dieser Suche vor allem gelernt habe, dass es durchaus Sinn macht, manches eben nochmal zu probieren. Und grundsätzlich gilt wie überall: Dranbleiben – dann wirds auch was!

 

Datensicherung unter Linux

Unter Windows hatte sich die Systemsicherung als Partitions-Image bewährt – auf die Art hatte ich immer ein sauberes Windows, die Vermüllung über die Jahre hielt sich so in Grenzen. Meine eigenen Dateien waren (und sind) auf einer gesonderten Datenpartition. Die Anwenderdaten (z.B. Profile-Ordner von Browser und Mail-Programm) habe ich mir zusammengesucht und turnusmäßig einzeln gesichert.

Mit Linux konnte ich mein Sicherungskonzept nun neu überdenken. So gab es zwar schon in Windows die Möglichkeit, Systemwiederherstellungspunkte zu erstellen – besonders vertrauenserweckend erschien mir diese Methode als „Sicherung“ aber nie. Jedenfalls nicht unter Windows. Unter Linux hab ich viel ausprobiert, überlegt, verworfen, neu durchdacht und habe nun folgendes Sicherungskonzept:

Sicherung des Systems:

Diese „Arbeit“ nimmt mir Timeshift ab. Das Programm ist unter LinuxMint standardmäßig dabei. Es erstellt regelmäßig „Schnappschüsse“ des Systems, wobei es sehr ressourcenschonend vorgeht. Die Häufigkeit und Anzahl der archivierten Sicherungen kann voll und ganz den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. So werden bei mir tägliche und wöchentliche Schnappschüsse erstellt, von denen ich jeweils sechs bzw. drei aufbewahre. Meine Festplatte ist groß genug, so dass ich mir für diese Sicherungen eine eigene Partition eingerichtet habe. Vor größeren Systemeingriffen kann manuell ein Schnappschuss angefertigt werden und wenn dann doch was bei der „Operation“ schiefgegangen ist, wird das System einfach auf den letzten Stand „zurückgedreht“. Einfacher gehts nicht.

Extra-Sicherung mit dd:

Ich gebe zu, es ist ein großer Teil Gewohnheit dabei, aber zu wissen, dass die komplette Systempartition im Fall des (Totalaus-)Falles schwubbdiwubbs wiederhergestellt werden kann, beruhigt mich ungemein. Auch hier hab ich einiges ausprobiert und die beste Methode (Handhabung, Zeit- und Platzbedarf) ist der Konsolenbefehl „dd“. Das funktioniert nicht aus dem laufenden System heraus, es muss also über einen Live-Stick gebootet werden. Ein Terminal öffnen und die gewünschte Partition (z.B. sda2) an den gewünschten Ort sichern – das Ganze dabei gleich noch komprimieren, alles in einem Rutsch:

sudo dd if=/dev/sda2 | gzip > /media/hugo/images/sda2.img.gz

Root-Passwort angeben, je nach Größe der Partition ca. eine Viertelstunde warten (nicht die Geduld verlieren, einfach schon mal Tee kochen), und sobald der $-Prompt wieder erscheint, ist das Image fertig.  Sollte der schlimmste Fall eintreten, dass der Rechner nicht mehr hochfährt, dass sich praktisch gar nichts mehr tut: Erneut vom Live-Stick booten, Terminal öffnen und alles wiederherstellen:

gzip -cd /media/hugo/images/sda2.img.gz | sudo dd of=/dev/sda2

Allerdings ist ein solcher Totalausfall eher sehr selten und für die meisten Reparaturfälle reicht es aus, im Recovery-Modus hochzufahren.

Extra-Tipp: Vor der (dd-)Image-Erstellung Download-Ordner, Browser-Cache und Papierkorb leeren – damit lässt sich unter Umständen eine Menge an Zeit und Platz einsparen.

Sicherung der Anwenderdaten:

Damit sind alle benutzerInnenspezifische Einstellungen gemeint – Browser-Profil samt Lesezeichen, Email-Accounts samt Mails, eigene Vorlagen, Menüanpassungen, usw. All das, was unter Windows mühsam zusammengesammelt werden muss, wird unter Linux schön ordentlich innerhalb des eigenen Home-Verzeichnisses (teilweise versteckt) abgelegt und kann somit auch „in einem Rutsch“ gesichert werden.

Hierfür gibt es das Datensicherungswerkzeug, ebenfalls standardmäßig an Bord. Es können Verzeichnisse ausgeschlossen werden; versteckte Ordner müssen bei Bedarf explizit eingeschlossen werden. Und dann legt das Programm auch gleich los und tut seine Dienste.

Ein nettes Extra ist die Möglichkeit, eine Liste der nachträglich installierten Programme zu sichern. Im Fall des Falles können damit alle auf einmal wieder nachinstalliert werden. Allerdings bezieht sich das nur auf jene aus der Anwendungsverwaltung, nicht auf „per Hand“-Installationen (z.B. als deb-Paket).

Tipp: Logbuch führen!

Eine einfache Text-Datei ist dafür völlig ausreichend, sie muss nicht schön, nicht supertoll formatiert sein, sie muss nur zuverlässig geführt werden, diese Logdatei. Darin wird einfach mit Datum vermerkt, welche Änderungen am System vorgenommen werden. Also z.B. welche Programme installiert wurden. Wenn dafür außerhalb der Anwendungsverwaltung z.B. ein deb-Paket heruntergeladen wurde, dieses samt URL ebenfalls angeben.

Sämtliche vorgenommenen Anpassungen – vor allem die kleinen, die so gern vergessen werden! – sollten dokumentiert werden: Das hilft einerseits bei der Fehlersuche („Was genau hab ich gemacht, und warum hat das System jetzt seinen Geist aufgegeben?“) andererseits bei der Wiederherstellung oder Anpassung bei einer Neuinstallation („Wo war denn gleich noch der Schalter mit der Schriftgrößenanpassung?“). Je penibler (aber bitte kurz und prägnant) ihr dieses Logbuch führt, desto mehr werdet ihr es zu schätzen wissen. Manche Fragen/Probleme tauchen ja auch mal öfter auf – da ist es gut, wenn man weiß, wo man spicken kann :)

Sicherung der Daten:

Hier sind nun endlich die eigenen Daten gemeint: Fotos, Bilder, Videos, Kontoauszüge, Rechnungen, Bücher, Musik, Haushaltsplan, Homepages – eben alles, was man selber auf der Festplatte ablegt. Bei mir passiert das eigentlich schon immer auf einer eigenen Datenpartition, so dass ein Systemausfall zumindest keinen Datenverlust bedeutet. Dennoch werden auch diese Dateien regelmäßig auf einer externen Festplatte gesichert. Dazu benutze ich das Programm LuckyBackup, welches über die Anwendungsverwaltung bequem installiert werden kann. Hier können Profile und Aufgaben erstellt werden, es gibt sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, die keine Wünsche offenlassen. Es werden in Normalfall jeweils nur die neuen bzw. geänderten Dateien kopiert, so dass die Sicherung relativ zügig vonstatten geht.

Alternativen wären hier z.B. Grsync oder FreeFileSync – einfach mal anschauen, welches sympathischer ist. Bei mir ist es eben LuckyBackup.

In meinem Terminkalender (ReminderFox-Erweiterung für Thunderbird) habe ich mir turnusmäßig eingetragen, wann wieder eine Sicherung ansteht, wobei die Anwenderdaten (Home-Verzeichnis) häufiger dran sind als die Datenpartition. Welche Rhythmen da jeweils die geeigneten sind, muss jedeR für sich selber rausfinden: Das ausgeklügelste Sicherungskonzept nutzt nichts, wenn es nicht auch tatsächlich durchgeführt wird. Also lieber realistisch alle sechs oder acht Wochen eine Sicherung durchführen, als einen 14-tätigen Turnus andenken! :)

Wie ist das bei euch: Habt ihr ein Sicherungskonzept? Unter Linux oder Windows? Sichert ihr nur eure eigenen Daten oder habt ihr euch darüber noch überhaupt keine Gedanken gemacht? Würde mich alles interessieren!

Tux-Tux

Neulich beim Ausmisten blätter ich innem alten Handarbeitsbuch – und da is eine Anleitung für einen Pinguin drin. Als Sitzsack gedacht (daher der riesige Bauch), aber die Vorlage kann ja auch weniger stark vergrößert werden :)

Nach kleineren Schwierigkeiten (Teile falsch ausgeschnitten) schließlich doch noch der Geistesblitz, wie alles zusammengehört und dann wars ziemlich schnell fertig.

Weil: Wer Linux hat, braucht natürlich einen Pinguin. Völlig klar! Hat auch mein Liebster eingesehen :)

Falls ich nochmal einen machen sollte, wird der Bauch ein bisschen kleiner und der Kopf etwas flacher. Der hier hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Homer Simpson :) Achso, der Bauch ist logischerweise grün, weil wegen Linux Mint. Eh klar :)