Archiv der Kategorie: gut gefunden

Das Ding: Rollschneider

In meiner losen Serie „das Ding“ stelle ich Sachen vor, die ich für sehr nützlich und praktisch erachte, die mir das Leben erleichtern. Ich bekomme dafür weder Geld noch sonstige Zuwendungen sondern erzähle einfach nur, was ich gut finde. 

Da ich mir irgendwann mal eine wirklich sehr gute Schneiderschere geleistet hatte, die nach wie vor ausgezeichnete Dienste tut, war es für mich klar, dass ich keinen Rollschneider brauche. Überhaupt mein Tipp an der Stelle: Niemals beim Werkzeug sparen! Lieber ein bisschen mehr Geld in „was Gscheits“ investieren, als Billigschrott kaufen, der nach einem halben Jahr auf dem Müll landet! Vorher informieren, sich selber Gedanken machen, was wichtig ist, welche Prioritäten man selber hat. Und dann das Richtige kaufen.

Jedenfalls hab ich über die Jahre immer wieder mal gedacht, hier und da wär ein Rollschneider schon praktischer als eine Schere. Vor einiger Zeit hat sichs ergeben, dass ich mir nun doch einen zugelegt habe. Samt Schneidematte dazu. Die Unterlage muss unbedingt sein; zum Einen, um den Tisch/die Arbeitsfläche/den Fußboden nicht zu zerstören :) Zum Anderen hält die Klinge dadurch länger. Achso: Ersatzklingen am Besten auch gleich mitbestellen, dann sind welche zur Hand, wenn sie gebraucht werden.

Ebenfalls wichtig: Die Schneidematte nicht zu klein nehmen. Für den Anfang wäre 90x60cm eine gute Größe, meint Anna von Einfach nähen und da hat sie recht. Keinesfalls kleiner, es soll ja ein Schnittteil gut drauf Platz haben. In dem verlinkten Video zeigt Anna, wie das mit dem Zuschneiden mit dem Rollschneider geht, ist an sich eh selbsterklärend, für mich war dieses Video jedenfalls der letzte Schubbs, der mich zur Anschaffung bewogen hat. (Wobei ich nicht genau diese Produkte/Marke gekauft habe, die sie dort verwendet – mir gehts hier um das Ding, nicht um die Marke)

Einen Warnhinweis muss ich noch anbringen: Die Schneidematte hat anfangs ziemlich fiese Ausdünstungen, die so drei-vier Wochen andauern! Also keinesfalls im Schlafzimmer aufbewahren. Nach dieser Zeit ist aber alles gut und riecht nix mehr. Ich hab mich dazu ein bisschen umgehört, das Problem scheint herstellerunabhängig zu sein. Wenn möglich, diese Investition also eher im Sommer tätigen, dann könnt ihr gut durchlüften!

Tatsache ist: Ich will meinen Rollschneider nicht mehr missen! Ein großes (Patch-)Lineal hatte ich bereits (so eins zu haben empfiehlt sich natürlich sehr in dem Zusammenhang!) und konnte also loslegen. Es muss nix mehr extra angezeichnet werden; die Schneidematte hilft zusätzlich durch den Bemaßungsaufdruck. Man hat eine gerade Kante, an der entlang genäht werden kann, kein späteres Zurückschneiden der Nahtzugabe – es spart so viel Zeit und gibt somit viel mehr Raum für die Freude und den Spaß am Nähen.

Also falls ihr euch überlegt, ob sich so eine Anschaffung lohnt: Ja, tut sie! Natürlich nutze ich auch die Schere noch, aber für große und/oder gerade Schnittteile ist ein Rollschneider unübertrefflich. Ich will meinen nicht mehr missen!

 

Ohrwürmer 2019

Ich wünsche all meinen LeserInnen ein gesegnetes, fröhliches, gesundes Jahr 2020! Genießt die kleinen Momente und besonderen Augenblicke. Egal was kommt, irgendwie macht doch immer alles einen Sinn…

Aber vorher geh ich nochmal kurz mit euch zurück nach 2019: Was waren eure Lieblingslieder im letzten Jahr? Gibts sowas wie eine Best-of-Playlist bei euch? Meine wäre folgende – in willkürlicher Reihenfolge!

Bad guy / Billie Eilish – Der steht auf der Liste, weil es in der Stadt, in der ich arbeite, eine fürchterliche Raupenplage gab, die einen ganzen Laubwald  komplett ratzekahl gefressen hat. Einige Male bin ich da entlang gelaufen und habe das Knistern und Knabbern gehört – echt gruselig! Und zu der Zeit lief eben Billie Eilish rauf und runter im Radio und irgendwie hört sich der Refrain doch wirklich wie tanzenden Raupen an, die sich in Formation auf den Weg zum nächsten Fressplatz machen. Bei uns heißt das jedenfalls nur noch „das Raupenlied“ :)

Old town road /Lil Nas X – Cooler Rhythmus, bisschen Westerneinschlag. Und geht einfach nicht mehr ausm Ohr.

Bohemian Rhapsody / Queen – Hauptsächlich wegen des Films steht das mit auf der Liste, der war ja mehr als beeindruckend! Eigentlich gehören alle Queen-Songs mit drauf…

Must have been love / Roxette – Traurigerweise ist die Sängerin Marie Fredriksson im Dezember 2019 verstorben. Das Duo hat viele Topsongs rausgebracht, die 1980er und 90er wären ohne Roxette nicht denkbar. Und eben eins der schönsten Liebeslieder gäbe es ohne sie auch nicht (wer sieht jetzt nicht Julia Roberts im Taxi sitzen? ;) )

Nothing else matters / Metallica – Wenn einfach alles nervt und stresst und lärmt: Kopfhörer aufsetzen, voll aufdrehen, auf den Boden legen und versinken. Das ist (m)eine Art der Meditation!

Still got the blues / Gary Moore – Der hilft, wenn selbst Metallica nicht mehr hilft…

Bittersweet Symphony / Gamper & Dadoni – Remakes sind ja meistens eher mau, aber der hier ist wirklich klasse!

Vincent / Sarah Connor – Der ging mir ins Ohr und nicht wieder raus :)

Alle Jahre Lieder / Carolin Kebekus & Sebastian Winkler – Mein Lieblingsradiosender bringt jedes Jahr einen Weihnachtssong selber raus; die bisherigen waren mir alle zu schnulzig, zu schwer, nicht mein Ding. Aber der von 2019, den fand ich wirklich gut!

Last Christmas / Wham – Apropos Weihnachten: Kein Weihnachten ohne Last Christmas. Das ist einfach so und dazu steh ich. Und ich geh mal davon aus, das wird sich auch nicht geändert haben, wenn ich mal 97 bin… ;)

Für dieses Jahr nehm ich mir vor, meine persönliche Playlist wirklich aktuell zu führen. Zum Einen, weil Musik viel mit einem macht, tief berührt. Und zum Anderen, weil es auch nochmal ein schöner Jahresrückblick ist!

Verlinkt hab ich die Titel übrigens absichtlich nicht, da ich nicht weiß, wie das mit den Rechten so ist, aber c&p geht ja auch ganz schnell :)

Das Ding: Beitrag planen

Heute stelle ich mal ein einfaches Tool vor, das WordPress mitbringt: Die Möglichkeit, einen Beitrag zu planen. Ich hab hier die kostenlose Version von wp und da geht das, somit sollte es bei den Bezahlvarianten erst recht recht funktionieren.

Früher hab ich mir oft Stress gemacht: Huch ich hab lang nix mehr gepostet, jetzt muss aber dringend, was schreib ich nur, was schreib ich nur? – So in der Art. Oder ich hatte eine super Idee für einen Beitrag, den aber nicht gleich gepostet und dann war die Idee wieder weg.

Seit Anfang des Jahres etwa nutze ich die Tools, die die Software sowieso mitbringt, was zwei sehr angenehme Effekte hat:

  1. Ich schreibe wesentlich entspannter
  2. Ich veröffentliche regelmäßig und mehr Beiträge als früher

Entspannter heißt: Ich verfasse einen Beitrag dann, wenn ich die Idee habe, wenn mir danach ist. Neben der Beitragsplanung gibt es auch die Möglichkeit, einen Entwurf zu speichern. Ich schreib also die Idee drauflos, damit habe ich sie schon mal festgehalten und sie kann mir nicht mehr entwischen. Manchmal fehlt noch ein Bild, das vorher erst bearbeitet werden will. Kein Problem, wird halt eingefügt, nachdem ich Zeit und Ruhe genug für die Bearbeitung hatte.

Ob als Entwurf schon vorab gespeichert oder munter direkt drauflos geschrieben: Wenn ich auf „Veröffentlichen“ klicke, klicke ich ein weiteres Mal auf (irritierender Weise) „sofort veröffentlichen“, worauf hin sich der Kalender öffnet. Bereits verplante Termine sind gekennzeichnet. Ich klicke mein Wunschdatum an und gebe ggf. auch eine Wunschzeit unterhalb des Kalenders an. Dann noch ein Klick auf „Planen“ und der Beitrag wird zum festgelegten Termin automatisch veröffentlicht, ohne dass ich mir weiter Gedanken darum machen muss. Selbstverständlich kann ich bis dahin (genauso wie nach der Veröffentlichung auch) den Beitrag noch verändern, bearbeiten, Datum ändern – was auch immer.

Da ich wirklich nur aus reinem Privatvergnügen blogge, hat mir diese Vorgehensweise nur Vorteile verschafft. Ich schreibe, wenn mir danach ist, wenn ich wirklich Lust darauf habe  und noch immer kommt es vor, dass ich mich selber mit einen neuen Beitrag überrasche, weil ich die Veröffentlichung nicht auf dem Schirm hatte.

Vielleicht könnt ihr euch mit diesem netten Gimmick ebenfalls das Bloggerdasein ein bisschen vereinfachen! So gibts auch in diesem Monat pünktlich zum 24. einen neuen Beitrag – auch wenn ich den nicht an diesem Tag geschrieben habe :)

Ich nutze übrigens nach wie vor den alten Editor. Was an dem neuen „besser“ sein soll, ist mir ein Rätsel. Für mich ist der völlig unbrauchbar. Hoffentlich wird der alte noch lange angeboten!

Wie ist das bei euch? Alter oder neuer wp-Editor?

Jetzt bleibt mir nur noch, euch allen gesegnete Feiertage und ein gesundes, glückliches Jahr 2020 zu wünschen!

Das Ding: Stofftaschentücher

Es ist wieder Schnupfenzeit und wo ich hinblicke, alle Welt benutzt Papiertaschentücher. Leute, echt jetzt?

Ich nutze mein Leben lang bereits Stofftaschentücher. Die netten kleinen Damentaschentücher sogar mit Spitzenrand, größtenteils von meiner Patentante selbstgehäkelt. Ich hab mich ebenfalls mal daran versucht und weiß, was für eine Arbeit das ist! Umso mehr halte ich die Taschentücher meiner Tante in Ehren.

Unterm Kopfkissen liegt ein großes Männertaschentuch, auch Schnupftuch genannt. Falls ich mal des Nächtens eins brauch, bin ich somit versorgt.

Die gebrauchten Taschentücher kommen regelmäßig in die Waschmaschine und nehmen da nicht wesentlich viel Platz weg. Außer, wenn ich mal eine richtige Erkältung habe und entsprechend mehr Bedarf habe. Aber das ist eh die Ausnahme. Und bevor jetzt die Kommentare kommen von wegen „immer wieder neu anstecken“: Das ist Blödsinn, erfunden von der Werbung für Papiertaschentücher und das bereits in den… 1960ern so rum. 

Tatsache ist: Mit einer Erkältung, die ich bereits habe, kann ich mich nicht immer wieder neu anstecken. Schon deshalb nicht, weil ich, sobald diese Erkältung überstanden ist, gegen genau diesen Erreger immun bin. Jeder Mensch bekommt jede Erkältung nur einmal.

Papiertaschentücher sind so überflüssig wie ein Kropf, sowohl im normalen Alltag, wenn man sich mal die Nase putzt, als auch bei einer richtigen Erkältung – dann braucht man halt einfach ein paar mehr Stofftaschentücher.

Fragt doch einfach mal bei Muttern oder den Großeltern, ob die ein paar ihrer Stofftaschentücher entbehren können und euch vererben würden – ich bin mir sicher, sie freuen sich darüber, dass diese schöne Tradition weitergeführt werden soll. Und vielleicht gibts ja bei euch auch das eine oder andere gute Stück mit Spitzenrand, das eine Geschichte erzählt?

Notfalls lassen sich Taschentücher auch selber nähen aus einem ausgedienten Baumwollhemd, Bettbezug oder sonstigen Stoffresten. Der Saum kann dabei entweder mit einem schmalen Zickzack-Stick versäubert werden, oder – eleganter – wie ein normaler Saum doppelt eingeschlagen, das Ganze nur sehr sehr schmal. Somit auch eine gute Resteverwertung und prima Übung auch für NähanfängerInnen. Besonders schön müssen die Läppchen ja nicht unbedingt werden – so genau werden Taschentücher ja eher nicht begutachtet werden. :)

Ich hoffe, ich kann mit diesem Appell die eine oder andere bzw. den einen oder anderen hier davon überzeugen, ebenfalls auf Stofftaschentücher umzusteigen. Wer noch ein paar Argumente braucht, wir bei utopia.de fündig.

Nichtsdestotrotz wünsche ich euch und uns allen eine hoffentlich schnupfenfreie Winter-Zeit :)

Bohemian Rhapsody

Achtung Spoileralarm! Wer den Film noch nicht gesehen hat, das aber noch nachholen will, sollte nicht weiterlesen, weil ich doch einiges aus dem Film verrate.

Falls du nicht weißt, ob du den Film sehen magst: Blödsinn, natürlich willst du. Und wenn du ungefähr irgendwo zwischen 1965 und 1980 geboren bist, isses sowieso Pflichtprogramm!

Ich weiß, ich bin spät dran – wir haben den Feiertag genutzt, die Bildungslücke endlich zu schließen und ich hab mich soo darauf gefreut. An Queen ist zwischen Mitte der 1970er und Freddies Tod Anfang der 1990er niemand vorbei gekommen. Und so war der Film auch ein bisschen eine Zeitreise in die Vergangenheit für mich. Ein großes Stück des Soundtracks meiner Jugend

Mich hat im Film beeindruckt, wie selbstsicher Queen praktisch von Anfang an waren. Sie wussten, was sie wollten, sie wussten, dass sie es konnten – und sind keine Kompromisse eingegangen.

Zu sehen, wie die Werke zustande kamen, der künstlerische Prozess, der jeweils stattgefunden hat – inklusive der Reibereien, Differenzen, die ganz offensichtlich dazu gehörten – hat mich fasziniert. Später, als Freddie auf „Egotrip“ in München war, wurden ihm Musiker zugeteilt, die seine Anweisungen befolgten und alles machten, was er wollte und sagte. Als er wieder zu seiner „Familie“ zurückgekehrt war, meinte er, genau das hätte nicht funktioniert. Eben diese Unstimmigkeiten, dieses Sich-zusammen-raufen hätte ihm gefehlt. Freddie Mercury mag die Galeonsfigur von Queen (gewesen) sein – aber Queen sind nur als Gesamtpaket brillant.

Genau das macht die Band aus. Sinngemäß hieß es am Anfang des Films, dass sie vier Außenseiter wären, die untereinander gar nichts miteinander zu tun haben, eigentlich. Die sich aber zu dem Zweck zusammenfinden, um Musik für (all die anderen) Außenseiter zu machen. Queen ist eine Wahlfamilie und sowas von Familie! Sie streiten und raufen sich zusammen. Sie ergänzen sich, respektieren einander und ziehen sich gegenseitig auf.

Achja, und von Anfang an legten sie immer Wert darauf, dass sie Queen wären. Es gibt also keinen Anführer, keinen Macher, sondern alle sind gleich beteiligt, gleich berechtigt. Erst nach Freddies Rückkehr sind sie dazu übergegangen, die Songs mit Queen zu unterzeichnen – unabhängig davon, wer von den vieren nun die Texte oder Kompositionen verfasst hat.

Klar kann in einem Film niemals alles gezeigt werden. Vermutlich könnte man noch zehn Biografien über Queen und/oder die einzelnen Bandmitglieder drehen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten und Blickwinkeln. Und hätte immer noch nicht alles gezeigt. Daher lässt sich nur sagen: Was irgendwie möglich ist, in einem Film darzustellen, gut darzustellen, haben die hier geschafft. Ich bin sowas von begeistert und diese Begeisterung hatte sich Tage später noch immer nicht gelegt.

Natürlich ist der Film umso aufwühlender, da mit der Musik von Queen mein eigener Lebenslauf eng verbunden ist. Wer von uns kann sich nicht mehr ans Live-Aid-Konzert erinnern? Eben! Überhaupt: Stadion-Rock! Wie überwältigend muss das sein, wenn du auf der Bühne stehst und da sind mehrere Zehntausende Menschen um eure Musik zu hören, euch zu sehen, mit euch zu feiern? Wenn all diese Menschen einen gigantischen Chor bilden und eure Lieder singen? Was fühlt man da auf der Bühne? Da muss man doch platzen, vor lauter Gefühls-Overflow, oder?

Tja und das sind alles so viele einzelne Aspekte, Schnippsel, die mich durch den Film berührt haben, die mich aufgewühlt haben und mich nach wie vor durchwirbelt haben. Wie Blätter in einem Herbststurm :)

Und dabei hab ich noch nicht einmal die Hälfte von dem geschrieben, was ich eigentlich alles vor hatte, zu erzählen. Doch bevor ich hier noch stundenlang weiter in die Tasten haue und doch nicht das rüber bringen kann, was mich so überwältigt und fasziniert hat an dem Film: Schaut ihn euch an! Schaut euch Bohemian Rhapsody unbedingt an. Ihr werdets sicher nicht bereuen. Wenn ihr mit „Queen“ nicht nur die englische Königin, sondern auch eine britische Rockband verbindet – schauts euch an!

Und an alle, die den Film schon (längst, vermutlich) gesehen haben: Wart ihr auch so berührt? Gings euch ähnlich wie mir?

Eine außergewöhnliche Band, die mit einem außergewöhnlichen Film geehrt wurde. Lässt sich nicht anders sagen.

Eins interessiert mich aber noch – wie ist das heutzutage auf Konzerten? Kommt da überhaupt noch Stimmung auf? Dieses Feeling? Ist man heutzutage noch auf einem Konzert? So wirklich DA, im Hier und Jetzt, im Augenblick? Geht das überhaupt noch oder ist jede/r nur darauf bedacht, dass das Smartphone alles aufnimmt und ob der Winkel dort drüben nicht vielleicht besser wäre und wie man den Ton noch ein bisschen besser einfangen könnte…?

Das Ding: Trommelreibe

Aus meiner Reihe Dinge, die den Alltag leichter machen will ich diesmal die Trommelreibe vorstellen. Lange bin ich um die Anschaffung herumgeschlichen – wieder ein Ding mehr, das rumsteht…? Irgendwann hat aber meine Vierkantreibe ihren Geist aufgegeben und ich hab mich entschieden, in eine anständige Trommelreibe zu investieren.

Sehr gute Dienste hat sie bereits beim Plätzchenbacken geleistet – genauer: beim Raspeln von Schoggi, Nüssen, Orangeat, Zitronat… was eben so anfällt. Ein Traum! Die Reibe hat dank Saugfuß einen festen Stand (eine Schraubzwinge ist bei den meisten auch noch im Lieferumfang dabei) und das Handkurbeln geht sowas von leicht und einfach. Blockschokolade ist mit der Vierkantreibe eine gleichermaßen abendfüllende und schweißtreibende Angelegenheit. Mit der Trommelreibe geht das buchstäblich im Handumdrehen.

Inzwischen sind wir mitten in der Zucchini-Saison. Und was soll ich sagen: Kein Muskelkater mehr! Und die Fingernägel sind auch nicht mehr in Gefahr, abgehobelt zu werden. Sogar die Zwiebeln werden bei mir durchgekurbelt. Vor den Zucchini, damit den Zwiebelgeruch gleich wieder neutralisiert ist.

Gereinigt ist so eine Trommelreibe ebenfalls schnell und einfach, wobei ich die Reibetrommeln (also die Einsätze) nicht in die Spülmaschine gebe, sondern lieber per Hand spüle.

Meistens gibt es ein Fleischwolf-Zubehör (zum Nachkaufen), nur zur Info. Lustig finde ich daran, dass ausgerechnet beim Fleischwolf noch der Aufsatz für Spritzgebäck dabei ist. Was irgendwie gar nicht zusammenpasst. Meine Mam hatte einen Fleischwolf noch aus Gusseisen (oder so etwas ähnlichem), sehr massiv und schwer. Irgendwann in den frühen 1960ern angeschafft. Und damals war ebenfalls dieser Spritzgebäck-Aufsatz dabei, mit exakt den selben Mustern wie heute. :)

Wichtig ist, bei der Auswahl auf die Qualität zu achten. Ohne Plastik geht heutzutage ja leider nicht mehr, doch es gibt erhebliche Unterschiede in der Festigkeit. Ebenso bei den Reibetrommeln – da sollte die Schärfe doch erheblich über der einer Fünf-Euro-Käsereibe aus dem nächsten Supermarkt liegen!

Ich habe mich im Vorfeld sehr lange und umfassend informiert und es ist leider viel Schrott auf dem Markt. Deshalb mein dringender Rat: Finger weg von vermeintlichen „Schnäppchen“ – die sind in nullkommanix unbrauchbar, Müll und rausgeworfenes Geld. Faustregel: Alles, was unter 50,- angeboten wird, schon mal pauschal links liegen lassen. Eine konkrete Empfehlung will ich nicht aussprechen, obwohl ich eine sehr gute Trommelreibe gefunden haben. Wers ganz genau wissen will, darf gern pM bei mir nachfragen (s. Impressum).

Größere Mengen Käse z.B. für einen Auflauf reiben – ratzfatz erledigt. Und die Zucchini – kein Vergleich zu früher mit der Vierkantreibe. Die Investition hat sich sowas von gelohnt.

Das Sahnehäubchen war das Durchkurbeln der Zutaten für den Quarkstollen letztes Jahr. Nicht nur, dass ich alles der Reihe nach verarbeiten konnte – ich war plötzlich wieder zehn Jahr alt und mit meiner Mam in der „Weihnachtsküche“. Dass es damals der bereits genannte Fleischwolf war, durch den die Zutaten gedreht und am Ende Hefe- statt Quarkstollen gebacken wurden, sind in dem Zusammenhang unwesentliche Details am Rande. Das Durchdrehen hat mir als Kind schon Riesenspaß gemacht. Und das ist noch immer so. Auch wenn es noch ein bisschen dauert, freu ich mich schon wieder auf diesjährigen den Baggwahn :)

Falls ihr öfter was zum Zerkleinern habt und bereits darüber nachdenkt, ob sich eine  Investition in eine gute (!) Trommelreibe lohnt, kann ich nur sagen: Ja. Lohnt sich definitiv! Es geht um so vieles leichter und schneller als mit der der Vierkantreibe. Aber unbedingt auf Qualität achten und keinen Billigschrott kaufen. Damit tut ihr euch echt keinen Gefallen.

Nachteile sind mir bislang keine aufgefallen. Außer vielleicht, dass es sich für eine kleine Menge Käse zu reiben nicht wirklich lohnt, dafür hinterher alles reinigen zu müssen (auch wenn das wirklich einfach und unkompliziert geht). Für ein bisschen Streuselkäse aufs Brot nehm ich also nach wie vor die alte ausgediente Vierkantreibe, die taugt dafür noch allemal und ist schneller gereinigt als die Trommelreibe zerlegt. Also kein wirklicher Nachteil.

Was habt ihr für unersetzliche, lieb gewordene Dinge, die euch den Alltag erleichtern? Hinterlasst mir einen Kommentar oder greift meine Reihe auf und schreibt einen eigenen Blogbeitrag, den ihr gerne bei mir verlinken dürft.

Ich bin neugierig!

C02 und Klimawandel

Habt ihr diese Woche auch von der Studie gehört, die ganz erstaunliche Ergebnisse zutage gefördert hat? Bäume pflanzen hilft gegen die Klimakrise! Ganz nebenbei wird noch erwähnt, dass – so quasi als Nebenwirkung – Bäume auch ganz gut darin sind, Sauerstoff zu produzieren.

Äh… ja… tolle Studie. Supi. Wenn die Kohle, die die Studie gekostet hat, einfach gleich dafür verwendet worden wäre, Bäume zu pflanzen, wär das Geld viel sinnvoller angelegt gewesen.

Von Felix Finkbeiner gibt es ein Buch über die „Wunderpflanze gegen die Klimakrise“ – das zu lesen lohnt sicher. Es kann auch einfach gleich gepflanzt werden. Oder ihr schließt euch entsprechenden Organisationen wie z.B. der Plant-for-the-Planet an. Oder nutzt wenigstens die baumpflanzende Suchmaschine Ecosia – z.B. um noch weitere Organisationen zu finden, die Pflanzprojekte unterstützen. :)

Vor ein paar Jahren stand die Idee im Raum, man könne C02 auch im Boden „einlagern“ – also reinpressen. Dass man davon seitdem nichts mehr gehört hat, liegt hoffentlich daran, dass die Schnapsidee fallen gelassen wurde. Jedenfalls hatte ich damals auch schon so eine gewisse Idee, wie sich das mit dem Kohlendioxid vielleicht auf relativ einfache Art lösen lässt.

Wir alle können mithelfen, indem wir Bäume pflanzen. Doch auch die Regierungen sind gefragt, weltweit die Zerstörung der Wälder – insbesondere der Regenwälder – schnellstmöglich zu stoppen. Wirtschaftliche Interessen dürfen hierbei keine Rolle spielen. Schließlich geht es hier um das Überleben von allem Leben: Die Regenwälder sind die Lungen unseres Planeten, die uns allen Atemluft verschaffen. Und zumindest was mich an geht, wäre ich gern bereit, z.B. an südamerikanische Länder eine Art „Regenwald-Abgabe“ zu bezahlen, die gewährleistet, dass eben kein Wald mehr zerstört wird.

Aus all diesen Gründen hoffe und wünsche ich mir auch, dass die Waldbrände in Brandenburg (und überall sonst auf unserem Planeten) schnellstmöglich gelöscht werden und eine Wiederaufforstung erfolgen kann.

Auf unserer Prioritätenliste muss die Gesundung von Mutter Erde an erster Stelle stehen. Es ist unser Job, uns um den Planeten und das Leben darauf zu kümmern – das in der Bibel ist ein verheerender Druckfehler. Dort muss es heißen „… macht euch der Erde untertan!“ Wir sind hier die Hausmeister*innen, dazu waren und sind wir auserkoren. Und dabei schaffen wir es nicht mal, unseren Müll anständig zu entsorgen…

Aber ich bin mir sicher, wenn wir alle zusammen anpacken, und alle ihr bestes geben – inklusive der Regierungen und Konzerne weltweit – können wir das Ruder noch rumreißen!

Rasierhobel: Langzeitbericht („Werbung“)

Seit vier Jahren nutze ich einen Rasierhobel – für die Beine, Achseln und auch im Intimbereich. Im August 2015 habe über die Vor- und Nachteile einen  Beitrag  verfasst – nicht, dass es wirklich Nachteile geben würde!

Ich komme noch immer mit den mitgelieferten Rasierklingen aus; eine reicht mehr als ein Jahr. Nach wie vor schreibe ich die lange Lebensdauer auch der sehr guten Reinigungsmöglichkeit zu: Rasierer aufschrauben, Einzelteile abspülen, trocknen lassen und vor Gebrauch wieder zusammenschrauben. Er sieht noch immer wie neu aus – ein Plastikrasierer würde inzwischen schon sehr versifft aussehen!

2015_08rasierer04

Längst geht das Rasieren ratzfatz wie eh und je, etwaige Verletzungen sind im Vergleich zu Hinter-Gitter-Plastik-Klingen nicht mehr geworden  – ehrlich gesagt, sogar weniger. Einfach, weil ich halt doch ein bisschen vorsichtiger bin. Bei einer frisch eingesetzten Klinge gibts vielleicht mal den einen oder anderen Kratzer – aber auch das ist völlig normal. ;)

Nach wie vor nutze ich normale Seife, schön aufgeschäumt und noch immer brauche ich keinerlei „Wässerchen“ hinterher. Ich creme mich wie sonst auch nach dem Duschen ein und gut ist. Keine Hautirritatitionen, nichts.

Meine Empfehlung gilt also nach wie vor: Wenn du gerade einen neuen Rasierer brauchst – kauf bitte kein Plastikzeug mit (sauteuren) Plastikklingen in der XXXL-Plastikverpackung sondern nehm einen Rasierhobel mit einfachen Rasierklingen, beides völlig plastikfrei und in der Verpackung zumindest plastikarm. Achja, so nebenbei schont diese Anschaffung auch noch den Geldbeutel.

Ich bekomme weder Geld noch sonstige Zuwendungen von Hobel- oder Klingenhersteller und mich hat niemand beauftragt, diesen Beitrag (oder den vor vier Jahren) zu veröffentlichen. Ich mach das einfach nur, weil ich von meinem Rasierhobel nach wie vor begeistert bin und es mich immer wieder fassungslos macht, wenn ich im Drogeriemarkt vor den langen Regalreihen stehe voller „unterschiedlichster“ Plastikrasierern für Männlein und Weiblein nebst jeweils inkompatibler Extra-Wechselklingen, ebenfalls mit ganz viel Plastik. :(

Es geht auch ohne Plastik und das mindestens genauso gut. Also falls ihr gerade auf der Suche nach einem neuen Rasierer seit: Ein stinkeinfacher Rasierhobel sollte eure erste Wahl sein – meine uneingeschränkte Empfehlung gilt nach wie vor!

Nähgewichte? Nähgewichte!

Kennt ihr das, wenn man einfach auf der Leitung steht? So gings mir mit Nähgewichten. Vor vielleicht zwei Jahren begann der Begriff mich zu verfolgen. Plötzlich wurden überall Nähgewichte gebastelt, gehäkelt, gestrickt – und natürlich auch genäht. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum auf einmal überall Beiträge dazu auftauchten. Auf Blogs, YouTube, Pinterest – egal, wo im Netz ich mich gerade bewegte, haben die Dinger mich verfolgt.

Das Seltsame an der Sache: Ich habe mich immer gefragt, wozu zur Hel man sowas braucht? War das wieder so ein „Musste-unbedingt-haben-wennste-in-sein-willst“-Ding? Ich habs nicht kapiert. Und irgendwann ließ die Nähgewichte-Schwemme wieder nach und ich habs völlig vergessen.

Monate später war ich wieder mal am Nähen. Wie das so ist, beginnt das mit Bügeln des zuzuschneidenden Stoffes, auf diesen wird der Schnitt aufgelegt und übertragen. Ich leg mir dazu immer ein paar Bücher auf den Schnitt, damit beim Anzeichnen nichts verrutscht. Das funktioniert prima, nur diesmal wars ein bisschen fummliger, da waren die Bücher fast ein bisschen unhandlich. Da müsste man mal irgendwas erfinden… – und in dem Moment hats endlich „klick“ gemacht! *gg*

Nun wusste ich endlich, wozu Nähgewichte – aka Schnittbeschwerer, Zuschneidegewichte, Fixiergewichte – gut sind. Wobei ich Schnittbeschwerer – analog zu „Briefbeschwerer“ – passender als „Nähgewichte“ finde. Weil zum Nähen brauch ich das Gewicht ja nicht!

Jedenfalls hat mich nun die Schnittbeschwerer/Nähgewichte-Herstellungs-Muse geküsst und ich hab einfach mal frei Schnauze losgelegt:

2019_01naehgewichte02kl

Die dreieckigen gefallen mir am Besten und sind einfach herzustellen:

  • Ein rechteckiges Stück Stoffrest auf die Hälfte legen (schöne Seite nach innen), so dass ungefähr ein Quadrat entsteht.
  • Zwei Seiten absteppen.
  • Bei der noch offenen Seite die Kanten aufeinander legen, so dass diese nun in der Mitte liegen. Etwa zur Hälfte absteppen.
  • Wenden und durch die Öffnung (mit einem Trichter) befüllen. Kleine Dekosteine (ggf. vorher waschen und trocknen lassen) eignen sich gut als Füllmaterial – s. auch unten.
  • Nicht ganz randvoll machen, in die Öffnung ein Band (Schlaufe) legen, feststecken und verschließen. Die Schlaufe kann auch weggelassen werden.

Erinnert dich an Osterhühner? Stimmt – das ist genau dieselbe Vorgehensweise, nur eben ohne Schnabel, Kamm und Füße. Falls du eine ausführlichere und bebilderte Anleitung haben möchtest, findest du z.B. bei Olivia Twist eine solche, sogar mit Video.

Für die flachen Fixiergewichte einfach zwei Stoffreste aufeinander legen (schöne Seite nach innen), bis auf eine Wendeöffnung absteppen. Wenden. Befüllen. Öffnung schließen (ggf. mit Bändel).

Ist eine gute Stoffreste-Verwertungsmöglichkeit und wenn du ein bisschen auf die Suche gehst, findest du bestimmt auch geeignetes Füllmaterial, das auf diese Weise recycelt werden kann. Hier sind Nicht-Lebensmittel meiner Meinung nach vorzuziehen. Zumal Reis z.B. anfällig für Feuchtigkeit ist, also schon deshalb nicht unbedingt empfehlenswert. Getreidekörner o.ä. wären da schon eher geeignet und finden sich vielleicht in einem ausgedienten Dinkel- oder Kirschkernkissen? Am besten sind die Dinge, die man irgendwo rumliegen hat und nicht mehr braucht, die klein und schwer genug sind für ein zweites Leben als Nähgewichte-Füllmaterial.

Größenangaben für Schnittbeschwerer gibt es (zumindest bei mir) nicht, da einfach locker drauflos nähen, verschiedene Größen probieren und wenn du irgendwann zu viel von den Dingern gemacht hast, lautet dein nächstes Vorhaben eben: Tasche für Schnittbeschwerer nähen. :)

Vielleicht hab ich dir Lust aufs Nachmachen gemacht, zumal es ein schönes Schnell-&-einfach-Projekt ist. Oder du hast dir längst deine Nähgewichte gemacht? Dann würd ich mich sehr über einen Kommentar – gerne mit Link – freuen, um meine Neugier zu stillen :)

Die letzten bunten Blätter

Es hat zwar etwas länger gedauert, aber ich komme noch rechtzeitig für die Herbstdekoration (für Weihnachtsdeko ist es noch etwas früh, finde ich). Bei Herbys habe ich eine wunderbare, kostenlose Häkel-Anleitung für ein Herbst-/Ahornblatt gefunden, die man einfach so runterladen kann. Wie gesagt, ist das kostenlos, aber es handelt sich bei der Site um eine gewerbliches Angebot – wollte ich hiermit drauf hingewiesen haben, falls mir das als Werbung ausgelegt wird.

Das Muster ist sehr einfach, so dass ich gleich dem Blätterrausch(en) verfallen bin. Ich hab noch ein bisschen rumprobiert, dabei ist z.B. das hier entstanden:

2018_10herbstblatt02mit

Hier hab ich erst einmal ein paar Runden Stäbchen gehäkelt, damit das Blatt insgesamt etwas größer wird. Und als Abschluss habe ich einen Zackenrand zugefügt, ganz einfach: * fM, fM, 2 LM, KM in die 1. LM* Es gibt ja die unterschiedlichsten Ahornarten, aber der bei meinen Eltern im Garten hatte halt außenrum noch Zacken an den Blättern, deshalb find ich das hier auch schöner. :)

Für alle, die wie ich noch ein paar Zwetschgen eingefroren haben, habe ich bei der Giftigen Blonden ein super Rezept für eine Tarte mit Streuseln gefunden. Die wird aus einem Quarkblätterteig gemacht, der nicht nur schnell und einfach zubereitet ist, sondern auch für Süßes und Herzhaftes verwendet werden kann. Also vielseitig verwendbar und somit ein Geheimtipp für die Herbstsaison!

Wer sich für Batik – genauer: Wachsbatik – interessiert, wird bei Gabi von Made with Blümchen fündig. Sie hat in ihrem Beitrag nicht nur eine Anleitung geschrieben, sondern auch von ihren Fehlern und Fehlschlägen berichtet. Also: Lesen und gleich fehlerfrei loslegen!

Und wer jetzt noch ein bisschen Zeit und Lust hat, die Welt zu retten – da hat die Verbraucherzentrale Bayern einige nützliche Tipps und Tools zum Thema Müllvermeidung zusammengetragen – einfach mal vorbeischauen.

Ich wünsch allen ein frohes Rumwerkeln, wo wieder die „Drinnenzeit“ angebrochen ist. Machts euch gemütlich und knüschlig!