Archiv der Kategorie: Allgemein

Es geht auch langsam

Eine kleine Unachtsamkeit und schon war ich für Wochen ausgeknockt. Alleine das war schon Grund genug, mich auch innerlich zu resetten – zumal ich eh nichts anderes tun konnte. Bewegung war nicht drin. Zumindest nichts, was weiter als bis zur Toilette oder Kühlschrank war. So schnell kann es gehen – dass plötzlich gar nichts mehr geht. Ein guter Zeitpunkt, dankbar zu sein, für das, was ist.

In den nächsten Tagen und Wochen hat mir mein Körper ganz genau gesagt, was geht und was nicht. Was er braucht und was ich unterlassen soll. Wieder einmal habe ich gestaunt, mit welcher Klarheit mein Körper mit mir kommuniziert – wenn ich nur genau zuhöre!

Was er am dringendsten brauchte, waren Ruhe (im Sinne von nicht anstrengen, nicht bewegen) und Zeit. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und auch das Muskelwachstum lässt sich nicht beschleunigen. Obwohl, eigentlich doch: Indem man dem Muskel eben die Zeit gibt, die er braucht.

Irgendwann war ich soweit wiederhergestellt, dass ich mir einen normalen Arbeitsalltag wieder zugetraut habe. Und ich habe festgestellt, dass es ein Riesenunterschied ist, ob ich mich vom Klo auf die Couch in die Küche und zurück bewege, oder meiner normalen Arbeit nachgehe. Vor einiger Zeit hatte ich mir mal interessehalber eine Schrittzähler-App installiert und dadurch festgestellt, dass ich problemlos die berühmten 10.000 Schritte im Durchschnitt zusammenbringe. Woran jetzt erst einmal nicht zu denken war.

Das Wichtigste: langsam gehen! An sich einfach, weil die Wade mir ihren Rhythmus vorgibt. Trotzdem fühlt es sich ungut an, wenn ich mit Kundschaft im Schneckentempo unterwegs bin. Ich habe das Gefühl, mich erklären, rechtfertigen zu müssen. Kein Problem, von alle Seiten gibt es Verständnis und ich frage mich: Warum glaube ich, mich für die Langsamkeit entschuldigen zu müssen?

Wer sich nicht schnellschnell bewegt, fällt auf: Was ist denn mit der los? Da stimmt doch was nicht. Einerseits ist die Aufmerksamkeit erfreulich, dass die Menschen aufeinander achten und nachfragen, wenn etwas nicht so läuft wie sonst. Andererseits erschreckend: Wer nicht im Gleichschritt mitmarschiert, ist nicht normal, funktioniert nicht richtig. Niemand kommt auf die Idee, dass man „einfach so“ einen Gang runterschaltet, freiwillig langsam macht. Macht doch kein normaler Mensch. Oder?

Dass alles langsam geht, betrifft nicht nur die Fortbewegung an sich. Ich überlege bei allem, was ich tun möchte, ob das jetzt tatsächlich nötig ist, ob es eine Alternative gibt, ob ich den notwendigen Gang mit anderen Tätigkeiten verbinden kann, um mir unnötige Extraschritte sparen zu können.

Und natürlich habe und bemerke ich die Langsamkeit nach wie vor beim Yoga. Zunächst ging fast gar nichts mehr, doch Stück für Stück konnte ich mir meine Übungen wieder „zurückerobern“. Aber immer nur sehr sehr langsam und sehr sehr vorsichtig. Hier habe ich viel gewonnen, sehr viel mehr, als mir die Verletzung zwischenzeitlich genommen hatte. Mein Yoga ist jetzt (wieder) wesentlich achtsamer, bewusster, ruhiger als vorher. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich mir das lange bewahren kann: Dieses Gefühl, in mir zu ruhen. Unbeschreiblich.

Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause fühlt sich momentan wie eine halbe Weltreise an. Auch hier muss ich modifizieren, andere Wege wählen, kürzer treten. Und habe viel mehr Zeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ich sehe die Blüten in den Gärten, das satte Grün an den Bäumen. Höre die Vögel zwitschern, rieche den Flieder – für mich der Geruch des Frühlings. Alles wie jedes Jahr, alles wie immer. Und doch nehme ich es stärker, klarer, bewusster wahr. Aus dem einfachen Grund, dass alles ein bisschen langsamer geht und ich deshalb länger im Augenblick verweile. Eigentlich ganz logisch und ich stelle fest, dass ich langsam genauso ans Ziel komme. Die zurückgelegte Strecke ist dabei vielleicht kürzer. Das dabei Erlebte, Wahrgenomme dafür umso intensiver.

Mir fallen die Schlagworte ein: „Entdeckung der Langsamkeit“, „Hashtag: Entschleunigung“ – reden ja alle davon, schreiben darüber. Nichts liegt mir ferner, als auf diesen Zug aufzuspringen. Ich mache derzeit wahrlich keine großen Sprünge. Nicht mal kleine. Dennoch kann ich es euch nur empfehlen, das mit der Langsamkeit auszuprobieren. Schaltet einen Gang runter. Setzt euren Focus nicht darauf, wie ihr noch schneller weiter kommt. Sondern gönnt euch mal eine Stunde der Langsamkeit: Wie langsam kann ich eine Runde um den Block laufen? Einmal die Woche, jeden zweiten Tag für ein paar Wochen jeweils eine Stunde Zeit lassen. Ihr werdet staunen, welche Wunder ihr dabei entdeckt. Um euch herum und in euch drin. Lasst euch drauf ein!

Ich freu mich über eure Kommentare dazu!

P.S. für weiterführende Lektüre kann ich euch das Heft 2018/61 der Geo Wissen ans Herz legen: Zeit für die Seele. Dort gibt es vielfältige Artikel zum Seele-baumeln-lassen.

P.P.S. falls die weiterführende Lektüre bereits als Werbung ausgelegt wird, will ich die Gelegenheit gleich nutzen, um Werbung für die Bibliotheken/Büchereien zu machen: Dort gibt es solche Hefte und natürlich auch Bücher zum Thema. Bei sehr vielen inzwischen sogar online. Schaut ruhig mal wieder rein!

Werbeanzeigen

Korrigier mich bitte!

So viele Texte schreien mir das förmlich entgegen!

Kann heute wirklich niemand mehr korrektes Deutsch schreiben? Das lernt man in der Schule – und man hört doch nicht einfach auf, richtig zu schreiben, nur weil man einen Abschluss in der Tasche hat, oder?

Wenn es reine Faulheit ist – dann bemüht doch zumindest die Rechtschreibprüfung des Textverarbeitungsprogramms. Damit sind wenigstens die gröbsten Schnitzer abgefangen. Selbst hier im WordPress-Editor werden Tippfehler rot unterringelt. (Lustigerweise wird „WordPress“ auch rot unterringelt. *g*) Ok, was dieses Tool hier nicht kann, ist das Erkennen von fehlenden Bindestrichen. Leider. Gerade die sind im Internetzeitalter total am Aussterben. :-(

Es heißt aber nun mal „Brotbackbuch“, notfalls „Brot-Backbuch“ aber keinesfalls „Brot Back Buch“. Nichts verzerrt den Sinn eines Satzes mehr als fehlende Bindestriche! 

Ob in der TV-Zeitschrift, im Blättchen der Marktgemeinde oder dem Stadtanzeiger – Rechtschreibung hat offenbar keinen hohen Stellenwert. Dass in einem Internetforum nicht immer alles superkorrekt geschrieben ist, darüber lässt sich hinwegsehen. Aber wenn man einen Blogbeitrag schreibt, über den eine sich ja auch Gedanken macht, mit dem man sich auseinandersetzt, dann will man doch selber, dass das Ergebnis gut ist, dass alles passt und alles stimmt. Eben auch die Rechtschreibung!

Das gilt für mich als Privatperson; mehr noch sollte es für all jene gelten, die damit Geld verdienen – nicht zuletzt für die Geldgeber sollte es (auch) von Interesse sein, wer da für sie Werbung macht. „Ich finde das das schampoo von der Firma XYZ fiel besser ist als alle die wo ich probiert habe weil, nur bei dem, sind meine Haare so richtig, schön, glänzig, geworden.“ – Sowas macht nicht gerade den besten Eindruck, finde ich. Also, auf so eine Empfehlung würde ich Shampoo XYZ mit Sicherheit nicht kaufen!

Noch viel schlimmer fällt es mir bei Youtubern auf. Ok, wenn man schlecht in Deutsch ist, einfach Filmchen drehen, dann spart man sich die Rechtschreibung. Nur dann sollte man es auch unterlassen, kurz nach Erscheinen des neuen Videos einen extra Hinweis zu posten, dass das neue Video erschienen ist (ach nee…) und da dann noch acht Schreibfehler in drei Sätzen einbauen. Wer mit Schokosahnetorte Geld verdient, sollte das auch schreiben können. Oder zumindest in der Kompromissform „Schoko-Sahne-Torte“ mit Bindestrichen. Keine Gedankenstriche, sondern Bindestriche: keine Leerzeichen vor oder nach dem Strich.

  • Bitte: Lest eure Texte vorm Veröffentlichen durch! 
  • Bitte: Nutzt Rechtschreibprogramme, wenn ihr euch nicht ganz sicher seit. duden.de ist auch immer eine gute Anlaufstelle!
  • Apostrophe lieber weglassen – da seit ihr auf der sicheren Seite.
  • Fragt jemanden, der oder die textsicher(er) ist, eure Texte gegenzulesen und zu korrigieren. Das gilt vor allem dann, wenn ihr mit euren Texten Geld verdient – notfalls bezahlt jemanden dafür, der eure Texte in vernünftiges, lesbares Deutsch bringt!
  • Wenn ihr irgendwo arbeitet, wo ihr analoge Texte veröffentlicht (egal ob Briefe, Anzeigen, Untertitel – was auch immer): Bitte lest eure Texte durch, lasst die Rechtschreibprüfung drüberlaufen.

Gerade beim letzten Punkt komm ich aus dem Kopfschütteln manchmal nicht mehr heraus. Es muss doch im ureigensten Interesse jeden Arbeitgebers und jeder Arbeitgeberin sein, dass sämtliche Veröffentlichungen frei von Tippfehlern sind.

Möglich, dass ich mich mit diesem Beitrag hier sehr unbeliebt mache. Ebenso möglich, dass sich irgendwo ein Tippfehler eingeschlichen hat, der mir in den Kommentaren unter die Nase gerieben werden wird. :) Aber wenn ich nur eine oder einen von euch dazu bewegen kann, künftig (mehr) auf korrektes Deutsch zu achten, wär ich schon überglücklich!

Schönes smartes Haus?

Mein Lieblingsradiosender bindet momentan massiv einen „Hausspionierer“ in die Interaktionsspiele mit den ZuhörerInnen ein. Offenbar wollen die Spionierdienste mit aller Gewalt in unsere Häuser eindringen. Ich nenn sie mal „Andrea“ oder „Miri“ – passend wäre auch der Name „Swala“ für „spioniert wirklich alle Lebensbereiche aus“.

Klar, auf der Voyager ist das schon irgendwie praktisch, wenn Captain Janeway einfach nur „Computer“ sagen und eine Frage stellen muss. Genau das machen ja die Swalas auch. Aber ernsthaft: Wer stellt sich freiwillig einen Spion ins Wohnzimmer?

Alles wird mitgehört

Es wird zwar behauptet, dass Swala nur mithört, wenn sie direkt angesprochen wird. (Irgendwie klingt das so nach „Ja, aber ich hab nicht inhaliert!“) Wie soll sie hören, ob sie angesprochen wird, wenn sie nicht mithört? Und sie hört ja wirklich alles, also nicht nur Unterhaltungen, sondern auch, welche Musik läuft, welche TV-Programme gesehen werden, wie oft die Toilettenspülung benutzt oder geduscht wird. Und es macht mir niemand weis, dass all diese Daten nicht gespeichert werden! Die Meldungen in dieser Woche dazu haben mich nicht überrascht.

Wirklich nützlich?

Ich frage mich, welchen Sinn das SmartHome überhaupt hat. Zunächst mag es ganz praktisch klingen, wenn ich die Heizung tagsüber absenken und so einstellen kann, dass sie rechtzeitig wieder hochfährt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Für den Fall, dass ich früher Feierabend habe, kann ich via App meiner Heizung mitteilen, sie möchte doch bitte gleich einschüren, weil ich bereits auf dem Heimweg bin.

Nun, das mit dem Programmieren kann unsere ganz normale Heizung auch – vielleicht nicht ganz so ausgefeilt und detailliert, aber für uns absolut ausreichend. Und wenns tatsächlich mal passiert, dass mein Liebster oder ich schon mittags nach Hause kommen, wird halt die Heizung hochgedreht und dann ist es auch schnell warm.

Dafür muss unsere Heizung nicht ständig online sein, sprich: Wenn niemand Zuhause ist, ist unser Router ausgeschaltet; er verbraucht also in dieser Zeit weder Strom noch werden Strahlen produziert.

Strahlende Zukunft?

Das ist nämlich das nächste Problem – nicht nur der erhöhte Strombedarf, wenn ständig alles mit allem vernetzt sein muss – sondern auch das Kommunizieren aller möglichen Geräte untereinander. Diese unsichtbaren Datennetze werden somit immer dichter und komplexer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das sonderlich gesund ist. Da sollte es uns doch ein Anliegen sein, zumindest die eigenen vier Wände einigermaßen strahlungsarm zu halten.

„Ich weiß (besser), was du willst“

Mich nervt das schon beim Textverarbeitungsprogramm, wenn es ungefragt korrigiert. Manchmal zurecht, aber oft halt auch nicht. Hard- und Software sollte uns unterstützen, aber nicht bevormunden. Auch Suchmaschinen sollten das nicht tun („Meinten Sie…?“).

Wenn aber mein Haus so „schlau“ ist, dass es morgens automatisch die Rollläden hochfährt, sobald ich das Wohnzimmer betrete – sorry, aber das ist wirklich eine Horrorvorstellung! Und den Sinn dahinter verstehe ich auch nicht wirklich. Die Vorstellung, dass mein Haus ständig „mitdenkt“, mir bestenfalls Vorschläge unterbreitet, schlimmstenfalls einfach macht, von dem es „denkt“, dass ich es will, ist einfach nur gruselig! Ich möchte auch nicht von meinem Kühlschrank angerufen und gefragt werden, ob ich Milch mitbringe, oder ob er welche online bestellen soll.

Orientierungslos

Hinter unserem Haus befindet sich eine Sackgasse, die inzwischen ziemlich stark befahren ist. Auf irgendeiner „Map“ ist da nämlich mal ein Fehler unterlaufen und offenbar haben alle möglichen Navis von dieser Karte abgekupfert, die unsere Sackgasse als Durchgangsstraße eingezeichnet hat. Befremdlich finde ich, dass sich niemand an der Beschilderung „Sackgasse“ stört: Wenn das Navi sagt, ich muss da abbiegen, dann bieg ich da ab. Echt jetzt: Wir vertrauen irgendwelchen Computerstimmen und -Anzeigen mehr als unseren eigenen fünf Sinnen und wachem Verstand?

Ich habe keinen sonderlich guten Orientierungssinn und genau deshalb plane ich eine Reise sehr sorgfältig. Ich präge mir die Reiseroute auf der Straßenkarte (so richtig aus Papier!) genaue ein, notiere mir die Auf- und Abfahrten, wann ich wo abbiegen muss usw. Außerdem werfe ich einen Blick auf die nächsten größeren Ortschaften, schaue also auch, in welcher Umgebung ich mich bewege. Das hat den Vorteil, wenn ich mich irgendwo verfahre, bin ich nicht gleich völlig verloren. Weil mir das nächste Hinweisschild Orientierung bietet: Aha, wenn es da nach X-Stadt geht, muss ich mich links halten, damit ich wieder in die richtige Richtung komme. Würde mich ein Navi in die Irre führen, wäre ich wirklich hoffnungslos verirrt!

Nein danke!

Ok, ich bin ziemlich begeistert davon, dass ich die Waschmaschine über Nacht programmieren kann: „Starte in vier Stunden“. Bei einer Waschdauer von drei Stunden schaff ich es auf die Art, notfalls mal zwei Ladungen voll an einem Tag laufen zu lassen. Dass unser Drucker ein Netzwerkdrucker ist, der sich auch mal übers Handy ansteuern lässt (sofern er eingeschaltet ist), ist ebenfalls nicht unpraktisch. Aber darüber hinaus sehe ich im SmartHome keinen echten Nutzen. Dafür viele Nachteile:

  • Wer hört (und sieht?) mit? Welche Daten werden wo wie lange gespeichert und an wen verkauft?
  • Zusätzliche Strahlungsbelastung durch die Kommunikation der verschiedenen Geräte untereinander
  • erhöhter Stromverbrauch, weil alle Geräte ständig zumindest im Standby-Modus laufen müssen
  • Gefahren für Tiere durch „freilaufende“ Mähroboter (siehe z.B. in der FAZ)

Ein computergesteuerter Haus-„Schlüssel“ ist für mich alles andere als vertrauenserweckend und auch die Möglichkeit, via Smartphone im Vorbeilaufen zu bezahlen, ruft in mir keinerlei Begeisterungsstürme hervor – ganz im Gegenteil.

Ich halte es für sehr bedenklich, was alles in unserem Privatleben Einzug hält oder nach dem Willen der Wirtschaft Einzug halten soll. Mein Tipp: Überlegt euch gut, ob das neueste schicke Gadget wirklich Sinn macht und ob dieser Sinn die massiven Einschnitte und Nachteile rechtfertigt. Je mehr wir smarte Tools unser Leben regeln lassen, umso weniger kümmern wir uns selber darum. Und ich bin der Meinung, dass selber denken doch eigentlich das ist, was den Menschen ausmacht. Oder wie seht ihr das?

Hier noch ein paar Links zum Weiterlesen: 

Gerne noch selber die Suchmaschine eures Vertrauens bemühen und z.B. nach „smart home datenschutz“ suchen.

Rasierhobel: Langzeitbericht („Werbung“)

Seit vier Jahren nutze ich einen Rasierhobel – für die Beine, Achseln und auch im Intimbereich. Im August 2015 habe über die Vor- und Nachteile einen  Beitrag  verfasst – nicht, dass es wirklich Nachteile geben würde!

Ich komme noch immer mit den mitgelieferten Rasierklingen aus; eine reicht mehr als ein Jahr. Nach wie vor schreibe ich die lange Lebensdauer auch der sehr guten Reinigungsmöglichkeit zu: Rasierer aufschrauben, Einzelteile abspülen, trocknen lassen und vor Gebrauch wieder zusammenschrauben. Er sieht noch immer wie neu aus – ein Plastikrasierer würde inzwischen schon sehr versifft aussehen!

2015_08rasierer04

Längst geht das Rasieren ratzfatz wie eh und je, etwaige Verletzungen sind im Vergleich zu Hinter-Gitter-Plastik-Klingen nicht mehr geworden  – ehrlich gesagt, sogar weniger. Einfach, weil ich halt doch ein bisschen vorsichtiger bin. Bei einer frisch eingesetzten Klinge gibts vielleicht mal den einen oder anderen Kratzer – aber auch das ist völlig normal. ;)

Nach wie vor nutze ich normale Seife, schön aufgeschäumt und noch immer brauche ich keinerlei „Wässerchen“ hinterher. Ich creme mich wie sonst auch nach dem Duschen ein und gut ist. Keine Hautirritatitionen, nichts.

Meine Empfehlung gilt also nach wie vor: Wenn du gerade einen neuen Rasierer brauchst – kauf bitte kein Plastikzeug mit (sauteuren) Plastikklingen in der XXXL-Plastikverpackung sondern nehm einen Rasierhobel mit einfachen Rasierklingen, beides völlig plastikfrei und in der Verpackung zumindest plastikarm. Achja, so nebenbei schont diese Anschaffung auch noch den Geldbeutel.

Ich bekomme weder Geld noch sonstige Zuwendungen von Hobel- oder Klingenhersteller und mich hat niemand beauftragt, diesen Beitrag (oder den vor vier Jahren) zu veröffentlichen. Ich mach das einfach nur, weil ich von meinem Rasierhobel nach wie vor begeistert bin und es mich immer wieder fassungslos macht, wenn ich im Drogeriemarkt vor den langen Regalreihen stehe voller „unterschiedlichster“ Plastikrasierern für Männlein und Weiblein nebst jeweils inkompatibler Extra-Wechselklingen, ebenfalls mit ganz viel Plastik. :(

Es geht auch ohne Plastik und das mindestens genauso gut. Also falls ihr gerade auf der Suche nach einem neuen Rasierer seit: Ein stinkeinfacher Rasierhobel sollte eure erste Wahl sein – meine uneingeschränkte Empfehlung gilt nach wie vor!

Verkaufsoffener Sonntag?!

In meiner Kindheit war in der nächstgrößeren Stadt zweimal im Jahr an einem Sonntag Markt. Da hatten auch ein paar normale Ladengeschäfte geöffnet. Marktsonntag war etwas ganz besonderes, weil es dort Sachen gab, die es sonst nirgends gab. Von dem riesigen Süßigkeitenstand mal ganz abgesehen :)

Heute ist das ganz anders. Gefühlt würde ich sagen, ist mindestens alle zwei Monate ein verkaufsoffener Sonntag. Entweder, weil die Stadt einen besonderen „Event“ hat. Oder einzelne Geschäfte haben verkaufsoffen weil… gerade Firmenjubiläum ist. Oder die hundertste Filiale eröffnet wurde, oder was auch immer.

Geht es euch auch so? Dass – gefühlt zumindest – irgendwie ständig irgendwo verkaufsoffener Sonntag ist? Ich find das furchtbar. Muss am Sonntag auch noch konsumiert werden? Muss man den Menschen, die im Einzelhandel eh schon familienfeindliche Arbeitszeiten haben, auch noch den Sonntag nehmen?

Im Sommer bekommen wir das gut mit, wenn gerade mal wieder verkaufsoffener Sonntag ist, wie die Menschen in die benachbarten Geschäfte stürmen. Gerade so, als wenn es in den letzten drei Wochen nirgends irgendwas zu kaufen gegeben hätte. Dabei sind die Geschäfte mittlerweile sogar samstags bis zum Abend geöffnet. Und dann muss man am Sonntag schon wieder einkaufen? Einfach, weil offen ist? Ich verstehs nicht, wirklich nicht!

Es ist egal, ob die Menschen den Sonntag nutzen möchten, um in die Kirche zu gehen oder in die Moschee. Ob sie Verwandte besuchen oder einen Ausflug mit der Familie machen wollen. Zuhause die Fenster putzen oder sich einfach mit einem Buch in den Liegestuhl legen wollen. Das wichtigste am Sonntag ist: Dass es einzige Tag in der Woche ist, der fürs Privatleben zur Verfügung steht. Naja: stehen sollte! Weil für viele ist es eben längst nicht mehr der Fall.

Klar betrifft das die Gastronomie, Krankenhäuser, Pflegedienste usw. schon immer, dass da auch der Sonntag ein Dienst-Tag ist. Dafür hat man aber an anderen Tagen frei. Im normalen Einzelhandel sollte aber der Sonntag frei sein und auch bleiben. Und wer unbedingt meint, am Sonntag auch noch shoppen zu müssen, solls halt dann von der Couch aus machen. Aber mal einen Tag in der Woche nix kaufen soll ja den Charakter bilden.

Was haltet ihr vom Einkaufen am Sonntag? Muss das wirklich sein, dass auch am Sonntag frische Semmeln verkauft werden? Sollte man  ausgerechnet in einem Laden kaufen, der seinen Angestellten auch noch den Sonntag klaut? Oder seit ihr gerade vielleicht sowieso gerade beim Fasten – was Einkaufen mit einschließt?

Straßenverkehr – Stress oder die Ruhe weg?

Bei uns auf dem Land ist es meist ziemlich schwierig, wenn man überholen möchte. Entweder ist der Straßenverlauf kurvig und unübersichtlich – oder man hat Gegenverkehr. Früher hat es mich schier wahnsinnig gemacht, wenn ich hinter einem LKW herzuckeln musste. Inzwischen hab ich da die Ruhe weg.

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass es zeitlich kaum einen Unterschied macht, ob ich mit 80 oder 100 Stundenkilometern unterwegs bin. Dazu ist die Strecke – bzw. der Streckenabschnitt Landstraße – zu kurz. Also wozu sich aufregen?

Es hat gedauert, bis ich das begriffen habe, muss ich leider zugeben. Dabei ist das Fahren so viel entspannter, wenn ich mich nicht aufrege! Und wenn wieder mal ein ganz wichtiger SUV wild hupend von hinten rauszieht, kostet mich das ein müdes Lächeln. Wenns schee macht.

Mein Motto ist: Lieber fünf Minuten später ankommen, als eine halbe Stunde später im Krankenhaus liegen. Und damit fahr ich ganz gut. Wörtlich sogar :)  Wie ist das bei dir im Straßenverkehr? Hast du die Ruhe weg oder gehörst du eher zu denen, die sich schnell aufregen? Schimpfst du dann vor dich hin oder äußert sich das auch im riskanten Fahrstil?

Wobei das vermutlich blöde Fragen sind – wer würde das schon zugeben? Außer das Vor-sich-hinschimpfen vielleicht. Und das passiert mir auch ab und zu. Das ist auch völlig ok, wenn z.B. mal wieder ein Schulbus (!) genau vor meiner Nase auf die Hauptstraße einbiegt. Da frag ich mich schon: Sollten nicht gerade Schulbusse durch eine eher vorsichtig-defensive Fahrweise auffallen?

Wenn meine Grummelei im Straßenverkehr allerdings öfter vorkommt, dann ist das für mich mittlerweile ein Grund innezuhalten: Wo hakts denn? Gibts irgendwo Ärger? Stress? Liegt irgendwo etwas im Argen? Meistens komm ich recht schnell der eigentlichen Ursache auf die Spur. Und kann somit deren Bereinigung angehen. So gesehen ist mir vermehrtes Schimpfen im Straßenverkehr inzwischen ein guter Anzeiger geworden, wenn meine innere Balance gestört ist.

Vielleicht ist das bei dir ja ähnlich? Schon mal darauf aufgepasst? Oder hast du deine eigenen „Anzeiger“, die dich auf mangelndes Gleichgewicht aufmerksam machen?

Ich bin neugierig, welche „Alarmglocken“ bei euch installiert sind und freu mich über Kommentare!

Radieschen im Winter?

In den letzten Wochen ist es mir verstärkt aufgefallen, dass überall Radieschen angeboten werden. Nun sind gerade die – genauso wie Erdbeeren – für mich absolutes Saisongemüse. Sprich: Um diese Jahreszeit einfach nicht erhältlich. 

Leider werden sie wohl auch gekauft, obwohl sie nicht wirklich schmackhaft sind, wie ich mir anhören durfte (warum kauft ihr die dann überhaupt und unterstützt dieses unsinnige Geschäftsgebahren noch???). Noch schlimmer ist es meistens so im März, dass bereits jetzt schon wieder „Erdbeeren“ aus irgendwo in Europa (bestenfalls) angeboten werden, riesengroß, knallrot – und absolut geschmacksfrei. Dass diese Zuchtbollern nicht schmecken können, ist denen doch schon von weitem anzusehen, finde ich. Erdbeeren werden vom Feld gepflückt, wenn schon nicht aus dem eigenen Garten. 

Was ich mich frage: Wieso können Birnen aus Chile und/oder Tomaten im Winter „bio“ sein? Was gerade keine Saison hat bzw. von weit her angeliefert werden muss, kann durch den massiven Energieverbrauch von Lagerung/Transport doch gar nicht mehr bio sein? Zumindest nicht „öko“. Vermutlich ist das mein Denkfehler. Dass ich öko und bio verwechsle bzw. gleichsetze. Aus ökonomischer Sicht natürlich völlig absurd… ;(

Die Klima-Bilanz unserer Lebensmittel – in diesem Artikel vom Abendblatt wird das Thema gut aufgegriffen und beleuchtet: Es ist nicht so einfach mit der Öko-Bio-Bilanz. So wird bei Bioprodukten an Chemie gespart, dafür muss aber öfter rausgefahren und gebiodüngt werden. Also zusätzliche Belastung durch den Treibstoff des Traktors. Auch ist der Ertrag pro Fläche bei Bioprodukten naturgemäß (!) weniger als bei der konventionellen Landwirtschaft. 

Dennoch ist bio auf jeden Fall vorzuziehen, da wir auf den Erhalt des fruchtbaren Bodens angewiesen sind. Sonst wächst irgendwann nämlich gar nichts mehr. Dazu gehört auch, den Fleischkonsum zu reduzieren, da zu viel Gülle ebenfalls ein Problem für den Boden ist. 

Hier verstehe ich nicht, weshalb riesige Mastbetriebe genehmigt werden (warum das überhaupt möglich ist, dass der Mensch so dermaßen frei von Anstand und Respekt den Tieren gegenüber ist), ohne dass der Betreiber auch über die entsprechende Fläche zur Ausbringung der Gülle verfügt. Sollte das nicht Bedingung sein? Mal einfach so logisch vor mich hingedacht? 

Was mich in dem o.g. Artikel auch verwundert hat: Es gibt ökologischen Landbau unterm Folientunnel? Sogar wenn dieser beheizt ist (oder im beheizten Treibhaus)? Wie kann das dann noch öko sein? 

Ich esse an sich gerne Fleisch, nur auf Geflügel verzichte ich schon seit Jahren, wegen der unzumutbaren Lebensbedingungen. Das kann ich nicht unterstützen. Und ich brauche keinesfalls jeden Tag Fleisch – es lebe der Sonntagsbraten! 

Blöd nur, dass ich für Käse noch keinen wirklich guten Ersatz gefunden habe. Hier bin ich schon lange auf der Suche und auch am Selber-Experimentieren. Weil weitgehend auf Fleisch verzichten, aber Käse essen, ist irgendwie ja auch scheinheilig…

Nun bin ich von meinem Anfangsthema ziemlich abgeschweift und doch hängt alles zusammen. Es geht darum, genau hinzusehen, was man isst, wo die Nahrung herkommt, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben, wie viel Gift, wie viel Wasser verbraucht wurde – und irgendwie in dem ganzen Label-Dschungel noch durchzublicken. 

Mein Tipp: Gehts nacheinander an. Alles auf einmal komplett umzukrempeln wird nicht funktionieren. Sich für die Problematik zu sensibilisieren, zu informieren und einfach dran zu bleiben, ganz bewusst einzukaufen und ebenso bewusst auf das eine oder andere vielleicht ganz zu verzichten – das ist für mich ein praktikabler Weg. Und ein ständig andauernder Prozess. 

In diesem Sinne: Bleibt dran!

#friday4future

Morgen ist wieder Freitag und damit #friday4future-Tag. Ich finde die Aktion großartig und dank der weltweiten Vernetzung ist es möglich, dass daraus eine globale Bewegung wird, die die PolitikerInnen weltweit dazu bringen kann, ihren glorreichen Worten endlich Taten folgen zu lassen.

Was die Aktion der SchülerInnen tatsächlich bringen wird, muss sich zeigen. Meine Erfahrungswerte machen mir zwar wenig Hoffnung, doch das kleine Mädchen aus den frühen 1980ern in mir feuert die Kids weltweit an, dran zu bleiben und die Verweise, die sie dafür kassieren, einzurahmen! ;)

Allerdings muss ein bisschen Kritik auch sein. Denn die Rettung der Zukunft fängt immer bei dir selber an. Daher von mir noch ein paar ausgewählte Stichpunkte:

  • Kaffeetasse/Thermobecher statt Coffee to go
  • Brotzeitdose statt Currywurst und Hamburger
  • Stop! Nicht gleich neu kaufen, sondern erst mal guggen, was der heimische Haushalt an Verwendbaren bereits zu bieten hat!
  • Wiederaufladbare Akkus statt Batterien verwenden (gibts auch für Knopfzellen)
  • mit dem Bus/Öffis in die Schule fahren und sich nicht von Mama mit dem SUV bringen lassen
  • sich nicht jedes Jahr das neueste Handy zum Geburtstag wünschen, sondern das vorhandene so lange wie irgend möglich nutzen

Der letzte Punkt wäre ein guter Ansatz für eure Forderungen. So sollten die Betriebssystem-Hersteller verpflichtet sein, pro Version wenigstens fünf Jahre Laufzeit zu garantieren und für jedes Gerät (Handy, Tablet, was auch immer) Upgrades auf die nächsten zwei Versionen für die jeweils komplette Laufzeit zuzusichern. Somit wäre eine Handynutzung von bis zu 15 Jahren garantiert. Das gilt natürlich auch für PC-/Notebook-Betriebssysteme, sofern diese nicht eh OpenSource sind.

In dem Zusammenhang sind ebenso die Handyhersteller (und der gesamten Unterhaltungselektronik) gefordert, ihre Auf-den-Markt-schmeiß-Mentalität grundlegend zu ändern. Analog zu den BS gibts ebenfalls nur alle fünf Jahre ein neues Gerät – und dann auch nur eins und keine fünf. Das dann aber wenigstens ausgereift ist.

Zum Thema SUV mag ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen, weil da könnt ich nur noch … nein. SUV, Coffee-to-go im Wegwerfbecher, Kapselkaffee – das sind Dinge, die einfach nicht existieren dürften und ich staune jeden Tag aufs Neue, wie viele Menschen all das tagtäglich nutzen, obwohl sie wissen, wie sehr sie damit unseren Planeten zumüllen und vergiften…

In diesem Sinne: bleibt dran und ich würde mich freuen, wenn das Jahr 2019 als DAS Jahr der Kehrtwende in die Geschichte eingehen würde!

 

Jedes Feuerwerk ein Fest?!

Ich hoffe, ihr seit alle gut im neuen Jahr angekommen. Wie haltet ihr es denn an Silvester? Gibts ein großes Feuerwerk? Raketen oder Böller? Oder nur Wunderkerzen? Oder seit ihr am liebsten auf der ganz großen Party mit professionellem Feuerwerk?

Seit Jahren schon machen wir selber kein Feuerwerk mehr. Allerdings gehören die bunten Raketen für mich zum Jahreswechsel dazu. Also mit „aaah“ und „ooohhh“ in den Himmel guggen machen wir nach wie vor sehr gerne. Ein paar Minuten, dann isses auch wieder gut und wir kümmern uns lieber um die Kazis, die den Lärm und die grellen Lichter, die sich leider nicht komplett ausschließen lassen (nicht vor jedem Fenster gibt es ein Rollo), ziemlich blöd finden.

Heuer waren es erfreulich wenig Böller, insgesamt ging das Geballere und Gepfeife bis ca. 0.45 Uhr und dann war ziemlich schlagartig Ruhe. Wie wenn sich das ganze Dorf abgesprochen hätte. Das war in den Jahren zuvor schon ganz anders. Da gings auch mal bis zwei oder drei Uhr. Und es gab erheblich mehr Böller-Explosionen. Das Gekrache kann man nicht anders nennen.

Dennoch: An Silvester soll und darf es Feuerwerk geben. Das gehört dazu – wenn da gar nix wäre, wärs kein Silvester, sondern eine Nacht wie jede andere. Wie viel mensch verballert,  muss jedeR für sich selber entscheiden. Wenns weniger BUMM ist, freu ich mich drüber. :)

Natürlich ist es eine gigantische Umweltverschmutzung, da muss man nix schönreden. Die Luft ist verpestet, die Straßen und Plätze sind hinterher zugemüllt und für die Tiere ist es eine extreme Stresssituation. Daher kann ich die Diskussionen, die alle Jahre wieder aufs Neue auftauchen, sachlich absolut nachvollziehen. Nur leider finden die zur falschen Zeit statt. Finde ich.

Jedes Feuerwerk ein Fest! habe ich den Beitrag hier betitelt. Der Untertitel lautet: Jedes Fest ein Feuerwerk? Dort liegt meines Erachtens das eigentliche Problem.  Wir leben hier in einer Landschaft, die sich mehr und mehr zum Touri-Magnet mausert und gerade im Sommer eine Menge an Events zu bieten hat. Und da isses inzwischen so, dass gefühlt jede Woche auch ein Feuerwerk stattfindet.

Unsere Gegend ist ländlich strukturiert, mit vielen Dörfern und jedes einzelne hat natürlich eine Kirche und die meisten haben z.B. eine Freiwillige Feuerwehr und/oder einen Sportverein. Das wiederum bedeutet, es gibt in jedem Dorf jedes Jahr eine Kirchweih und mindestens ein weiteres Fest.

Einschub: Sowohl Freiwillige Feuerwehr als auch Sport- oder sonstige Vereine halte ich für geradezu existentielle Einrichtungen, ohne die ein Dorf praktisch gar nicht leben könnte! Wer noch Kapazitäten für gute Vorsätze frei hat: Meldet euch an, macht mit, seit dabei! Engagiert euch im Verein, in der Freiwilligen Feuerwehr oder was es bei euch entsprechendes gibt. Das meine ich völlig ernst und aufrichtig! Die nachfolgende Kritik richtet sich ausschließlich gegen das Überhandnehmen der Feuerwerke zwischen Januar und Dezember!

Da natürlich alle was vom großen Tourismus-Kuchen abhaben wollen, fühlt sich mittlerweile praktisch jedes Dorf gezwungen, aus der gemütlichen „Dorfkirba“ ein „Event“ zu machen. Nun ist der Platz mit Bierzelt, Kinderkarussell und Losbude vom Roten Kreuz aber meistens voll – nicht mal Autoscooter gibt es überall. Nix mit Achterbahn oder andern tollen Fahrgeschäften. Aber irgendwas muss man ja tun, um die Touris anzulocken. Und so ein Feuerwerk macht halt immer was her.

Genau hier wäre meiner Meinung nach die Diskussion wegen Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung von Mensch und Tier an der richtige(re)n Stelle: Muss wirklich jede Ortschaft mit drei Häusern, Wirtshaus und Kirche mit einen Feuerwerk aufwarten? Bei größeren Städten lass ichs mir ja noch eingehen, wenn es einmal im Sommer ein zusätzliches (zu Silvester) Feuerwerk gibt. Aber eben auch nur eines. Und  nicht eines jede Woche. In jedem Dorf. An jedem Strand. In jedem Wirtshaus. An jedem Anleger. In jedem Verein. Und bei der einen oder anderen Hochzeit auch noch.

Vielleicht wäre es ein Anfang, wenn man sich innerhalb eines Dorfes besser abstimmen und auf ein Feuerwerk einigen könnte. Heuer bei der Kirchweih, nächstes Jahr beim Feuerwehrfest. Die Angler, Radler, Camper und der Sportverein tun sich zusammen und schmeißen alle drei Jahre eine richtig große Party – ein Mega-Event, von dem dann alle etwas haben dürften. So wären reihum alle mal dran mit Feuerwerk und die Vereine können sich Kosten teilen. Dass diese dennoch jährlich ein kleines, traditionelles Fest veranstalten, da spricht ja nichts dagegen. Ganz im Gegenteil! So wäre die Brauchtumspflege schließlich gesichert, die bei all der Event-Heischerei  auszusterben droht.

Damit hätten am Ende alle gewonnen, allen voran die Natur, von der wir alle leben und wegen der ja auch die Touris kommen! Und wenn es in der Hochsaison gefühlt alle paar Tage ein Feuerwerk gibt, isses ja auch nix Besonderes mehr.

Vielleicht ergibt sich der eine oder andere Denkanstoß. Möglicherweise schließen sich auch ein paar benachbarte Dörfer zusammen zu einem „Event-Verbund“. Ich würde mich freuen, wenn das Feuerwerk wieder zu dem werden dürfte, was es doch eigentlich sein sollte: Etwas ganz außergewöhnliches, das es allerhöchstens (!) zweimal im Jahr zu bestaunen gibt. Inklusive Silvester.

Meine zwei Cents zum Thema. Und was meint ihr?

 

Frohe Feiertage

Ich wünsch euch allen da draußen fröhliche Feiertage im Kreis eurer Lieben. Macht euch keinen Stress, sondern genießt die Zeit, die ihr gemeinsam verbringt.

2018_11schnurgels03kl

Die Schnurgels warten nicht unbedingt aufs Christkind, aber natürlich gibts für sie an den Feiertagen ein extraleckeres Essen. Wir machen das immer so, dass es das „Festmahl“ am 24. und am 26. gibt. Zwei Tage am Stück – geschweige denn drei – würden nur dazu führen, dass sie das immer erwarten ;)

Das nächste Festmahl für die beiden gibts an Neujahr, als Entschädigung für die Ballerei in der Nacht davor. Und bevor das missverstanden wird: Wir ballern überhaupt nicht,  das Feuerwerk ringsum ist völlig ausreichend. Unser Job ist es, den Schnurgels zu versichern, dass es keinen Grund zur Sorge gibt.

Habt eine schöne Zeit zusammen und ich wünsche euch fürs neue Jahr Glück, Gesundheit, Liebe, Freude, Lachen – die wichtigen Dinge des Lebens eben ;)