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Zeitgesteuerte Waschmaschine

Ok, wahrscheinlich denkt sich jetzt die eine oder andere: Was soll jetzt das? Aber ernsthaft – eine programmierbare Waschmaschine ist einen Beitrag in meiner Reihe „Das Ding – nützliche Sachen, die das Leben leichter machen“ sowas von wert!

Meine alte Waschmaschine hatte nach ca. 25 Jahren ausgedient. Natürlich hab ich mich gut informiert und recherchiert, wie denn so der Stand der Technik inzwischen ist. Was eine Waschmaschine haben/können/machen soll, wie viel Strom und Wasser sie im Idealfall verbraucht, Schleuderleistung, Trommelgröße, Lautstärke (!) – all sowas eben.

Abschließend hatte ich die Eckdaten zusammen, meine bevorzugten Hersteller sowie eine Hand voll Geräte ausgesucht, die für unsere Anforderungen passen würden. Gekauft habe ich natürlich beim Händler vor Ort, der die neue geliefert, fachgerecht angeschlossen und die alte mitgenommen hat.

Größer als die alte waren sie alle, was aber auch bei einem Zwei-Personen-Haushalt kein Problem darstellt – es müssen nur genügend Socken und Unterwäsche vorhanden sein :)

Und natürlich gabs keine einzige mehr (die in mein „Beuteschema“ passte), die ohne Computerdisplay ausgekommen wäre. Daran sollte es aber nicht scheitern.

Wichtig war mir vor allem der geringe Verbrauch von Strom und Wasser. Und das geht nur über eine deutlich längere Waschdauer. Statt wie bisher eine Stunde musste ich nun gleich drei Stunden für eine Ladung Wäsche einplanen. Das wird durch die größere Trommel zumindest teilweise wieder wettgemacht, z.B. wenn beim Bettenbeziehen auf einen Schlag ein großer Wäscheberg anfällt.

Drei Ladungen an einem Tag waschen fällt definitiv flach. Aber am Abend, bevor ich  ins Bett gehe, eine Maschine füllen und so programmieren, dass sie fertig ist, wenn ich am nächsten Morgen aufstehe, das geht. Danach reicht die Zeit allemal noch für eine zweite Ladung – so komme ich sehr gut zurecht.

Ich kenns noch von meiner Mam, dass Strom und Wasser bei Nichtgebrauch der Maschine abgeschaltet werden sollen – den Wasserhahn drehe ich nach wie vor zu. Stecker ziehen ist dank (nachgeprüfter!) tatsächlicher AUS-Schaltung nicht nötig.

Das Programmieren funktioniert denkbar einfach: Maschine einschalten, beladen, Programm wählen (Waschpulver nicht vergessen) und dann die Zeitschaltung wählen, wann sie beginnen soll: also in fünf, sechs, sieben … Stunden (geht bei meiner in halbstündigen Schritten). Wenn sie drei Stunden benötigt und um acht Uhr fertig sein soll, muss sie um fünf Uhr starten. Von elf Uhr abends ab gerechnet, muss ich die Zeitschaltung also auf sechs Stunden stellen. Bis dahin läuft sie auf Standby und weckt sich quasi selber auf, wenn sie loslegen soll.

Das funktioniert natürlich auch, wenn ich am Samstagvormittag Dienst habe und die Wäsche fertig sein soll, wenn ich wieder nach Hause komme. Keine Zettel mehr für meinen Liebsten „12 Uhr bitte Waschmaschine einschalten!“ :)

Falls eure Waschmaschine diese Zeitprogrammierungsmöglichkeit auch hat: Nutzt sie! Gerade im Hinblick auf die Waschdauer – klar ist so ein normales Ein-Stunden-Programm angenehmer, weil es „mal schnell“ eingeschaltet werden kann. Braucht aber auch wesentlich mehr Strom und Wasser. Mit der Zeitstellung muss vorgeplant werden, das ist der Nachteil. Aber mal ehrlich: Wenn die Dreckwäsche am Samstagvormittag bereit ist zum Waschen, wird sie das in aller Regel am Freitagabend auch schon sein. Somit ist nur ein klein wenig Umgewöhnung nötig, die uns hilft, weniger Strom und Wasser zu verbrauchen. Ich finde, das lässt sich doch lernen, oder?

Probierts einfach aus und nutzt die Möglichkeiten, die uns die Geräte heutzutage bieten. Was immer hilft, Ressourcen zu schonen, sollten wir nutzen! Ich bin seit über einem Jahr nach wie vor begeistert von diesem „Hexenwerk“, das meine M*** mir bietet :)

Auch das geht vorüber!

Zunächst hatte ich „keine Panik“ als Titel geschrieben – aber genau das will ich ja vermeiden: Panik noch weiter zu verbreiten. Sondern ganz im Gegenteil Ängste zerstreuen, Vertrauen stärken. 

Anlass für dieses Posting ist – naja, eigentlich schon, dass sich hin und wieder mal die Panik einschleicht. Und ich bemerke, dass es vielen so geht. Andererseits habe ich gerade heute immer und immer wieder festgestellt, dass die Menschen die aktuelle Situation doch relativ entspannt sehen: Es ist halt mal jetzt so, wie es ist. Wir werden es durchstehen, auch wenn einiges zu organisieren und zu koordinieren ist, aber wir werden es schaffen. Das war die Botschaft, die ich heute überall gehört und wahrgenommen habe. Warum? Weil wir es immer geschafft haben. Ganz einfach.

Hierzu hab ich vorhin auch einen wundervollen Beitrag von honigperlen.at gelesen, den ich euch/uns allen ganz dringend ans Herz legen will! Bitte gerne auch weiterverbreiten, denn gerade das Vertrauen halte ich aktuell für das Wichtigste.

Natürlich ist es sinnvoll, vielleicht mal eine Konservendose oder TK-Pizza mehr im Haus zu haben als sonst. Aber es müssen keine zwanzig sein und auch keine acht Pakete Klopapier. Geeignete Maßnahmen treffen: ja! Aber auch: Maßhalten dabei!

Diffuse Ängste lassen sich gut durch Information/Aufklärung bekämpfen. Und das bitte nicht via irgendwelcher SocialMedia-Kanäle, sondern z.B. durch das Bundesinstitut für Risikobewertung oder die ständig aktualisierte Corona-Info des Robert-Koch-Instituts.

Für alle, die in der glücklichen Lage sind, Heimarbeit zu machen (aka Homeoffice), stellt sich damit nun auch gleich die Herausforderung, zwar einerseits arbeiten zu können, andererseits aber auch die Kinder bespaßen zu dürfen. Dennoch ist es eine Win-Win-Situation, da die Arbeit weitergeht und die Kinder beaufsichtigt sind, trotz Schulausfall. Um die Situation ein bisschen zu strukturieren, mag der Beitrag von nähfrosch.de helfen.

Es gibt diese eine kleine Weisheit, die recht banal klingt, aber eben doch sehr wahr ist:

Auch das geht vorüber!

Ganz egal, wie schlimm sich die Situation aktuell darstellt: Wir werden es überstehen. Einfach einen Gang runterschalten, tief durchatmen und auf das besinnen, was jetzt in diesem Augenblick wirklich wichtig ist. Punkt.

Wir müssen die Dinge momentan so hinnehmen, wie sie sind und versuchen, das Beste daraus zu machen. Spielt mit euren Kindern Karten oder Brettspiele. Wenn ihr es nicht mehr in die Bücherei geschafft habt: Nutzt die Möglichkeiten, e-Books auszuleihen.

Allerdings vor dem Dauergebrauch von Streamingdiensten ist eher abzuraten – schon jetzt stelle ich fest, dass die Internetverbindung zeitweise sehr lahm wird. Also lieber im analogen Leben bleiben und sich endlich mal den Dingen widmen, die so lange liegen geblieben sind. Schlimmstenfalls sogar Fenster putzen :)

(Ich bin ja auf die Geburtenrate Anfang nächsten Jahres gespannt….)

Und für alle, die gerne noch ein bisschen Unterstützung von oben erbitten mögen – denen sei die Heilige Corona empfohlen, die Beschützerin gegen Seuchen und Unwetter und Schatzfinderin. (artedea.net, Heiligenlexikon.de).

Wir alle werden diese Krise gemeinsam überstehen. Daran glaube ich ganz fest, weil wenn es darauf ankommt, halten wir nämlich doch alle zusammen! (Corona-Kodex)

In diesem Sinne: Auf die Gesundheit!

Kindergarten-Regierung

Es war einmal ein kleines Bundesland, das hat gewählt und dann konnte man sich erst nicht für einen Chef entscheiden und beim dritten Anlauf hats geklappt. Bei der Wahl wurden auch einige Menschen von der „Bösen Partei“ gewählt. Die werden von den anderen Parteien gemobbt, weil die etwas fragwürdige Ansichten und Einstellungen haben. Es gab immer wieder Bemühungen, die „Böse Partei“ zu verbieten, aber dafür ist sie nicht böse genug. Deshalb darf sie bleiben.

Nun wurde der Chef ganz ganz knapp gewählt, unter anderem hat er wohl auch die Stimmen der Menschen von der „Bösen Partei“ bekommen. Und deshalb soll der neugewählte Chef jetzt zurücktreten. Was er inzwischen sogar gemacht hat. Weil er halt auch von den „Bösen“ gewählt worden ist. Das mit der Demokratie haben die Menschen von den anderen Parteien offenbar nicht verstanden.

Dafür spricht auch, dass einer von den anderen Parteien sich öffentlich hinstellt und einen von der „Bösen Partei“ ganz schlimm beschimpft. Das ist ganz schön gemein und beleidigend und wenn ich dem seine Mama wär, tät ich mich erstens in Grund und Boden schämen und zweitens meinem missratenen Sohn gehörig den Hintern versohlen.

Überhaupt ist das ein ziemlicher Kindergarten in den Regierungen in unserem schönen Land. Angefangen hat es, als die „Böse Partei“ es sogar in den Bundestag geschafft hat. Wie der Alterspräsident ermittelt werden sollte – das ist eben immer der älteste – war das nun gerade einer von der „Bösen Partei“. Das haben aber die Menschen von den anderen Parteien nicht gewollt. Weil die wollen ja nicht mit denen spielen. Weil die sind ja blöd. Und deshalb haben sie das gemacht, was kleine verzogene Kinder halt so machen: Sie haben mal schnell die Regeln geändert: Nicht der Älteste, sondern der DienstÄlteste soll jetzt der Alterspräsident sein. Damit war das Problem supi gelöst.

Meine Generation hat im Kindergarten gelernt, dass man die Regeln nicht einfach so ändern kann, wenn einem was nicht passt. Regeln sind dafür gemacht, dass sie eingehalten werden. Schade, dass die Menschen, die uns regieren, das nicht gelernt haben.

Ich habe auch schon einige Male mitbekommen, dass einer von der „Bösen Partei“ einen Vorschlag gemacht hat zu irgendeinem Thema. Da haben alle von den anderen Parteien gesagt: Nee, das wollen wir nicht, weil du bist ja einer von den Bösen. Von dir nehmen wir keine Vorschläge an.
Etwas später hat einer von den anderen Parteien genau den selben Vorschlag gemacht und da haben die alle gesagt: Oh was für eine tolle Idee, genau so machen wir es.

Das ist ganz schön gemein von denen, dass die die Leute von der „Bösen Partei“ nicht mitspielen lassen. Immerhin sind die genauso wie die anderen auch gewählt worden. Das mögen die anderen doof finden, aber so funktioniert die Demokratie. Das Volk hat gewählt. Und je arschiger die anderen sich gegenüber den „Bösen“ verhalten, umso mehr kann ich verstehen, dass die alten Parteien keiner wählen mag. Und sie nach Alternativen suchen.

Nicht das ein falscher Eindruck entsteht: Natürlich informiere ich mich vor den Wahlen und die „Böse Partei“ – sorry, geht gar nicht! (Wobei die anderen großen Parteien es mir auch nicht gerade leicht machen, sie wählen zu wollen…) Dass das so viele Menschen anders sehen und die gewählt haben, halte ich für äußerst bedenklich. Wie die alteingesessenen PolitikerInnen und Parteien darauf aber jetzt reagieren – Nee, Leute, echt jetzt? So ein Kindergartentheater führt ihr auf? Und ihr wollt unser Land regieren? Das ist das, was ich wirklich für bedenklich erachte.

Überall trifft man mal auf Menschen, die man nicht so gut ab kann, mit denen eine aber dennoch klar kommen muss. Dann isses wichtig, eine Möglichkeit zu finden, wie trotz aller Differenzen der Weg zusammen bewerkstelligt werden kann. Is doch eigentlich nicht so schwer, oder?

Oder wie mein Dad immer gesagt hat: Dennd schee schbölln! – Spielt schön miteinander! Bzw. in diesem Fall: Regiert unser Land, macht das, weswegen ihr gewählt wurdet.

 

Ohrwürmer 2019

Ich wünsche all meinen LeserInnen ein gesegnetes, fröhliches, gesundes Jahr 2020! Genießt die kleinen Momente und besonderen Augenblicke. Egal was kommt, irgendwie macht doch immer alles einen Sinn…

Aber vorher geh ich nochmal kurz mit euch zurück nach 2019: Was waren eure Lieblingslieder im letzten Jahr? Gibts sowas wie eine Best-of-Playlist bei euch? Meine wäre folgende – in willkürlicher Reihenfolge!

Bad guy / Billie Eilish – Der steht auf der Liste, weil es in der Stadt, in der ich arbeite, eine fürchterliche Raupenplage gab, die einen ganzen Laubwald  komplett ratzekahl gefressen hat. Einige Male bin ich da entlang gelaufen und habe das Knistern und Knabbern gehört – echt gruselig! Und zu der Zeit lief eben Billie Eilish rauf und runter im Radio und irgendwie hört sich der Refrain doch wirklich wie tanzenden Raupen an, die sich in Formation auf den Weg zum nächsten Fressplatz machen. Bei uns heißt das jedenfalls nur noch „das Raupenlied“ :)

Old town road /Lil Nas X – Cooler Rhythmus, bisschen Westerneinschlag. Und geht einfach nicht mehr ausm Ohr.

Bohemian Rhapsody / Queen – Hauptsächlich wegen des Films steht das mit auf der Liste, der war ja mehr als beeindruckend! Eigentlich gehören alle Queen-Songs mit drauf…

Must have been love / Roxette – Traurigerweise ist die Sängerin Marie Fredriksson im Dezember 2019 verstorben. Das Duo hat viele Topsongs rausgebracht, die 1980er und 90er wären ohne Roxette nicht denkbar. Und eben eins der schönsten Liebeslieder gäbe es ohne sie auch nicht (wer sieht jetzt nicht Julia Roberts im Taxi sitzen? ;) )

Nothing else matters / Metallica – Wenn einfach alles nervt und stresst und lärmt: Kopfhörer aufsetzen, voll aufdrehen, auf den Boden legen und versinken. Das ist (m)eine Art der Meditation!

Still got the blues / Gary Moore – Der hilft, wenn selbst Metallica nicht mehr hilft…

Bittersweet Symphony / Gamper & Dadoni – Remakes sind ja meistens eher mau, aber der hier ist wirklich klasse!

Vincent / Sarah Connor – Der ging mir ins Ohr und nicht wieder raus :)

Alle Jahre Lieder / Carolin Kebekus & Sebastian Winkler – Mein Lieblingsradiosender bringt jedes Jahr einen Weihnachtssong selber raus; die bisherigen waren mir alle zu schnulzig, zu schwer, nicht mein Ding. Aber der von 2019, den fand ich wirklich gut!

Last Christmas / Wham – Apropos Weihnachten: Kein Weihnachten ohne Last Christmas. Das ist einfach so und dazu steh ich. Und ich geh mal davon aus, das wird sich auch nicht geändert haben, wenn ich mal 97 bin… ;)

Für dieses Jahr nehm ich mir vor, meine persönliche Playlist wirklich aktuell zu führen. Zum Einen, weil Musik viel mit einem macht, tief berührt. Und zum Anderen, weil es auch nochmal ein schöner Jahresrückblick ist!

Verlinkt hab ich die Titel übrigens absichtlich nicht, da ich nicht weiß, wie das mit den Rechten so ist, aber c&p geht ja auch ganz schnell :)

Bohemian Rhapsody

Achtung Spoileralarm! Wer den Film noch nicht gesehen hat, das aber noch nachholen will, sollte nicht weiterlesen, weil ich doch einiges aus dem Film verrate.

Falls du nicht weißt, ob du den Film sehen magst: Blödsinn, natürlich willst du. Und wenn du ungefähr irgendwo zwischen 1965 und 1980 geboren bist, isses sowieso Pflichtprogramm!

Ich weiß, ich bin spät dran – wir haben den Feiertag genutzt, die Bildungslücke endlich zu schließen und ich hab mich soo darauf gefreut. An Queen ist zwischen Mitte der 1970er und Freddies Tod Anfang der 1990er niemand vorbei gekommen. Und so war der Film auch ein bisschen eine Zeitreise in die Vergangenheit für mich. Ein großes Stück des Soundtracks meiner Jugend

Mich hat im Film beeindruckt, wie selbstsicher Queen praktisch von Anfang an waren. Sie wussten, was sie wollten, sie wussten, dass sie es konnten – und sind keine Kompromisse eingegangen.

Zu sehen, wie die Werke zustande kamen, der künstlerische Prozess, der jeweils stattgefunden hat – inklusive der Reibereien, Differenzen, die ganz offensichtlich dazu gehörten – hat mich fasziniert. Später, als Freddie auf „Egotrip“ in München war, wurden ihm Musiker zugeteilt, die seine Anweisungen befolgten und alles machten, was er wollte und sagte. Als er wieder zu seiner „Familie“ zurückgekehrt war, meinte er, genau das hätte nicht funktioniert. Eben diese Unstimmigkeiten, dieses Sich-zusammen-raufen hätte ihm gefehlt. Freddie Mercury mag die Galeonsfigur von Queen (gewesen) sein – aber Queen sind nur als Gesamtpaket brillant.

Genau das macht die Band aus. Sinngemäß hieß es am Anfang des Films, dass sie vier Außenseiter wären, die untereinander gar nichts miteinander zu tun haben, eigentlich. Die sich aber zu dem Zweck zusammenfinden, um Musik für (all die anderen) Außenseiter zu machen. Queen ist eine Wahlfamilie und sowas von Familie! Sie streiten und raufen sich zusammen. Sie ergänzen sich, respektieren einander und ziehen sich gegenseitig auf.

Achja, und von Anfang an legten sie immer Wert darauf, dass sie Queen wären. Es gibt also keinen Anführer, keinen Macher, sondern alle sind gleich beteiligt, gleich berechtigt. Erst nach Freddies Rückkehr sind sie dazu übergegangen, die Songs mit Queen zu unterzeichnen – unabhängig davon, wer von den vieren nun die Texte oder Kompositionen verfasst hat.

Klar kann in einem Film niemals alles gezeigt werden. Vermutlich könnte man noch zehn Biografien über Queen und/oder die einzelnen Bandmitglieder drehen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten und Blickwinkeln. Und hätte immer noch nicht alles gezeigt. Daher lässt sich nur sagen: Was irgendwie möglich ist, in einem Film darzustellen, gut darzustellen, haben die hier geschafft. Ich bin sowas von begeistert und diese Begeisterung hatte sich Tage später noch immer nicht gelegt.

Natürlich ist der Film umso aufwühlender, da mit der Musik von Queen mein eigener Lebenslauf eng verbunden ist. Wer von uns kann sich nicht mehr ans Live-Aid-Konzert erinnern? Eben! Überhaupt: Stadion-Rock! Wie überwältigend muss das sein, wenn du auf der Bühne stehst und da sind mehrere Zehntausende Menschen um eure Musik zu hören, euch zu sehen, mit euch zu feiern? Wenn all diese Menschen einen gigantischen Chor bilden und eure Lieder singen? Was fühlt man da auf der Bühne? Da muss man doch platzen, vor lauter Gefühls-Overflow, oder?

Tja und das sind alles so viele einzelne Aspekte, Schnippsel, die mich durch den Film berührt haben, die mich aufgewühlt haben und mich nach wie vor durchwirbelt haben. Wie Blätter in einem Herbststurm :)

Und dabei hab ich noch nicht einmal die Hälfte von dem geschrieben, was ich eigentlich alles vor hatte, zu erzählen. Doch bevor ich hier noch stundenlang weiter in die Tasten haue und doch nicht das rüber bringen kann, was mich so überwältigt und fasziniert hat an dem Film: Schaut ihn euch an! Schaut euch Bohemian Rhapsody unbedingt an. Ihr werdets sicher nicht bereuen. Wenn ihr mit „Queen“ nicht nur die englische Königin, sondern auch eine britische Rockband verbindet – schauts euch an!

Und an alle, die den Film schon (längst, vermutlich) gesehen haben: Wart ihr auch so berührt? Gings euch ähnlich wie mir?

Eine außergewöhnliche Band, die mit einem außergewöhnlichen Film geehrt wurde. Lässt sich nicht anders sagen.

Eins interessiert mich aber noch – wie ist das heutzutage auf Konzerten? Kommt da überhaupt noch Stimmung auf? Dieses Feeling? Ist man heutzutage noch auf einem Konzert? So wirklich DA, im Hier und Jetzt, im Augenblick? Geht das überhaupt noch oder ist jede/r nur darauf bedacht, dass das Smartphone alles aufnimmt und ob der Winkel dort drüben nicht vielleicht besser wäre und wie man den Ton noch ein bisschen besser einfangen könnte…?

Steuer zum Wohl der Tiere?

Ich komm immer noch nicht drüber weg, dass bei der Diskussion neulich zum Thema „bessere Bedingungen für Nutztiere“ die Einführung einer neuen Steuer als die Antwort auf alle Probleme gehyped wurde. (z.B. via spiegel.de)

Offenbar kam niemand auf die Idee, dass es doch viel sinnvoller – und vor allem naheliegender! – wäre, die bestehenden Gesetze entsprechend nachzubessern. Im Sinne einer „Tierwohl“-Haltung, die diesen Namen auch tatsächlich verdient. Ich denke dabei an Demeter-Standard oder vergleichbarer Vorgaben. Daraus ergäbe sich eine Win-Win-Win-Kettenreaktion:

  • Weniger Tiere im Stall -> mehr Platz für die Tiere, weniger Stress (max. 50 Tiere im Stall)
  • Milchaufzucht: Wenn die Kälber bei der Mutter bleiben dürfen, werden diese gesünder und kräftiger. Verluste durch die „fehlende“ Milch werden durch Reduzierung von Tierarztkosten/Medikamenten wettgemacht. Von den gesünderen Tieren profitieren am Ende auch wir Verbraucher/innen
  • Weniger Tiere brauchen weniger Futter -> Ackerflächen stehen anderweitig zur Verfügung zum Direktkonsum von Getreide und Gemüse
  • Weniger Tiere machen weniger Mist -> keine Überdüngung mehr, Böden können sich langsam erholen, Grundwasser ist nicht mehr in Gefahr
  • Weniger Tiere bedeutet auch, dass der Preis für tierische Produkte steigen muss – dies ist dann aber durch erheblich bessere Tierhaltung bedingt, und diesen Preis will sicher jede/r gerne bezahlen. Anders als bei der Einführung einer neuen Steuer, die für das Tier erst mal gar nichts bringt.

Das Argument, die Verbraucher wollen billig, zieht nicht. Es muss ein Mindestmaß an einigermaßen anständiger Tierhaltung gewährleistet sein – und die fängt mE frühestens beim derzeitigen „Tierwohl“-Label drei an. Nummer eins und zwei gehen absolut nicht. Leider sind viel zu oft nur diese erhältlich. Wenn es jedoch nur ab drei aufwärts gibt, werden die auch gekauft.

Ich glaube nicht, dass weniger Tiere einen Versorgungsengpass bedeuten. Es würde einfach nur weniger Fleisch bzw. Tiererzeugnisse gegessen (Schnitzel am Dienstag, Gulasch am Mittwoch und Fleischküchle am Freitag entfallen, der Sonntagsbraten kommt zu neuen Ehren) und vielleicht sogar weniger weggeworfen werden – dafür wird mit mehr Hirn, also bewusster, eingekauft. Fürs Abendbrot gibt es bereits sehr viele Aufstrich-Alternativen zu Leberwurst & Co. An Käse-Alternativen wird sich sicher auch noch was erfinden lassen. z.B. gibt es ja schon Soja-Joghurt, das mir persönlich sogar besser schmeckt als das aus Kuhmilch. Soja-Camembert oder Soja-Emmentaler wird es bestimmt auch bald geben. Die Anbauflächen wären auf jeden Fall da, nachdem nicht mehr so viel Futtermittel für Kühe angepflanzt werden muss.

Soja ist hier übrigens nur als Beispiel genannt – es gibt auch andere Möglichkeiten, klar. Und natürlich wird ein Soja-Käse nicht wie Kuhmilch-Käse schmecken. So wie Ziegen-Käse ja auch seinen eigenen Geschmack hat. Es soll einfach eine Alternative sein, die etwa die gleiche Konsistenz aufweist wie herkömmlicher Weich- oder Hartkäse.

Wir sind es den Tieren einfach schuldig, dass wir uns ihnen gegenüber  anständig benehmen und ihnen ein gutes Leben bieten. Sie danken es uns schließlich dann auch mit wirklich guter Nahrung.

So mal in aller Kürze meine Gedanken dazu ein bisschen sortiert und gesammelt. Ich bin fassungslos, dass auf die Frage „Was können wir tun, dass es den Nutztieren besser geht?“ die Antwort lauten soll „Wir führen eine neue Steuer ein!“ Im Gegenzug dazu der aktuelle Vorschlag zur Einführung einer Reichen-Steuer auf totale Ablehnung stößt, weil das ja „gar nichts bringen“ würde und total „der falsche Weg“ wäre.

Echt jetzt…?

Das Ding: Fensterabzieher

Ich hab mir eine neue Beitragsreihe überlegt: Sachen, die den Alltag leichter machen. In loser Folge berichte ich von den Dingen, die mich bei jeder Benutzung immer wieder aufs Neue begeistern!

Den Anfang macht ein Ding, das vermutlich die meisten von euch kennen (und lieben) und das für wenig Geld viel Erleichterung verschafft. Die Rede ist von einem Fensterabzieher. So eine „Gummilippe mit Griff“ habe ich mir vor knapp einem Jahr zugelegt. Ursprünglich war sie nur für die Duschtür gedacht: Nach dem Duschen die Türinnenseite damit abziehen und der Kalk lagert sich erheblich langsamer ab, was wiederum die Reinigung deutlich vereinfacht.

Meinen Mann konnte ich bislang noch nicht dazu überreden, das Ding zu benutzen und ich vergess es – ehrlich gesagt – auch ab und zu. Trotzdem sieht unsere Duschtür jetzt um Längen besser aus als vorher.

Inzwischen bin ich auf die geniale Idee gekommen, das Ding vielleicht auch beim Fensterputzen zu benutzen. :) Dazu muss man sagen, dass ich „streifenfrei“ praktisch nie hinbekomme und diese Tätigkeit nun wirklich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Aber es muss halt auch ab und zu mal sein und dann sollte es zumindest einen erkennbaren Vorher-Nachher-Effekt geben.

Was soll ich sagen: Der Fensterabzieher ist schon fast eine Offenbarung für mich. Jahrzehnte hab ich mich beim Fensterputzen abgeplagt, um zumindest ein einigermaßen akzeptables Ergebnis zu erzielen. Und jetzt? Fenster reinigen, mit dem Abzieher drüber, die letzten Reste mit einem trockenen Tuch aufnehmen – fertig! Ohne Streifen! Einfach so! Ruckzuck-Ratzfatz! Der Wahnsinn!

Die Version, die ich mir geleistet habe, ist die allereinfachste, völlig frei von jeglichem Schnickschnack und die erfüllt sowas von ihren Zweck! Falls ihr also noch regelmäßig beim Fensterputzen flucht und verzweifelt, möchte ich euch dringend raten, in einen Fensterabzieher zu investieren, wobei „investieren“ hier das falsche Wort ist, weil die günstigste Variante echt ausreicht.

Wenn ihr dann noch ab und zu dran denkt, das Ding nach dem Duschen auch für die Duschtür zu nutzen, spart ihr gleich nochmal Zeit und Nerven, weil eine weniger verkalkte Tür deutlich leichter zu reinigen ist.

Seit ich das Ding habe und nutze, könnte ich mich glatt in den Hintern beißen, dass ich mir so etwas nicht schon viel viel eher zugelegt habe. Aber lieber spät als nie!

Das ist natürlich meine ganz private subjektive Meinung und Feststellung; ich bekomme von niemanden Geld oder sonstige Zuwendungen für diesen Beitrag sondern will hier nur zum Ausdruck bringen, dass das Produkt „Fensterabzieher“ für mich eine megageniale Erfindung ist. Spart Zeit und Nerven und macht schöne saubere Fenster.

Was ist mit euch? Habt ihr auch so einen Abzieher in Gebrauch? Und seit ebenso begeistert wie ich? Oder vielleicht gar nicht begeistert? (Was ich mir allerdings absolut nicht vorstellen kann!)

Welches „Ding“ hat dich begeistert oder begeistert dich bei jeder Nutzung aufs Neue? Ich bin neugierig, davon zu lesen: Schreib oder verlink in den Kommentaren, ich freu mich drauf!

C02 und Klimawandel

Habt ihr diese Woche auch von der Studie gehört, die ganz erstaunliche Ergebnisse zutage gefördert hat? Bäume pflanzen hilft gegen die Klimakrise! Ganz nebenbei wird noch erwähnt, dass – so quasi als Nebenwirkung – Bäume auch ganz gut darin sind, Sauerstoff zu produzieren.

Äh… ja… tolle Studie. Supi. Wenn die Kohle, die die Studie gekostet hat, einfach gleich dafür verwendet worden wäre, Bäume zu pflanzen, wär das Geld viel sinnvoller angelegt gewesen.

Von Felix Finkbeiner gibt es ein Buch über die „Wunderpflanze gegen die Klimakrise“ – das zu lesen lohnt sicher. Es kann auch einfach gleich gepflanzt werden. Oder ihr schließt euch entsprechenden Organisationen wie z.B. der Plant-for-the-Planet an. Oder nutzt wenigstens die baumpflanzende Suchmaschine Ecosia – z.B. um noch weitere Organisationen zu finden, die Pflanzprojekte unterstützen. :)

Vor ein paar Jahren stand die Idee im Raum, man könne C02 auch im Boden „einlagern“ – also reinpressen. Dass man davon seitdem nichts mehr gehört hat, liegt hoffentlich daran, dass die Schnapsidee fallen gelassen wurde. Jedenfalls hatte ich damals auch schon so eine gewisse Idee, wie sich das mit dem Kohlendioxid vielleicht auf relativ einfache Art lösen lässt.

Wir alle können mithelfen, indem wir Bäume pflanzen. Doch auch die Regierungen sind gefragt, weltweit die Zerstörung der Wälder – insbesondere der Regenwälder – schnellstmöglich zu stoppen. Wirtschaftliche Interessen dürfen hierbei keine Rolle spielen. Schließlich geht es hier um das Überleben von allem Leben: Die Regenwälder sind die Lungen unseres Planeten, die uns allen Atemluft verschaffen. Und zumindest was mich an geht, wäre ich gern bereit, z.B. an südamerikanische Länder eine Art „Regenwald-Abgabe“ zu bezahlen, die gewährleistet, dass eben kein Wald mehr zerstört wird.

Aus all diesen Gründen hoffe und wünsche ich mir auch, dass die Waldbrände in Brandenburg (und überall sonst auf unserem Planeten) schnellstmöglich gelöscht werden und eine Wiederaufforstung erfolgen kann.

Auf unserer Prioritätenliste muss die Gesundung von Mutter Erde an erster Stelle stehen. Es ist unser Job, uns um den Planeten und das Leben darauf zu kümmern – das in der Bibel ist ein verheerender Druckfehler. Dort muss es heißen „… macht euch der Erde untertan!“ Wir sind hier die Hausmeister*innen, dazu waren und sind wir auserkoren. Und dabei schaffen wir es nicht mal, unseren Müll anständig zu entsorgen…

Aber ich bin mir sicher, wenn wir alle zusammen anpacken, und alle ihr bestes geben – inklusive der Regierungen und Konzerne weltweit – können wir das Ruder noch rumreißen!

1500 km mal 1500 km

Das ergibt 2.250.000 Quadratkilometer. Eine Fläche in dieser Größe wäre nötig, um die gesamte Bevölkerung per Windenergie mit Strom zu versorgen. Das entspricht ungefähr sechseinhalbmal der Fläche Deutschlands. Also schon viel. Klar.

Aber.

Wenn man das mal in Relation setzt und z.B. die Weltkarte auf Postkartengröße darstellt (ca. Din A6), dann entsprechen die 1500×1500 km etwa der Fläche eines 10-Cent-Stücks. Das ist verdammt wenig. Und wir bekommens nicht gebacken.

Seit Rio 1992 (Neunzehnhundertzweiundneunzig!) wurde viel versprochen und wenig umgesetzt. Wir fliegen zum Mond, erforschen den Mars, mittlerweile sogar den Jupiter. Das ist alles sooooo wichtig. Genauso wie noch schnellerereres Internet und noch besserererere Handys – alles furchtbar wichtig.

Jap.

Und wir schaffens nicht, eine vernünftige (!) Stromversorgung auf die Beine zu stellen? Echt jetzt? Probierts mal aus, nehmt eine Weltkarte in Postkartengröße (auf dem Bildschirm reicht ja) und haltet eine 10-Cent-Münze drauf. Und das bekommen wir nicht geregelt. Schön bescheuert, wir Menschen. … ;(

Die Zahl hab ich übrigens aus dem Buch „100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern“ – wie immer an dieser Stelle keine Werbung, außer für die nächstgelegene Stadtbücherei, die dir das Buch bestimmt borgen wird :) Es enthält ein buntes Sammelsurium an Karten, allerlei Wissenswertes und Kurioses: Die seltsamsten Ortsnamen in Deutschland. Eine Karte nur mit Straßen. Nur mit Flüssen. Nur mit Städten. Nur mit Grenzen. Und vieles andere mehr. Schön zum immer wieder drin Schmökern und Neues zu entdecken.

Tja und was die Stromversorgung angeht… Vielleicht sollten wir uns alle zu Greta stellen…

Es geht auch langsam

Eine kleine Unachtsamkeit und schon war ich für Wochen ausgeknockt. Alleine das war schon Grund genug, mich auch innerlich zu resetten – zumal ich eh nichts anderes tun konnte. Bewegung war nicht drin. Zumindest nichts, was weiter als bis zur Toilette oder Kühlschrank war. So schnell kann es gehen – dass plötzlich gar nichts mehr geht. Ein guter Zeitpunkt, dankbar zu sein, für das, was ist.

In den nächsten Tagen und Wochen hat mir mein Körper ganz genau gesagt, was geht und was nicht. Was er braucht und was ich unterlassen soll. Wieder einmal habe ich gestaunt, mit welcher Klarheit mein Körper mit mir kommuniziert – wenn ich nur genau zuhöre!

Was er am dringendsten brauchte, waren Ruhe (im Sinne von nicht anstrengen, nicht bewegen) und Zeit. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und auch das Muskelwachstum lässt sich nicht beschleunigen. Obwohl, eigentlich doch: Indem man dem Muskel eben die Zeit gibt, die er braucht.

Irgendwann war ich soweit wiederhergestellt, dass ich mir einen normalen Arbeitsalltag wieder zugetraut habe. Und ich habe festgestellt, dass es ein Riesenunterschied ist, ob ich mich vom Klo auf die Couch in die Küche und zurück bewege, oder meiner normalen Arbeit nachgehe. Vor einiger Zeit hatte ich mir mal interessehalber eine Schrittzähler-App installiert und dadurch festgestellt, dass ich problemlos die berühmten 10.000 Schritte im Durchschnitt zusammenbringe. Woran jetzt erst einmal nicht zu denken war.

Das Wichtigste: langsam gehen! An sich einfach, weil die Wade mir ihren Rhythmus vorgibt. Trotzdem fühlt es sich ungut an, wenn ich mit Kundschaft im Schneckentempo unterwegs bin. Ich habe das Gefühl, mich erklären, rechtfertigen zu müssen. Kein Problem, von alle Seiten gibt es Verständnis und ich frage mich: Warum glaube ich, mich für die Langsamkeit entschuldigen zu müssen?

Wer sich nicht schnellschnell bewegt, fällt auf: Was ist denn mit der los? Da stimmt doch was nicht. Einerseits ist die Aufmerksamkeit erfreulich, dass die Menschen aufeinander achten und nachfragen, wenn etwas nicht so läuft wie sonst. Andererseits erschreckend: Wer nicht im Gleichschritt mitmarschiert, ist nicht normal, funktioniert nicht richtig. Niemand kommt auf die Idee, dass man „einfach so“ einen Gang runterschaltet, freiwillig langsam macht. Macht doch kein normaler Mensch. Oder?

Dass alles langsam geht, betrifft nicht nur die Fortbewegung an sich. Ich überlege bei allem, was ich tun möchte, ob das jetzt tatsächlich nötig ist, ob es eine Alternative gibt, ob ich den notwendigen Gang mit anderen Tätigkeiten verbinden kann, um mir unnötige Extraschritte sparen zu können.

Und natürlich habe und bemerke ich die Langsamkeit nach wie vor beim Yoga. Zunächst ging fast gar nichts mehr, doch Stück für Stück konnte ich mir meine Übungen wieder „zurückerobern“. Aber immer nur sehr sehr langsam und sehr sehr vorsichtig. Hier habe ich viel gewonnen, sehr viel mehr, als mir die Verletzung zwischenzeitlich genommen hatte. Mein Yoga ist jetzt (wieder) wesentlich achtsamer, bewusster, ruhiger als vorher. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich mir das lange bewahren kann: Dieses Gefühl, in mir zu ruhen. Unbeschreiblich.

Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause fühlt sich momentan wie eine halbe Weltreise an. Auch hier muss ich modifizieren, andere Wege wählen, kürzer treten. Und habe viel mehr Zeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ich sehe die Blüten in den Gärten, das satte Grün an den Bäumen. Höre die Vögel zwitschern, rieche den Flieder – für mich der Geruch des Frühlings. Alles wie jedes Jahr, alles wie immer. Und doch nehme ich es stärker, klarer, bewusster wahr. Aus dem einfachen Grund, dass alles ein bisschen langsamer geht und ich deshalb länger im Augenblick verweile. Eigentlich ganz logisch und ich stelle fest, dass ich langsam genauso ans Ziel komme. Die zurückgelegte Strecke ist dabei vielleicht kürzer. Das dabei Erlebte, Wahrgenomme dafür umso intensiver.

Mir fallen die Schlagworte ein: „Entdeckung der Langsamkeit“, „Hashtag: Entschleunigung“ – reden ja alle davon, schreiben darüber. Nichts liegt mir ferner, als auf diesen Zug aufzuspringen. Ich mache derzeit wahrlich keine großen Sprünge. Nicht mal kleine. Dennoch kann ich es euch nur empfehlen, das mit der Langsamkeit auszuprobieren. Schaltet einen Gang runter. Setzt euren Focus nicht darauf, wie ihr noch schneller weiter kommt. Sondern gönnt euch mal eine Stunde der Langsamkeit: Wie langsam kann ich eine Runde um den Block laufen? Einmal die Woche, jeden zweiten Tag für ein paar Wochen jeweils eine Stunde Zeit lassen. Ihr werdet staunen, welche Wunder ihr dabei entdeckt. Um euch herum und in euch drin. Lasst euch drauf ein!

Ich freu mich über eure Kommentare dazu!

P.S. für weiterführende Lektüre kann ich euch das Heft 2018/61 der Geo Wissen ans Herz legen: Zeit für die Seele. Dort gibt es vielfältige Artikel zum Seele-baumeln-lassen.

P.P.S. falls die weiterführende Lektüre bereits als Werbung ausgelegt wird, will ich die Gelegenheit gleich nutzen, um Werbung für die Bibliotheken/Büchereien zu machen: Dort gibt es solche Hefte und natürlich auch Bücher zum Thema. Bei sehr vielen inzwischen sogar online. Schaut ruhig mal wieder rein!