Monatsarchiv: August 2019

Steuer zum Wohl der Tiere?

Ich komm immer noch nicht drüber weg, dass bei der Diskussion neulich zum Thema „bessere Bedingungen für Nutztiere“ die Einführung einer neuen Steuer als die Antwort auf alle Probleme gehyped wurde. (z.B. via spiegel.de)

Offenbar kam niemand auf die Idee, dass es doch viel sinnvoller – und vor allem naheliegender! – wäre, die bestehenden Gesetze entsprechend nachzubessern. Im Sinne einer „Tierwohl“-Haltung, die diesen Namen auch tatsächlich verdient. Ich denke dabei an Demeter-Standard oder vergleichbarer Vorgaben. Daraus ergäbe sich eine Win-Win-Win-Kettenreaktion:

  • Weniger Tiere im Stall -> mehr Platz für die Tiere, weniger Stress (max. 50 Tiere im Stall)
  • Milchaufzucht: Wenn die Kälber bei der Mutter bleiben dürfen, werden diese gesünder und kräftiger. Verluste durch die „fehlende“ Milch werden durch Reduzierung von Tierarztkosten/Medikamenten wettgemacht. Von den gesünderen Tieren profitieren am Ende auch wir Verbraucher/innen
  • Weniger Tiere brauchen weniger Futter -> Ackerflächen stehen anderweitig zur Verfügung zum Direktkonsum von Getreide und Gemüse
  • Weniger Tiere machen weniger Mist -> keine Überdüngung mehr, Böden können sich langsam erholen, Grundwasser ist nicht mehr in Gefahr
  • Weniger Tiere bedeutet auch, dass der Preis für tierische Produkte steigen muss – dies ist dann aber durch erheblich bessere Tierhaltung bedingt, und diesen Preis will sicher jede/r gerne bezahlen. Anders als bei der Einführung einer neuen Steuer, die für das Tier erst mal gar nichts bringt.

Das Argument, die Verbraucher wollen billig, zieht nicht. Es muss ein Mindestmaß an einigermaßen anständiger Tierhaltung gewährleistet sein – und die fängt mE frühestens beim derzeitigen „Tierwohl“-Label drei an. Nummer eins und zwei gehen absolut nicht. Leider sind viel zu oft nur diese erhältlich. Wenn es jedoch nur ab drei aufwärts gibt, werden die auch gekauft.

Ich glaube nicht, dass weniger Tiere einen Versorgungsengpass bedeuten. Es würde einfach nur weniger Fleisch bzw. Tiererzeugnisse gegessen (Schnitzel am Dienstag, Gulasch am Mittwoch und Fleischküchle am Freitag entfallen, der Sonntagsbraten kommt zu neuen Ehren) und vielleicht sogar weniger weggeworfen werden – dafür wird mit mehr Hirn, also bewusster, eingekauft. Fürs Abendbrot gibt es bereits sehr viele Aufstrich-Alternativen zu Leberwurst & Co. An Käse-Alternativen wird sich sicher auch noch was erfinden lassen. z.B. gibt es ja schon Soja-Joghurt, das mir persönlich sogar besser schmeckt als das aus Kuhmilch. Soja-Camembert oder Soja-Emmentaler wird es bestimmt auch bald geben. Die Anbauflächen wären auf jeden Fall da, nachdem nicht mehr so viel Futtermittel für Kühe angepflanzt werden muss.

Soja ist hier übrigens nur als Beispiel genannt – es gibt auch andere Möglichkeiten, klar. Und natürlich wird ein Soja-Käse nicht wie Kuhmilch-Käse schmecken. So wie Ziegen-Käse ja auch seinen eigenen Geschmack hat. Es soll einfach eine Alternative sein, die etwa die gleiche Konsistenz aufweist wie herkömmlicher Weich- oder Hartkäse.

Wir sind es den Tieren einfach schuldig, dass wir uns ihnen gegenüber  anständig benehmen und ihnen ein gutes Leben bieten. Sie danken es uns schließlich dann auch mit wirklich guter Nahrung.

So mal in aller Kürze meine Gedanken dazu ein bisschen sortiert und gesammelt. Ich bin fassungslos, dass auf die Frage „Was können wir tun, dass es den Nutztieren besser geht?“ die Antwort lauten soll „Wir führen eine neue Steuer ein!“ Im Gegenzug dazu der aktuelle Vorschlag zur Einführung einer Reichen-Steuer auf totale Ablehnung stößt, weil das ja „gar nichts bringen“ würde und total „der falsche Weg“ wäre.

Echt jetzt…?

Schoggipudding ganz vegan

Zu meinem siebenjährigen Blogjubiläum*) gibts ein Rezept für einen mega-leckeren Schoggipudding. Ursprünglich wollte ich einen Schoggi-Aufstrich machen, musste aber feststellen, dass der Geschmack eindeutig „Pudding“ ist und daher hab ich die Konsistenz angepasst.

Als Basis diente mir eine selbstgemachte Cashew-Kokos-Creme: Cashews über Nacht einweichen, am nächsten Tag abgießen und abspülen. Zusammen mit Kokosflocken und einem ordentlichen Schluck Rapsöl im Mixer zu einer feinen Creme verarbeiten. Ein genaues Rezept hierfür kann ich leider nicht bieten, weil es eine Resteverwertungsaktion war. Ich mag Rapsöl sehr gerne, wer lieber anderes mag, nimmt anderes :)

Es kann natürlich jede/s Nusscreme/-mus verwendet werden, selbst die gekaufte Variante. ;)

Das Rezept für den Schoggipudding reicht für eine große oder zwei kleine Portionen – nicht von der Menge täuschen lassen, weil es ziemlich mächtig ist und daher gut satt macht:

  • 100 ml abgekochtes Wasser
  • 3 TL Kakaopulver
  • 1-2 TL Eiweißpulver
  • 3 TL Erythrit/Süßungsmittel
  • 1 TL Johannisbrotkernmehl
  • 80 g Cashew-Kokos-Creme/Nussmus

Wenn ich bei Rezepten Wasser brauche, nehm ich immer abgekochtes, weil das Endergebnis etwas länger haltbar ist  (bilde ich mir zumindest ein). Im warmen Wasser lösen sich die Zutaten besser auf als im kalten, zu heiß sollte es allerdings nicht mehr sein.

Kakao, Eiweißpulver und Erythrit mit dem Wasser verrühren, dann erst das Johannisbrotkernmehl zufügen. Mit dem Schneebesen cremig glattrühren. Zuletzt die Cashew-Kokos-Creme (oder beliebiges Nussmus) unterrühren. Fertig.

Kann praktisch sofort gegessen werden, allerdings schmeckts sogar noch besser, wenn man dem fertigen Pudding eine Nacht im Kühlschrank zum Durchziehen gönnt.

Ich verwende Erbsenprotein und hatte zunächst die Befürchtung, dass der erbsige Geschmack durchschlägt, das ist jedoch absolut nicht der Fall. Kann natürlich durch jedes andere Protein- oder Milchpulver ersetzt werden – was ihr halt zuhause habt.

Als Süßungsmittel nehm ich bevorzugt Erythrit, auch hier kann nach den eigenen Vorlieben ersetzt werden: Von Ahornsirup bis Xylit sollte alles möglich sein. Die Menge kann ebenfalls angepasst werden, wenn es süßer sein darf.

2019_07schoggipudding

Viel Spaß beim Schlemmen!

*) Heute vor sieben Jahren habe ich den ersten Beitrag auf diesem Blog geschrieben. Tatsächlich blogge ich schon wesentlich länger und meine erste selbstgebastelte Homepage hatte ich bereits im vorigen Jahrtausend – damals auf Tripod gehostet, wer sich noch daran erinnern mag.

Altes Handy weiterverwenden

Ich hab noch immer mein „altes“ Smartphone rumliegen: 4,5 Zoll, Android 4 – zu alt für die meisten Apps. Der Speicher hat Platz für drei-vier Apps – das hätte mir an sich gereicht, nur ist eben leider das Betriebssystem „veraltet“ :(

Trotzdem darf das Gerät bei uns weiterleben – als Radio! Seit die Kabelanbieter die analoge Übertragung eingestellt haben, hört man bei unserer Stereoanlage (über dreißig Jahre alte Einzelmodule) nur noch Rauschen. Aber das Handy lässt sich anschließen. Sowohl WLAN als auch Browser funktionieren nach wie vor, somit lässt sich damit prima Radio hören.

Nun habe ich noch eine alte SD-Karte gefunden und ins Handy gebastelt. Im Zuge dessen gabs noch ein Großreinemachen: Ich hab alles runtergeschmissen, was nicht tatsächlich dringend benötigt wird. Somit habe ich weiteren Platz geschaffen für Musik. Dateien vom Laptop rüberkopiert. Und man soll es nicht glauben: Obwohl die Stereoanlage aus einer Zeit stammt, in der mp3 noch gar nicht erfunden war (!), klappt auch das einwandfrei! Chillige Musik zum Yoga? Kein Problem – läuft! Und dank mp3 und der zusätzlichen SD-Karte passt einiges drauf. Notfalls kann ich ja jederzeit Titel austauschen. Zugegeben, mein mp3-Player ist vielleicht ein bisschen unhandlich, wenn ich mir die ganze Stereoanlage so anschaue *g* – aber dafür ist er auch Prä-mp3 :)

Der CD-Player der Anlage kann mit mp3-CDs natürlich nichts anfangen, aber übers Handy fungiert sie ja nur als (Verstärker und) Lautsprecher – praktisch nichts anderes, als wenn ich Kopfhörer ans Handy anstöpseln würde. Und das läuft.

Eine weitere Funktion hat es außerdem, mein „Alt“-Gerät – hauptsächlich zur Einkoch- und zur Baggwahn-Zeit: Als Küchenuhr! Ich hab nämlich leider ein sehr seltsames Talent dafür, herkömmliche Eieruhren nach weniger als einem Jahr kaputt zu bekommen. Zum Glück gibts für so etwas aber auch eine App. :) Im Alltag zum Teekochen nehm ich mein normales Handy, aber für Großaktionen und/oder solche Angelegenheiten, wo doch gern mal die Finger schmutzig sind, nehm ich lieber das Alt-Handy. Da ist es nicht so tragisch, wenn das Display mal verschmiert ist – es wird hinterher natürlich auch wieder saubergemacht!

Außerdem ist das „alte“ Gerät robuster, das ist mir bei größeren Küchen-Sessions angenehmer als das filigrane Smartphone, das ich im normalen Gebrauch habe. Und die Eieruhr-App läuft ohne Probleme auch auf Android 4 :)

Vielleicht kannst du deinem „alten“ Handy auf diese oder ähnliche Art ebenfalls noch ein Weiterleben ermöglichen. Ich finde vier-fünf Jahre Lebensdauer nämlich absolut inakzeptabel. Oder hast du noch eine ganz andere Verwendung für solche „Alt“-Geräte? Ich freu mich auf weitere Ideen in den Kommentaren!