Monatsarchiv: Juni 2019

1500 km mal 1500 km

Das ergibt 2.250.000 Quadratkilometer. Eine Fläche in dieser Größe wäre nötig, um die gesamte Bevölkerung per Windenergie mit Strom zu versorgen. Das entspricht ungefähr sechseinhalbmal der Fläche Deutschlands. Also schon viel. Klar.

Aber.

Wenn man das mal in Relation setzt und z.B. die Weltkarte auf Postkartengröße darstellt (ca. Din A6), dann entsprechen die 1500×1500 km etwa der Fläche eines 10-Cent-Stücks. Das ist verdammt wenig. Und wir bekommens nicht gebacken.

Seit Rio 1992 (Neunzehnhundertzweiundneunzig!) wurde viel versprochen und wenig umgesetzt. Wir fliegen zum Mond, erforschen den Mars, mittlerweile sogar den Jupiter. Das ist alles sooooo wichtig. Genauso wie noch schnellerereres Internet und noch besserererere Handys – alles furchtbar wichtig.

Jap.

Und wir schaffens nicht, eine vernünftige (!) Stromversorgung auf die Beine zu stellen? Echt jetzt? Probierts mal aus, nehmt eine Weltkarte in Postkartengröße (auf dem Bildschirm reicht ja) und haltet eine 10-Cent-Münze drauf. Und das bekommen wir nicht geregelt. Schön bescheuert, wir Menschen. … ;(

Die Zahl hab ich übrigens aus dem Buch „100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern“ – wie immer an dieser Stelle keine Werbung, außer für die nächstgelegene Stadtbücherei, die dir das Buch bestimmt borgen wird :) Es enthält ein buntes Sammelsurium an Karten, allerlei Wissenswertes und Kurioses: Die seltsamsten Ortsnamen in Deutschland. Eine Karte nur mit Straßen. Nur mit Flüssen. Nur mit Städten. Nur mit Grenzen. Und vieles andere mehr. Schön zum immer wieder drin Schmökern und Neues zu entdecken.

Tja und was die Stromversorgung angeht… Vielleicht sollten wir uns alle zu Greta stellen…

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Linux-Live-Stick

Ein Linux-System zu installieren, geht am einfachsten über ein Live-System auf einem USB-Stick. Dazu braucht man nur die ISO-Datei der gewünschten Distribution, einen USB-Stick und ein passendes Programm, mit welchem aus der Datei ein bootbarer Stick erstellt werden kann. Unter Windows funktioniert das z.B. mit Linux-Live-USB-Creator oder Rufus – einfach mal die Suchmaschine deines Vertrauens befragen, die spuckt genügend Quellen dafür aus.

Normalerweise wird der Rechner beim Hochfahren mit eingestecktem Stick über diesen gebootet, notfalls das Bootmenu aufrufen und/oder die Einstellungen in BIOS/UEFI entsprechend anpassen.

Bei unserem Laptop war es so, dass ich über das Live-System keinen WLAN-Zugriff erhielt und auch das Runterfahren hat nicht richtig funktioniert. Ein Treiberproblem. Das Installieren ging trotzdem, auf dem fertig installierten Rechner konnte ich mich anschließend mit dem WLAN verbinden und nach einigen Updates und der Verwendung des empfohlenen Treibers waren sämtliche Probleme ausgeräumt.

Soweit so gut.

Nun ist es immer eine gute Idee, eine Art „Notfall-Stick“ zur Hand zu haben. Ob es sich dabei um ein ausgewiesenes Notfall-System handelt oder nur um irgend einen Live-Stick, ist eigentlich egal – er sollte nur zuverlässig funktionieren. Und genau das war bei meinem Stick ja nun leider nicht der Fall. Nicht einmal ins Internet kam ich damit – ganz schlecht, wenn ich im Fall des Falles wirklich Hilfe benötigen würde!

So habe ich also nach einer Lösung gesucht und mich auch bei anderen Distributionen umgeschaut. Das eine oder andere „Notfall-“ bzw. „Rettungs-System“ habe ich ebenfalls ausprobiert. Hat alles (aus jeweils unterschiedlichen Gründen) nicht funktioniert. Was ich gelernt habe: Beinahe jedes Linux-System empfiehlt eine andere Methode bzw. ein anderes Programm, um die ISO-Datei auf den Stick zu bringen. Ein kleine Auswahl (unter Linux):

USB-Abbilderstellung

Ich glaube, alle Linuxe haben ein solches Programm standardmäßig an Bord, um aus einer ISO-Datei einen bootbaren Stick zu erstellen. Unter LinuxMint heißt das eben „USB-Abbilderstellung“ und funktioniert denkbar einfach: Stick einstecken. Als Ziel auswählen. Die Quelle (ISO-Datei) auswählen und auf „Start“ klicken.

UNetbootin

Dieses Tool muss man per Hand installieren. Es ist zwar englisch, aber wirklich einfach und selbsterklärend. Außerdem bietet es für Ubuntu-Distributionen die Möglichkeit, eine Persistenz einzubauen. Das bedeutet, dass Änderungen im Live-System vorgenommen und gespeichert werden können. Spoileralarm: Funktioniert leider nicht immer :(

dd

Man solls nicht glauben, aber der simple „dd“-Befehl funktioniert ebenfalls für diesen Zweck. Manche Distributoren empfehlen die Methode sogar ausdrücklich:

sudo dd bs=4M if=/home/hugo/Downloads/linux-XXX.iso of=/dev/sdb status=progress && sync

Mit diesem Konsolen-Befehl wird die iso-Datei auf den Stick (als sdb eingebunden) geschrieben. Die Fortschrittsanzeige hilft dabei, dass man nicht gleich nervös wird, weil sich längere Zeit „nichts tut“ und das „sync“ am Ende sorgt dafür, dass wirklich alle Daten sicher auf dem Stick gelandet sein werden.

Meine Empfehlung:

Ganz klar: Alles und keines. Auch wenn es beim ersten Mal nicht funktioniert (der Stick gar nicht erst erkannt wird oder nicht hochfahren will), einfach nochmal und nochmal probieren: Wieder neu formatieren (FAT32) und nochmals den Live-Stick erstellen. Ich konnte feststellen, dass es beim dritten oder vierten Mal – aus welchen Gründen auch immer – dann auf einmal doch klappt. Unabhängig davon, ob es sich um einen alten oder neuen Stick handelt.

Wenn es eine ausdrückliche Empfehlung des Distributors gibt, mit welchem Programm/welcher Methode der Stick erstellt werden soll, ist es anzuraten, es auch auf diese Art zu machen. Die Erfolgschancen sind damit am besten, meine Erfahrung.

Liegt keine solche Empfehlung vor, einfach die Lieblingsmethode ausprobieren und wenn die gar nicht will, dann eben eine andere austesten. Ist alles etwas zeitaufwändig, aber es lohnt sich; irgendwann klappt eine der Methoden, ganz bestimmt.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: In den allermeisten Fällen funktionierts ja sowieso auf Anhieb: Stick einstecken, Programm starten, fertig. Läuft. Nur für die seltenen, wenige Fälle, wo es eben nicht so (einfach) funktioniert, will ich Alternativen aufzeigen.

Nun hatte/habe ich außerdem das „Zweitproblem“ mit dem Treiber. Also war es eine Sache, einen Live-Stick zu erstellen, der auch hochfährt/startet, aber noch eine andere, damit auch ein zuverlässiges System zu erhalten. Das WLAN-Problem bestand bei allen getesteten Distributionen und ein „Rettungssystem“, das sich beim Runterfahren aufhängt, finde ich nicht wirklich vertrauenserweckend!

Meine Lösung:

Irgendwann bin ich über den Pinguy-Builder gestolpert und das war dann endlich mein heiliger Gral! Mit diesem Superdupertool lässt sich aus dem laufenden System (!) eine ISO erstellen, die wiederum als Live-System auf einen Stick gezogen und genutzt werden kann. Es enthält alle Programme, die ich (inzwischen) auf meinem System installiert habe, es kann deutsch, und es hat auch den richtigen Treiber drauf, damit ich mit diesem Stick ins WLAN komme. Und er fährt am Ende sogar zuverlässig und korrekt runter!

Den Pinguy-Builder kann man sich über sourceforge.net runterladen und das deb-Paket über Rechtsklick installieren. Es ist allerdings anzuraten, sich vor Gebrauch noch ein bisschen schlau zu machen, was genau das Tool alles kann und was genau man damit machen könnte. Es gibt auch einige Youtube-Anleitungen – durch die Bank leider alles auf Englisch. Einfach mal lossuchen; oftmals landet man (noch) auf Anleitungen zu „Remastersys“, was quasi der Vorgänger war. Diese sind durchaus brauchbar, aber eben nicht 1:1 zu übernehmen. Daher verzichte ich hier auch auf konkrete Links.

Achso, wenn man den Stick dann startet, ist es nützlich zu wissen, dass der Benutzer „custom“ heißt, wenn man bei der Erstellung nichts (anderes) angegeben hat. :)

Bei mir hat der Pinguy-Builder nach langer Suche und vielem Aus- und Rumprobieren endlich zum Ziel geführt, ein zuverlässig funktionierendes Live-System für den Notfall zu haben. Sich damit quasi sein ganz eigenes Live-Linux zusammenzustellen, ist ein netter Nebeneffekt für alle BastlerInnen. Auch die simple Tatsache, dass das Ding deutsch kann, finde ich sehr hilfreich. Gerade wenn der Rechner platt ist, ist es beruhigend, wenn das Notfallsystem die eigene Sprache spricht. :)

Übrigens ist es gut möglich, dass ich den Stick niemals brauchen werde: Erstens läuft Linux normalerweise sehr zuverlässig und falls zweitens doch mal ein Problem auftauchen sollte, hilft es allermeistens schon, den Rechner im „Reparatur-Modus“ zu starten.

Aber, wie meine Mama schon immer gesagt hat: Lieber mer hat, als mer hätt!

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag dabei helfen, die eine oder andere Hürde zu überwinden. Was ich bei dieser Suche vor allem gelernt habe, dass es durchaus Sinn macht, manches eben nochmal zu probieren. Und grundsätzlich gilt wie überall: Dranbleiben – dann wirds auch was!