Monatsarchiv: Mai 2019

Datensicherung unter Linux

Unter Windows hatte sich die Systemsicherung als Partitions-Image bewährt – auf die Art hatte ich immer ein sauberes Windows, die Vermüllung über die Jahre hielt sich so in Grenzen. Meine eigenen Dateien waren (und sind) auf einer gesonderten Datenpartition. Die Anwenderdaten (z.B. Profile-Ordner von Browser und Mail-Programm) habe ich mir zusammengesucht und turnusmäßig einzeln gesichert.

Mit Linux konnte ich mein Sicherungskonzept nun neu überdenken. So gab es zwar schon in Windows die Möglichkeit, Systemwiederherstellungspunkte zu erstellen – besonders vertrauenserweckend erschien mir diese Methode als „Sicherung“ aber nie. Jedenfalls nicht unter Windows. Unter Linux hab ich viel ausprobiert, überlegt, verworfen, neu durchdacht und habe nun folgendes Sicherungskonzept:

Sicherung des Systems:

Diese „Arbeit“ nimmt mir Timeshift ab. Das Programm ist unter LinuxMint standardmäßig dabei. Es erstellt regelmäßig „Schnappschüsse“ des Systems, wobei es sehr ressourcenschonend vorgeht. Die Häufigkeit und Anzahl der archivierten Sicherungen kann voll und ganz den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. So werden bei mir tägliche und wöchentliche Schnappschüsse erstellt, von denen ich jeweils sechs bzw. drei aufbewahre. Meine Festplatte ist groß genug, so dass ich mir für diese Sicherungen eine eigene Partition eingerichtet habe. Vor größeren Systemeingriffen kann manuell ein Schnappschuss angefertigt werden und wenn dann doch was bei der „Operation“ schiefgegangen ist, wird das System einfach auf den letzten Stand „zurückgedreht“. Einfacher gehts nicht.

Extra-Sicherung mit dd:

Ich gebe zu, es ist ein großer Teil Gewohnheit dabei, aber zu wissen, dass die komplette Systempartition im Fall des (Totalaus-)Falles schwubbdiwubbs wiederhergestellt werden kann, beruhigt mich ungemein. Auch hier hab ich einiges ausprobiert und die beste Methode (Handhabung, Zeit- und Platzbedarf) ist der Konsolenbefehl „dd“. Das funktioniert nicht aus dem laufenden System heraus, es muss also über einen Live-Stick gebootet werden. Ein Terminal öffnen und die gewünschte Partition (z.B. sda2) an den gewünschten Ort sichern – das Ganze dabei gleich noch komprimieren, alles in einem Rutsch:

sudo dd if=/dev/sda2 | gzip > /media/hugo/images/sda2.img.gz

Root-Passwort angeben, je nach Größe der Partition ca. eine Viertelstunde warten (nicht die Geduld verlieren, einfach schon mal Tee kochen), und sobald der $-Prompt wieder erscheint, ist das Image fertig.  Sollte der schlimmste Fall eintreten, dass der Rechner nicht mehr hochfährt, dass sich praktisch gar nichts mehr tut: Erneut vom Live-Stick booten, Terminal öffnen und alles wiederherstellen:

gzip -cd /media/hugo/images/sda2.img.gz | sudo dd of=/dev/sda2

Allerdings ist ein solcher Totalausfall eher sehr selten und für die meisten Reparaturfälle reicht es aus, im Recovery-Modus hochzufahren.

Extra-Tipp: Vor der (dd-)Image-Erstellung Download-Ordner, Browser-Cache und Papierkorb leeren – damit lässt sich unter Umständen eine Menge an Zeit und Platz einsparen.

Sicherung der Anwenderdaten:

Damit sind alle benutzerInnenspezifische Einstellungen gemeint – Browser-Profil samt Lesezeichen, Email-Accounts samt Mails, eigene Vorlagen, Menüanpassungen, usw. All das, was unter Windows mühsam zusammengesammelt werden muss, wird unter Linux schön ordentlich innerhalb des eigenen Home-Verzeichnisses (teilweise versteckt) abgelegt und kann somit auch „in einem Rutsch“ gesichert werden.

Hierfür gibt es das Datensicherungswerkzeug, ebenfalls standardmäßig an Bord. Es können Verzeichnisse ausgeschlossen werden; versteckte Ordner müssen bei Bedarf explizit eingeschlossen werden. Und dann legt das Programm auch gleich los und tut seine Dienste.

Ein nettes Extra ist die Möglichkeit, eine Liste der nachträglich installierten Programme zu sichern. Im Fall des Falles können damit alle auf einmal wieder nachinstalliert werden. Allerdings bezieht sich das nur auf jene aus der Anwendungsverwaltung, nicht auf „per Hand“-Installationen (z.B. als deb-Paket).

Tipp: Logbuch führen!

Eine einfache Text-Datei ist dafür völlig ausreichend, sie muss nicht schön, nicht supertoll formatiert sein, sie muss nur zuverlässig geführt werden, diese Logdatei. Darin wird einfach mit Datum vermerkt, welche Änderungen am System vorgenommen werden. Also z.B. welche Programme installiert wurden. Wenn dafür außerhalb der Anwendungsverwaltung z.B. ein deb-Paket heruntergeladen wurde, dieses samt URL ebenfalls angeben.

Sämtliche vorgenommenen Anpassungen – vor allem die kleinen, die so gern vergessen werden! – sollten dokumentiert werden: Das hilft einerseits bei der Fehlersuche („Was genau hab ich gemacht, und warum hat das System jetzt seinen Geist aufgegeben?“) andererseits bei der Wiederherstellung oder Anpassung bei einer Neuinstallation („Wo war denn gleich noch der Schalter mit der Schriftgrößenanpassung?“). Je penibler (aber bitte kurz und prägnant) ihr dieses Logbuch führt, desto mehr werdet ihr es zu schätzen wissen. Manche Fragen/Probleme tauchen ja auch mal öfter auf – da ist es gut, wenn man weiß, wo man spicken kann :)

Sicherung der Daten:

Hier sind nun endlich die eigenen Daten gemeint: Fotos, Bilder, Videos, Kontoauszüge, Rechnungen, Bücher, Musik, Haushaltsplan, Homepages – eben alles, was man selber auf der Festplatte ablegt. Bei mir passiert das eigentlich schon immer auf einer eigenen Datenpartition, so dass ein Systemausfall zumindest keinen Datenverlust bedeutet. Dennoch werden auch diese Dateien regelmäßig auf einer externen Festplatte gesichert. Dazu benutze ich das Programm LuckyBackup, welches über die Anwendungsverwaltung bequem installiert werden kann. Hier können Profile und Aufgaben erstellt werden, es gibt sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, die keine Wünsche offenlassen. Es werden in Normalfall jeweils nur die neuen bzw. geänderten Dateien kopiert, so dass die Sicherung relativ zügig vonstatten geht.

Alternativen wären hier z.B. Grsync oder FreeFileSync – einfach mal anschauen, welches sympathischer ist. Bei mir ist es eben LuckyBackup.

In meinem Terminkalender (ReminderFox-Erweiterung für Thunderbird) habe ich mir turnusmäßig eingetragen, wann wieder eine Sicherung ansteht, wobei die Anwenderdaten (Home-Verzeichnis) häufiger dran sind als die Datenpartition. Welche Rhythmen da jeweils die geeigneten sind, muss jedeR für sich selber rausfinden: Das ausgeklügelste Sicherungskonzept nutzt nichts, wenn es nicht auch tatsächlich durchgeführt wird. Also lieber realistisch alle sechs oder acht Wochen eine Sicherung durchführen, als einen 14-tätigen Turnus andenken! :)

Wie ist das bei euch: Habt ihr ein Sicherungskonzept? Unter Linux oder Windows? Sichert ihr nur eure eigenen Daten oder habt ihr euch darüber noch überhaupt keine Gedanken gemacht? Würde mich alles interessieren!

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Es geht auch langsam

Eine kleine Unachtsamkeit und schon war ich für Wochen ausgeknockt. Alleine das war schon Grund genug, mich auch innerlich zu resetten – zumal ich eh nichts anderes tun konnte. Bewegung war nicht drin. Zumindest nichts, was weiter als bis zur Toilette oder Kühlschrank war. So schnell kann es gehen – dass plötzlich gar nichts mehr geht. Ein guter Zeitpunkt, dankbar zu sein, für das, was ist.

In den nächsten Tagen und Wochen hat mir mein Körper ganz genau gesagt, was geht und was nicht. Was er braucht und was ich unterlassen soll. Wieder einmal habe ich gestaunt, mit welcher Klarheit mein Körper mit mir kommuniziert – wenn ich nur genau zuhöre!

Was er am dringendsten brauchte, waren Ruhe (im Sinne von nicht anstrengen, nicht bewegen) und Zeit. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und auch das Muskelwachstum lässt sich nicht beschleunigen. Obwohl, eigentlich doch: Indem man dem Muskel eben die Zeit gibt, die er braucht.

Irgendwann war ich soweit wiederhergestellt, dass ich mir einen normalen Arbeitsalltag wieder zugetraut habe. Und ich habe festgestellt, dass es ein Riesenunterschied ist, ob ich mich vom Klo auf die Couch in die Küche und zurück bewege, oder meiner normalen Arbeit nachgehe. Vor einiger Zeit hatte ich mir mal interessehalber eine Schrittzähler-App installiert und dadurch festgestellt, dass ich problemlos die berühmten 10.000 Schritte im Durchschnitt zusammenbringe. Woran jetzt erst einmal nicht zu denken war.

Das Wichtigste: langsam gehen! An sich einfach, weil die Wade mir ihren Rhythmus vorgibt. Trotzdem fühlt es sich ungut an, wenn ich mit Kundschaft im Schneckentempo unterwegs bin. Ich habe das Gefühl, mich erklären, rechtfertigen zu müssen. Kein Problem, von alle Seiten gibt es Verständnis und ich frage mich: Warum glaube ich, mich für die Langsamkeit entschuldigen zu müssen?

Wer sich nicht schnellschnell bewegt, fällt auf: Was ist denn mit der los? Da stimmt doch was nicht. Einerseits ist die Aufmerksamkeit erfreulich, dass die Menschen aufeinander achten und nachfragen, wenn etwas nicht so läuft wie sonst. Andererseits erschreckend: Wer nicht im Gleichschritt mitmarschiert, ist nicht normal, funktioniert nicht richtig. Niemand kommt auf die Idee, dass man „einfach so“ einen Gang runterschaltet, freiwillig langsam macht. Macht doch kein normaler Mensch. Oder?

Dass alles langsam geht, betrifft nicht nur die Fortbewegung an sich. Ich überlege bei allem, was ich tun möchte, ob das jetzt tatsächlich nötig ist, ob es eine Alternative gibt, ob ich den notwendigen Gang mit anderen Tätigkeiten verbinden kann, um mir unnötige Extraschritte sparen zu können.

Und natürlich habe und bemerke ich die Langsamkeit nach wie vor beim Yoga. Zunächst ging fast gar nichts mehr, doch Stück für Stück konnte ich mir meine Übungen wieder „zurückerobern“. Aber immer nur sehr sehr langsam und sehr sehr vorsichtig. Hier habe ich viel gewonnen, sehr viel mehr, als mir die Verletzung zwischenzeitlich genommen hatte. Mein Yoga ist jetzt (wieder) wesentlich achtsamer, bewusster, ruhiger als vorher. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich mir das lange bewahren kann: Dieses Gefühl, in mir zu ruhen. Unbeschreiblich.

Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause fühlt sich momentan wie eine halbe Weltreise an. Auch hier muss ich modifizieren, andere Wege wählen, kürzer treten. Und habe viel mehr Zeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ich sehe die Blüten in den Gärten, das satte Grün an den Bäumen. Höre die Vögel zwitschern, rieche den Flieder – für mich der Geruch des Frühlings. Alles wie jedes Jahr, alles wie immer. Und doch nehme ich es stärker, klarer, bewusster wahr. Aus dem einfachen Grund, dass alles ein bisschen langsamer geht und ich deshalb länger im Augenblick verweile. Eigentlich ganz logisch und ich stelle fest, dass ich langsam genauso ans Ziel komme. Die zurückgelegte Strecke ist dabei vielleicht kürzer. Das dabei Erlebte, Wahrgenomme dafür umso intensiver.

Mir fallen die Schlagworte ein: „Entdeckung der Langsamkeit“, „Hashtag: Entschleunigung“ – reden ja alle davon, schreiben darüber. Nichts liegt mir ferner, als auf diesen Zug aufzuspringen. Ich mache derzeit wahrlich keine großen Sprünge. Nicht mal kleine. Dennoch kann ich es euch nur empfehlen, das mit der Langsamkeit auszuprobieren. Schaltet einen Gang runter. Setzt euren Focus nicht darauf, wie ihr noch schneller weiter kommt. Sondern gönnt euch mal eine Stunde der Langsamkeit: Wie langsam kann ich eine Runde um den Block laufen? Einmal die Woche, jeden zweiten Tag für ein paar Wochen jeweils eine Stunde Zeit lassen. Ihr werdet staunen, welche Wunder ihr dabei entdeckt. Um euch herum und in euch drin. Lasst euch drauf ein!

Ich freu mich über eure Kommentare dazu!

P.S. für weiterführende Lektüre kann ich euch das Heft 2018/61 der Geo Wissen ans Herz legen: Zeit für die Seele. Dort gibt es vielfältige Artikel zum Seele-baumeln-lassen.

P.P.S. falls die weiterführende Lektüre bereits als Werbung ausgelegt wird, will ich die Gelegenheit gleich nutzen, um Werbung für die Bibliotheken/Büchereien zu machen: Dort gibt es solche Hefte und natürlich auch Bücher zum Thema. Bei sehr vielen inzwischen sogar online. Schaut ruhig mal wieder rein!

Korrigier mich bitte!

So viele Texte schreien mir das förmlich entgegen!

Kann heute wirklich niemand mehr korrektes Deutsch schreiben? Das lernt man in der Schule – und man hört doch nicht einfach auf, richtig zu schreiben, nur weil man einen Abschluss in der Tasche hat, oder?

Wenn es reine Faulheit ist – dann bemüht doch zumindest die Rechtschreibprüfung des Textverarbeitungsprogramms. Damit sind wenigstens die gröbsten Schnitzer abgefangen. Selbst hier im WordPress-Editor werden Tippfehler rot unterringelt. (Lustigerweise wird „WordPress“ auch rot unterringelt. *g*) Ok, was dieses Tool hier nicht kann, ist das Erkennen von fehlenden Bindestrichen. Leider. Gerade die sind im Internetzeitalter total am Aussterben. :-(

Es heißt aber nun mal „Brotbackbuch“, notfalls „Brot-Backbuch“ aber keinesfalls „Brot Back Buch“. Nichts verzerrt den Sinn eines Satzes mehr als fehlende Bindestriche! 

Ob in der TV-Zeitschrift, im Blättchen der Marktgemeinde oder dem Stadtanzeiger – Rechtschreibung hat offenbar keinen hohen Stellenwert. Dass in einem Internetforum nicht immer alles superkorrekt geschrieben ist, darüber lässt sich hinwegsehen. Aber wenn man einen Blogbeitrag schreibt, über den eine sich ja auch Gedanken macht, mit dem man sich auseinandersetzt, dann will man doch selber, dass das Ergebnis gut ist, dass alles passt und alles stimmt. Eben auch die Rechtschreibung!

Das gilt für mich als Privatperson; mehr noch sollte es für all jene gelten, die damit Geld verdienen – nicht zuletzt für die Geldgeber sollte es (auch) von Interesse sein, wer da für sie Werbung macht. „Ich finde das das schampoo von der Firma XYZ fiel besser ist als alle die wo ich probiert habe weil, nur bei dem, sind meine Haare so richtig, schön, glänzig, geworden.“ – Sowas macht nicht gerade den besten Eindruck, finde ich. Also, auf so eine Empfehlung würde ich Shampoo XYZ mit Sicherheit nicht kaufen!

Noch viel schlimmer fällt es mir bei Youtubern auf. Ok, wenn man schlecht in Deutsch ist, einfach Filmchen drehen, dann spart man sich die Rechtschreibung. Nur dann sollte man es auch unterlassen, kurz nach Erscheinen des neuen Videos einen extra Hinweis zu posten, dass das neue Video erschienen ist (ach nee…) und da dann noch acht Schreibfehler in drei Sätzen einbauen. Wer mit Schokosahnetorte Geld verdient, sollte das auch schreiben können. Oder zumindest in der Kompromissform „Schoko-Sahne-Torte“ mit Bindestrichen. Keine Gedankenstriche, sondern Bindestriche: keine Leerzeichen vor oder nach dem Strich.

  • Bitte: Lest eure Texte vorm Veröffentlichen durch! 
  • Bitte: Nutzt Rechtschreibprogramme, wenn ihr euch nicht ganz sicher seit. duden.de ist auch immer eine gute Anlaufstelle!
  • Apostrophe lieber weglassen – da seit ihr auf der sicheren Seite.
  • Fragt jemanden, der oder die textsicher(er) ist, eure Texte gegenzulesen und zu korrigieren. Das gilt vor allem dann, wenn ihr mit euren Texten Geld verdient – notfalls bezahlt jemanden dafür, der eure Texte in vernünftiges, lesbares Deutsch bringt!
  • Wenn ihr irgendwo arbeitet, wo ihr analoge Texte veröffentlicht (egal ob Briefe, Anzeigen, Untertitel – was auch immer): Bitte lest eure Texte durch, lasst die Rechtschreibprüfung drüberlaufen.

Gerade beim letzten Punkt komm ich aus dem Kopfschütteln manchmal nicht mehr heraus. Es muss doch im ureigensten Interesse jeden Arbeitgebers und jeder Arbeitgeberin sein, dass sämtliche Veröffentlichungen frei von Tippfehlern sind.

Möglich, dass ich mich mit diesem Beitrag hier sehr unbeliebt mache. Ebenso möglich, dass sich irgendwo ein Tippfehler eingeschlichen hat, der mir in den Kommentaren unter die Nase gerieben werden wird. :) Aber wenn ich nur eine oder einen von euch dazu bewegen kann, künftig (mehr) auf korrektes Deutsch zu achten, wär ich schon überglücklich!