Monatsarchiv: Januar 2019

#friday4future

Morgen ist wieder Freitag und damit #friday4future-Tag. Ich finde die Aktion großartig und dank der weltweiten Vernetzung ist es möglich, dass daraus eine globale Bewegung wird, die die PolitikerInnen weltweit dazu bringen kann, ihren glorreichen Worten endlich Taten folgen zu lassen.

Was die Aktion der SchülerInnen tatsächlich bringen wird, muss sich zeigen. Meine Erfahrungswerte machen mir zwar wenig Hoffnung, doch das kleine Mädchen aus den frühen 1980ern in mir feuert die Kids weltweit an, dran zu bleiben und die Verweise, die sie dafür kassieren, einzurahmen! ;)

Allerdings muss ein bisschen Kritik auch sein. Denn die Rettung der Zukunft fängt immer bei dir selber an. Daher von mir noch ein paar ausgewählte Stichpunkte:

  • Kaffeetasse/Thermobecher statt Coffee to go
  • Brotzeitdose statt Currywurst und Hamburger
  • Stop! Nicht gleich neu kaufen, sondern erst mal guggen, was der heimische Haushalt an Verwendbaren bereits zu bieten hat!
  • Wiederaufladbare Akkus statt Batterien verwenden (gibts auch für Knopfzellen)
  • mit dem Bus/Öffis in die Schule fahren und sich nicht von Mama mit dem SUV bringen lassen
  • sich nicht jedes Jahr das neueste Handy zum Geburtstag wünschen, sondern das vorhandene so lange wie irgend möglich nutzen

Der letzte Punkt wäre ein guter Ansatz für eure Forderungen. So sollten die Betriebssystem-Hersteller verpflichtet sein, pro Version wenigstens fünf Jahre Laufzeit zu garantieren und für jedes Gerät (Handy, Tablet, was auch immer) Upgrades auf die nächsten zwei Versionen für die jeweils komplette Laufzeit zuzusichern. Somit wäre eine Handynutzung von bis zu 15 Jahren garantiert. Das gilt natürlich auch für PC-/Notebook-Betriebssysteme, sofern diese nicht eh OpenSource sind.

In dem Zusammenhang sind ebenso die Handyhersteller (und der gesamten Unterhaltungselektronik) gefordert, ihre Auf-den-Markt-schmeiß-Mentalität grundlegend zu ändern. Analog zu den BS gibts ebenfalls nur alle fünf Jahre ein neues Gerät – und dann auch nur eins und keine fünf. Das dann aber wenigstens ausgereift ist.

Zum Thema SUV mag ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen, weil da könnt ich nur noch … nein. SUV, Coffee-to-go im Wegwerfbecher, Kapselkaffee – das sind Dinge, die einfach nicht existieren dürften und ich staune jeden Tag aufs Neue, wie viele Menschen all das tagtäglich nutzen, obwohl sie wissen, wie sehr sie damit unseren Planeten zumüllen und vergiften…

In diesem Sinne: bleibt dran und ich würde mich freuen, wenn das Jahr 2019 als DAS Jahr der Kehrtwende in die Geschichte eingehen würde!

 

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Nähgewichte? Nähgewichte!

Kennt ihr das, wenn man einfach auf der Leitung steht? So gings mir mit Nähgewichten. Vor vielleicht zwei Jahren begann der Begriff mich zu verfolgen. Plötzlich wurden überall Nähgewichte gebastelt, gehäkelt, gestrickt – und natürlich auch genäht. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum auf einmal überall Beiträge dazu auftauchten. Auf Blogs, YouTube, Pinterest – egal, wo im Netz ich mich gerade bewegte, haben die Dinger mich verfolgt.

Das Seltsame an der Sache: Ich habe mich immer gefragt, wozu zur Hel man sowas braucht? War das wieder so ein „Musste-unbedingt-haben-wennste-in-sein-willst“-Ding? Ich habs nicht kapiert. Und irgendwann ließ die Nähgewichte-Schwemme wieder nach und ich habs völlig vergessen.

Monate später war ich wieder mal am Nähen. Wie das so ist, beginnt das mit Bügeln des zuzuschneidenden Stoffes, auf diesen wird der Schnitt aufgelegt und übertragen. Ich leg mir dazu immer ein paar Bücher auf den Schnitt, damit beim Anzeichnen nichts verrutscht. Das funktioniert prima, nur diesmal wars ein bisschen fummliger, da waren die Bücher fast ein bisschen unhandlich. Da müsste man mal irgendwas erfinden… – und in dem Moment hats endlich „klick“ gemacht! *gg*

Nun wusste ich endlich, wozu Nähgewichte – aka Schnittbeschwerer, Zuschneidegewichte, Fixiergewichte – gut sind. Wobei ich Schnittbeschwerer – analog zu „Briefbeschwerer“ – passender als „Nähgewichte“ finde. Weil zum Nähen brauch ich das Gewicht ja nicht!

Jedenfalls hat mich nun die Schnittbeschwerer/Nähgewichte-Herstellungs-Muse geküsst und ich hab einfach mal frei Schnauze losgelegt:

2019_01naehgewichte02kl

Die dreieckigen gefallen mir am Besten und sind einfach herzustellen:

  • Ein rechteckiges Stück Stoffrest auf die Hälfte legen (schöne Seite nach innen), so dass ungefähr ein Quadrat entsteht.
  • Zwei Seiten absteppen.
  • Bei der noch offenen Seite die Kanten aufeinander legen, so dass diese nun in der Mitte liegen. Etwa zur Hälfte absteppen.
  • Wenden und durch die Öffnung (mit einem Trichter) befüllen. Kleine Dekosteine (ggf. vorher waschen und trocknen lassen) eignen sich gut als Füllmaterial – s. auch unten.
  • Nicht ganz randvoll machen, in die Öffnung ein Band (Schlaufe) legen, feststecken und verschließen. Die Schlaufe kann auch weggelassen werden.

Erinnert dich an Osterhühner? Stimmt – das ist genau dieselbe Vorgehensweise, nur eben ohne Schnabel, Kamm und Füße. Falls du eine ausführlichere und bebilderte Anleitung haben möchtest, findest du z.B. bei Olivia Twist eine solche, sogar mit Video.

Für die flachen Fixiergewichte einfach zwei Stoffreste aufeinander legen (schöne Seite nach innen), bis auf eine Wendeöffnung absteppen. Wenden. Befüllen. Öffnung schließen (ggf. mit Bändel).

Ist eine gute Stoffreste-Verwertungsmöglichkeit und wenn du ein bisschen auf die Suche gehst, findest du bestimmt auch geeignetes Füllmaterial, das auf diese Weise recycelt werden kann. Hier sind Nicht-Lebensmittel meiner Meinung nach vorzuziehen. Zumal Reis z.B. anfällig für Feuchtigkeit ist, also schon deshalb nicht unbedingt empfehlenswert. Getreidekörner o.ä. wären da schon eher geeignet und finden sich vielleicht in einem ausgedienten Dinkel- oder Kirschkernkissen? Am besten sind die Dinge, die man irgendwo rumliegen hat und nicht mehr braucht, die klein und schwer genug sind für ein zweites Leben als Nähgewichte-Füllmaterial.

Größenangaben für Schnittbeschwerer gibt es (zumindest bei mir) nicht, da einfach locker drauflos nähen, verschiedene Größen probieren und wenn du irgendwann zu viel von den Dingern gemacht hast, lautet dein nächstes Vorhaben eben: Tasche für Schnittbeschwerer nähen. :)

Vielleicht hab ich dir Lust aufs Nachmachen gemacht, zumal es ein schönes Schnell-&-einfach-Projekt ist. Oder du hast dir längst deine Nähgewichte gemacht? Dann würd ich mich sehr über einen Kommentar – gerne mit Link – freuen, um meine Neugier zu stillen :)

Jedes Feuerwerk ein Fest?!

Ich hoffe, ihr seit alle gut im neuen Jahr angekommen. Wie haltet ihr es denn an Silvester? Gibts ein großes Feuerwerk? Raketen oder Böller? Oder nur Wunderkerzen? Oder seit ihr am liebsten auf der ganz großen Party mit professionellem Feuerwerk?

Seit Jahren schon machen wir selber kein Feuerwerk mehr. Allerdings gehören die bunten Raketen für mich zum Jahreswechsel dazu. Also mit „aaah“ und „ooohhh“ in den Himmel guggen machen wir nach wie vor sehr gerne. Ein paar Minuten, dann isses auch wieder gut und wir kümmern uns lieber um die Kazis, die den Lärm und die grellen Lichter, die sich leider nicht komplett ausschließen lassen (nicht vor jedem Fenster gibt es ein Rollo), ziemlich blöd finden.

Heuer waren es erfreulich wenig Böller, insgesamt ging das Geballere und Gepfeife bis ca. 0.45 Uhr und dann war ziemlich schlagartig Ruhe. Wie wenn sich das ganze Dorf abgesprochen hätte. Das war in den Jahren zuvor schon ganz anders. Da gings auch mal bis zwei oder drei Uhr. Und es gab erheblich mehr Böller-Explosionen. Das Gekrache kann man nicht anders nennen.

Dennoch: An Silvester soll und darf es Feuerwerk geben. Das gehört dazu – wenn da gar nix wäre, wärs kein Silvester, sondern eine Nacht wie jede andere. Wie viel mensch verballert,  muss jedeR für sich selber entscheiden. Wenns weniger BUMM ist, freu ich mich drüber. :)

Natürlich ist es eine gigantische Umweltverschmutzung, da muss man nix schönreden. Die Luft ist verpestet, die Straßen und Plätze sind hinterher zugemüllt und für die Tiere ist es eine extreme Stresssituation. Daher kann ich die Diskussionen, die alle Jahre wieder aufs Neue auftauchen, sachlich absolut nachvollziehen. Nur leider finden die zur falschen Zeit statt. Finde ich.

Jedes Feuerwerk ein Fest! habe ich den Beitrag hier betitelt. Der Untertitel lautet: Jedes Fest ein Feuerwerk? Dort liegt meines Erachtens das eigentliche Problem.  Wir leben hier in einer Landschaft, die sich mehr und mehr zum Touri-Magnet mausert und gerade im Sommer eine Menge an Events zu bieten hat. Und da isses inzwischen so, dass gefühlt jede Woche auch ein Feuerwerk stattfindet.

Unsere Gegend ist ländlich strukturiert, mit vielen Dörfern und jedes einzelne hat natürlich eine Kirche und die meisten haben z.B. eine Freiwillige Feuerwehr und/oder einen Sportverein. Das wiederum bedeutet, es gibt in jedem Dorf jedes Jahr eine Kirchweih und mindestens ein weiteres Fest.

Einschub: Sowohl Freiwillige Feuerwehr als auch Sport- oder sonstige Vereine halte ich für geradezu existentielle Einrichtungen, ohne die ein Dorf praktisch gar nicht leben könnte! Wer noch Kapazitäten für gute Vorsätze frei hat: Meldet euch an, macht mit, seit dabei! Engagiert euch im Verein, in der Freiwilligen Feuerwehr oder was es bei euch entsprechendes gibt. Das meine ich völlig ernst und aufrichtig! Die nachfolgende Kritik richtet sich ausschließlich gegen das Überhandnehmen der Feuerwerke zwischen Januar und Dezember!

Da natürlich alle was vom großen Tourismus-Kuchen abhaben wollen, fühlt sich mittlerweile praktisch jedes Dorf gezwungen, aus der gemütlichen „Dorfkirba“ ein „Event“ zu machen. Nun ist der Platz mit Bierzelt, Kinderkarussell und Losbude vom Roten Kreuz aber meistens voll – nicht mal Autoscooter gibt es überall. Nix mit Achterbahn oder andern tollen Fahrgeschäften. Aber irgendwas muss man ja tun, um die Touris anzulocken. Und so ein Feuerwerk macht halt immer was her.

Genau hier wäre meiner Meinung nach die Diskussion wegen Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung von Mensch und Tier an der richtige(re)n Stelle: Muss wirklich jede Ortschaft mit drei Häusern, Wirtshaus und Kirche mit einen Feuerwerk aufwarten? Bei größeren Städten lass ichs mir ja noch eingehen, wenn es einmal im Sommer ein zusätzliches (zu Silvester) Feuerwerk gibt. Aber eben auch nur eines. Und  nicht eines jede Woche. In jedem Dorf. An jedem Strand. In jedem Wirtshaus. An jedem Anleger. In jedem Verein. Und bei der einen oder anderen Hochzeit auch noch.

Vielleicht wäre es ein Anfang, wenn man sich innerhalb eines Dorfes besser abstimmen und auf ein Feuerwerk einigen könnte. Heuer bei der Kirchweih, nächstes Jahr beim Feuerwehrfest. Die Angler, Radler, Camper und der Sportverein tun sich zusammen und schmeißen alle drei Jahre eine richtig große Party – ein Mega-Event, von dem dann alle etwas haben dürften. So wären reihum alle mal dran mit Feuerwerk und die Vereine können sich Kosten teilen. Dass diese dennoch jährlich ein kleines, traditionelles Fest veranstalten, da spricht ja nichts dagegen. Ganz im Gegenteil! So wäre die Brauchtumspflege schließlich gesichert, die bei all der Event-Heischerei  auszusterben droht.

Damit hätten am Ende alle gewonnen, allen voran die Natur, von der wir alle leben und wegen der ja auch die Touris kommen! Und wenn es in der Hochsaison gefühlt alle paar Tage ein Feuerwerk gibt, isses ja auch nix Besonderes mehr.

Vielleicht ergibt sich der eine oder andere Denkanstoß. Möglicherweise schließen sich auch ein paar benachbarte Dörfer zusammen zu einem „Event-Verbund“. Ich würde mich freuen, wenn das Feuerwerk wieder zu dem werden dürfte, was es doch eigentlich sein sollte: Etwas ganz außergewöhnliches, das es allerhöchstens (!) zweimal im Jahr zu bestaunen gibt. Inklusive Silvester.

Meine zwei Cents zum Thema. Und was meint ihr?