Monatsarchiv: Juli 2016

Wie am Schnürchen

In letzter Zeit brauche ich viele Schnüre – um die Behältnisse in unserem Gefrierschrank zu beschriften, bzw. die Beschriftung (kleine Kärtchen) zu befestigen. Eine feste Schnur lässt sich relativ einfach auf unterschiedliche Weise herstellen:

Die Luftschlangen-Schnur:

Luftschlangenschnur

Für eine schöne feste Schnur die dünnstmögliche Häkelnadel für das Garn wählen und nach jeder Masche straffziehen.

Die Kordel:

Kordel 1

Feine Schnüre ergeben sich, wenn ein Faden einfach in sich gedreht wird. Dazu an einem Ende einen Knoten machen, damit es sich befestigen lässt. Ich mach das immer mit einer Stecknadel auf der Sofalehne.

In das andere Ende eine Schlinge legen, Stift oder Stricknadel durchschieben und dann drehen, drehen, drehen – bis sich das Garn beim leichten Ent-Spannen zu kringeln beginnt.

Auf Hälfte legen, das Ende mit den beiden Enden verknoten, sich verdrehen lassen. Fertig. Im Bild ist unter der fertigen Kordel eine Luftmaschenschnur zu sehen:

Kordel und Luftmaschenschnur

Wer längere Schnüre braucht und ein Spinnrad oder Spindel sein eigen nennt, kann natürlich auch damit in die Kordelproduktion gehen. Schließlich ist Wolle-spinnen im Grunde nichts anders als Kordel-drehen 🙂

Für kurze Schnüre können auch sehr gut Wollreste verdreht werden.

flechten 1

Flechtschnur:

Als Alternative – die allerdings bereits etwas aufwändiger ist – möchte ich noch kurz das Flechten vorstellen:

Hierzu drei Schnüre an einem Ende zusammenknoten und dann immer den äußeren Faden nach innen legen: rechts – links – rechts – links… Ergibt einen schönen kleinen Zopf:

Flechtschnur

Daraus ergeben sich auf recht einfache Art feste Schnüre, die gefriergeeignet sind und auch gut aus Resten gearbeitet werden können.

Wer schönere Schnüre – z.B. für Armbänder o.ä. – herstellen möchte, wird ganz sicher auf Youtube fündig zu den unterschiedlichsten Flecht- und Knüpftechniken.

Hier stand der schnell-&-einfach-Aspekt im Vordergrund: kleine Kärtchen lochen, beschriften mit Inhalt und Datum, Schnur durchziehen, festbinden. Einfrieren.

Außerdem habe ich auf dem Gefrierschrank eine Liste liegen, in die ich alles eintrage, was ich einfriere. So sehe ich, was drin ist, ohne lang bei geöffneter Tür suchen zu müssen (ist der Auflauf noch drin oder haben wir den doch schon gegessen?)

Durchstreichen nicht vergessen, wenn etwas entnommen wird! 🙂

Flaschenschutz

Wenn ich Saft kaufe, nervt mich das Geklappere der Glasflaschen schon ziemlich. Deshalb habe ich mir aus Wollresten einen Flaschenschutz gehäkelt:

2016_05flaschenschutz

Ich kaufe immer drei Flaschen, deshalb auch ein Dreier-Flaschenschoner.

Zunächst werden die Böden gehäkelt. Also drei runde Deckchen (bzw. Achtecke) in Größe der Flaschenböden. Dazu drei LM zum Kreis schließen, 8 fM reinhäkeln, mit einer KM+LM die Runde schließen. Ab jetzt alles weiter in halben Stäbchen:

In jede Masche 2 hSt  häkeln = 16 M.
*2 hSt, 1 hSt* – wdh. = 24 M.
*2 hSt, 1 hSt, 1 hSt* – wdh. = 32 M.
usw., bis die benötigte Größe erreicht ist.

Das ganze dreimal – oder eben so oft, wie du es benötigst. Beim dritten Boden den Faden nicht abschneiden, wir häkeln gleich weiter.

Tipp: Wenn du auch so seltsame Wolle hast, wie ich hier, die es unmöglich macht, Vorder- und Rückseite auseinander zu halten, markier dir die drei Innenseiten mit je einer Sicherheitsnadel o.ä.

Es werden nämlich alle drei Teile zusammen – also in einem Stück – nach oben gehäkelt. Von vorne nach hinten nach vorne nach hinten… Ohne Punkt und Komma, es werden keine Reihen geschlossen, es geht einfach immer weiter:

flaschenschutz

Du beginnst beim gelben Punkt (linker Boden), einmal komplett rum. Dann häkelst du direkt am mittleren Boden weiter (der grüne Bogen) – die Hälfte. Und weiter gehts mit dem letzen Boden, hier komplett rum, alle Maschen häkeln.

Jetzt „hüpfst“ du zu der bisher noch nicht gehäkelten Hälfte des mittleren Bodens (hier braun) – einfach mit der nächsten Masche weiterhäkeln, die Runde vollenden.

Nun stehst du fast wieder am (gelben) Ausgangspunkt. Wieder über die Kreuzung „hüpfen“ und mit der nächsten Masche weiterhäkeln.

So geht die Achterbahnfahrt immer weiter. Gerade am Anfang ist es hilfreich, die Maschen zu zählen. Und stur drauf achten, dass die Innenseite innen bleibt. Auch das ist am Anfang etwas verwirrend, weil sich die Häkelrichtung ja immer wieder ändert: Bei den beiden äußeren Ringen häkelst du von außen, beim mittleren von innen.

Einfach unbeirrbar weiterhäkeln, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. An einem Kreuzungspunkt enden. Faden vernähen. Fertig.

Der Flaschenschoner kommt in eine Baumwolltragetasche und sorgt dafür, dass nichts mehr klirrt und klappert oder gar zu Bruch geht! Bei mir sind die Flaschentaschen groß genug, dass die Flaschen leicht rein- und rausgenommen werden können.

Wenn du statt Saftflaschen Joghurtgläser zu transportieren hast, passt du die Größe entsprechend an. Eine ungerade Anzahl (z.B. fünf oder sieben) kannst du auch im Kreis anordnen.