Monatsarchiv: August 2015

Rasierhobel-Bericht

Ich habe es gewagt und die dreißig Euro für einen Rasierhobel investiert.  Nachdem ich diesen inzwischen ausgiebig getestet habe, weiß ich gar nicht mehr, warum ich davor so viel Schiss hatte? Bin ich durch die Werbung echt so dermaßen konditioniert? Die mir weismachen will, dass es unbedingt ein Plastikteil mit dreifacher Klinge sein muss? Und dass die zwingend „hinter Gittern“ sein müssen? Und dass es auf jeden Fall das neueste Rasierermodell XY sein muss… – was fürn Scheiß! Sorry, aber ich fühl mich so dermaßen verarscht.

Habt ihr euch mal so richtig mit offenen Augen im Drogeriemarkt umgeschaut, wie viele „verschiedene“ Modelle von Nassrasierern es gibt? Allesamt aus Plastik, jeweils getrennt für Mädchen und Jungs. Und natürlich braucht jedes Modell seinen ganz eigenen Satz an „Klingen“ (die wiederum in erster Linie aus Plastik bestehen), die selbstverständlich untereinander nicht kompatibel sind. Vom Verpackungsmüll will ich hier gar nicht erst anfangen…

Es ist richtig, ein bisschen vorsichtiger muss eine mit dem Rasierhobel schon hantieren; ob die Rasur nun aber statt zwei dann doch satte vier Minuten dauert, macht irgendwie trotzdem nicht so wirklich viel Unterschied.

Es ist sogar so, dass ich inzwischen ein richtiges Ritual daraus gemacht habe. Wichtig ist ein guter Seifenschaum. Dazu brauchts keine extra Rasierseife (die wiederum in extra-extra Plastik verpackt ist), es reicht die ganz normale, alltägliche Seife. Schön einseifen und dann vorsichtig mit dem Rasierer die Beine entlangfahren – im Prinzip wie gehabt. Nur eben etwas behutsamer. Zumindest so lange, bis der richtige Winkel gefunden ist. Denn natürlich kann eine sich mit einem „richtigen“ Rasierer schon ordentlich herrichten! Allerdings ist mir das mit den Hinter-Gitter-„Klingen“ zuweilen auch passiert.

Die Rasierklinge ist übrigens etwas gebogen, was die Handhabung grundsätzlich schon mal etwas sicherer macht:

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Beine und Achselhöhlen also absolut kein Problem. Intimbereich – ok, da war ich natürlich gleich dreimal vorsichtig. Aktuell bin ich hier selber „erst“ zu 90% zufrieden – Klagen hab ich allerdings auch noch keine gehört 😉 Und ich bin mir sicher, mit fortschreitender Übung wird das glatter und glatter werden.

Also was die Handhabung angeht: Um nichts schlechter als die Plastikteile – mit der kleinen Einschränkung im Intimbereich, die aber eher meiner Angst, mich zu verletzten, geschuldet ist. Dafür ist das Rasieren zu einem richtigen Wellness-Erlebnis-Ritual geworden, wo das Ratzfatz-Zackzack des Plastikrasierers eben nicht mithalten kann.

Reinigung ist ein Traum! Das Teil wird zerlegt, unter fließendem Wasser abgespült, auf ein Tuch zum Trocknen gelegt und am nächsten Tag wieder zusammengeschraubt. Ich bin mega-begeistert!

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Verpackt war der Rasierer in einem Pappkarton – mit einem Plastik-Sichtfenster, ganz ohne geht dann doch nicht. Dafür war aber auch das Innenleben aus Pappe, kein verstecktes Plastik. Sehr erfreulich!

Beim Klingen-Nachkauf muss ich noch auf die Suche gehen; der Zehnerpack kommt genauso in der Pappe-Plastik-Display-Verpackung daher wie die „Klingen“ des Plastikrasierers. Hier zwar etwas weniger Plastik, aber ich bin mir sicher, dass ich da noch Alternativen finde. Und wenns ein 50er- statt 10er-Päckchen ist.

Wie lange die Rasierklingen halten (scharf bleiben), kann ich jetzt noch nicht sagen; theoretisch doppelt so lange wie die Plastikteile, weil die ja zwei Seiten haben. Außerdem lassen sie sich vollständig säubern – auch das sollte zur längeren Haltbarkeit beitragen.

Achja, von wegen Aftershave, Hautirritationen oder so – nix. Null. Ganix! Wie beim Plastikvorgänger auch. Nach dem Duschen (also auch nach dem Rasieren) creme ich mich sowieso ein und damit ist meine Haut ganz offenbar zufrieden.

Ich weiß wirklich nicht, warum ich um diese Neuanschaffung so lange herumgeschlichen bin.  Wären mir nicht die „Klingen“ des alten Plastikrasierers ausgegangen, der inzwischen wirklich nicht mehr sein Geld mehr als verdient hat, hätt ich vermutlich noch länger damit gewartet. Der Umstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt und von mir ergeht an dieser Stelle die allerdickste Empfehlung!

Was ich bei der Gelegenheit auch festgestellt habe: Es sind nicht nur die x-tausend „Varianten“ von Rasierern, die wir am besten alle kaufen sollen, sondern auch noch extra Rasierseife (-Schaum, -Creme – nichts davon in einfach nur Pappe verpackt erhältlich) sowie Aftershave (wahlweise als „Wässerchen“ oder Lotion für die Frau), die unbedingt dringendst für eine Rasur unabdingbar nötig sind.

Mein Rat: erstmal gar nichts davon kaufen! Dass meine normale Seife guten Schaum fabriziert, wusste ich ja schon, also habe ich das einfach mal probiert und das funktioniert wunderbar! Und wegen Aftershave – da hätte ich im Fall des Falles eben auf das meines Mannes zurück gegriffen. Aber wie gesagt: Ich brauch gar keins.

Fazit: Nicht alles glauben, was uns die Werbung weismachen will! 🙂

Ich bin total glücklich mit meinem neuen Nicht-Plastik-Rasierer und dessen ganz stinknormalen Rasierklingen. Ebenfalls plastikfrei. (Bis auf die Verpackung, aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!)

Zum Thema „dringend kaufen mussmussmuss“ gabs die Tage übrigens einen wunderschönen Beitrag auf langsamerleben – dort hab ich auch etwas ausführlicher kommentiert, was – beides – meinen Beitrag hier durchaus ergänzt.

Und wie es der Zufall so will, gerade eben noch gefunden, ganz aktuell und mit ausführlicher Anleitung zum Nachmachen! Quarkimpfandglas: Wo gehobelt wird, da fallen Haare.

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