Cashew-Joghurt

Lust auf Joghurt ohne Milch? Und ohne Soja? Geht mit Cashews ganz einfach. Im Originalrezept wird dazu Brottrunk verwendet. Ich hab mir überlegt, dass das mit Hefewasser doch eigentlich auch funktionieren müsste – und das tut es! Hier also mein Rezept:

100 g Cashews
100 ml Hefewasser
50 ml Wasser

Die Zubereitung ist denkbar einfach, benötigt nur ein wenig Zeit:

  1. Cashews für vier Stunden (oder über Nacht) in Wasser einweichen.
  2. Cashews  abgießen, dann zusammen mit den anderen Zutaten in den Mixer geben und ordentlich Stoff geben.
  3. Die cremige Masse in ein Schraubglas füllen und für ein bis maximal zwei Tage bei Zimmertemperatur reifen lassen.

Anschließend ist es im Kühlschrank für ca. eine Woche haltbar. Schmeckt pur oder mit Marmelade. Wer es ein bisschen milder im Geschmack mag, nimmt 75 ml Hefewasser und 75 ml Wasser.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich die Cashews mit kochendem Wasser zum Einweichen übergossen, den Rest des Wassers in eine Flasche gefüllt und verschlossen. Davon habe ich die benötigten 50 ml genommen. Und das Schraubglas samt Deckel habe ich vor der Verwendung natürlich ebenfalls ausgekocht.

2018_05cashew

Wie man vielleicht erkennen kann, ist mir gerade noch rechtzeitig eingefallen, dass ich eigentlich ein Foto machen wollte… :)

Probierts einfach mal aus – es ist eine gute Gelegenheit, das im Kühlschrank schlummernde Hefewasser zu „wecken“. Bzw. falls ihr Brottrunk im Haus habt, könnt ihr natürlich auch den verwenden.

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Verursacht DSGVO Bloggersterben?

Wie sich inzwischen sicher herumgesprochen hat, tritt am 25. Mai 2018 die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Das bedeutet, dass auch alle Blogger/innen einen entsprechenden Hinweis auf ihrer Homepage/ihrem Blog einfügen müssen, in dem detailliert dargelegt wird, welche Daten gespeichert werden.

Bei meiner privaten Homepage ist das nicht soo schwierig; ich hatte z.B. sowieso nie  Facebook, Twitter oder andere SM-Plattformen eingebunden. Und auch sonst gibts kein Blinkiblinki – so weit so gut.

(SM – die Abkürzung passt schon recht gut, wenn ich mir überlege, welcher Ton in den „Sozialen“ Medien oft herrscht… )

Bei meinem WordPress-Blog hier sieht die Sache anders aus, zumal ich nur das Free-Angebot nutze und auf viele Dinge gar keinen Einfluss habe.  Eine wirklich gut gelungene Übersicht – wie ich finde – gibt es auf meinlesezeichenblog. Manche Probleme lassen sich durch einfaches Deaktivieren lösen, anderes kann nicht abgestellt werden und z.B. die Kommentarfunktion will auch gar nicht abgeschaltet werden, da genau dies ja einen Teil des Bloggens ausmacht!

Ich habe mich ein bisschen kundig gemacht und größtenteils lautet die „Lösung“ für Freeblogger/innen (das betrifft ja nicht nur WP) „Dann lösche ich meinen Blog halt Ende Mai!“

Das ruft einige – durchaus widersprüchliche – Gedanken und Emotionen in mir hervor. Zuerst: Durch den „blöden Bürokratiemist“ stirbt die Blogosphäre aus, das individuelle Internet wird es nicht mehr geben, hingegen Riesen wie Facebook & Co., für die Userdaten harte Währung ist, werden weiter gefestigt. Alles schön im Gleichklang, einfarbig, fad. Bäh.

Dann: Ok, auf manche Blogs lässt sich eh gut verzichten. Gerade die, denen gar nicht mehr anzusehen ist, ob ein Beitrag nun wirklich ein privater Beitrag ist oder doch einfach nur WerbungInfluenza heißt das wohl oder so… ;-)

Überhaupt: Es geht immer mehr um Suchmaschinen-Ranking, Kommentare, Likes, Followers – fast scheint der Inhalt, das Mit(einander)teilen von Gedanken und Ideen in den Hintergrund getreten zu sein. In diesem Zusammenhang möchte ich dringend auf die Folge des ZDF-Krimis „Der Alte“ In voller Absicht verweisen. Bitte unbedingt anschauen! Da geht es um eben diese Influencer, die für Klicks und Likes wirklich alles tun und gar nicht begreifen, dass es z.B. Menschen gibt, die nicht möchten, dass Bilder von ihnen im Netz auftauchen. Wirklich wirklich sehenswert!

Nun hab ich den Faden verloren. Datenschutz. Das wars. Genau. Also klar: Ich bin absolut für Datenschutz. Mich widert die überhandnehmende Kontrolle allerortens so dermaßen an. Überall gibt es Videoüberwachung – wie kann also z.B. das Recht aufs Bild überhaupt noch durchgesetzt werden, wenn ich gar nicht weiß, wo ich überall gefilmt und fotografiert werde? Tankstelle und Bank ist klar. Aber der Nachbar? Der Juwelier in der Fußgängerzone? Die Webcam eines Computerladens? Und das ist nur ein kleiner winziger Aspekt der ganzen Themenpakets…

Dennoch muss ich kleine Bloggerin nun schon fast ein Studium absolvieren, um mich durch den ganzen Gesetzes-Dschungel durchzukämpfen, um hinterher festzustellen, dass ich die Anforderungen eben nicht alle erfüllen kann (zumindest nicht hier, auf WordPress) und deshalb in einem Monat dann vermutlich auch schließen werde. Ein bisschen Zeit ist noch bis dahin, vielleicht tut sich vonseiten WP noch etwas dazu. Wäre ganz nett.

Vielleicht ist es für die aber genau die Gelegenheit, sich von uns Free-Zecken auf galante Weise zu entledigen? Wer weiß…

Wie geht ihr mit dem Thema um? Hier und andernorts? Verlinkt gerne auch eure eigenen Beiträge und Gedanken dazu in den Kommentaren – noch machen wir uns damit nicht strafbar… höhö ;-/

Nicht mehr viel da (Wurstsalat)

Der erste Wurstsalat der Saison – ein typisches Sommeressen, finden wir, mein Liebster und ich. Am Samstag zu grillen war kurz angedacht; da wir am Sonntag aber auf Konfirmation eingeladen sind und beides – grillen und Konfirmation – mit maßloser Völlerei verbunden ist, haben wir uns entschieden, eine große Schüssel Wurstsalat zu machen, die bis Samstag locker reichen würde.

Für Wurstsalat gibt es nicht wirklich ein Rezept, aber ich kann erzählen, was alles (schön kleingeschnibbelt) reinkommt:

  • Stadtwurst. Für alle Nicht-Fränkinnen (und Nicht-Franken): Das ist eine Art grobe Fleischwurst, geht so in die Richtung „Mischung zwischen Fleisch- und Weißwurst“.
  • Käse. Meistens Emmentaler.
  • Zwiebeln. Tipp gegen Unverträglichkeiten: Fertig zerkleinerte Zwiebeln für ca. 30 Sekunden in die Mikrowelle geben.
  • Essiggurken. Falls es grad die letzten aus dem Glas sind: Der Sud kann (abgeseiht) gleich prima mitverwendet werden.

Das wäre so quasi das Grundrezept. Je nach Saison bzw. was gerade da ist oder einfach weg muss, kommen noch Paprika, Peperoni, Radieschen, Schnittlauch, etc. dazu.

Für die Soße ggf. Sud von Essiggurken, eingelegten Paprika, Peperoni, o.ä. (mit-)verwenden. Ansonsten wird eine Soße aus Essig, etwas Öl, Gewürzen (Salz, Pfeffer, Paprika) und einer Prise Zucker gemixt, mit etwas Wasser aufgießen.

Davon also eine große Schüssel voll zubereitet, die sollte uns beiden wirklich reichen! Die erste Portion gab es gestern – soo legga! Ich bin nicht die große Fleisch- bzw. Wurst-Esserin, aber ganz ohne mag ich nicht sein. Und der Wurstsalat ist halt wirklich immer genial gut!

Heute Nachmittag ruft mich mein Liebster von Zuhause aus an: Möglicherweise müssten wir für morgen umdisponieren und vielleicht doch grillen ins Auge fassen. Denn von dem Wurstsalat ist nicht mehr viel da. Und dass das etwas knapp werden könnte für morgen.

Maßlos übertrieben, denke ich, der Riesenbottich voll, was das war. Aber mei, ein bisschen grillen ist ja auch nicht das Schlechteste. Als ich später Zuhause war, habe ich mich soo auf den Wurstsalat gefreut. Selbst wenn nicht mehr viel da war – ich hatte auch nicht soo großen Hunger mehr. Sollte also reichen. Dachte ich.

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Darauf war ich allerdings nicht gefasst! Am Boden hatten sich zwar noch dreivier Bröckelchen Käse versteckt, aber von der Wurst war kein einziges winziges Stückchen mehr da!

Jetzt weiß ich, was mein Liebster meint, wenn er nicht mehr viel da sagt. :) Von den Resten – Wurstsalat ohne Wurst – bin ich dennoch satt geworden. Immerhin gabs noch ne Breze dazu. Und ich glaube, „nicht mehr viel da“ hat das Zeug, zu einem geflügelten Wort zu werden. :)

Ich wünsch euch allen ein schönes Wochenende. Mit Wurstsalat, Gegrilltem, Eis oder was auch immer zum Genießen dazu gehört!

Ruck-Zuck-Brotaufstrich – (k)ein Rezept

Du brauchst einen Brotaufstrich und hast nichts im Kühlschrank außer eingemachtem Gemüse (Senfgurken, Mixed Pickles, Zucchini süß-sauer, …)? Prima, dann hast du alles, was du brauchst.

Naja, fast. Aber Sonnenblumenkerne (oder Cashews oder Mandeln) gehen schließlich niemals aus, oder? :)

Zubereitung:

Den Sud des eingemachten Gemüses in ein Glas abgießen. Das Gemüse in den Mixer geben, etwa dieselbe Menge Sonnenblumenkerne zufügen. Ordentlich zermixern. Pürierstab tuts natürlich auch. Falls die Masse zu pampig wird, ein bisschen von dem Sud dazu.

Und das war eigentlich schon alles. Je nach Geschmack noch etwas Süßungsmittel und/oder Gewürze zufügen. Als Aufstrich waren mir die Zucchini süß-saußer doch ein bisschen zu sauer, daher habe ich ein bisschen Erythrit und Curry zugefügt. Letzterer rundet den Geschmack immer gut ab, finde ich.

In ein Schraubglas o.ä. abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Der Aufstrich ist zum Einsatz bereit – ein bisschen durchziehen lassen schadet allerdings nie.

Wenn du – wie ich – Sonnenblumenkerne verwendest, kannst du tatsächlich auf vorheriges Einweichen verzichten. Bei Cashews oder Mandeln ist Einweichen sinnvoll – auch dazu kannst du ruhig den Sud verwenden (das Gemüse dann solange nochmal zurück in den Kühlschrank stellen).

Ein Foto gibts leider nicht – der Aufstrich ist schneller weg, als man fotografieren kann. Allerdings ist das „Rezept“ so simpel, dass du sofort selber loslegen und dir dein eigenes Bild machen kannst. :)

Übrigens: Je nach Ausgangsprodukt ist der Aufstrich nicht nur vegetarisch sondern sogar vegan. Und sowas von legga! Nachmachen und genießen. :)

Mal wieder ein paar Links

Diese Staubsauger-Story von kaufdiät ist zwar schon ein bisschen älter, aber ich finde sie nach wie vor erzählens- und vor allem auch nachahmenswert. Auch ein „altes“ Haushaltsgerät kann durchaus sinnvoll repariert werden. Wobei ich sechs Jahre für einen Staubsauger nicht „alt“ nennen möchte.

Bei mir selber bahnt sich eine Neuanschaffung an; mein Handmixgerät schafft keinen Hefeteig mehr und lässt in seiner Leistung merklich nach. Da sag ich aber: Nach 25 Jahren darfs auch mal ein neues Gerät sein.

Maria von widerstandistzweckmäßig hat immer wieder super Artikel zum Thema Müll vermeiden, Re- bzw. Upcycling. In diesem Beitrag werden u.a. Edelstahlschwämme erwähnt. Also nicht diese Stahlwolle-Klumpen, sondern Spiral“nester“, die wohl ein adäquater Ersatz für die Kunststoff-Schwämme sein sollen. Edelstahl ist zwar recyclebar, verbraucht aber bei der Herstellung bereits enorm viel Energie. Trotzdem ist es wohl dem Kunststoff vorzuziehen – es kommt allerdings noch drauf an, wie lang diese Nester ihren Dienst tun.

Warum ich das schreibe, ist etwas, das bisher noch nichts zustande gebracht hat: Kein Material, kein Reiniger – weder Chemie noch Bio – hat es bislang geschafft, meine Teetassen von dem hässlichen braunen Belag zu befreien. Die Spiralnester bekommen das hin, sogar noch ohne großartigen Kraftaufwand! Das hat mich megaverblüfft und schon alleine wegen dieser Leistung wird die Anschaffung der Nester nicht vergebens gewesen sein. Wer schwarzen Tee trinkt, sollte diese Dinger ausprobieren!

Auf Scinexx wird darüber berichtet,wie man aus Joghurtresten Kraftstoff gewinnen kann. Bleibt die Frage, wie rentabel das sein wird – allerdings macht Kleinvieh bekanntlich ja auch Mist :)

Zum Schluss noch gerade rechtzeitig der Hinweis auf die Anti-Zucker-Challenge von healthyhabits – wer mitmachen will, einfach einsteigen!  Oder notfalls noch die Faschingskrapfen-Zeit abwarten und von Mitte Februar bis Mitte März dabei sein. Das zählt auch :)

gehäkelte Becherchenschühchen

Ein Wort mit gleich vier mal „ch“ gibt es nicht oft – und was sind Becherchenschühchen überhaupt?

Gemeint sind Fressnäpfe, ganz konkret die aus Metall, die beim Kauf einen sehr praktischen Gummirand haben. Der erfüllt den Zweck, dass das Becherchen nicht durch die halbe Wohnung geschoben wird und sorgt dafür, dass auch nix klappert. Leider hält der Gummirand nicht wirklich lange und hungrige Katzentiere haben sehr schnell den Dreh raus, wie man am nervtötensten mit dem Becherchen klappert…

Einen Überzug zu häkeln hat sich als die Lösung entpuppt, die schnell und einfach herzustellen ist. Prima Verwertung von Wollresten ist es auch noch, nehmt einfach, was an Wolle da ist und die dazu passende Häkelnadel. Bei dicker Wolle müsst ihr einzwei Runden weniger, bei dünner etwas mehr häkeln.

Anleitung:

Vier Luftmaschen zu einem Ring schließen (oder einen MagicRing machen), acht feste Maschen (fM) reinhäkeln. Jede Runde mit einer Kettmasche schließen und einer Luftmasche beginnen.

zweite Runde: In jede fM zwei halbe Stäbchen (hSt) arbeiten.

dritte Runde: *2hSt, hSt* – also zwei hSt in eine Masche häkeln, in die nächste Masche ein hSt. Und dies wiederholen, bis die Runde voll ist. Pro Runde werden acht Maschen zugenommen.

vierte Runde: *2hSt, hSt, hSt*
füfte Runde: *2hSt, hSt, hSt, hSt*
sechste Runde: *2hSt, hSt, hSt, hSt, hSt*

In dem Schema weitermachen, bis der erarbeitete Kreis den Durchmesser des Becherchens erreicht hat. In der nun folgenden letzten Runde in jede Masche ein (ganzes) Stäbchen häkeln. Runde schließen, Fäden vernähen.

Aus dem selben Garn oder einer Kontrastfarbe eine Kordel drehen bzw. eine feste Luftmaschenkette häkeln. Diese Kordel/Kette sollte knapp den doppelten Umfang des Becherchens messen. Durch die Stäbchen der letzten Reihe fädeln.

Becherchen auf das Schühchen stellen, mit der Kordel festziehen und Schleife binden. Fertig.

2017_10becherschuehchen

Bei uns stehen die Becherchen auf einem (Stoff-)Deckchen und sind dank der Schühchen nun wieder rutschfest und vor allem auch ruhig gestellt. Natürlich gibt es die Schühchen in mehrfacher Ausführung, so dass sie regelmäßig ausgetauscht und gewaschen werden können.

Die Schühchen haben sich sehr bewährt. Wer von klappernden Metallbecherchen genervt ist, muss nicht auf die Plastikvariante zurückgreifen, sondern kann einfach nach der Anleitung einen Rutsch- und Lärmschutz häkeln.

Viel Spaß dabei!

Gesegnete Feiertage euch allen

Ich wünsche euch allen da draußen fröhliche und gesegnete Feiertag – welches Fest auch immer ihr feiert. Letztlich geht es doch in allen Religionen, Traditionen und Glaubensgemeinschaften in der dunklen Jahreszeit darum, einander zu wärmen und zu halten. Miteinander zu teilen und zu trösten. Füreinander zu sorgen und einfach da zu sein.

Und wenn man das an den übrigen Tagen, die so ein Jahr hat, auch ab und zu schafft, wär das nicht das schlechteste…

Eine gute Zeit euch allen und ein glückliches, gesundes Jahr 2018.

Rezeptverwaltungs-Software

Seit vielen Jahren bereits nutze ich Daniel Lüdeckes Zettelkasten. Darin speichere ich alle Ideen aus allen Gewerkel-Bereichen ab: Bastel- und Dekoideen, Häkelmuster, Anleitungen für Pullis oder Tücher. Färberezepte, irgendwelche kreative Ideen, die ich irgendwo mal gesehen habe, die ich irgendwie vielleicht mal umsetzen will – alles wird in diesem Programm gesammelt. Bilder können eingefügt werden, selbstverständlich gibts die Möglichkeit, Quellen anzugeben und die umfangreiche Schlagwortverwaltung sorgt dafür, dass wirklich alles auch wiedergefunden wird. Die kostenlose Software kann noch viel mehr, als ich tatsächlich nutze – einen Blick darauf zu werfen, ist sicher lohnenswert.

Nun bilde ich mir aber unbedingt ein, dass das Layout eines Rezeptes links die Zutaten auflisten soll, rechts daneben ein Bild und darunter die Anleitung zur Zubereitung. Das mit dem „rechts daneben“ kann der Zettelkasten leider nicht. Außerdem hätte ich alles gerne in schönem html (Exportfunktion) und zum Ausdrucken.

Ich hab mich also auf die Suche gemacht und war zunächst schier erschlagen von der Fülle an Rezeptverwaltungsprogrammen, die es gibt! In die engere Auswahl kamen letztlich aber nur zwei – beide Freeware, beide auch als portable Version verfügbar.

Das kleine Rezeptbuch gibt es aktuell in der Version 3.0. Kategorien können nach eigenen Bedürfnissen angelegt, aber es kann nur eine je Rezept vergeben werden. Die Maske gibt Eingabefelder für Zutaten, Zubereitung, Quelle und Bild an, sowie div. Nährwert- und Portionsangaben und natürlich die Kategorie.

Sehr gut sind die umfangreichen Suchmöglichkeiten sowie die Option, mehrere Kochbücher anzulegen.

Es gibt diverse Exportfunktionen: Neben txt, rtf und pdf natürlich die Formate rezkonv und mcb. Außerdem odt, jpg und html. Die Formatierungen können etwas angepasst werden, mehrere Vorlagen sind vorhanden. So gefällt mir der Export als pdf hier recht gut – leider ist das generierte html dafür vorsintflutlich grottenschlecht. Sorry, kann nicht anders bezeichnet werden. Die Darstellung in Einzelseiten zum Durchblättern sieht optisch durchaus ansprechend aus. Doch der Quellcode dahinter – geht gar nicht. :(

So komme ich zu Floses Kochbuch, aktuell in der Version 2.6.8.0. Auch hier gibt es eine Eingabemöglichkeit nach Zutaten, Zubereitung, Quelle und Bild. Außerdem weitere Angaben für Zubereitungszeit, Portionsgrößen, Nährwerte, usw.

Kategorien können auch hier frei nach Belieben angelegt werden, mit einem zusätzlichen Erklärungsfeld sowie der Möglichkeit, jedem Rezept mehrere Kategorien zuzuordnen. Dafür lassen sich nicht mehrere Kochbücher anlegen.

Die Suchfunktion ist auf den ersten Blick eher unscheinbar, entpuppt sich aber als leistungsstarkes Hilfsmittel.

Die Exportmöglichkeiten sind hier nicht ganz so zahlreich, aber ausreichend: reze, rtf, zip, html, tex – und natürlich gibt es eine Druckfunktion, mittels der auch die Ausgabe als pdf ermöglicht ist.

Der Nachteil beim html-Format ist hier, dass alles in einer Datei exportiert wird – dafür aber incl. Inhaltsverzeichnis, wenn gewollt. Und es handelt sich um vorbildliches, wunderschönes html mit eigener css-Datei, die bei der Formatierung keinerlei Wünsche offen lässt. Der html-Quellcode ist mit divs und classes so gestaltet, dass mit wenigen Handgriffen praktisch jedes Layout möglich ist. Die css-Datei muss man sich dann nur noch in Reichweite sichern und kann bei jedem neuerlichen Export (z.B. getrennt nach Kategorien) im Anschluss rüberkopiert werden – fertig ist das Wunsch-Rezeptbuch!

Somit ist mein Favorit ganz klar das Kochbuch von Flose – wobei das kleine Rezeptbuch nur einen Tick andere Schwerpunkte setzt.

Wer gerade auf der Suche nach so etwas ist, sollte sich also ruhig alle drei genannten Programme etwas näher anschauen. Und auch wenn es sich dabei um Freeware handelt – bzw. genau deswegen merkt man bei solcher Software oft, dass da Herzblut drinsteckt. Daher mein Apell: Wenn ihr euer Wunschprogramm gefunden habt und zufrieden damit seit, dürft ihr gerne einen Beitrag spenden und so die Programmierer motivieren, weiter zu machen.

Und wenn ihr schon dabei seit – wir alle nutzen sie fast täglich, also darfs auch hier ein kleiner Beitrag sein: Danke, Wikipedia und alle, die dahinter stehen!

Kastanien-Waschmittel: update

Letztes Jahr habe ich von meinem Kastanien-Waschmittel-Test berichtet – heute kann ich dazu ein bisschen was ergänzen:

Ich war in diesem Jahr schlauer und habe die Kastanien sofort geschält und grob zerkleinert. Bzw. erst geviertelt, diese Stückchen von der Schale befreit und je nach Größe diese nochmals halbiert.

Die Kastanienbröckelchen wollte ich nun fein zermahlen. Dazu hab ich mir ein Herz gefasst und eine gute Hand voll in meinen Standmixer gefüllt. Was soll ich sagen? Das hat funktioniert, der Standmixer hat anstandslos getan, was er sollte, und die gesamte Prozedur ohne mucken durchgehalten. Allerdings hab ich portionsweise gearbeitet, immer wieder etwas pausiert und in einem zweiten Durchgang erst feinvermahlen. Ich hätte nicht gedacht, dass der Standmixer diese Leistung bringt – umso mehr hats mich gefreut, dass es funktioniert hat :)

Das Kastanienmehl habe ich auf einem Geschirrtuch ausgebreitet und gut – mehrere Tage – durchtrocknen lassen.

An der Anmischung hat sich im Prinzip nichts geändert: Am Vorabend einen gut gehäuften Esslöffel Kastanienmehl ins Beutelchen füllen, das stell ich in einen Kaffeebecher und gieße mit heißem Wasser auf. Durchrühren bzw. stochere ich mit einem Löffel im Beutel, damit es keine Klümpchen gibt. Über Nacht durchziehen lassen.

Am nächsten Tag den Kastanien-Sud ins Waschmittelfach geben (das Beutelchen auch gut ausdrücken) und die 60-Grad-Wäsche damit waschen. Den Inhalt des Beutelchens zum Trocknen ausbreiten. Das Kastanienmehl kann nämlich ein zweites Mal verwendet werden, allerdings nehme ich dann etwas mehr – also ca. zwei Esslöffel voll.

Was ich inzwischen auch ausprobiert habe: Die Verwendung von kochendem Wasser zum Aufgießen muss nicht sein. Das Ergebnis ist dadurch nicht besser als bei der Verwendung von heißem Wasser aus dem Hahn. Außerdem klumpt das Mehl weniger und lässt sich hinterher auch besser trocknen. Daher einfach nur heißes Wasser aufgießen.

Ich bin mit dem Waschergebnis super zufrieden und dank meiner lieben Kollegin habe ich einen Vorrat, der vermutlich das ganze Jahr reichen wird!

P.S.: WordPress teilt mir gerade mit, dass das mein 100. Beitrag ist :)

Brot backen mit Hefewasser

Vor einiger Zeit bin ich über den Begriff „Hefewasser“ gestolpert. Zufällig hat meine Lieblings-Youtuberin Sally ebenfalls ein Video dazu hochgeladen, gefolgt von Videos zum Brotbacken mit Hefewasser. Da wars dann um mich geschehen: Ich musste das ausprobieren!

Brot selber backen – klingt aufwändig. Wenn man rein die Zeitspanne betrachtet, ist es das auch. Der Vorgang bzw. die jeweiligen Schritte sind allerdings wirklich kinderleicht und dauern immer nur wenige Minuten. Tatsächlich benötigt man nur ein bisschen Geduld, wenn man superleckeres Brot haben will!

Der Erstansatz des Hefewassers braucht ca. acht Tage, bis es einsatzbereit ist. Dazu einfach zwei Datteln (oder ein gut gehäufter EL Rosinen) mit 50 g Zucker (oder Honig) und einen Liter lauwarmen Wasser in eine Glasflasche mit Schraubverschluss füllen, gut durchschütteln, bis sich alles aufgelöst hat und dann stehen lassen (nicht im Kühlschrank!). Morgens und abends kurz schütteln und die Luft rauslassen: Nach dreivier Tagen fängt der Inhalt nämlich an zu gären, wodurch sich Druck aufbaut, der regelmäßig entweichen muss.

Nach ca. acht Tagen die Flüssigkeit durchsieben, benötigte Menge abmessen; der Rest kann in einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn das Hefewasser kaltgestellt ist, kann nichts passieren. Für den nächsten Einsatz einfach wieder ins Warme stellen, Wasser und Zucker nachfüllen und wieder einige Tage Geduld haben – diesmal gehts auch ein bisschen schneller.

Ich habe als erstes das Roggen-Dinkel-Vollkornbrot ausprobiert, allerdings mit fertig gekauftem Vollkornmehl, nicht frisch gemahlen. Lest euch das Rezept genau durch – auch hier müsst ihr zweidrei Tage einplanen, bis das Brot endlich fertig ist. Und guggt euch auch das Video dazu an – da seht ihr am besten, welche Konsistenz die beiden Teige haben sollen. Das hatte mich nämlich etwas verunsichert, dass die so flüssig/weich waren. Aber: muss so :)

Das einzige, was bei mir nicht so geklappt hat, war das Brot aus der (Kasten-)Form rauszubringen. Beim nächsten Mal werde ich sie nach dem Einfetten noch mit Bröseln/gemahlenen Kernen o.ä. einstauben. Und vielleicht eine Springform nehmen – da bekomme ich das Brot sicher wieder raus.

Probiert es unbedingt aus – es ist schon ein kleines Wunder, dem Hefewasser beim Werden zuzusehen und wie das Brot im Ofen aufgegangen ist: Wahnsinn! Ich hab selber noch einige Ideen im Hinterkopf, was ich alles experimentieren will.

Die Ausrede, dass das alles so zeitintensiv ist,  kann ich auch nicht wirklich gelten lassen. Der konkrete Arbeitsaufwand beträgt jeweils maximal zehn Minuten, der Rest ist immer nur abwarten – und genau diese Zeit, die dem Teig zum Werden gewährt wird, ist es, die das fertige Brot so locker und lecker werden lässt!

Und wenn ihr zum Brotback-Fan geworden seit, macht ihr beim nächsten Mal einfach die doppelte Menge, dafür kleinere Brote backen (bzw. die fertigen halbieren) und einfrieren. So habt ihr immer wieder frisches Brot parat und spätestens, wenn die letzte Reserve zum Auftauen bereit liegt, wirds Zeit, das Hefewasser zu „reanimieren“.

Oder habt ihr schon mit Hefewasser gebacken? Experimentiert? Erzählt doch mal, ich bin neugierig!