Fitzelpatch

Ich bin derzeit wieder voll angefixt auf Fitzelpatch! Eine wunderbare Resteverwertung für kleine Stofffitzelchen, die immer anfallen. Ganz minikleine Stücke kommen ins Kissen, die etwas größeren können für Patchwork-Muster verwendet werden. Und die, die selbst dafür zu klein sind, werden eben zu Fitzelpatch.

Dazu werden die kleinen Teilchen überlappend im Zickzick-Zackzack-Stich (oder einem ähnlich haltbaren Stich) zusammengenäht:

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Natürlich können größere Stücke auch „normal“ zusammengenäht werden (unten rechts bei dem gelben Teil zu sehen). Dazu lege ich die beiden Teile rechts auf rechts aneinander, schaffe mir mit dem Rollschneider eine gerade Kante, an der entlang ich die Stücke mit dem Zickzick-Zackzack-Stich zusammennähe. Versäuberung ist damit gleich miterledigt. Anschließend die Naht auf eine Seite bügeln und von der schönen Seite einmal mit dem Geradstich drübernähen. Damit wird verhindert, dass sich später zu viel „verschöbbelt“.

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Hier ist die Rückseite, da ist ebenfalls erkennbar, dass die Überstände ziemlich knapp abgeschnitten werden. Schließlich lässt sich bei dieser Technik nie sagen, wo die nächsten Ecken und Kanten aufeinandertreffen.

Wichtig ist: Bügeln, bügeln, bügeln! Ich sag es nicht gern, aber nirgends ist bügeln so wichtig wie beim Patchwork – das gilt umso mehr bei dieser kleinstteiligen Arbeit. Also spätestens nach zwei-drei Stücken, die aneinandergenäht wurden, wird drübergebügelt. Auf die Art können sich eventuelle Ungenauigkeiten gar nicht weiter ausbreiten und werden beim nächsten Stück einfach mit „plattgenäht“.

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Abschnitte, die sich aus zurückgeschnittenen Überständen ergeben, werden ebenfalls verwendet. Es empfiehlt sich, an mehreren Stücken gleichzeitig zu arbeiten und diese, wenn sie etwas gewachsen sind, anschließend zusammenzunähen. So ergibt sich ein stimmigeres Bild.

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Hier lässt sich gut sehen, dass neben sehr kleinen Teilen auch mal ein größeres Stück gut mit rein passt. Unten links im Bild ist der Rest eines ausgedienten Geschirrtuchs zu sehen, oben links der Abschnitt einer Tischdecke, die zu einer Schürze verarbeitet wurde. Überhaupt mag ich die Erinnerungen, die beim Patchwork allgemein mit eingearbeitet werden. :)

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Und was macht man dann daraus? Zum Beispiel einen Überwurf für die Eckbank – hier im Bild das Eckstück zu sehen. Ich hab es einfach nur passend zurechtgeschnitten und mit dem Zickzick-Zackzack-Stich die Borte direkt draufgenäht.

Ebenfalls gut vorstellbar ist die Verwendung als Tischset oder Tischdecke; ich hab es auch schon für einen Rucksack verwendet. Dazu hab ich den Fitzelpatch als Oberstoff genommen, eine Vlieseinlage dazwischen und einen festen Unterstoff, alles zusammengesteppt und dann verarbeitet. Auf die Art wurde das Gefitzel genauso strapazierfähig wie jeder andere feste Stoff, wenn auch die Verarbeitung durch die Dicke etwas… strapaziös war :)

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Auf dem Bild ist der Rucksack noch im Neuzustand und seit mittlerweile knapp sechs Jahren im Gebrauch!

Übrigens: Fitzelpatch ist nicht nur eine gute Resteverwertung für Stoffteilchen sondern auch für Nähgarn. Grellgrünes Garn, das du nie für irgendwas brauchen kannst? Hier taugt es bestens, weil hier ist eh alles bunt in bunt! Nur noch wenig Faden auf der Spule? Auf ne Unterfadenspule umspulen und für Fitzelpatch verwenden. Der Unterfaden lässt sich in der Regel schnell und einfach wechseln und bei dieser Technik stört es überhaupt nicht, wenn mitten in der Naht „angestückelt“ wird.

Probiert es aus, es macht Spaß, ist ein bisschen wie puzzeln. Aber Vorsicht: Hoher Suchtfaktor! Andererseits: Momentan hat mensch ja Zeit für sowas…

Haltet durch und bleibt gesund!

 

Auch das geht vorüber!

Zunächst hatte ich „keine Panik“ als Titel geschrieben – aber genau das will ich ja vermeiden: Panik noch weiter zu verbreiten. Sondern ganz im Gegenteil Ängste zerstreuen, Vertrauen stärken. 

Anlass für dieses Posting ist – naja, eigentlich schon, dass sich hin und wieder mal die Panik einschleicht. Und ich bemerke, dass es vielen so geht. Andererseits habe ich gerade heute immer und immer wieder festgestellt, dass die Menschen die aktuelle Situation doch relativ entspannt sehen: Es ist halt mal jetzt so, wie es ist. Wir werden es durchstehen, auch wenn einiges zu organisieren und zu koordinieren ist, aber wir werden es schaffen. Das war die Botschaft, die ich heute überall gehört und wahrgenommen habe. Warum? Weil wir es immer geschafft haben. Ganz einfach.

Hierzu hab ich vorhin auch einen wundervollen Beitrag von honigperlen.at gelesen, den ich euch/uns allen ganz dringend ans Herz legen will! Bitte gerne auch weiterverbreiten, denn gerade das Vertrauen halte ich aktuell für das Wichtigste.

Natürlich ist es sinnvoll, vielleicht mal eine Konservendose oder TK-Pizza mehr im Haus zu haben als sonst. Aber es müssen keine zwanzig sein und auch keine acht Pakete Klopapier. Geeignete Maßnahmen treffen: ja! Aber auch: Maßhalten dabei!

Diffuse Ängste lassen sich gut durch Information/Aufklärung bekämpfen. Und das bitte nicht via irgendwelcher SocialMedia-Kanäle, sondern z.B. durch das Bundesinstitut für Risikobewertung oder die ständig aktualisierte Corona-Info des Robert-Koch-Instituts.

Für alle, die in der glücklichen Lage sind, Heimarbeit zu machen (aka Homeoffice), stellt sich damit nun auch gleich die Herausforderung, zwar einerseits arbeiten zu können, andererseits aber auch die Kinder bespaßen zu dürfen. Dennoch ist es eine Win-Win-Situation, da die Arbeit weitergeht und die Kinder beaufsichtigt sind, trotz Schulausfall. Um die Situation ein bisschen zu strukturieren, mag der Beitrag von nähfrosch.de helfen.

Es gibt diese eine kleine Weisheit, die recht banal klingt, aber eben doch sehr wahr ist:

Auch das geht vorüber!

Ganz egal, wie schlimm sich die Situation aktuell darstellt: Wir werden es überstehen. Einfach einen Gang runterschalten, tief durchatmen und auf das besinnen, was jetzt in diesem Augenblick wirklich wichtig ist. Punkt.

Wir müssen die Dinge momentan so hinnehmen, wie sie sind und versuchen, das Beste daraus zu machen. Spielt mit euren Kindern Karten oder Brettspiele. Wenn ihr es nicht mehr in die Bücherei geschafft habt: Nutzt die Möglichkeiten, e-Books auszuleihen.

Allerdings vor dem Dauergebrauch von Streamingdiensten ist eher abzuraten – schon jetzt stelle ich fest, dass die Internetverbindung zeitweise sehr lahm wird. Also lieber im analogen Leben bleiben und sich endlich mal den Dingen widmen, die so lange liegen geblieben sind. Schlimmstenfalls sogar Fenster putzen :)

(Ich bin ja auf die Geburtenrate Anfang nächsten Jahres gespannt….)

Und für alle, die gerne noch ein bisschen Unterstützung von oben erbitten mögen – denen sei die Heilige Corona empfohlen, die Beschützerin gegen Seuchen und Unwetter und Schatzfinderin. (artedea.net, Heiligenlexikon.de).

Wir alle werden diese Krise gemeinsam überstehen. Daran glaube ich ganz fest, weil wenn es darauf ankommt, halten wir nämlich doch alle zusammen! (Corona-Kodex)

In diesem Sinne: Auf die Gesundheit!

Meditatives Rumhäkeln

Wer von euch kennt das mit dem ewigen Gedankendrehen? Oder auch einfach nur ein Problem, das sich gerade nicht lösen lässt, einer aber dennoch ständig im Kopf rumschwirrt – Abschaltknopf: Fehlanzeige!

Meditation soll ja helfen, aber dazu brauchts Geduld und Ruhe. Beides nicht so einfach, wenn ständig die Gedanken kreisen. Genau da beißt sich die Katze selber in den Schwanz.

Mein Trick: Rumhäkeln. Einfach Wolle und Häkelnadel nehmen und loslegen. Luftmaschenkette. Und dann guggen, was draus wird. Es muss nicht schön sein, es muss keinerlei Zweck dienen – außer dem, dass ich beschäftigt bin und ich meine Gedanken fokussieren muss.

Deshalb auch Häkeln und nicht Stricken. Letztes geht bei mir blind, also nebenbei. Beim Häkeln muss ich aber hinguggen. Tunesisches Häkeln ist in der Hinsicht sogar noch gemeiner und somit noch hilfreicher :)

Klar, kann man die Zeit auch mit Computerzocken oder am Wischiwaschi vertrödeln. Da gibts aber keinen meditativen Aspekt – das genau ist aber der Clou an der Sache: Etwas zu finden, worauf man sich fokussieren kann, beschäftigt ist, das Gedankenkarussell zumindest eine Weile abstellen kann. Und am Ende gibt es sogar etwas zum Anfassen: Gugg, das hab ich geschafft, das hab ich gemacht. Völlig egal, was es ist, ob es irgendwas ist oder „nur“ ein Musterläppchen. Es ist ein „be-greifbares“ Erfolgserlebnis.

Inzwischen hab ichs mir sogar angewöhnt, Nadel und Wolle einzupacken, wenn ich zum Arzt muss. Die Zeit im Wartezimmer lässt sich damit wunderbar verkürzen. Sofern ich nicht gerade wegen einer Erkältung dort sitze und ich kaum aus den Augen sehen kann…

Meditatives Rumhäkeln ist demnach ein wunderbarer Zeitvertreib:

  • Fokussiert die Gedanken
  • einfach mal was Zweckfreies tun kann eine sehr befreiende Wirkung haben
  • bringt einen meditationsähnlichen Zustand
  • zeigt, dass man doch etwas zustande bringt, etwas kann

Wenns also wieder mal nicht klappt, sich auf einen Roman oder auch nur die ödeste TV-Schnulze zu konzentrieren: Einfach mal rumhäkeln!

Was habt ihr so für Tricks auf Lager?

Das Ding: Eiskratzer für die Küche

Für gewöhnlich wird ein Eiskratzer dazu verwendet, um Autoscheiben von Eis zu befreien. Ich verwende meinen jedoch in der Küche zum Reinigen der Arbeitsflächen.

Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: So versifft ist unsere Küche nicht, dass ich immer zu solch drastischen Maßnahmen greifen muss. Allerdings nutze ich die Arbeitsfläche im Wortsinn. Beispiel Schnitzel panieren: Die Eiermischung gibts natürlich im tiefen Teller, Mehl und Semmelbrösel streu ich jedoch direkt auf die Arbeitsfläche. Wozu dafür extra Teller verwenden, wenn die Ablage trotzdem eingesaut wird? Mag sein, dass das an mir liegt und ihr da draußen das wunderbar kleckerfrei hinbekommt. Ich nicht. Also warum nicht wenigstens das Geschirr sparen? (Gegessen wird natürlich schon vom Teller *gg*)

Gerade hier leistet der Eiskratzer beste Dienste! Mit der gezackten Seite kann ich sogar den hartnäckig festgeklebten Resten zu Leibe rücken und mit der glatten Seite alles schön in die Schüssel für den Küchenabfall schieben. Die Arbeitsfläche selber bekommt dabei nicht den kleinsten Kratzer ab!

Genauso handhabe ich das auch beim Plätzchenbacken. Ich hab da einiges rumprobiert; am besten funktioniert es für mich, wenn ich die Plätzchen direkt auf die Arbeitsfläche presse und von dort mit einem Pfannenwender aus Metall (oder einer Palette) vorsichtig aufs Backblech hebe. Da bleibt halt mal ein bisschen Teig kleben und wieder tut der Eiskratzer seine Arbeit.

Ein kleines einfaches Ding, das vielleicht bislang ungenutzt in irgendeiner Gruschelschublade rumliegt. Ändert das: Ab in die Spülmaschine damit und schon ist euer neues Superreinigungsgerät einsatzbereit!

Übrigens: wenn es eine ganze Teigplatte zum Ausrollen gibt, bleibt bei mir die Arbeitsfläche (weitgehend) sauber. Weil die wird bei mir direkt auf Backpapier bzw. Dauerbackfolie ausgerollt und anschließend komplett aufs Backblech gezogen. Funktioniert hervorragend und ich spar mir das Gefluche, weil der Mürbteig beim Zusammenklappen und Rüberheben doch wieder gerissen ist :)

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch so ein „Ding“ zweckentfremdet, dessen Dienste ihr nicht mehr missen möchtet? Falls euch da was einfällt, erzählts mir – ich bin gespannt!

Kamm repariert

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Fällt euch irgendwas an dem Kamm auf? Außer, dass er aus Holz und natürlich total schön ist, klar :) Bis vor kurzem sah er noch so aus:

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Das vorderste Stück war mir schon länger mal abgebrochen. Ich habs geklebt, zwischenzeitlich ist es mir zweimal wieder kaputt gegangen und ich habs wieder geklebt. Nun ist der Zahn direkt daneben ebenfalls abgeknackst und mein Liebster hatte die geniale Reparatur-Idee: Abschneiden!

Mit einer kleinen Handsäge (die mit dem schmalen Sägeblättchen, das in einem Bügel eingespannt ist), ging das sehr fix. Die Kante mit Schmirgelpapier geglättet, ein paar raue Stellen habe ich kurzerhand mit der Nagelfeile geglättet – und schon ist der neue alte Kamm wieder voll einsatzbereit!

Zugegeben, diese Art der Reparatur lässt sich nicht endlos wiederholen. Aber erst einmal ist alles wieder top in Ordnung!

Kindergarten-Regierung

Es war einmal ein kleines Bundesland, das hat gewählt und dann konnte man sich erst nicht für einen Chef entscheiden und beim dritten Anlauf hats geklappt. Bei der Wahl wurden auch einige Menschen von der „Bösen Partei“ gewählt. Die werden von den anderen Parteien gemobbt, weil die etwas fragwürdige Ansichten und Einstellungen haben. Es gab immer wieder Bemühungen, die „Böse Partei“ zu verbieten, aber dafür ist sie nicht böse genug. Deshalb darf sie bleiben.

Nun wurde der Chef ganz ganz knapp gewählt, unter anderem hat er wohl auch die Stimmen der Menschen von der „Bösen Partei“ bekommen. Und deshalb soll der neugewählte Chef jetzt zurücktreten. Was er inzwischen sogar gemacht hat. Weil er halt auch von den „Bösen“ gewählt worden ist. Das mit der Demokratie haben die Menschen von den anderen Parteien offenbar nicht verstanden.

Dafür spricht auch, dass einer von den anderen Parteien sich öffentlich hinstellt und einen von der „Bösen Partei“ ganz schlimm beschimpft. Das ist ganz schön gemein und beleidigend und wenn ich dem seine Mama wär, tät ich mich erstens in Grund und Boden schämen und zweitens meinem missratenen Sohn gehörig den Hintern versohlen.

Überhaupt ist das ein ziemlicher Kindergarten in den Regierungen in unserem schönen Land. Angefangen hat es, als die „Böse Partei“ es sogar in den Bundestag geschafft hat. Wie der Alterspräsident ermittelt werden sollte – das ist eben immer der älteste – war das nun gerade einer von der „Bösen Partei“. Das haben aber die Menschen von den anderen Parteien nicht gewollt. Weil die wollen ja nicht mit denen spielen. Weil die sind ja blöd. Und deshalb haben sie das gemacht, was kleine verzogene Kinder halt so machen: Sie haben mal schnell die Regeln geändert: Nicht der Älteste, sondern der DienstÄlteste soll jetzt der Alterspräsident sein. Damit war das Problem supi gelöst.

Meine Generation hat im Kindergarten gelernt, dass man die Regeln nicht einfach so ändern kann, wenn einem was nicht passt. Regeln sind dafür gemacht, dass sie eingehalten werden. Schade, dass die Menschen, die uns regieren, das nicht gelernt haben.

Ich habe auch schon einige Male mitbekommen, dass einer von der „Bösen Partei“ einen Vorschlag gemacht hat zu irgendeinem Thema. Da haben alle von den anderen Parteien gesagt: Nee, das wollen wir nicht, weil du bist ja einer von den Bösen. Von dir nehmen wir keine Vorschläge an.
Etwas später hat einer von den anderen Parteien genau den selben Vorschlag gemacht und da haben die alle gesagt: Oh was für eine tolle Idee, genau so machen wir es.

Das ist ganz schön gemein von denen, dass die die Leute von der „Bösen Partei“ nicht mitspielen lassen. Immerhin sind die genauso wie die anderen auch gewählt worden. Das mögen die anderen doof finden, aber so funktioniert die Demokratie. Das Volk hat gewählt. Und je arschiger die anderen sich gegenüber den „Bösen“ verhalten, umso mehr kann ich verstehen, dass die alten Parteien keiner wählen mag. Und sie nach Alternativen suchen.

Nicht das ein falscher Eindruck entsteht: Natürlich informiere ich mich vor den Wahlen und die „Böse Partei“ – sorry, geht gar nicht! (Wobei die anderen großen Parteien es mir auch nicht gerade leicht machen, sie wählen zu wollen…) Dass das so viele Menschen anders sehen und die gewählt haben, halte ich für äußerst bedenklich. Wie die alteingesessenen PolitikerInnen und Parteien darauf aber jetzt reagieren – Nee, Leute, echt jetzt? So ein Kindergartentheater führt ihr auf? Und ihr wollt unser Land regieren? Das ist das, was ich wirklich für bedenklich erachte.

Überall trifft man mal auf Menschen, die man nicht so gut ab kann, mit denen eine aber dennoch klar kommen muss. Dann isses wichtig, eine Möglichkeit zu finden, wie trotz aller Differenzen der Weg zusammen bewerkstelligt werden kann. Is doch eigentlich nicht so schwer, oder?

Oder wie mein Dad immer gesagt hat: Dennd schee schbölln! – Spielt schön miteinander! Bzw. in diesem Fall: Regiert unser Land, macht das, weswegen ihr gewählt wurdet.

 

Das Ding: Rollschneider

In meiner losen Serie „das Ding“ stelle ich Sachen vor, die ich für sehr nützlich und praktisch erachte, die mir das Leben erleichtern. Ich bekomme dafür weder Geld noch sonstige Zuwendungen sondern erzähle einfach nur, was ich gut finde. 

Da ich mir irgendwann mal eine wirklich sehr gute Schneiderschere geleistet hatte, die nach wie vor ausgezeichnete Dienste tut, war es für mich klar, dass ich keinen Rollschneider brauche. Überhaupt mein Tipp an der Stelle: Niemals beim Werkzeug sparen! Lieber ein bisschen mehr Geld in „was Gscheits“ investieren, als Billigschrott kaufen, der nach einem halben Jahr auf dem Müll landet! Vorher informieren, sich selber Gedanken machen, was wichtig ist, welche Prioritäten man selber hat. Und dann das Richtige kaufen.

Jedenfalls hab ich über die Jahre immer wieder mal gedacht, hier und da wär ein Rollschneider schon praktischer als eine Schere. Vor einiger Zeit hat sichs ergeben, dass ich mir nun doch einen zugelegt habe. Samt Schneidematte dazu. Die Unterlage muss unbedingt sein; zum Einen, um den Tisch/die Arbeitsfläche/den Fußboden nicht zu zerstören :) Zum Anderen hält die Klinge dadurch länger. Achso: Ersatzklingen am Besten auch gleich mitbestellen, dann sind welche zur Hand, wenn sie gebraucht werden.

Ebenfalls wichtig: Die Schneidematte nicht zu klein nehmen. Für den Anfang wäre 90x60cm eine gute Größe, meint Anna von Einfach nähen und da hat sie recht. Keinesfalls kleiner, es soll ja ein Schnittteil gut drauf Platz haben. In dem verlinkten Video zeigt Anna, wie das mit dem Zuschneiden mit dem Rollschneider geht, ist an sich eh selbsterklärend, für mich war dieses Video jedenfalls der letzte Schubbs, der mich zur Anschaffung bewogen hat. (Wobei ich nicht genau diese Produkte/Marke gekauft habe, die sie dort verwendet – mir gehts hier um das Ding, nicht um die Marke)

Einen Warnhinweis muss ich noch anbringen: Die Schneidematte hat anfangs ziemlich fiese Ausdünstungen, die so drei-vier Wochen andauern! Also keinesfalls im Schlafzimmer aufbewahren. Nach dieser Zeit ist aber alles gut und riecht nix mehr. Ich hab mich dazu ein bisschen umgehört, das Problem scheint herstellerunabhängig zu sein. Wenn möglich, diese Investition also eher im Sommer tätigen, dann könnt ihr gut durchlüften!

Tatsache ist: Ich will meinen Rollschneider nicht mehr missen! Ein großes (Patch-)Lineal hatte ich bereits (so eins zu haben empfiehlt sich natürlich sehr in dem Zusammenhang!) und konnte also loslegen. Es muss nix mehr extra angezeichnet werden; die Schneidematte hilft zusätzlich durch den Bemaßungsaufdruck. Man hat eine gerade Kante, an der entlang genäht werden kann, kein späteres Zurückschneiden der Nahtzugabe – es spart so viel Zeit und gibt somit viel mehr Raum für die Freude und den Spaß am Nähen.

Also falls ihr euch überlegt, ob sich so eine Anschaffung lohnt: Ja, tut sie! Natürlich nutze ich auch die Schere noch, aber für große und/oder gerade Schnittteile ist ein Rollschneider unübertrefflich. Ich will meinen nicht mehr missen!

 

Ohrwürmer 2019

Ich wünsche all meinen LeserInnen ein gesegnetes, fröhliches, gesundes Jahr 2020! Genießt die kleinen Momente und besonderen Augenblicke. Egal was kommt, irgendwie macht doch immer alles einen Sinn…

Aber vorher geh ich nochmal kurz mit euch zurück nach 2019: Was waren eure Lieblingslieder im letzten Jahr? Gibts sowas wie eine Best-of-Playlist bei euch? Meine wäre folgende – in willkürlicher Reihenfolge!

Bad guy / Billie Eilish – Der steht auf der Liste, weil es in der Stadt, in der ich arbeite, eine fürchterliche Raupenplage gab, die einen ganzen Laubwald  komplett ratzekahl gefressen hat. Einige Male bin ich da entlang gelaufen und habe das Knistern und Knabbern gehört – echt gruselig! Und zu der Zeit lief eben Billie Eilish rauf und runter im Radio und irgendwie hört sich der Refrain doch wirklich wie tanzenden Raupen an, die sich in Formation auf den Weg zum nächsten Fressplatz machen. Bei uns heißt das jedenfalls nur noch „das Raupenlied“ :)

Old town road /Lil Nas X – Cooler Rhythmus, bisschen Westerneinschlag. Und geht einfach nicht mehr ausm Ohr.

Bohemian Rhapsody / Queen – Hauptsächlich wegen des Films steht das mit auf der Liste, der war ja mehr als beeindruckend! Eigentlich gehören alle Queen-Songs mit drauf…

Must have been love / Roxette – Traurigerweise ist die Sängerin Marie Fredriksson im Dezember 2019 verstorben. Das Duo hat viele Topsongs rausgebracht, die 1980er und 90er wären ohne Roxette nicht denkbar. Und eben eins der schönsten Liebeslieder gäbe es ohne sie auch nicht (wer sieht jetzt nicht Julia Roberts im Taxi sitzen? ;) )

Nothing else matters / Metallica – Wenn einfach alles nervt und stresst und lärmt: Kopfhörer aufsetzen, voll aufdrehen, auf den Boden legen und versinken. Das ist (m)eine Art der Meditation!

Still got the blues / Gary Moore – Der hilft, wenn selbst Metallica nicht mehr hilft…

Bittersweet Symphony / Gamper & Dadoni – Remakes sind ja meistens eher mau, aber der hier ist wirklich klasse!

Vincent / Sarah Connor – Der ging mir ins Ohr und nicht wieder raus :)

Alle Jahre Lieder / Carolin Kebekus & Sebastian Winkler – Mein Lieblingsradiosender bringt jedes Jahr einen Weihnachtssong selber raus; die bisherigen waren mir alle zu schnulzig, zu schwer, nicht mein Ding. Aber der von 2019, den fand ich wirklich gut!

Last Christmas / Wham – Apropos Weihnachten: Kein Weihnachten ohne Last Christmas. Das ist einfach so und dazu steh ich. Und ich geh mal davon aus, das wird sich auch nicht geändert haben, wenn ich mal 97 bin… ;)

Für dieses Jahr nehm ich mir vor, meine persönliche Playlist wirklich aktuell zu führen. Zum Einen, weil Musik viel mit einem macht, tief berührt. Und zum Anderen, weil es auch nochmal ein schöner Jahresrückblick ist!

Verlinkt hab ich die Titel übrigens absichtlich nicht, da ich nicht weiß, wie das mit den Rechten so ist, aber c&p geht ja auch ganz schnell :)

Das Ding: Beitrag planen

Heute stelle ich mal ein einfaches Tool vor, das WordPress mitbringt: Die Möglichkeit, einen Beitrag zu planen. Ich hab hier die kostenlose Version von wp und da geht das, somit sollte es bei den Bezahlvarianten erst recht recht funktionieren.

Früher hab ich mir oft Stress gemacht: Huch ich hab lang nix mehr gepostet, jetzt muss aber dringend, was schreib ich nur, was schreib ich nur? – So in der Art. Oder ich hatte eine super Idee für einen Beitrag, den aber nicht gleich gepostet und dann war die Idee wieder weg.

Seit Anfang des Jahres etwa nutze ich die Tools, die die Software sowieso mitbringt, was zwei sehr angenehme Effekte hat:

  1. Ich schreibe wesentlich entspannter
  2. Ich veröffentliche regelmäßig und mehr Beiträge als früher

Entspannter heißt: Ich verfasse einen Beitrag dann, wenn ich die Idee habe, wenn mir danach ist. Neben der Beitragsplanung gibt es auch die Möglichkeit, einen Entwurf zu speichern. Ich schreib also die Idee drauflos, damit habe ich sie schon mal festgehalten und sie kann mir nicht mehr entwischen. Manchmal fehlt noch ein Bild, das vorher erst bearbeitet werden will. Kein Problem, wird halt eingefügt, nachdem ich Zeit und Ruhe genug für die Bearbeitung hatte.

Ob als Entwurf schon vorab gespeichert oder munter direkt drauflos geschrieben: Wenn ich auf „Veröffentlichen“ klicke, klicke ich ein weiteres Mal auf (irritierender Weise) „sofort veröffentlichen“, worauf hin sich der Kalender öffnet. Bereits verplante Termine sind gekennzeichnet. Ich klicke mein Wunschdatum an und gebe ggf. auch eine Wunschzeit unterhalb des Kalenders an. Dann noch ein Klick auf „Planen“ und der Beitrag wird zum festgelegten Termin automatisch veröffentlicht, ohne dass ich mir weiter Gedanken darum machen muss. Selbstverständlich kann ich bis dahin (genauso wie nach der Veröffentlichung auch) den Beitrag noch verändern, bearbeiten, Datum ändern – was auch immer.

Da ich wirklich nur aus reinem Privatvergnügen blogge, hat mir diese Vorgehensweise nur Vorteile verschafft. Ich schreibe, wenn mir danach ist, wenn ich wirklich Lust darauf habe  und noch immer kommt es vor, dass ich mich selber mit einen neuen Beitrag überrasche, weil ich die Veröffentlichung nicht auf dem Schirm hatte.

Vielleicht könnt ihr euch mit diesem netten Gimmick ebenfalls das Bloggerdasein ein bisschen vereinfachen! So gibts auch in diesem Monat pünktlich zum 24. einen neuen Beitrag – auch wenn ich den nicht an diesem Tag geschrieben habe :)

Ich nutze übrigens nach wie vor den alten Editor. Was an dem neuen „besser“ sein soll, ist mir ein Rätsel. Für mich ist der völlig unbrauchbar. Hoffentlich wird der alte noch lange angeboten!

Wie ist das bei euch? Alter oder neuer wp-Editor?

Jetzt bleibt mir nur noch, euch allen gesegnete Feiertage und ein gesundes, glückliches Jahr 2020 zu wünschen!

Gewerkelungen 2019

Was bei meiner Neustrukturierung ein bisschen untergegangen ist, sind meine Gewerkelungen. Hier hab ich zwar das eine oder andere Projekt vorgestellt, aber so ein Rundumschlag, den gabs bislang noch nicht. Das will ich hiermit nachholen.

Ich beginne mit den „Baddschgerli“ – Häkelsöckchen, die in der feinen Baumwollausführung sehr gute Dienste leisten bei Riemchensandalen. Da hatte ich mir nämlich beidseitig heftige Blasen gelaufen, weil die Riemen auf der Haut gescheuert hatten. Die Baddschgerli haben Abhilfe geschafft. Und in der Variante aus dicker Wolle gehen sie sehr gut als Haussocken durch. Eine Anleitung (pdf, 2,1 MB) dafür hab ich vor Jahren schon mal geschrieben.

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Ich bleib beim Häkeln, und zwar hab ich nochmal „Becherschühchen“ für die Katzenbecherchen gemacht, damit die nicht davonrutschen. Daneben ein Kleidchen für das Glas mit dem Waschpulver, ein Zwickersäckle, schöne Untersetzer und ganz außen ein Häkelmandala. Da hab ich eine Zeit dafür gebraucht, bis das fertig war, aber das Ergebnis war alle Mühe wert!

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Was natürlich dieses Jahr auch nicht fehlen durfte, war meine Einkoch-Saison. Wie immer gab es Erdbeermarmelade ausm Garten, außerdem Heidelbeere (von meinem Liebsten selbstgezupft), Stachelbeer-Apfel-Honigmelone und – noch ganz frisch – Hagebutte-Kürbis. In der mittleren Reihe Kirsche, Brombeer und Himbeere (die beiden letzteren ausm Garten). Unten das obligatorische Zucchini-Relish, außerdem die eingelegte Variante zusammen mit Paprika und Zwiebeln (seeehr legga!). Als letztes Schoggipudding, über den ich bereits berichtet habe.

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Ich bleib in der Küche: Da gabs einen Rosenkuchen, in dem neben Nüssen auch alle möglichen Lebkuchenreste verschwanden. Daneben Kekse, die back ich regelmäßig. Es folgt ein Kürbis-Schoggi-Kuchen zu meinem Geburtstag und ganz außen der Plätzchenteller meines diesjährigen Baggwahns.

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Abdeckhäubchen hab ich ohne Ende genäht heuer, die gehen ja immer mal fix zwischendurch. Außerdem noch zwei Innenkleidchen für die große Keksdose:

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Ebenfalls inflationär hab ich Nähgewichte und Gemüsesäckchen angefertig. Dazwischen ein paar Bodentücher aus einem alten Handtuch und ein Kästchen hat ein Patchwork-Kleid bekommen. In der unteren Reihe ist die Laptop-Tasche zu sehen, eine Buch-Tasche, mein Pinguin, eine Hülle für einen USB-Stick und eine Kissenhülle.

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Einige kurze Höschen gabs noch, eine enger genähte Jeans, ein Sommerkleid und bei einer Strickjacke hab ich neue Ärmel drangestrickt. Die originalen waren zu eng und zu lang (hatte ich gekauft-geschenkt bekommen). Jetzt passt alles und sie ist so schön flauschig-warm.  Daneben ein gepimptes Shirt. Da hats mich genervt, dass der Ärmelausschnitt so weit war, dass ich kurzerhand ein bisschen Spitze reingenäht habe. Es folgt noch eine Schlafanzughose und eine Schürze aus einer Tischdecke. – In dieser Reihe war alles komplett upgecycelt bzw. repariert.

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Und natürlich hab ich wieder jede Menge Socken gestrickt, hier eine kleine Auswahl:

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Ebenfalls gestrickt ist die Decke links und der Schal rechts – auffallend ähnliches Design :) In der Mitte meine Auswahl an Kerzen, die ich aus den gesammelten Resten gegossen habe. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, das Herstellungsdatum einzuritzen (Monat und Jahr), weil sie tatsächlich besser brennen, wenn sie mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr ruhen durften.

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Somit ist heuer doch einiges zusammengekommen. Dabei war hier aber längst noch nicht alles dabei. Ich bin schon drauf gespannt, was mir das neue Jahr alles an Ideen und Projekte bringen wird!