Hafer-Schoggi-Aufstrich

Ein megalegga Aufstrich aus einfachen Zutaten, die praktisch immer im Haus sind, ganz simpel zubereitet:

  • 2 EL Haferflocken (fein)
  • 1 Pr Salz
  • 120 ml heißes Wasser
  • 160 g Lieblingsschokolade
  • 2 EL Sojamehl

Die Haferflocken und die Prise Salz mit dem heißen Wasser aufgießen, ein bis zwei Stunden quellen lassen, dabei immer mal umrühren.

Das Gemisch für 40 Sekunden in der Mikrowelle nochmals erhitzen, derweil die Schokolade sehr klein hacken. Nehmt eure Lieblingsschokolade; es macht gar nichts, wenn die eine Creme- oder Toffeefüllung hat oder Nussstücke drin sind (nur flüssige Füllung ist weniger geeignet).

Die zerkleinerte Schoggi in den warmen Haferbrei geben, gut umrühren – dabei schmilzt alles schön zu einer homogenen Masse. Zuletzt das Sojamehl unterrühren, das sorgt für zusätzliche Bindung (und Protein). Alternativ kann hier auch Kokos-, Lupinen- oder Hafermehl genommen werden.

In ein sterilisiertes Schraubglas füllen, abkühlen lassen und – das ist der schwierige Teil! –  über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Dadurch erhält es genau die richtige streichzarte Konsistenz und der Geschmack kann sich so richtig entfalten.

schoggi-hafer-aufstrich

Die Haferflocken machen den Aufstrich etwas kernig. Da bei meiner Lieblingsschoggi auch Nüsse dabei sind, passt das sehr gut. Wers lieber glatt mag: Alles zusammen im Mixer vermixern.

Das Rezept lässt sich mit Vanille oder Zimt weiter verfeinern. Wer weiße Schoggi mag: Da passen auch Orangenaroma oder Kokosraspel gut dazu. Und falls noch Osterhasenreste weg müssen: Nur rein damit!

Im Kühlschrank hält der Aufstrich ca. eine Woche. Vermutlich noch länger, aber nach spätestens einer Woche ist nichts mehr übrig.

Überwurf: Schachtel-Upcycling

Aus einer einfachen Schachtel lässt sich ganz leicht ein Hingugger zaubern:

ueberwurf

So ein Überwurf ist schnell genäht; entstanden ist die Idee beim Nähen der Doseninnenkleidchen. Das ist nicht viel anders, nur dass die Höhe doppelt gemessen und nach außen etwas verbreitert wird, damit sich die Hülle gut umschlagen lässt. In der Schema-Zeichnung sieht das so aus:

schema-ueberwurf2

Wichtig ist bei dieser Darstellung, dass „Umschlag außen“ genauso hoch ist wie die „Höhe“ und nach außen beidseitig breiter wird. Dazu auf jeder Kantenseite einzwei Zentimeter draufschlagen, je nach Größe der Schachtel.

Der Stoff kann aus einem Stück zugeschnitten werden; Nahtzugaben für die Seitennähte (grüne Linien) und dem äußeren Saum (gelbe Linien) müssen noch draufgeschlagen werden.

Die vier Seiten jeweils zusammennähen und versäubern, den Umschlag versäumen und schon ist der Überwurf fertig. Natürlich können auch Einzelteile genäht werden, wenn z.B. der Boden andersfarbig als die Wände werden soll. Dann natürlich weitere Nahtzugaben einberechnen.

Im Bild ganz oben hab ich den Überwurf aus Fitzelpatch genäht; dazu gibt es bereits einen Beitrag. Viel Spaß beim Nachnähen!

 

Bluefish-Schnipsel

Seit ich Linux habe, verwende ich den Bluefish-Editor für HTML und CSS und PHP – und alles andere kann er natürlich auch. Das Schöne daran ist (außer der deutschsprachigen Oberfläche), dass er sehr selbsterklärend ist, also kaum Einarbeitungszeit benötigt. Die Tastaturkürzel, die ich mir in Notepad++ angeeignet hatte, musste ich natürlich neu lernen, aber das wäre bei jedem anderen Programm auch der Fall gewesen.

Einmal kurz über die Einstellungen geguggt (ich mag die Seitenleisten z.B. lieber rechts als links) und schon kann losgelegt werden. Die Highlights wollte ich in diesem Beitrag kurz vorstellen, aber schon das erste ist ziemlich ausführlich, so dass wohl noch einzwei weitere Artikel zu Bluefish folgen werden :)

Es gibt bei jedem Projekt – oder generell – diverse immer wiederkehrende Zeichenfolgen, für die man sich wünscht, dass die schnell und einfach eingefügt werden könnten. Bluefish kann das mithilfe von Schnipseln.

Schnipsel erstellen

Es gibt im Menu u.a. ein umfassendes Dialogfeld zum Bildereinfügen – gerade das finde ich für meine Zwecke etwas überkandidelt und hätte es gern übersichtlicher: Ein p-Tag mit class-Angabe, dazu ein alt- und title-Attribut. Und der Dateiname natürlich noch. Also mach ich mir ein eigenes Schnipsel. Diese werden in der Seitenleiste oder auf Wunsch in einer extra Werkzeugleiste angezeigt. In der Seitenleiste per Rechtsklick können neue Schnipsel erstellt werden.

Ein neuer Schnipsel wird als Zeichenkette erstellt. Hier einen Namen angeben, ggf. nähere Erklärungen dazu. Das nächste Fenster erscheint bei mir immer etwas schmal, zur besseren Übersicht etwas breiter ziehen:

schnippsel-anlegen

Im Feld „Start-Text“ werden alle Zeichenfolgen vor der Cursorposition gesetzt, im Feld „End-Text“ alle Zeichenfolgen nach der Cursorposition. Außerdem können bis zu zehn unterschiedliche Abfrage-Variablen eingefügt werden.

Die Variablen setzen sich jeweils aus dem Prozent-Zeichen und einer Ziffer (0-9) zusammen und müssen in der Spalte daneben noch betitelt werden. %0 heißt in meinem Fall „Dateiname“ und %1 „Alt-/Title-Text“. Würde man bei „ist ein Dateipfad“ den Haken setzen, geht an dieser Stelle beim Aufrufen der Dateimanager auf – sehr praktisch also!

Will man den Schnipsel einfügen, taucht folgendes Dialogfeld auf:

schnippsel-dialog

Die Attribute Alt-/Title können mE immer gleichnamig belegt werden; das macht die Schnipseltechnik hier so praktisch, da eine Variable für beides verwendet werden kann. Ist keine Variable hinterlegt, wird der Schnipsel direkt im Dokument eingefügt.

Wenn man auf den Schnipsel im Menu mit der rechten Maustaste klickt, erscheint u.a. die Möglichkeit, eine Tastenkombination zu hinterlegen. Das geht denkbar einfach, indem nach Aufruf der Option die gewünschte Tastenkombi gedrückt wird. Ich habe festgestellt, dass die meisten Buchstaben in Verbindung mit Strg+Shift noch frei sind und mir daher angewöhnt, für meine Schnipsel generell diese zu verwenden. Hier also Strg+Shift+P (wie Picture/pix).

Extratipp von mir an dieser Stelle: Auf Schnipsel bearbeiten gehen (reMaus) und im Namen die Tastenkombination mit angeben, dann prägt sichs leichter ein:

schnippsel-menu

Wie im Bild zu sehen ist, hab ich die vorhandenen Schnipsel etwas aufgeräumt; dazu eine neue Gruppe erstellen, das entspricht quasi einem Unterordner, dort hinein können bestehende und/oder neue Schnipsel verschoben werden. Damit bleibts im Hauptmenu übersichtlicher und die wichtigsten Schnipsel sind griffbereit.

Wenn im Lauf der Zeit noch mehr Schnipsel dazu kommen: Eine neue Gruppe lässt sich auch auf der ersten Ebene erstellen (erscheint also in der Werkzeugleiste direkt neben HTML und PHP). Weniger genutzte Vorlagen einfach in einen „weitere“-Ordner verschieben und die eigenen Schnipsel in neue Haupt-Gruppen sortieren.

Suchen & Ersetzen

Bei mir kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Elemente/Zeichen großflächig ersetzt werden sollen. Auch dafür können Schnipsel erstellt werden. Hier nur das Such- und das Ersetzungsmuster angeben. Variablen können ebenfalls eingesetzt werden. Im Schnipselmenu unter „Replace“ sind einige Muster bereits vorgegeben, da lässt sich gut spicken und für die eigenen Anforderungen kopieren.

Ich hoffe, ich konnte die „Schnipsel-Technik“ verständlich erklären; es ist kein großes Kunststück: Einfach mal ausprobieren und sich freuen, wenns klappt :)

Übrigens: Wer selber schon mit Bluefish arbeitet und den einen oder andere Tipp/Trick parat hat – immer her damit!

Dosenkleid nähen

Was ist jetzt schon wieder ein Dosenkleid? Genauer gesagt: Ein Doseninnenkleid! Das kommt in eine Keksdose und dorthinein dann erst die Kekse. Warum? Zum Einen muss die Dose nach Gebrauch nur kurz abgewischt werden (gut trocknen lassen!). Zum Anderen gibts vielleicht die eine oder andere Dose, die schon ein paar Roststellen hat, da ist das einfach angenehmer, hygienischer, wenn die Kekse nicht direkt damit in Kontakt kommen. Klar, man kann auch einfach eine Serviette o.ä. reinlegen – man kann es aber auch passend machen:

dosenkleid01

Hier ist eins für eine kleinere Dose, da lassen sich gut Stoffreste verwenden. Wichtig ist, dass Baumwollstoffe genommen werden, da die auf 60 Grad gewaschen werden können.

Für den Zuschnitt mache ich mir eine Schablone aus Karton in der Größe des Bodens incl. 1-1,5 cm Nahtzugabe. Den Durchmesser notier ich drauf, ebenso, für welche Dose er passt. Alle weiteren Angaben schreib ich ebenfalls drauf, dann hab ich alles zusammen.

Die Höhe messe ich, indem ich ein Lineal von außen an die Dose ranstelle. Somit ist die untere Nahtzugabe gleich einberechnet. Oben messe ich bis knapp unter die Kante + 1,5 cm für die obere Nahtzugabe. Das wird auf der Schablone notiert.

Der Umfang bemisst sich aus dem Dosendurchmesser mal Pi (3,14) – Nahtzugabe kommt dann noch dazu (2 x 1-1,5 cm). Wird auch notiert!

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Hier also der fertige Kreis und der angezeichnete Umfang. Das zugeschnittene Rechteck wird an einer langen Seite auf 1,5 cm umgebügelt und mit Zickzick-Zackzack-Stich umgenäht. Das ist die obere Kante. Wer mag, kann auch einen „schönen“ Saum machen (dann ggf. Nahtzugabe entsprechend erhöhen), mir taugts so. Bitte immer dran denken, dass die schöne Seite hier die fertige Innenseite wird!

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Anschließend noch zum Ring schließen und die Enden versäubern (oder direkt mit Zickzack zusammen- und mit einem Geradestich drübernähen).

Jetzt wird es etwas fummelig – bei größeren Dosen weniger als bei kleinen. Der Boden wird am Rand festgesteckt – je sauberer das gemacht wird, desto leichter wirds beim Rumnähen. Auch hier nehm ich wieder den Zickzick-Zackzack-Stich.

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Anschließend steppe ich mit einem Geradestich nochmal drüber, so dass die Nahtzugabe schön flach liegt. Hier hatte ich zu großzügig abgesteppt und die NZG auf der Unterseite nicht richtig mitgefasst. Deshalb die Doppelnaht. (Normal reicht einmal drübernähen) Auf dem Bild ist die schöne Innenseite nach außen gestülpt, damit man es besser sieht:

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Und das war es dann auch schon. Für eine eckige Dose gilt die Anleitung entsprechend mit dem Unterschied, dass die Umfangberechnung etwas leichter ist :) Bei einer viereckigen Dose kann man auch ein Stoffteil nehmen, bei dem lediglich die Ecken abgesteppt werden und der obere Rand versäubert wird.

Wenn das Kleidchen trotz Maschinenwäsche mal etwas unansehnlich wird, was bei fetthaltigen Kekse gerne mal passiert: In heißem Spüli-Wasser etwas einweichen, ggf. noch ein bisschen mit der Hand auswaschen und anschließend wie gewohnt zur Wäsche geben. Dann sollte es wieder sauber sein.

Zeitgesteuerte Waschmaschine

Ok, wahrscheinlich denkt sich jetzt die eine oder andere: Was soll jetzt das? Aber ernsthaft – eine programmierbare Waschmaschine ist einen Beitrag in meiner Reihe „Das Ding – nützliche Sachen, die das Leben leichter machen“ sowas von wert!

Meine alte Waschmaschine hatte nach ca. 25 Jahren ausgedient. Natürlich hab ich mich gut informiert und recherchiert, wie denn so der Stand der Technik inzwischen ist. Was eine Waschmaschine haben/können/machen soll, wie viel Strom und Wasser sie im Idealfall verbraucht, Schleuderleistung, Trommelgröße, Lautstärke (!) – all sowas eben.

Abschließend hatte ich die Eckdaten zusammen, meine bevorzugten Hersteller sowie eine Hand voll Geräte ausgesucht, die für unsere Anforderungen passen würden. Gekauft habe ich natürlich beim Händler vor Ort, der die neue geliefert, fachgerecht angeschlossen und die alte mitgenommen hat.

Größer als die alte waren sie alle, was aber auch bei einem Zwei-Personen-Haushalt kein Problem darstellt – es müssen nur genügend Socken und Unterwäsche vorhanden sein :)

Und natürlich gabs keine einzige mehr (die in mein „Beuteschema“ passte), die ohne Computerdisplay ausgekommen wäre. Daran sollte es aber nicht scheitern.

Wichtig war mir vor allem der geringe Verbrauch von Strom und Wasser. Und das geht nur über eine deutlich längere Waschdauer. Statt wie bisher eine Stunde musste ich nun gleich drei Stunden für eine Ladung Wäsche einplanen. Das wird durch die größere Trommel zumindest teilweise wieder wettgemacht, z.B. wenn beim Bettenbeziehen auf einen Schlag ein großer Wäscheberg anfällt.

Drei Ladungen an einem Tag waschen fällt definitiv flach. Aber am Abend, bevor ich  ins Bett gehe, eine Maschine füllen und so programmieren, dass sie fertig ist, wenn ich am nächsten Morgen aufstehe, das geht. Danach reicht die Zeit allemal noch für eine zweite Ladung – so komme ich sehr gut zurecht.

Ich kenns noch von meiner Mam, dass Strom und Wasser bei Nichtgebrauch der Maschine abgeschaltet werden sollen – den Wasserhahn drehe ich nach wie vor zu. Stecker ziehen ist dank (nachgeprüfter!) tatsächlicher AUS-Schaltung nicht nötig.

Das Programmieren funktioniert denkbar einfach: Maschine einschalten, beladen, Programm wählen (Waschpulver nicht vergessen) und dann die Zeitschaltung wählen, wann sie beginnen soll: also in fünf, sechs, sieben … Stunden (geht bei meiner in halbstündigen Schritten). Wenn sie drei Stunden benötigt und um acht Uhr fertig sein soll, muss sie um fünf Uhr starten. Von elf Uhr abends ab gerechnet, muss ich die Zeitschaltung also auf sechs Stunden stellen. Bis dahin läuft sie auf Standby und weckt sich quasi selber auf, wenn sie loslegen soll.

Das funktioniert natürlich auch, wenn ich am Samstagvormittag Dienst habe und die Wäsche fertig sein soll, wenn ich wieder nach Hause komme. Keine Zettel mehr für meinen Liebsten „12 Uhr bitte Waschmaschine einschalten!“ :)

Falls eure Waschmaschine diese Zeitprogrammierungsmöglichkeit auch hat: Nutzt sie! Gerade im Hinblick auf die Waschdauer – klar ist so ein normales Ein-Stunden-Programm angenehmer, weil es „mal schnell“ eingeschaltet werden kann. Braucht aber auch wesentlich mehr Strom und Wasser. Mit der Zeitstellung muss vorgeplant werden, das ist der Nachteil. Aber mal ehrlich: Wenn die Dreckwäsche am Samstagvormittag bereit ist zum Waschen, wird sie das in aller Regel am Freitagabend auch schon sein. Somit ist nur ein klein wenig Umgewöhnung nötig, die uns hilft, weniger Strom und Wasser zu verbrauchen. Ich finde, das lässt sich doch lernen, oder?

Probierts einfach aus und nutzt die Möglichkeiten, die uns die Geräte heutzutage bieten. Was immer hilft, Ressourcen zu schonen, sollten wir nutzen! Ich bin seit über einem Jahr nach wie vor begeistert von diesem „Hexenwerk“, das meine M*** mir bietet :)

Notizbüchlein

Es wird ja alles digitalisiert und immer mehr das papierlose Büro präferiert – aber seltsamerweise gibt es nach wie vor haufenweise Papiermüll. Auch wenn man sich, wie wir, auf der Robinsonliste gegen den Werbemüll eingetragen hat und ein gut sichtbarer Aufkleber „Bitte keine Werbung“ am Briefkasten klebt: Irgendwas kommt immer.

Am einfachsten ist es, das Papier (i.d.R. handelt es sich um einseitig bedruckte A4-Seiten) auf ein handliches Format zuzuschneiden, den Stapel an einer Seite zusammenkleben und z.B. als Einkaufszettel-Block verwenden. Oder sich nebens Bett legen, für die Gedankenblitze mitten in der Nacht. :)

Schöner ist es, sich ein Notizbüchlein zu basteln. Das geht ziemlich fix und sehr einfach. Überflüssig zu sagen, dass bei der Schmierpapierverwertung natürlich darauf geachtet werden sollte, dass keinerlei persönlichen Daten drauf sind. Also Adressfeld usw. schreddern und entsorgen, der Rest der Seite kann verwendet werden. Kontoauszüge oder ähnlich sensible Daten sollte man lieber auch schreddern…

Ich mags gern handlich klein, also schneide ich ein Din-A4-Blatt zweimal durch (einmal längs, einmal quer) und erhalte so vier Blätter im Postkartenformat. (Das fertige Büchlein hat dann halbes Postkartenformat.) Das Ganze so oft wiederholen, bis man die gewünschte Menge an Blättern hat.

Jedes Blatt zur Hälfte falten, drei davon in eine Lage zusammenstecken, alle Lagen aufeinanderstapeln und zwei Blätter für den Vorsatz zur Seite legen. Dort, wo die Falze aufeinander liegen, mit einem scharfen Messer vier Kerben einritzen. Damit wird das anschließende Zusammennähen der Lagen erleichtert:

Dafür reichen Zwirnsfaden und eine ganz normale Nähnadel. Die erste Lage hernehmen, von außen nach innen in die Mitte stechen, beim nächsten Loch wieder nach außen, drittes Loch nach innen, dann wieder nach außen. Zweite Lage drauflegen, von außen nach innen wieder nach unten nähen, dabei in der Mitte den Faden mit der vorigen Lage verkreuzen, das gibt ein bisschen mehr Zusammenhalt. Die Enden schön fest verknoten. Auf die Art alle Lagen miteinander vernähen.

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So sieht das dann in etwa aus. Kann man jetzt so lassen, mir wars jedoch beim letzten Büchlein ein bisschen zu instabil. Deshalb hab ich den Rücken mit einer Mischung aus Kleister und Weißleim bepinselt, dabei die beiden Blätter für vorne und hinten gleich mit angeklebt. Den gesamten Buchblock zwischen Zeitungspapier legen, mit Büchern o.ä. beschweren und am besten über Nacht trocknen lassen. Wenn möglich, zwischendurch die Zeitungslagen mal auswechseln, die saugen nämlich ganz schön Feuchtigkeit auf.

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Der Umschlag kommt als nächstes dran. Dazu Karton (z.B. von einer Verpackung) etwas größer zuschneiden, als der Buchblock misst und mit Papier (oder Stoff) nach Wunsch bekleben. Wenn man kleine Größen bevorzugt, ist das eine gute Möglichkeit, Reste von Geschenkpapier zu verwenden. Auch hier zwischen Zeitungen legen, über Nacht beschweren und wenn möglich, zwischendurch mal die Zeitungslagen auswechseln.

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Als nächstes werden die beiden Teile – Block und Umschlag – zusammengeklebt. Das geht denkbar einfach: Den Umschlag einmal grob rumfalten, damit er etwas vorgeformt ist. Die eine Seite des Vorsatzblattes mit Kleber einstreichen, Umschlag draufkleben. Umdrehen und die andere Seite ebenso festkleben. Ich leg dann immer nochmal Zeitung in die Vorsatzblätter, um Zusammenkleben dort zu vermeiden, wo es eben nicht kleben soll. Wieder Zeitung drauf und drunter, über Nacht beschweren, wenn möglich, die Zeitungsschichten zwischendurch auswechseln.

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Und so sieht es aus, wenn es fertig ist. Natürlich ist immer eine Seite bereits bedruckt, weil ja Schmierpapier verwendet wurde. Aber dann wird halt auf der nächsten Seite weitergeschrieben.

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Hier ist gut zu sehen, dass es alles andere als genau gearbeitet ist. War auch gar nicht die Absicht, etwas besonders schön zu machen, sondern einfach nur ein Schmierzettel-Büchlein zu gestalten, das besser hält als nur ein Stapel zusammengeleimter Zettel.

Ich hab mir noch einen Gummiring um die vordere Umschlagseite gespannt. Dort werden nun die beschriebenen bzw. erledigten/abgearbeiteten Seiten druntergespannt, so dass ich beim Aufschlagen sofort auf der aktuellen Seite bin und nicht lange rumblättern muss. Wenn das ganze Büchlein voll ist, kann es komplett entsorgt werden. Auf den Datenschutz will ich an dieser Stelle nochmal hinweisen. In meinem Fall kann ich die allerdings wirklich bedenkenlos wegwerfen, weil ich erstens keine intimen Geheimnisse da reinschreib und zweitens meine Sauklaue besser als jede Verschlüsselungstechnik ist. ;)

Natürlich kann man solche Büchlein auch aus „frischem“ Papier und sehr sorgfältig in schön arbeiten und hat somit ein ganz persönliches Geschenk für einen lieben Menschen. Meine Intension war hier in erster Linie, einen Schmierzettelblock zum Einstecken zu haben, der nicht nach zweimal aufschlagen auseinander fällt.

Behelfs-Mundschutz nähen: Tipps

Nachdem es nun auch bei uns zumindest die dringende Empfehlung gibt, welche zu tragen, auch von mir noch ein paar Tipps zum Nähen. Genaue Anleitungen finden sich zuhauf bei Youtube, z.B. die schöneren mit Mittelnaht (z.B. bei Jess oder Liz) oder die ganz einfachen mit Faltungen (z.B. bei Anna oder Kathi).

Zum Mittelnaht-Mundschutz:

  • Beim Innenstoff die Naht nicht ganz schließen, so kann ein Draht nach Bedarf eingefädelt und vorm Waschen entfernt werden.
  • Die Nahtzugabe der Mittelnaht einfach mit den Fingern auseinanderdrücken, anschließend radikal über die Naht drüberzackeln. Dabei die Rundung von oben unter die Maschine laufen lassen, geht am besten.
  • Für die Absteppung für das Draht-„Fach“ reicht eine Länge von 8-10 cm völlig aus (Im Bild am oberen Rand gut erkennbar)
  • In der Edel-Variante einen Tunnel für die Verschlussbänder nähen (Band liegt dabei schon im Tunnel)

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Zur Falt-Variante:

  • Zum Schließen des Rechtecks gute 1,5 cm Nahtzugabe nehmen; in der Mitte eine Öffnung von ca. 5 cm lassen.
  • So bügeln, dass die NZG an der oberen Kante liegt, knapp absteppen. So ergibt sich das Drahtfach ebenfalls mit Öffnung. (s. Bild)
  • Tshirtgarn in 2 cm breite Streifen schneiden, um die Seitenkanten mit den gesteckten Falten legen und festzackeln.
  • Alternativ Bändelenden oben und unten feststecken, komplett drüberzackeln, fertig. (s. schwarze Maske; Bilder zeigen jeweils die Innenseite)
  • Schlaufen am unteren Ende machen die Bändel größenverstellbar.

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Weitere Tipps:

  • Neben Schrägband oder Gummi eignen sich für die Bändel Tshirtgarn (2-3 cm Breite genügen), Kordeln, festgehäkelte Luftmaschenketten aus dickerer Wolle und alles, was lang genug und heiß waschbar ist.
  • Als Draht eignet sich alles, was sich biegen lässt: Bastel-, Alu-, Kupferdraht, Pfeifenputzer, Büroklammern, Verschlussklipse. Bitte nicht mit der Stoffschere kürzen!
  • Bei den Faltungen gibt es mehrere Variationen, unschwer zu erkennen, welche mein Favorit ist.
  • Für die Massenproduktion die Schritte nacheinander abarbeiten: Alle Teile zuschneiden, alle Mittelnähte nacheinander durchnähen, alle Falten legen & stecken, alle Seitennähte nacheinander durchnähen. Das ist effektiver als eine Maske nach der anderen komplett anzufertigen.
  • Insgesamt bin ich der Meinung, dass es hier nicht um Schönheit geht, sondern darum, dass der Stoff heiß gewaschen werden kann und das Ding seinen Dienst tut.

Trotz allem: Viel Spaß beim Nähen! Weitere Tipps und Ideen gerne in den Kommentaren.

Untersetzer

Einen echten Suchtfaktor hab ich bei MadewithBluemchen entdeckt – nämlich diese Untersetzer:

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Das ist eine wunderbare Möglichkeit zur Resteverwertung und je nachdem, wie groß man sie macht, können sie auch als Topf- und Schüsseluntersetzer verwendet werden – ok, da müssen die Reste natürlich größer sein :)

Ich hab mir ein Sechseck aus Karton als Schablone ausgeschnitten. Stoffe bügeln, aufeinander legen, Schablone drauf und mit dem Rollschneider alle vier Lagen auf einmal ausschneiden.

Drei Sechsecke hälftig falten, dabei die schöne Seite nach außen. Bügeln. Ich hab den Falz noch knappkantig abgesteppt. Das vierte Sechseck (=Rückseite) mit der schönen Seite nach oben hernehmen, die drei gefalteten Stücke so drauflegen, dass jeweils eine Hälfte drüber und drunter liegt. Feststecken und knappkantig rumnähen. Ecken kürzen, das Ganze wenden, sauber ausformen und bügeln. Hier hab ich ebenfalls nochmal rundum abgesteppt, schaut sauberer aus, find ich.

Fertig ist der Untersetzer – und das geht fast so schnell, wie ichs hier beschrieben habe :) Ist übrigens auch eine schöne Geschenkidee!

Fitzelpatch

Ich bin derzeit wieder voll angefixt auf Fitzelpatch! Eine wunderbare Resteverwertung für kleine Stofffitzelchen, die immer anfallen. Ganz minikleine Stücke kommen ins Kissen, die etwas größeren können für Patchwork-Muster verwendet werden. Und die, die selbst dafür zu klein sind, werden eben zu Fitzelpatch.

Dazu werden die kleinen Teilchen überlappend im Zickzick-Zackzack-Stich (oder einem ähnlich haltbaren Stich) zusammengenäht:

fitzelpatch4

Natürlich können größere Stücke auch „normal“ zusammengenäht werden (unten rechts bei dem gelben Teil zu sehen). Dazu lege ich die beiden Teile rechts auf rechts aneinander, schaffe mir mit dem Rollschneider eine gerade Kante, an der entlang ich die Stücke mit dem Zickzick-Zackzack-Stich zusammennähe. Versäuberung ist damit gleich miterledigt. Anschließend die Naht auf eine Seite bügeln und von der schönen Seite einmal mit dem Geradstich drübernähen. Damit wird verhindert, dass sich später zu viel „verschöbbelt“.

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Hier ist die Rückseite, da ist ebenfalls erkennbar, dass die Überstände ziemlich knapp abgeschnitten werden. Schließlich lässt sich bei dieser Technik nie sagen, wo die nächsten Ecken und Kanten aufeinandertreffen.

Wichtig ist: Bügeln, bügeln, bügeln! Ich sag es nicht gern, aber nirgends ist bügeln so wichtig wie beim Patchwork – das gilt umso mehr bei dieser kleinstteiligen Arbeit. Also spätestens nach zwei-drei Stücken, die aneinandergenäht wurden, wird drübergebügelt. Auf die Art können sich eventuelle Ungenauigkeiten gar nicht weiter ausbreiten und werden beim nächsten Stück einfach mit „plattgenäht“.

fitzelpatch1

Abschnitte, die sich aus zurückgeschnittenen Überständen ergeben, werden ebenfalls verwendet. Es empfiehlt sich, an mehreren Stücken gleichzeitig zu arbeiten und diese, wenn sie etwas gewachsen sind, anschließend zusammenzunähen. So ergibt sich ein stimmigeres Bild.

fitzelpatch2

Hier lässt sich gut sehen, dass neben sehr kleinen Teilen auch mal ein größeres Stück gut mit rein passt. Unten links im Bild ist der Rest eines ausgedienten Geschirrtuchs zu sehen, oben rechts der Abschnitt einer Tischdecke, die zu einer Schürze verarbeitet wurde. Überhaupt mag ich die Erinnerungen, die beim Patchwork allgemein mit eingearbeitet werden. :)

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Und was macht man dann daraus? Zum Beispiel einen Überwurf für die Eckbank – hier im Bild das Eckstück zu sehen. Ich hab es einfach nur passend zurechtgeschnitten und mit dem Zickzick-Zackzack-Stich die Borte direkt draufgenäht.

Ebenfalls gut vorstellbar ist die Verwendung als Tischset oder Tischdecke; ich hab es auch schon für einen Rucksack verwendet. Dazu hab ich den Fitzelpatch als Oberstoff genommen, eine Vlieseinlage dazwischen und einen festen Unterstoff, alles zusammengesteppt und dann verarbeitet. Auf die Art wurde das Gefitzel genauso strapazierfähig wie jeder andere feste Stoff, wenn auch die Verarbeitung durch die Dicke etwas… strapaziös war :)

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Auf dem Bild ist der Rucksack noch im Neuzustand und seit mittlerweile knapp sechs Jahren im Gebrauch!

Übrigens: Fitzelpatch ist nicht nur eine gute Resteverwertung für Stoffteilchen sondern auch für Nähgarn. Grellgrünes Garn, das du nie für irgendwas brauchen kannst? Hier taugt es bestens, weil hier ist eh alles bunt in bunt! Nur noch wenig Faden auf der Spule? Auf ne Unterfadenspule umspulen und für Fitzelpatch verwenden. Der Unterfaden lässt sich in der Regel schnell und einfach wechseln und bei dieser Technik stört es überhaupt nicht, wenn mitten in der Naht „angestückelt“ wird.

Probiert es aus, es macht Spaß, ist ein bisschen wie puzzeln. Aber Vorsicht: Hoher Suchtfaktor! Andererseits: Momentan hat mensch ja Zeit für sowas…

Haltet durch und bleibt gesund!

 

Auch das geht vorüber!

Zunächst hatte ich „keine Panik“ als Titel geschrieben – aber genau das will ich ja vermeiden: Panik noch weiter zu verbreiten. Sondern ganz im Gegenteil Ängste zerstreuen, Vertrauen stärken. 

Anlass für dieses Posting ist – naja, eigentlich schon, dass sich hin und wieder mal die Panik einschleicht. Und ich bemerke, dass es vielen so geht. Andererseits habe ich gerade heute immer und immer wieder festgestellt, dass die Menschen die aktuelle Situation doch relativ entspannt sehen: Es ist halt mal jetzt so, wie es ist. Wir werden es durchstehen, auch wenn einiges zu organisieren und zu koordinieren ist, aber wir werden es schaffen. Das war die Botschaft, die ich heute überall gehört und wahrgenommen habe. Warum? Weil wir es immer geschafft haben. Ganz einfach.

Hierzu hab ich vorhin auch einen wundervollen Beitrag von honigperlen.at gelesen, den ich euch/uns allen ganz dringend ans Herz legen will! Bitte gerne auch weiterverbreiten, denn gerade das Vertrauen halte ich aktuell für das Wichtigste.

Natürlich ist es sinnvoll, vielleicht mal eine Konservendose oder TK-Pizza mehr im Haus zu haben als sonst. Aber es müssen keine zwanzig sein und auch keine acht Pakete Klopapier. Geeignete Maßnahmen treffen: ja! Aber auch: Maßhalten dabei!

Diffuse Ängste lassen sich gut durch Information/Aufklärung bekämpfen. Und das bitte nicht via irgendwelcher SocialMedia-Kanäle, sondern z.B. durch das Bundesinstitut für Risikobewertung oder die ständig aktualisierte Corona-Info des Robert-Koch-Instituts.

Für alle, die in der glücklichen Lage sind, Heimarbeit zu machen (aka Homeoffice), stellt sich damit nun auch gleich die Herausforderung, zwar einerseits arbeiten zu können, andererseits aber auch die Kinder bespaßen zu dürfen. Dennoch ist es eine Win-Win-Situation, da die Arbeit weitergeht und die Kinder beaufsichtigt sind, trotz Schulausfall. Um die Situation ein bisschen zu strukturieren, mag der Beitrag von nähfrosch.de helfen.

Es gibt diese eine kleine Weisheit, die recht banal klingt, aber eben doch sehr wahr ist:

Auch das geht vorüber!

Ganz egal, wie schlimm sich die Situation aktuell darstellt: Wir werden es überstehen. Einfach einen Gang runterschalten, tief durchatmen und auf das besinnen, was jetzt in diesem Augenblick wirklich wichtig ist. Punkt.

Wir müssen die Dinge momentan so hinnehmen, wie sie sind und versuchen, das Beste daraus zu machen. Spielt mit euren Kindern Karten oder Brettspiele. Wenn ihr es nicht mehr in die Bücherei geschafft habt: Nutzt die Möglichkeiten, e-Books auszuleihen.

Allerdings vor dem Dauergebrauch von Streamingdiensten ist eher abzuraten – schon jetzt stelle ich fest, dass die Internetverbindung zeitweise sehr lahm wird. Also lieber im analogen Leben bleiben und sich endlich mal den Dingen widmen, die so lange liegen geblieben sind. Schlimmstenfalls sogar Fenster putzen :)

(Ich bin ja auf die Geburtenrate Anfang nächsten Jahres gespannt….)

Und für alle, die gerne noch ein bisschen Unterstützung von oben erbitten mögen – denen sei die Heilige Corona empfohlen, die Beschützerin gegen Seuchen und Unwetter und Schatzfinderin. (artedea.net, Heiligenlexikon.de).

Wir alle werden diese Krise gemeinsam überstehen. Daran glaube ich ganz fest, weil wenn es darauf ankommt, halten wir nämlich doch alle zusammen! (Corona-Kodex)

In diesem Sinne: Auf die Gesundheit!