Kastanien-Waschmittel: update

Letztes Jahr habe ich von meinem Kastanien-Waschmittel-Test berichtet – heute kann ich dazu ein bisschen was ergänzen:

Ich war in diesem Jahr schlauer und habe die Kastanien sofort geschält und grob zerkleinert. Bzw. erst geviertelt, diese Stückchen von der Schale befreit und je nach Größe diese nochmals halbiert.

Die Kastanienbröckelchen wollte ich nun fein zermahlen. Dazu hab ich mir ein Herz gefasst und eine gute Hand voll in meinen Standmixer gefüllt. Was soll ich sagen? Das hat funktioniert, der Standmixer hat anstandslos getan, was er sollte, und die gesamte Prozedur ohne mucken durchgehalten. Allerdings hab ich portionsweise gearbeitet, immer wieder etwas pausiert und in einem zweiten Durchgang erst feinvermahlen. Ich hätte nicht gedacht, dass der Standmixer diese Leistung bringt – umso mehr hats mich gefreut, dass es funktioniert hat 🙂

Das Kastanienmehl habe ich auf einem Geschirrtuch ausgebreitet und gut – mehrere Tage – durchtrocknen lassen.

An der Anmischung hat sich im Prinzip nichts geändert: Am Vorabend einen gut gehäuften Esslöffel Kastanienmehl ins Beutelchen füllen, das stell ich in einen Kaffeebecher und gieße mit heißem Wasser auf. Durchrühren bzw. stochere ich mit einem Löffel im Beutel, damit es keine Klümpchen gibt. Über Nacht durchziehen lassen.

Am nächsten Tag den Kastanien-Sud ins Waschmittelfach geben (das Beutelchen auch gut ausdrücken) und die 60-Grad-Wäsche damit waschen. Den Inhalt des Beutelchens zum Trocknen ausbreiten. Das Kastanienmehl kann nämlich ein zweites Mal verwendet werden, allerdings nehme ich dann etwas mehr – also ca. zwei Esslöffel voll.

Was ich inzwischen auch ausprobiert habe: Die Verwendung von kochendem Wasser zum Aufgießen muss nicht sein. Das Ergebnis ist dadurch nicht besser als bei der Verwendung von heißem Wasser aus dem Hahn. Außerdem klumpt das Mehl weniger und lässt sich hinterher auch besser trocknen. Daher einfach nur heißes Wasser aufgießen.

Ich bin mit dem Waschergebnis super zufrieden und dank meiner lieben Kollegin habe ich einen Vorrat, der vermutlich das ganze Jahr reichen wird!

P.S.: WordPress teilt mir gerade mit, dass das mein 100. Beitrag ist 🙂

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Brot backen mit Hefewasser

Vor einiger Zeit bin ich über den Begriff „Hefewasser“ gestolpert. Zufällig hat meine Lieblings-Youtuberin Sally ebenfalls ein Video dazu hochgeladen, gefolgt von Videos zum Brotbacken mit Hefewasser. Da wars dann um mich geschehen: Ich musste das ausprobieren!

Brot selber backen – klingt aufwändig. Wenn man rein die Zeitspanne betrachtet, ist es das auch. Der Vorgang bzw. die jeweiligen Schritte sind allerdings wirklich kinderleicht und dauern immer nur wenige Minuten. Tatsächlich benötigt man nur ein bisschen Geduld, wenn man superleckeres Brot haben will!

Der Erstansatz des Hefewassers braucht ca. acht Tage, bis es einsatzbereit ist. Dazu einfach zwei Datteln (oder ein gut gehäufter EL Rosinen) mit 50 g Zucker (oder Honig) und einen Liter lauwarmen Wasser in eine Glasflasche mit Schraubverschluss füllen, gut durchschütteln, bis sich alles aufgelöst hat und dann stehen lassen (nicht im Kühlschrank!). Morgens und abends kurz schütteln und die Luft rauslassen: Nach dreivier Tagen fängt der Inhalt nämlich an zu gären, wodurch sich Druck aufbaut, der regelmäßig entweichen muss.

Nach ca. acht Tagen die Flüssigkeit durchsieben, benötigte Menge abmessen; der Rest kann in einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn das Hefewasser kaltgestellt ist, kann nichts passieren. Für den nächsten Einsatz einfach wieder ins Warme stellen, Wasser und Zucker nachfüllen und wieder einige Tage Geduld haben – diesmal gehts auch ein bisschen schneller.

Ich habe als erstes das Roggen-Dinkel-Vollkornbrot ausprobiert, allerdings mit fertig gekauftem Vollkornmehl, nicht frisch gemahlen. Lest euch das Rezept genau durch – auch hier müsst ihr zweidrei Tage einplanen, bis das Brot endlich fertig ist. Und guggt euch auch das Video dazu an – da seht ihr am besten, welche Konsistenz die beiden Teige haben sollen. Das hatte mich nämlich etwas verunsichert, dass die so flüssig/weich waren. Aber: muss so 🙂

Das einzige, was bei mir nicht so geklappt hat, war das Brot aus der (Kasten-)Form rauszubringen. Beim nächsten Mal werde ich sie nach dem Einfetten noch mit Bröseln/gemahlenen Kernen o.ä. einstauben. Und vielleicht eine Springform nehmen – da bekomme ich das Brot sicher wieder raus.

Probiert es unbedingt aus – es ist schon ein kleines Wunder, dem Hefewasser beim Werden zuzusehen und wie das Brot im Ofen aufgegangen ist: Wahnsinn! Ich hab selber noch einige Ideen im Hinterkopf, was ich alles experimentieren will.

Die Ausrede, dass das alles so zeitintensiv ist,  kann ich auch nicht wirklich gelten lassen. Der konkrete Arbeitsaufwand beträgt jeweils maximal zehn Minuten, der Rest ist immer nur abwarten – und genau diese Zeit, die dem Teig zum Werden gewährt wird, ist es, die das fertige Brot so locker und lecker werden lässt!

Und wenn ihr zum Brotback-Fan geworden seit, macht ihr beim nächsten Mal einfach die doppelte Menge, dafür kleinere Brote backen (bzw. die fertigen halbieren) und einfrieren. So habt ihr immer wieder frisches Brot parat und spätestens, wenn die letzte Reserve zum Auftauen bereit liegt, wirds Zeit, das Hefewasser zu „reanimieren“.

Oder habt ihr schon mit Hefewasser gebacken? Experimentiert? Erzählt doch mal, ich bin neugierig!

Mondkissen-Bezug

Für das Mondkissen wollte ich noch einen Bezug nähen. Baumwolle am liebsten, weil die gut gewaschen werden kann. Was brauche ich alles?

Der Schnitt

Für die Schnitterstellung nehme ich immer Zeitungen. Die gibts frei Haus, haben bereits ein großes Format und lassen sich notfalls gut zusammenkleben zum Vergrößern.

Ich hab das Kissen auf die Zeitung gelegt, einmal rundum gefahren. Sicherheitshalber den Umfang an der dicksten Stelle gemessen – der Mond-Zuschnitt sollte an der breitesten Stelle die Hälfte davon haben. Wenn der Bezug nicht ganz engangliegend sein soll, darfs auch ein halber Zentimeter mehr sein. Hier habe ich die Rundung noch etwas angepasst. Ausgeschnitten.

Da ich es gerne symmetrisch mag, hab ich den Zuschnitt probehalber auf Hälfte zusammengelegt, hier und da ein bisschen nachgeschnibbelt. Außerdem hab ich die Mitte oben und unten markiert. Diese Markierung wird auf den Stoff übertragen, das erleichtert das Zusammenstecken später zusätzlich.

Der Stoff

Ein gutes Recycling-Projekt nicht nur für das Kissen-Innenleben,  sondern auch für die Hülle. Ich hatte einen ausgedienten Pyjama, dessen Oberteil genau richtig war dafür. Angedacht war ein Hotelverschluss, aber ich konnte eine passende Stelle finden, die es mir erlaubte, die Knöpfung als Verschluss gleich mit einzuarbeiten. Das nenn ich Upcycling total 🙂

2017_08mondkissenbezug02

Bügeleisen und Stecknadeln

Diese Werkzeuge nenn ich extra, weil eine gute Vorbereitung erstens das Nähen selber sehr erleichtert und zweitens ein gutes Endergebnis ermöglicht.

Zuerst wird der Stoff also gebügelt – dabei lässt sich nochmal ein scharfer Blick auf etwaige Löcher oder sonstige Problemstellen werfen, die ggf. vorher noch in Ordnung gebracht werden müssen. Hier war das die Knopfleiste bzw. der Besatz nach innen. Den habe ich jeweils festgesteppt, so dass hier nix verrutschen kann.

Nun das Schnittmuster auf der linken Seite übertragen – incl. der Markierungen. Mit Nahtzugabe jeweils ausschneiden. Zweimal brauchts das. Rechts auf rechts aufeinanderlegen und mit vielen Stecknadeln (oder Klammern) ordentlich zusammenstecken. Darauf achten, dass kein Knopf auf der Naht zu liegen kommt, den notfalls vorher entfernen 🙂

Zusammennähen

Nun kanns losgehen: Einmal rundum nähen. Wenden und den Bezug schon mal aufziehen: passt alles? Nichts zu eng oder zu weit? Bezug wieder abziehen und auf links wenden. Wenn alles gepasst hat, die Nahtzugaben ggf. noch etwas zurückschneiden, verzackeln. Und jetzt ist es fertig!

Ein kleines Zwischendurch-Projekt, das sich auch gut als Mitbringsel macht oder – wie hier – dem ehemaligen Lieblingsschlafanzug ein zweites Leben verschafft:

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Dieser Beitrag ist meinem fünften wp-Bloggeburtstag gewidmet. 🙂

Mondkissen

Irgendwie bin ich auf den Gedanken gekommen, ob man Glückskekse häkeln kann. Ausprobiert und festgestellt: Babyeinfach! Es wird praktisch ein Kreis gehäkelt, aber nicht an acht, sondern zwölf Stellen gleichmäßig pro Runde zugenommen. Das ist das ganze Geheimnis.

Dabei ist mir aufgefallen, dass so ein Glückskeks auch was mondförmiges hat und wenn man den groß genug macht und befüllt, hat man ein wunderbares Nackenkissen!

Ein schönes Projekt auch für Wollreste. Ich hab eine 4er Häkelnadel genommen – notfalls die Wolle doppelt nehmen. Außerdem brauchts noch Füllwatte o.ä. – Vliesreste können hier ebenfalls gut verwendet werden.

Damits der Hals bequem hat, wird die Mitte zunächst gerade gehäkelt, bevor die Rundungen anfangen. Es beginnt mit einem Luftmaschenring, in den acht feste Maschen gehäkelt werden. Runde mit einer Kettmasche schließen (gilt für alle Runden).  Ab jetzt weiter mit halben Stäbchen:

2. Runde:  2hSt. in jede fM.
3. Runde: * 2hSt., hSt.* – wiederholen
4. Runde: * 2hSt., hSt., hSt * – wiederholen

Somit wird in jeder Runde gleichmäßig an acht Stellen zugenommen und es ergibt sich ein flacher Kreis bzw. Achteck. Weitermachen, bis 48 Maschen erreicht sind. Dies ist der Mittelteil, wo der Kopf sich später schön reinschmiegen kann.

Ab jetzt werden zwölf Maschen je Reihe zugenommen:
* 2hSt., hSt., hSt., hSt. * – wiederholen. usw. Wie vorher auch, nur dass es zwölf Zunahmen sind – daraus ergibt sich die Wölbung.

Nach ein paar Reihen guggen: Das Gebilde auf Hälfte legen und schauen, wie viel von dem Mond schon erkennbar ist. Sobald die Kissengröße ausreichend ist – bei mir waren das von der Mitte aus gemessen gute 20 cm –  kann mit zusammenhäkeln begonnen werden. Ich hab das mit festen Maschen gemacht.

Wenn ca. zwei Drittel zusammengehäkelt sind, mit Befüllen beginnen. Es muss gar nicht soo festgestopft werden, trotzdem geht einiges rein. Weiter zusammenhäkeln, befüllen, schließen. Nochmal probeliegen, dass auch genug/nicht zu viel Füllung vorhanden ist. Faden abschneiden und verstechen.

Und so siehts dann aus:

2017_08mondkissen01

Mir gefällt es richtig gut, trotzdem hätte ich gerne noch einen Bezug dafür. Der lässt sich halt leichter mal waschen und trocknen als ein ganzes Kissen…

Übrigens – auf zauberweib.de könnt ihr sehen, was ich im Sommer sonst noch so gewerkelt habe.

Zafu – selber machen

Ein Zafu ist ein Meditationskissen oder anders gesagt: ein rundes Bodenkissen. Außerdem ist es eine hervorragende Möglichkeit, Stoffschnippsel unterzubringen. Vor neun Jahren habe ich mein erstes Zafu gemacht, völlig frei Schnauze: Kreis, Kreis, dazwischen ein eingekräuselter Rand mit überlappenden Enden (Hotelverschluss), so dass immer wieder Stoffrestchen nachgefüllt werden können.

Es kam, wie es kommen musste: Inzwischen ist mein Zafu kurz vom Platzen:

2017_07pfuki_altohne

Höchste Zeit, ein neues, etwas größeres zu nähen und da ich im Internet nur wenige, sehr unterschiedliche und fast ausnahmslos englischsprachige Anleitungen gefunden habe, werd ich hier ein bisschen ausführlicher.

Der (Zu-)Schnitt

Wie schon erwähnt, besteht (m)ein Zafu aus zwei Kreisen (Durchmesser je 40 cm) und einem Rand drumrum (Höhe: 34 cm). Der Clou bei dem Rand ist jedoch die Faltung; die ermöglicht das Mitwachsen des Kissens – also geradezu prädestiniert für eine Füllung aus Stoffitzelchen, Wollresten, u.ä.

Die Größenangaben sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Wenn du lieber ein kleineres Kissen anfertigen willst, kannst du die Maße entsprechend anpassen. Genau deshalb gibts weiter unten auch einen Abschnitt „Mathematik“.

Die beiden Kreise mit Nahtzugabe ausschneiden. Für den Rand brauchts einen Streifen von 34 cm Höhe zzgl. Nahtzugabe. Die Länge hängt u.a. von der Faltung ab. Ich habe mich für die 6:4-Variante entschieden:

2017_07pfuki_faltschema

Das bedeutet, Stofflänge zehn Zentimeter ergibt eine fertige Länge von sechs Zentimetern.

2017_07pfuki_faltung

Ein bisschen Mathematik

Kreisumfang = 2 * pi * r. Bei einem Durchmesser von 40 cm entspricht der Radius 20 cm -> 2 * 3,14 * 20 = 125,6 cm – so lang muss der fertig gefaltete Streifen also sein, damit er einmal um den Kreis passt.

Für sechs Zentimeter fertige Länge werden durch die Faltung zehn Zentimeter Stofflänge verbraucht, das bedeutet:

     6,0 = 10
125,6 = ?

125,6 * 10 = 1256 : 6 = 210 cm Stoffverbrauch für die Faltung. Jetzt brauchts noch eine Überlappung für den Hotelverschluss von ca. 20 cm:

210 cm + 20 cm = 230 cm muss der Randstreifen lang sein. Bei einer Höhe von 34 cm zzgl. Nahtzugabe. (Auf eine Nahtzugabe für die Versäuberung der beiden kurzen Seiten kann verzichtet werden, da die erste und letzte Falte jeweils weggelassen werden).

Nähen – Teil I

Zunächst eine kurze Seite des Randstreifens schön versäumen. Das ist das Ende, das später sichtbar sein wird. Ich habs zweimal nach innen umgeklappt und zweimal drübergesteppt.

Das andere Ende habe ich nur einmal nach innen geklappt und bin mit dem Zickzick-Zackzack-Stich drüber. Das ist später innenliegend, unsichtbar, soll einfach nur versäubert sein und gut is. 🙂

Messen & Stecken

Jetzt kommt der langwierige Teil, das Abmessen und Feststecken der Falten. Fang an der schön versäumten Kante an und messe zehn Zentimeter ab – das wird die erste Markierung. Nach sechs Zentimetern die nächste, dann wieder nach vier Zentimetern. 6 cm – 4 cm – 6 cm – 4 cm usw. immer im Wechsel. Dies auf der anderen Kante genau so wiederholen – die Falten sollen in einer Senkrechten liegen.

Die Falte wird jeweils aus dem Vier-Zentimeter-Stück gebildet. Dazu – wie im Bild weiter oben ersichtlich – die Markierung nach den sechs Zentimetern auf die Markierung nach den vier Zentimetern legen, feststecken. Für alle Falten auf beiden Kantenseiten wiederholen. Ist ein bisschen langwierige Fleißarbeit, die sich aber lohnt. Die letzte Falte am „unschönen“ Ende kann weggelassen werden, das ist später der innenliegende Teil.

(Falls du dein Zafu kleiner machen willst, kannst du eine durchgehende Falte legen bzw. bügeln – aber bitte trotzdem auch feststecken!)

Nun die eine Längsseite mit einem Kreis zusammenstecken. Rechte Seite jeweils nach innen, beginnend am schönen Ende. Lieber ein bisschen mehr Nadeln nehmen, umso gerader wird hinterher die Naht.  Das Ende überlappt den Anfang, so soll es sein, das ist das Prinzip des Hotelverschlusses.

Jetzt darfst du dir einen Cappuccino oder Tee gönnen und dann gehts weiter mit dem zweiten Kreis und der anderen Seite, die genauso zusammengesteckt werden.

Nähen – Teil II

Wenn du alles ordentlich fest- und zusammengesteckt hast, nähst du nun einmal rundum den Kreis mit der Längsseite zusammen. Und wiederholst das mit dem anderen Kreis auf der anderen Kantenseite. Anschließend die Nähte ggf. etwas zurückschneiden und verzackeln. Auch hier verwende ich den Zickzick-Zackzack-Stich, weil der nochmal zusätzlichen Halt gibt.

Die Wende & das Ende

Alle Nadeln entfernt? Keine vergessen? Auch bei der Überlappung nicht? Prima, dann einmal das Innerste nach außen drehen und fertig ist das Zafu:

2017_07pfuki_leer

Naja, noch nicht ganz, das ist ja jetzt nur die Hülle. Klassisch wird ein Zafu mit Kapok befüllt, das sind fluffige Pflanzenfasern. Es gibt auch die Varianten mit Spreu/Spelzen – oder eben mit Stofffitzelchen, die zu klein zur Weiterverarbeitung sind, aber halt doch immer wieder anfallen. Zum Beispiel beim Versäubern von Nähten. Oder Wollrestchen, die sind genauso geeignet.

2017_07pfuki_fuellung

Nach dem „Umzug“ meiner bereits gesammelten Fitzelchen vom alten ins neue Zafu sieht es so aus:

2017_07pfuki_neuohne

Damit wäre eigentlich alles fertig. Aber natürlich kann gerne noch ein Bezug gehäkelt werden – einfach weil der dann waschbar ist. Und auch mal gewechselt werden kann.  Hierzu einen Kreis (spirialig oder achteckig) häkeln, allerdings größer als vierzig Zentimeter. Einen zweiten Kreis in der gleichen Größe häkeln, anschließend weiter in Reihen für die Höhe. Diese aber nicht ganz schließen, sondern eine Öffnung lassen. (Darf ruhig ein Viertel des Umfangs sein). Wenn die gewünschte Höhe erreicht ist, mit dem anderen Kreis zusammennähen oder -häkeln. Ggf. in der Mitte der Öffnung Bänder anbringen zum Zubinden.

2017_07pfuki_neuhuelle

Das ist aber vermutlich eher eine Beschäftigung für hoffentlich noch in weiter Ferne liegenden kalten Winterabende. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen und wer Spaß an Fummelarbeit hat, kann auch ein Mini-Zafu als Nadelkissen anfertigen.

Wenn ihr Fragen habt oder etwas unklar ist, bitte sagt mir Bescheid, dass ich die Anleitung ändern kann.

Kumihimo – ich hab den Dreh raus

Bunte Bänder auf der Scheibe knüpfen – das ist Kumihimo. Zeichnungen und Beschreibungen, die zunächst sehr verwirrend aussehen, sind eigentlich ganz einfach – wenn man das Prinzip kapiert hat. Ich erklär in diesem Beitrag:

Die Scheibe

Zuerst brauchst du eine Scheibe, die du ganz einfach selber machen kannst. Nimm dicke Pappe und schneide einen Kreis aus (meine hat einen Durchmesser von zehn Zentimeter). Rundrum brauchst du nun gleichmäßig verteilt 32 Einkerbungen. Das kannst du mühselig 11,25-Grad-weise mit dem Geodreieck abmessen, oder du machst es dir etwas leichter: Einmal horizontal und vertikal eine Linie durchziehen (90 Grad), dann nochmal bei 45 Grad. Beides geht mit dem Geodreieck sehr einfach – auf hundertprozentige Genauigkeit kommt es nicht an!

Nun solltest du acht „Tortenstücke“ auf der Scheibe eingezeichnet haben. Diese halbierst du = 16 Teile/Striche. Jetzt nochmal eine Markierung jeweils in der Hälfte und schon hast du 32 Einteilungen. Diese nun mit der Schere oder einem scharfen Messer ca. ein bis zwei Zentimeter vom Rand einschneiden.  Jetzt fehlt noch das Loch in der Mitte – eineinhalb Zentimeter Durchmesser sind völlig ausreichend.

Ich habe meine Pappscheibe noch zweimal mit Potch überzogen, damit die Einkerbungen nicht so schnell ausleiern.

2017_07kumihimoscheibe

So sollte die Scheibe nun aussehen. Im Bild ist zu sehen, dass ich an den Einkerbungen jeweils ein kleines Eckchen rausgeschnitten habe – das macht das Einhaken der Fäden leichter. Was du außerdem gut brauchen kannst, ist ein Gewicht. Aus Beilagscheiben oder dicken Muttern ist das schnell gebastelt: Auf eine Kordel fädeln, verknoten, fertig.

Das Auffädeln

Die meisten Kumihimo-Muster benötigen 16 Fäden. Diese sind paarweise und meistens durchgehend angeordnet,  deshalb kannst du i.d.R. acht lange Stränge schneiden, die du auf halber Länge verknotest. Den Knoten schiebst du durch das Loch der Scheibe und verteilst nun die einzelnen Fäden nach der Mustervorgabe, z.B.:

2017_07kumihimo_inarbeit

In die Schlinge vom Knotenende fädelst du das Gewicht ein (im Bild links zu sehen) und dann gehts schon los!

Das Knüpfen

Drehe die Scheibe so, dass ein Fadenpaar oben-unten ausgerichtet ist. Nimm den rechten oberen Faden und spanne ihn in die Einkerbung rechts vor dem unteren Fadenpaar. Als nächstes nimmst du den linken unteren Faden und spannst ihn oben in die Einkerbung links vor dem dort verbliebenen Faden. Nun sollte sich oben und unten wieder jeweils ein Fadenpaar befinden.

Drehe die Scheibe im Uhrzeigersinn (also nach rechts), bis das nächste Fadenpaar oben ist. Wiederhole den Vorgang: o-re nach u-re, u-li nach o-li. Weiterdrehen. usw.

Bei dem hier aufgespannten Muster erhälst du folgendes Ergebnis:

2017_07kumihimo_komplett

Kumihimo ist wirklich eine sehr einfache Technik, wenn man den Dreh mal raus hat. Ein Unterbrechen bzw. Wiederaufnehmen der Arbeit ist problemlos, da die Fäden eingespannt sind und nichts verrutschen kann. Der obenliegene Faden ist der, der zuletzt bearbeitet wurde, ab hier wird weitergemacht.

Es empfiehlt sich, hin und wieder die Fäden nach dem Umlegen „auszuziehen“, um einem Verheddern entgegen zu wirken. Wenn das fertige Band so weit runterhängt, dass es beim Arbeiten stört, einfach einen lockeren Knoten schlingen und ggf. das Gewicht ebenfalls mit durchfädeln.

Wenn alles verknüpft ist, die Fäden aus den Einkerbungen lösen und miteinander verknoten.  Soll es für ein Armband oder eine Kette sein, kann ein Quetschverschluss angebracht werden.

Ich bin momentan richtig süchtig nach Kumihimo und Schuld daran ist – wie könnte es auch anders sein – das Internet. Genauer gesagt: Pinterest. Suche dort nach Kumihimo und du wirst schier erschlagen von Beispielen, Vorlagen, Mustern und und und (meine Kumihimo-Sammlung). Das funktioniert natürlich auch über jede normale Suchmaschine.

Einziger Wermutstropfen bei dieser Technik: Es wird viel Garn gebraucht! Aus einer Fadenlänge von ca. 80 cm (Stranglänge ca. 160 cm) kannst du knapp 30 cm fertiges Band erknüpfen (zuzüglich der Längen für die Anfangs- und Endverknotungen). Wenn du also ein Band von einem Meter Länge haben möchtest, musst du gut drei Meter je Faden = sechs Meter je Strang bemessen. Hier empfielt es sich dringend, die Fadenenden auf Pappkärtchen aufzuwickeln, sonst gibt es Wollkotze! 😉

Ich wünsch euch viel Spaß beim Knüpfen und freu mich über Bilder und Links – gerne auch via Pinterest.

P.S.: Kumihimo ist eine wunderbare Gelegenheit, um Podcast zu hören. Wenn du an einem ebenso eindringlichen wie unterhaltsamen Plädoyer fürs Meditieren interessiert bist, lege ich dir Ivanas Podcast ans Herz!

Frisch verlinkt

Ich habe wieder ein paar Links für euch zusammengetragen.

Bei Nymphenkuss gibt es einen guten Beitrag über Altäre – in den verschiedenen Tradtionen und Praxistipps und Anregungen für den eigenen Altar.

Dem Thema Resteküche widmet sich Maria von Widerstandistzweckmäßig in einer neuen Reihe. Unbedingt reinlesen! Und ich bleib auch gleich hier, denn Resteverwertung gehört ja praktisch zum nachhaltigen Konsum. Was sonst noch alles dazu gehört, hat Maria wunderbar zusammengefasst.

Wenns mal ein bisschen mehr zu lesen sein darf, lege ich euch den Artikel über Wäschepflege ans Herz. Maria erklärt u.a., wie das mit dem Sauberwerden der Wäsche überhaupt funktioniert, dass Fleckenbehandlung sinnvoll ist und einfach mal durchlüften (die Klamotten) einen Waschgang durchaus einspart.

Bei GehäkeltesHerz erfahrt ihr,  dass Häkeln nicht nur Spaß macht, sondern auch noch gesund ist. Übrigens ist Handarbeiten auch eine gute Hilfe für alle, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen – die Hände sind zu beschäftigt, um sich eine Zigarette nach der anderen anzuzünden. 🙂

Kreidefarbe selber machen? Kein Problem – VonKarin erzählt, wie es geht. In einem anderen Beitrag beschreibt sie, wie sich Snappap-Label einfach herstellen lassen.  Kleiner Aufwand – große Wirkung!

Künstlerisch bleibts auch bei Lilamalerie: Eine schöne Idee für Kaffeetassenbemalung – das ideale Geschenk für Coffeinjunkies 🙂

Und damit habe ich meinen Beitrag zum Sommerloch geleistet. Genießt das traumhafte Wetter – am besten auf der Terrasse, mit einem Eis oder beim Sonntagsbrunch. Einfach mal die Seele baumeln lassen!

kleines Frühlingsupdate

Es gibt nicht wirklich viel Neues von meiner Seite zu berichten. Ich bin nach wie vor am Räumen und Sortieren. Die Faltmethode nach Marie Kondo hat sich für meinen Kleiderschrank bewährt, so dass ich den Karton-„Schubladen“ inzwischen ein schönes Kleid gegönnt habe. Dafür kam ein altes Button-Poster aus meiner Jugend zu neuen Ehren:

2017_04schrank

Für die oberen „Schubläden“ habe ich festeres Geschenkpapier genommen. Übrigens habe ich gemogelt und nicht die kompletten Kartons bezogen sondern nur ca. das erste Drittel – das ist völlig ausreichend. Die dicken Packen in der Mitte sind Bettwäsche-Sets: komplett mit mehreren Kopfkissen und Bettlaken im Paket, so dass auf einen Griff alles zur Hand ist. Auch das hat sich bereits bewährt.

In diesem Stil geht es bei mir weiter, Zeit für Hobbys um des Hobbys willen (und nicht zum reinen Zweck) habe ich kaum. Dafür konnte ich gestern Nachmittag den Frühling ein bisschen genießen; eine Stunde auf der Terrasse mit einem Krimi – auch etwas, das ich seit Monaten nicht gemacht habe: Einfach mal nur lesen und nix tun!

Dabei habe ich bei Ivana eine wundervolle Wachstums-Meditation gesehen, die ich unbedingt noch durchführen will – wenn ich es denn mal schaffe, ein bisschen runterzukommen.

Eine Idee für Wollreste habe ich bei Wenigreichtauch gefunden: eine Strickjacke im Perlmuster. Gefällt mir sehr gut – vor allem auch in diesem Muster und bunt ist ja sowieso immer richtig. 🙂

Skurriles Recycling gibts bei Howtorecycle: alte Spielsachen werden hier zu Köpfen zusammengesetzt. Wirkt zum Teil echt gruselig (vielleicht als Halloween-Deko?), aber vor allem faszinierend-inspirierend: Was man alles machen kann…

Einen Lichtblick im Plastikrecycling gibts bei scinexx – Mottenlarven fressen sich durch! Klingt vielversprechend.

Als letztes habe ich noch Karins Bärlauchsalz für euch. Das klingt sehr lecker und ist sicher eine gute Alternative für Menschen mit niedrigem Blutdruck, denen der Genuss von Bärlauch-Pesto und Co. schon mal den Boden unter den Füßen wegziehen kann, buchstäblich.

Habt eine schöne Zeit und lasst es euch gut gehen!

Upcycling im Haushalt

Marias Spüllappen wollte ich längst ausprobieren und im Zuge meiner andauernden Räumaktion bin ich unter anderem auch dazu endlich gekommen:

spuellappen

Vorher hatte ich ein kleineres Format genäht, das war mir zu unhandlich. Die hier haben genau die richtige Größe für mich: Ein altes Geschirrtuch wird zu zwei Spültüchern.

Das Geschirrtuch halbieren, auf die Hälfte zusammenlegen (schöne Seite nach innen) und zusammennähen. Ich habe dabei eine Ecke offen gelassen – das geht leichter zum Wenden als eine gerade Kante und ich nähe an dieser Stelle anschließend den Aufhänger dran. Megastylish! *gg*

Vorm Wenden die gesäumten Kanten abschneiden. Daraus wird der Aufhänger gefertigt. Bei der nächsten Upcycling-Aktion werde ich die verzackeln, das habe ich mir hier gespart und fängt natürlich schon zum Ausfransen an. Zum Verzackeln nehme ich statt des einfachen Zick-Zack-Stiches lieber den ZickZick-ZackZack-Stich, der hält besser.

Wenn alles  gewendet und gebügelt ist, wird der Aufhänger im Eck festgesteckt und noch einmal  komplett nah am Rand drübergesteppt, dann sieht das ordentlich aus und hält auch gut.

Maria hats viel besser und ausführlicher beschrieben, guggt euch das bei ihr nochmal an. Es ist eine einfache und sinnvolle Upcycling-Idee; ich habe die Spüllappen inzwischen ausgiebig in Gebrauch und bin total begeistert – bitte nachmachen! 🙂

Da ich viel am Rumräumen bin, habe ich weder Zeit noch Nerven, mich (auch noch) um Dinge zu kümmern, die nicht damit im Zusammenhang stehen. So trenne ich Pullis auf, anstatt welche zu stricken (ich lese im Internet fast überall „aufribbeln“ – bei uns heißt das „auftrennen“), ich häkle Glaskleidchen für meine Kochlöffel und bastel mir Schubladen aus alten Kartons. Dazu habe auf zauberweib.de schon etwas geschrieben.

Ein Utensilo für meine ebenfalls angewachsene Sammlung an Stricknadeln*) habe ich noch genäht. Ebenfalls Upcycling, funktionell und sieht schön aus. Mit Stefanies Nadelrollen-Variante von gehtnichtgibtsnicht kann meins aber nicht anstinken – das ist wirklich das Modell DeLuxe!

Jedenfalls ist die Räumerei der Grund, warum es hier selbst für meine Verhältnisse sehr ruhig ist. Bei euch lese ich ziemlich regelmäßig mit und so weiß ich, dass ich nicht die einzige bin, die derzeit arg im echten Leben aktiv ist und somit weniger Zeit fürs virtuelle bleibt.

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Frühling, habt Spaß am Frühjahrsputz oder womit auch immer ihr beschäftigt seit. Allen Bikerinnen und Bikern wünsche ich eine unfall- und blitzfreie Saison: Kommt gut an und gut wieder heim.

—-
*) Ich habe einen ganzen Abend lang nur Stricknadeln sortiert. Verbogene, unvollständige oder sonst nicht mehr funktionelle Sets und Nadeln habe ich aussortiert. Doppelte, bzw. dreivierfünffache Sorten habe ich gespendet. Alles zusammen gefühlte fünf Kilo, die das Haus wieder verlassen haben. Und trotzdem ist meine Sammlung sehr deutlich gewachsen. Ich glaube nicht, dass ich in diesem Leben nochmal Strick- oder Häkelnadeln kaufen werden muss.

Zwischenbericht

Es gäbe so viel zu erzählen, was mich bewegt. Da ist natürlich das Ausräumen der Wohnung meiner Mutter – eine Reise in die Vergangenheit, das Hervorholen von so vielen schönen Erinnerungen.

Und da ist der Ärger darüber, dass Smartphones nach drei Jahren einfach Schrott sind. Selbst wenn die Hardware hält: Wenn jedes Jahr eine neue OS-Version herausgeklotzt wird, müssen die App-Hersteller irgendwann einen Schnitt nach unten machen. Klar. Und das k*** mich so dermaßen an. Welche Unmengen an Sondermüll auf die Art tagtäglich produziert werden. In welchem Ausmaß unser Planet – unsere Lebensgrundlage! – dafür tagtäglich ausgebeutet und zerstört wird. Und offenbar störts niemanden, denn die Dinger werden verkauft wie blöd. Obwohl die ja ein bisschen mehr als nur zwo Mark fuchzich kosten. Sowas bringt mich echt zum Verzweifeln 😦 [Nachtrag: Dieser Beitrag von deutschemuslimadotcom passt da genau dazu!]

Bei so viel Frust hilft nur – erst recht! – der Blick auf die schönen, guten Dinge im www…

… Und auch in dir drin! Die Januar-Neumondmeditation vom Nymphenkuss fand ich sehr anregend-inspirierend – unbedingt reinschauen 🙂

Ich mach weiter mit einem Rezept für Zahncreme von einfachnachhaltigbesserleben.de. Wenn dich das näher interessiert: unbedingt mal ne Suchmaschine befragen. Es gibt soo viele Rezepte dafür!

Nochmal selbstgemacht von tuedelkram.ch – auch wenn Valentinstag schon vorbei ist, aber diese wundervollen Kissen sind mit so viel Liebe und Hingabe gemacht, dass ich sie euch nicht vorenthalten kann. Die Idee an sich ist simpel und lässt sich vielfältig abwandeln. Es muss auch gar nicht unbedingt eine Liebeserklärung oder ein Heiratsantrag sein. Es kann genauso ein guter Spruch, ein Lebensmotto oder etwas anderes sein, was sich Oma aufs Kissen noch gestickt hätte 🙂

Auch wenn ich oben noch über Müll gejammert habe, verlinke ich dennoch den Aufruf zu 365 Tage – 730 Sachen (entsorgen) von Julena Roth. Sie und ihr Partner wollen sich täglich von etwas trennen (also einem Ding). Oder alternativ zum Ende des Monats von 31 Dingen. Und „sich trennen“ heißt ja nicht zwangsläufig auf den Müll werfen (und schon gar nicht automatisch Sondermüll). Es kann auch verschenkt, gespendet, verkauft werden. Selbst wenn es „Müll“ ist, wird der natürlich getrennt fürs Recycling.

Hier schließt sich der Kreis vom Konsumterror zum Minimalismus und da hat sich Maria von widerstandistzweckmaessig sehr schlaue Gedanken zum Konsum – wieso, weshalb, warum – gemacht. Den Artikel möchte ich euch dringend ans Herz legen. Womöglich stellt ihr dann fest, dass es das alte Smartphone vielleicht doch noch ein Jahr tut. In der Zeit lässt sich dafür auf ein nachhaltig und fair hergestelltes Teil sparen. 🙂